Die dritte Runde der FIM SuperEnduro World Championship 2025/2026 hatte alles, was sich Fans von Indoor-Enduro wünschen: volle Ränge, eine extrem anspruchsvolle Strecke und einen Fahrer, der aktuell einfach in seiner eigenen Liga fährt. In der Bizkaia Arena von Bilbao lieferte Billy Bolt eine absolute Machtdemonstration ab und sicherte sich mit drei Finalsiegen und der schnellsten SuperPole-Runde souverän den Gesamtsieg.
Prestige-Klasse: Billy Bolt nicht zu schlagen
Foto: Nicki Martínez/Future7Media
SuperPole – Bolt setzt das erste Ausrufezeichen
Bereits im SuperPole zeigte der Husqvarna-Pilot, dass an diesem Abend kein Weg an ihm vorbeiführt. Als einziger Fahrer blieb Bolt unter der 34-Sekunden-Marke und holte sich damit zum dritten Mal in dieser Saison die Pole Position. Jonny Walker folgte mit respektablem Rückstand auf Platz zwei, dahinter reihten sich Eddie Karlsson und Josep Garcia ein.
Prestige Final 1 – Drama entscheidet das Duell
Im ersten Finale erwischte Walker den perfekten Start und holte sich den Holeshot. Was folgte, war ein intensiver Schlagabtausch auf absolutem Topniveau. Mehrere Minuten lang verteidigte Walker clever gegen die Attacken des fünffachen Weltmeisters, ehe ein Sturz in Runde fünf Bolt die Führung schenkte. Danach zog der Brite gnadenlos davon und gewann mit deutlichem Vorsprung. Walker rettete Platz zwei, Eddie Karlsson komplettierte das Podium.
Prestige Final 2 – Brightmore kämpft mit Schulterverletzung
Final zwei begann mit einer echten Überraschung: Mitch Brightmore schnappte sich den Holeshot – trotz ausgekugelter Schulter aus dem Training. Drei Runden lang führte der junge Brite das Feld an, bevor Walker und Bolt das Tempo anzogen. Bolt fand schließlich eine Lücke, setzte sich ab und holte seinen zweiten Sieg des Abends. Brightmore wurde für seinen kämpferischen Einsatz mit Platz drei belohnt.
Prestige Final 3 – Entscheidung im Rockgarden
Auch im dritten Finale blieb es spannend. Wieder erwischte Walker den besten Start, wieder klebte Bolt wie ein Schatten an seinem Hinterrad. Fünf Runden hielt Walker dem Dauerdruck stand, bis ein kleiner Fehler im Rockgarden reichte – Bolt zog vorbei und machte mit seinem dritten Sieg den perfekten Abend komplett.
Prestige-Gesamtwertung – makellose Bilanz
Mit SuperPole und drei Finalsiegen holte sich Billy Bolt seinen dritten Gesamtsieg in Folge. Walker zeigte seine bisher stärkste Saisonleistung und wurde verdient Zweiter. Brightmore sicherte sich trotz Verletzung Rang drei – zweifellos eine der Leistungen des Abends.
Top 5 Prestige Overall:
- 🥇 Billy Bolt
- 🥈 Jonny Walker
- 🥉 Mitch Brightmore
- 4️⃣ Eddie Karlsson
- 5️⃣ Josep Garcia
Junior-Klasse: Milan Schmüser setzt Siegesserie fort
In der Junior-Kategorie blieb Milan Schmüser auch in Spanien das Maß der Dinge. Trotz Fehlern und eines Sturzes im dritten Finale kämpfte sich der Beta-Pilot immer wieder nach vorne und gewann alle drei Rennen.
Besonders beeindruckend war seine Aufholjagd im letzten Lauf, als er sich nach einem Startsturz vom Ende des Feldes bis an die Spitze zurückarbeitete. Am Ende stand ein lupenreiner Hattrick und der nächste Gesamtsieg.
Junior Overall:
- 🥇 Milan Schmüser
- 🥈 Toby Shaw
- 🥉 Alex Puey
Youth Cup: Connor Watson feiert Premierensieg
Ein echtes Highlight des Abends lieferte der 16-jährige Connor Watson. Nach Platz zwei im ersten Lauf drehte der Sherco-Pilot im zweiten Finale auf, übernahm früh die Führung und profitierte von Fehlern seines direkten Konkurrenten Wojtek Walczak.
Mit einem 1–3-Ergebnis sicherte sich Watson seinen ersten Gesamtsieg im Youth World Cup – ein emotionaler Meilenstein und ein klares Ausrufezeichen im Titelkampf.
Youth Overall:
- 🥇 Connor Watson
- 🥈 Wojtek Walczak
- 🥉 Eneko Martínez
Deutsche Fahrer: starke Leistungen und wertvolle Erfahrung in Bilbao
Auch aus deutscher Sicht hatte der SuperEnduro-Abend in Bilbao einiges zu bieten. Neben dem erneut überragenden Auftritt von Milan Schmüser in der Junioren-Klasse waren mehrere deutsche Fahrer in den verschiedenen Kategorien am Start.
Milan Schmüser weiter das Maß der Dinge
Allen voran natürlich Milan Schmüser: Der Beta-Pilot zeigte einmal mehr, warum er aktuell der dominierende Fahrer in der Junior-Klasse ist. Drei Finals, drei Siege – souveräner kann man einen Rennabend kaum gestalten. Schmüser unterstrich in Bilbao eindrucksvoll seine Titelambitionen und reist als klarer Favorit zu den nächsten Läufen.
Tim Apolle mit starkem Speed in der Prestige-Klasse
In der Prestige-Kategorie ging Tim Apolle an den Start und ließ sein Potenzial mehrfach aufblitzen. Gerade phasenweise konnte er sich im hart umkämpften Feld unter den Top 5 behaupten, was seine Geschwindigkeit und technische Stärke deutlich zeigte.
Die Einzelergebnisse:
- Final 1: Platz 7
- Final 2: Platz 10
- Final 3: Platz 9
In der Gesamtwertung bedeutete das Rang 10. Ein Ergebnis, das auf dem Papier vielleicht unscheinbar wirkt, angesichts der extremen Leistungsdichte in der Prestige-Klasse aber absolut respektabel ist.
Youth-Klasse: Max Eppelmann überzeugt
In der Youth World Cup Klasse zeigte Max Eppelmann eine starke Vorstellung. Der KTM-Pilot fuhr in den beiden Läufen auf die Plätze 4 und 6 und sicherte sich damit einen starken vierten Gesamtrang. Gerade im internationalen Vergleich bewies Eppelmann viel Reife und Konstanz – ein echtes Ausrufezeichen für den deutschen Nachwuchs.
Junioren: solide Ergebnisse, Podium knapp verpasst
In der Junior-Klasse verpasste Henry Strauss diesmal knapp das Podium. Mit Rang fünf in der Gesamtwertung zeigte er dennoch eine solide Leistung in einem extrem stark besetzten Feld.
Ebenfalls am Start waren Fynn Hannemann und Felix Bähker.
- Fynn Hannemann belegte Platz 11
- Felix Bähker wurde Zwölfter
Beide sammelten wichtige internationale Rennerfahrung in der Junior-Klasse, die in dieser Saison extrem hart umkämpft ist und kaum Fehler verzeiht.
Fazit aus deutscher Sicht
Mit einem dominanten Schmüser, starken Nachwuchsfahrern im Youth Cup und mehreren Deutschen, die sich im internationalen Starterfeld behaupten, zeigte sich: Deutschland ist im SuperEnduro sportlich breit und zukunftsfähig aufgestellt – auch wenn Podestplätze auf diesem Niveau alles andere als selbstverständlich sind.
Stimmen nach dem Rennen
Billy Bolt:
„Es war wieder ein richtig guter Abend. Die Strecke war schwer zu lesen, aber mein Rhythmus hat gepasst. Ich bin ruhig geblieben und das hat sich ausgezahlt.“
Jonny Walker:
„Gegen Billy war es heute schwer, aber ich habe alles reingeworfen. Die Starts waren gut und das Feuer war definitiv da.“
Mitch Brightmore:
„Mit der Schulter bin ich komplett auf Adrenalin gefahren. Weniger Druck, mehr Kontrolle – das hat am Ende funktioniert.“
Foto: Nicki Martínez/Future7Media
Milan Schmüser:
„Drei Siege hier in Bilbao sind etwas ganz Besonderes. Das letzte Rennen war hart, aber ich habe nicht aufgegeben.“
Connor Watson:
„Dieser Sieg bedeutet mir extrem viel. Ich habe wieder an mich geglaubt – und es hat sich ausgezahlt.“
Ausblick: SuperEnduro geht in die nächste Runde
Die FIM SuperEnduro World Championship macht keine Pause:
📍 Runde 4: Budapest (Ungarn)
📅 31. Januar