Der Auftakt in den MiniEnduro European Cup 2026 hätte für den jungen Thüringer kaum dramatischer verlaufen können. Beim ersten internationalen Rennen der Saison am 09. und 10. Mai in Frankreich kämpfte sich Emil Doras (IG) trotz Verletzung, Rückschlägen und enormem Druck sensationell zum Gesamtsieg. Gleichzeitig durfte sich der Nachwuchsfahrer über die Nominierung für die deutsche U17-Nationalmannschaft freuen.
Schwieriger Start nach frühem Sturz
Bereits der erste Renntag begann alles andere als optimal. Gleich in der ersten Prüfung stürzte Emil Doras und verletzte sich dabei zusätzlich an der Schulter. Der Zwischenfall kostete wertvolle Zeit – rund 20 bis 30 Sekunden gingen verloren. Im Klassement bedeutete das zunächst nur den vorletzten Platz.
Doch der Thüringer zeigte anschließend beeindruckende Moral. Mit mehreren Prüfungszeiten unter den schnellsten drei Fahrern startete Emil eine starke Aufholjagd. Position um Position arbeitete er sich nach vorne und beendete den ersten Renntag schließlich noch auf einem hervorragenden fünften Platz.
Besonders bemerkenswert: Den amtierenden Europameister auf Rang sechs konnte Emil in vier von fünf Prüfungen schlagen – teilweise sogar deutlich. Ohne den frühen Sturz wäre sogar Platz zwei realistisch gewesen.
Schulterverletzung sorgt für bange Momente
Auch am zweiten Wettkampftag standen die Vorzeichen alles andere als gut. Die Schulterprobleme hatten sich über Nacht massiv verschlechtert. Zeitweise konnte Emil den linken Arm kaum noch anheben und ein Start schien lange fraglich.
Mit getapter Schulter und Schmerzmitteln entschied sich der Nachwuchsfahrer dennoch, das Rennen aufzunehmen – und überzeugte erneut mit starken Prüfungszeiten unter den besten drei bis fünf Fahrern des Feldes.
Dramatisches Finale um den Gesamtsieg
Für zusätzliche Spannung sorgte eine turbulente Situation an der Zeitkontrolle zur zweiten Runde. Vier Fahrer hatten sich an einer ZK verstempelt und waren dadurch fünf Minuten zu früh an der Kontrolle.
Im Livetiming lag Emil zu diesem Zeitpunkt bereits auf Rang zwei hinter einem schnellen Fahrer aus Ungarn. Zunächst wurde die Strafzeit durch die französische Zeitnahme wieder aufgehoben. Erst nach Gesprächen mit dem FIM-Jurypräsidenten und einer erneuten Überprüfung wurde die ursprüngliche Entscheidung korrigiert.
Plötzlich lag Emil Doras mit lediglich zwei Sekunden Vorsprung auf Platz eins – vor der letzten noch ausstehenden Prüfung. Gerade dort hatte der Ungar zuvor meist die schnelleren Zeiten gefahren.
Unter enormem Druck bewies Emil jedoch außergewöhnliche Nervenstärke. Statt den knappen Vorsprung zu verlieren, baute er diesen sogar weiter aus und gewann die Gesamtwertung am Ende mit fünf Sekunden Vorsprung.
Emotionale Siegerehrung mit deutscher Nationalhymne
Der emotionale Höhepunkt folgte anschließend bei der Siegerehrung. Für Emil Doras und seine Familie wurde der Moment unvergesslich, als bei der Ehrung die deutsche Nationalhymne gespielt wurde.
Ein Erfolg, der die harte Arbeit der vergangenen Monate eindrucksvoll bestätigte.
Nominierung für deutsche U17-Nationalmannschaft
Bereits vor dem Rennwochenende gab es für Emil weitere starke Nachrichten. Der DMSB nominierte ihn für die deutsche U17-Nationalmannschaft. Gemeinsam mit Voith, Eisele und Mittag wird Emil Deutschland künftig in der Nationenwertung vertreten.
Das deutsche Team erreichte dabei einen starken dritten Platz.
Unterstützung durch ADAC und Yamaha BLU CRU
Emil Doras ist Förderfahrer des ADAC Hessen-Thüringen und Teil der Yamaha-Talentförderung Yamaha BLU CRU.
Ein besonderer Dank gilt außerdem allen Sponsoren, Unterstützern, Helfern und der Familie, die dieses emotionale Rennwochenende und die gesamte Saison überhaupt erst möglich machen.
Quelle Denis Günther / Emil Doras