Kurz nach dem Jahreswechsel startet traditionell die berüchtigte Rallye Dakar, welche zu den schwierigsten Offroadrennen der Welt zählt. Für Mensch und Maschine stellt diese Rallye jedes Jahr aufs Neue eine extreme Belastungsprobe dar. In diesem Jahr müssen die Teilnehmer der 38. Ausgabe mehr als 7.000 Kilometer zurücklegen, davon werden allein 4.700 Kilometer gezeitet! Die Organistaoren überraschten heuer erstmalig mit einem Prolog. Sonst rollten die Akteure mehr oder weniger “nur” von der Startrampe und damit war die Rallye eröffnet. Nun wollte man es etwas moderner gestalten und veranlasste außerhalb von Buenos Aires einen elf Kilometer langen, ersten Test, der als Eröffnungsprüfung gewertet wurde.

Im Ziel lagen Joan Barreda und Ruben Faria exakt gleichauf und teilten sich mit einer Fahrzeit von 6:27 Minuten den ersten Platz. Yamaha Neuzugang Helder Rodrigues komplettierte die Top-3 des ersten Tages. Die KTM-Armada hielt sich bewusst zurück um keinesfalls einen frühen Ausfall zu riskieren. Wie schnell eine solche Rallye vorbei sein kann, zeigte sich bei Laia Sanz. Die Spanieren blieb bei einer Flussdurchquerung hängen und so genehmigte sich ihre KTM einen kräftigen Schluck Wasser. Ohne die Hilfe der Zuschauer wäre die Rallye für Sanz an dieser Stelle sicherlich schon zu Ende gewesen. Doch nicht nur Sanz, auch Dakar-Rookie Antonio Meo und Pela Renet hatten mit eben dieser Flussdurchfahrt ihre Schwierigkeiten und landeten etwas abgeschlagen im hinteren Fahrerfeld.

Überschattet wurde der Prolog von einem schweren Unfall, verursacht durch die Chinesische Mini-Pilotin Guo Meiling. Sie verlor die Kontrolle über ihren X-Raid-Mini und krachte in eine Zuschauergruppe. Nach offiziellen Angaben hat es dabei 10 Verletzte Personen gegeben, davon sei eine Person in kritischem Zustand. Nach diesem tragischen Unfall wurde die Prüfung für die Autos sofort neutralisiert.

Ungewohntes Bild am zweiten Tag der Dakar - auf der Straße ging es zurück in Biwak

Ungewohntes Bild am zweiten Tag der Dakar – auf der Straße ging es zurück in Biwak

Am folgenden zweiten Fahrtag war es jedoch kein Unfall, sondern das Wetter welches den Teilnehmern einen Strich durch die Rechnung machte. Die eigentliche erste wirklich typische Rallye-Etappe von Rosario nach Villa Carlos Paz, welche eine Wertungsprüfung von über 225 Kilometern beinhaltete, musste nach enormen Regenfällen abgesagt werden. Zu groß waren die Sicherheitsbedenken der Organisatoren, denn große Teile der geplanten Route wurden binnen Minuten unbefahrbar. Ebenso war es den Helikoptern nicht möglich zu starten, somit wäre eine schnelle Medizinische Versorgung nicht gewährleistet und man entschloss sich gestern im Konvoi nach Villa Carlos Paz zu fahren. Das auch dieses Unterfangen schnell zu einem Risiko werden kann, musste Honda-Profi Paulo “Speedy” Goncalves feststellen. Erst kämpfte der Portugiese mit der Elektronik seiner Honda und stürzte später im Konvoi fahrend hinter einem LKW. Passiert ist zum Glück nichts, doch solche Zwischenfälle zeigen wie schnell der Traum vom Rallye-Sieg vorbei sein kann.

 

Derzeit befinden sich die Piloten auf der zweiten Etappe über 786 Kilometer von Villa Carlos Paz nach Termas de Rio Hondo. Das Terrain ist als nicht wirklich schwierig eingestuft und dürfte den Piloten keine großen Probleme bereiten. Also Wertungsprüfung zählen im übrigen ganze 450 Kilometer, damit dürfte ein erstes Abtasten der wirklichen Kräfteverhältnisse in dieser Etappezu erwarten sein.

 

Tageswertung Prolog (Samstag):

1. Joan Barreda, SPA, Honda 6:27 Minuten
1. Ruben Faria, POR, Husqvarna 6:27
3. Helder Rodrigues, POR, Yamaha +3 Sekunden
4. Adrien van Beveren, FRA, Yamaha +4
5. Michael Metge, FRA, Honda, +8
6. Kevin Benavides, ARG, Honda +8
7. Gerard Farres, SPA, KTM +9
8. Pablo Quintanilla, CHI, Husqvarna +10
9. Stefan Svitko, SLK, KTM +11
10. Jordi Viladoma, SPA, KTM +13

 

Foto: Honda (1), Bauer E./RallyeZone