Enduro DM Meltewitz 2026: Jeremy Sydow dominiert trotz Verletzung – packende Duelle und perfekte Bedingungen in Sachsen

Die Deutsche Enduro Meisterschaft 2026 machte an diesem Wochenende Station in Sachsen – und das 2. SHC Meltewitz Sprintenduro lieferte ab. Anspruchsvolle Sonderprüfungen, intensive Zweikämpfe, starke Nachwuchsfahrer und ein erneut dominanter Jeremy Sydow sorgten an beiden Renntagen für hochklassigen Endurosport.

Dabei sah es wenige Tage vor der Veranstaltung noch alles andere als gut aus. Dauerregen hatte die Region rund um Meltewitz regelrecht unter Wasser gesetzt. Viele Fahrer und Teams blickten deshalb mit großer Skepsis auf das Rennwochenende. Doch der SHC Meltewitz bewies einmal mehr, warum die Veranstaltung zu den beliebtesten Sprint-Enduros Deutschlands gehört.

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Wochenlang hatte der Verein vorbereitet, gebaut und optimiert – und pünktlich zum Rennstart präsentierte sich die Strecke in nahezu perfekten Bedingungen.

Perfekte Bodenbedingungen trotz Dauerregen

Der Regen der Vortage entpuppte sich am Ende sogar als Vorteil. Die Strecke trocknete durch Wind und sonniges Wetter erstaunlich schnell ab und bot genau das, was Endurofahrer lieben:

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  • viel Traktion
  • kaum Staub
  • technisch anspruchsvolle Bedingungen
  • ausgefahrene Linien
  • steinige Auffahrten
  • zahlreiche Wurzeln und felsige Passagen

Die rund 35 Minuten lange Runde inklusive der beiden Sonderprüfungen verlangte den Fahrern höchste Konzentration ab.

Besonders der bekannte Enduro-Test auf dem SHC-Gelände sorgte erneut für Begeisterung. Der überarbeitete Test kombinierte schnelle Abschnitte, technische Sektionen und flüssige Passagen perfekt miteinander. Viele Fahrer sprachen im Fahrerlager von einer der besten Prüfungen der bisherigen Saison.

Als Gegenstück wartete direkt am Fahrerlager ein kürzerer, aber extrem technischer Test mit steinigem Untergrund, der viele Fahrer an klassische WM-Prüfungen in Spanien erinnerte.


Tag 1: Jeremy Sydow fährt erneut in seiner eigenen Liga

Nach der Mittagspause rückte die Deutsche Enduro Meisterschaft in den Mittelpunkt – und damit auch die große Frage des Tages:

Wie fit ist Jeremy Sydow nach seiner Verletzung?

Der Triumph-Pilot hatte sich vor dem ersten WM-Lauf bei einem Trainingssturz den Mittelfuß gebrochen und musste pausieren. Erst beim zweiten WM-Lauf in Spanien kehrte er zurück. Doch bereits in Meltewitz wurde schnell klar:

Jeremy Sydow bleibt aktuell die Referenz im deutschen Enduro-Sport.

Arm Pump zu Beginn – danach pure Dominanz

In der ersten Runde kämpfte Sydow zunächst sichtbar mit Arm Pump. Doch mit jeder Runde wurde der Fahrer vom Offroadshop Kölbach Racing Team stärker und fand immer besser in seinen Rhythmus.

Die Folge:

  • Bestzeit um Bestzeit
  • kontrollierte Fahrweise
  • enorme Konstanz
  • kaum Fehler

Luca Fischeder konnte das Tempo zunächst noch mitgehen und sogar einzelne Prüfungen gewinnen. Doch auch er bekam im Laufe des Tages Probleme mit Arm Pump. Zusätzlich verbog sich in einem Enduro-Test die Bremsscheibe seiner Maschine, wodurch er eine komplette Prüfung nahezu ohne Hinterradbremse absolvieren musste.

Danach verlor der Sherco-Pilot seinen Rhythmus. Zwei unnötige Stürze in der letzten Runde kosteten weitere Zeit.

Am Ende gewann Jeremy Sydow mit mehr als 42 Sekunden Vorsprung nach insgesamt elf Sonderprüfungen souverän den Gesamtsieg des Tages.

Matyas Chlum erneut auf dem Podium

Wie bereits beim Saisonauftakt sicherte sich Matyas Chlum Rang drei. Der Tscheche steigerte sich im Verlauf des Tages kontinuierlich und konnte trotz eines Sturzes erneut einen Podestplatz feiern.

Damit war klar:
Jeremy Sydow reist auch nach Meltewitz als aktuell stärkster Fahrer der Deutschen Enduro Meisterschaft.


Deutscher Enduro Cup: Janik Koßack gewinnt packendes Duell

Bereits am Vormittag hatte der Deutsche Enduro Cup für beste Unterhaltung gesorgt.

Über den gesamten Tag entwickelte sich ein intensiver Zweikampf zwischen Janik Koßack und Jonathan Peter.

Der Beta-Pilot Koßack steigerte sich Runde für Runde und sicherte sich schließlich den Tagessieg. Geschenkt wurde ihm dieser Erfolg allerdings keineswegs.

Jonathan Peter machte permanent Druck und hielt den Kampf bis zur letzten Sonderprüfung offen. Beide Fahrer drückten ihre Zeiten kontinuierlich weiter nach unten und lieferten genau das, was modernes Sprint-Enduro ausmacht:

  • enge Zeitabstände
  • permanente Positionswechsel
  • maximale Intensität
  • Fehler werden sofort bestraft

Den dritten Platz holte sich Paul Hempel, der sich nach schwierigem Start immer besser in den Rhythmus arbeitete und zusätzlich die Klasse E3B gewann.


Tag 2: Schwieriger werdende Bedingungen fordern die Fahrer

Am Sonntag präsentierte sich das Wetter in Sachsen zwar traumhaft, doch die Strecke hatte über den ersten Renntag deutlich gelitten.

Tiefe Spurrillen, harte Bremskanten und ausgefahrene Linien machten die Prüfungen deutlich anspruchsvoller. Jetzt war nicht mehr nur Geschwindigkeit gefragt – sondern auch sauberes und cleveres Fahren.

Gerade die körperliche Belastung stieg am zweiten Tag enorm an.

Jonathan Petter schlägt im Enduro Cup zurück

Im Deutschen Enduro Cup revanchierte sich Jonathan Petter für die knappe Niederlage vom Samstag.

Der junge E1B-Pilot fuhr extrem konstant und blieb auch auf den immer schwieriger werdenden Prüfungen fehlerfrei. Besonders in den letzten Tests konnte er nochmals zulegen und setzte die entscheidenden Bestzeiten.

Am Ende gewann Petter mit sieben Sekunden Vorsprung vor Janik Koßack.

Erneut komplettierte Paul Hempel das Podium und bestätigte damit seine starke Form.

Klaas Michaelsen beeindruckt auf der 125er

Für Aufsehen sorgte außerdem Klaas Michaelsen. Der junge Fantic-Pilot fuhr mit seiner 125er auf einen starken siebten Platz im Championat des Deutschen Enduro Cups und war damit bester Jugendfahrer des Wochenendes.

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Vor allem sein Speed in einzelnen Prüfungen beeindruckte viele Beobachter. Allerdings fehlte dem Nachwuchsfahrer noch die letzte Konstanz.

Das Potenzial für Spitzenresultate ist jedoch definitiv vorhanden.


Jeremy Sydow bleibt auch am Sonntag unschlagbar

Am Nachmittag richteten sich erneut alle Blicke auf Jeremy Sydow und Luca Fischeder.

Zunächst entwickelte sich tatsächlich der erhoffte Fight um den Gesamtsieg. Nach den ersten beiden Runden trennten beide Fahrer gerade einmal eine Sekunde.

Doch dann schlug bei Luca erneut das Pech zu.

Ein Sturz kostete wertvolle Zeit und brachte ihn aus dem Rhythmus. Jeremy Sydow nutzte die Situation eiskalt aus und baute seinen Vorsprung Runde für Runde weiter aus.

Damit feierte der Triumph-Pilot auch am zweiten Renntag den Gesamtsieg in Meltewitz.

Matyas Chlum erneut Dritter

Wie bereits am Samstag fuhr Matyas Chlum erneut auf Rang drei. Trotz leichter Probleme nach seinem Sturz vom Vortag kämpfte sich der Tscheche stark zurück und bestätigte seine konstante Form.


Starke Leistungen in allen Klassen

Neben den Podiumsfahrern gab es in Meltewitz zahlreiche weitere starke Geschichten.

Chris Gundermann überzeugt mit Konstanz

Der KTM-Pilot zeigte ein äußerst solides Wochenende und sicherte sich Rang zwei in der E2-Klasse sowie Platz vier im Gesamtklassement.

Gerade auf den immer stärker ausgefahrenen Prüfungen blieb Gundermann konstant und fehlerfrei.

Hannes Lehmann beeindruckt erneut

Der ehemalige Downhill-Fahrer Hannes Lehmann bestätigte erneut seine spektakuläre Fahrweise und fuhr auf Rang zwei der E1-Klasse hinter Jeremy Sydow.

Besonders auf schnellen und ausgefahrenen Passagen fühlte sich der Yamaha-Pilot sichtbar wohl.

Toni Hoffmann überrascht in der E3-Klasse

Motocross-Meister Toni Hoffmann hatte im Vorfeld noch Zweifel, ob er auf den extrem endurolastigen Prüfungen mithalten könne.

Diese Sorgen erwiesen sich jedoch schnell als unbegründet.

Der Motocross-Spezialist zeigte ein starkes Wochenende im Wald und wurde Zweiter in der E3-Klasse hinter Matyas Chlum.

Martin Balatka begeistert die Zuschauer

Juniorenfahrer Martin Balatka aus Tschechien sorgte mit seinem aggressiven Fahrstil für spektakuläre Szenen entlang der Strecke.

Der junge Fahrer gewann die Klasse J1 und wurde zusätzlich starker Siebter im Championat.

Ein Name, den man sich definitiv merken sollte.


EJC Ost feiert starke Premiere bei der DEM

Erstmals war auch der EJC Ost im Rahmen der Deutschen Enduro Meisterschaft mit am Start.

Besonders die stark besetzte 125er-Klasse zeigte eindrucksvoll, wie viel Potenzial im deutschen Enduro-Nachwuchs steckt.

Natürlich lief organisatorisch noch nicht alles perfekt, doch speziell am Sonntag funktionierte der Ablauf bereits deutlich besser.

Das Konzept besitzt definitiv großes Potenzial für die Zukunft des deutschen Endurosports.


Fazit: Meltewitz liefert eines der stärksten Sprint-Enduro-Wochenenden der Saison

Das Sprint-Enduro in Meltewitz hat auch 2026 wieder eindrucksvoll gezeigt, warum die Veranstaltung zu den Highlights der Deutschen Enduro Meisterschaft gehört.

Perfekte Sonderprüfungen, intensive Zweikämpfe, schwierige Bedingungen und starke Leistungen sorgten an beiden Tagen für hochklassigen Endurosport.

Vor allem Jeremy Sydow präsentierte sich trotz seiner Verletzungspause erneut in absoluter Topform und bleibt aktuell der Mann, den es in der DEM zu schlagen gilt.

Nun richtet sich der Blick bereits auf den nächsten Lauf in Großlöbichau – gemeinsam mit der Mini-Enduro-Europameisterschaft.

Die Vorfreude dürfte nach diesem Wochenende definitiv noch einmal gestiegen sein.

Alle Ergebnisse gibt es unter:
Enduro-DM.de

Quelle: Text von Alexander Gehlert / ADAC Enduro und Fotos von Marcel Sänger / ADAC Enduro

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