Was für ein Statement im Sand von Le Touquet! Beim legendären 50. Jubiläum des Enduropale du Touquet Pas-de-Calais krönt sich der Brite Todd Kellett zum ersten offiziellen Weltmeister der neu aufgewerteten FIM Sand Races World Championship. In einem Rennen, in dem traditionell alles passieren kann – Stürze, Defekte, Wetterkapriolen – blieb „King Kellett“ eiskalt und dominierte das Geschehen über volle drei Stunden eindrucksvoll.
Historischer Triumph: Vier Enduropale-Siege in Serie
Mit der Aufwertung der Moto-Klasse zur vollwertigen FIM-Weltmeisterschaft schreibt Kellett Motorsportgeschichte. Der 28-jährige Brite vom Drag’on Yamaha Team sichert sich:
- seinen ersten offiziellen WM-Titel im Sand
- seinen vierten Enduropale-Sieg in Folge
- und einen Platz in den Geschichtsbüchern des Sandrennsports
Zur Einordnung seiner Leistung:
- Eric Geboers gewann dreimal in Folge (1988–1990)
- Adrien Van Beveren dominierte von 2014–2016
- Kees van der Ven hält mit fünf Siegen (1982–1986) die längste Serie
- Rekordhalter bleibt Arnaud Demeester mit insgesamt sieben Erfolgen
Kelletts Saison war nahezu perfekt. Einziger Ausrutscher: ein technisches Problem beim Lauf in Monte Gordo, das ihm wichtige Punkte kostete. Dennoch reiste er mit 14 Punkten Vorsprung nach Frankreich – und lieferte dort maximal ab.
1.300 Starter, 15 Kilometer Strecke – und einer zieht davon
Über 1.300 Fahrer gingen auf dem 15 Kilometer langen Kurs an den Start. Kälte, Wind und schwierige Bedingungen machten das Jubiläumsrennen zusätzlich anspruchsvoll.
Der Rennverlauf aus Sicht von Kellett:
- Runde 1: Platz zwei, weniger als eine Sekunde hinter Jeremy Hauquier
- Runde 2: Führung übernommen – 14 Sekunden Vorsprung
- Nach 60 Minuten: Über eine Minute Abstand auf Hauquier
- Halbzeit: Mehr als drei Minuten Vorsprung auf Teamkollege Milko Potisek
- Schlussphase: Überrundungen, volle Rennkontrolle, keinerlei Fehler
Als die Uhr auf Null sprang, befand sich Kellett bereits auf seiner 14. und letzten Runde. Am Ende lag sein Vorsprung bei fast 11,5 Minuten – eine Machtdemonstration im größten Sandrennen der Welt.
Der Brite sprach anschließend von großem Druck im Vorfeld, aber auch von absolutem Vertrauen in Bike, Team und Vorbereitung. Strategie, Fitness und mentale Stärke waren der Schlüssel.
Titel-Drama in der Moto Women Klasse
Auch bei den Frauen ging es um alles. Titelverteidigerin Amandine Verstappen startete mit sieben Punkten Vorsprung ins Rennen und begann stark. Bereits nach der ersten Runde lag sie auf Gesamtplatz 45 im riesigen Starterfeld – eine beeindruckende Performance.
Doch dann der Schock: In Runde fünf verschwand ihr Name aus der Wertung. Technischer Defekt. Zweiter Nuller der Saison. Titelchance dahin.
Profiteurin war Mathilde Denis, Champion von 2023. Sie musste das Rennen „nur“ ins Ziel bringen – was unter den eisigen, regnerischen Bedingungen alles andere als einfach war. Drei bis vier Runden vor Schluss kämpfte sie sichtbar mit der Kälte, biss sich aber durch.
Kurz vor Rennende schob sich noch Nachwuchshoffnung Camille Viaud vorbei. Beide kamen auf zehn Runden, doch die 20 Punkte für Rang zwei reichten Denis locker für den Titelgewinn. Damit ist sie nun zweifache Weltcupsiegerin.
Veteranen-Klasse: Titel bereits vergeben
In der Moto Veteran Kategorie stand der Champion bereits vor dem Rennen fest. Fernando Rubio aus Uruguay beendete das Rennen auf Rang drei. Die Franzosen Alexis Van De Woestine (GASGAS) und Nicolas Lavenant (Yamaha) komplettierten das Klassenpodium und sicherten sich Silber und Bronze in der Gesamtwertung.
Ergebnisse
Alle Ergebnisse gibt es hier (LINK).
Quelle: FIM