Verletzungsdrama stoppt WM-Traum: Milan Schmüser verpasst England und Frankreich – Titel außer Reichweite

Es ist eine Nachricht, die im Fahrerlager für Stille sorgt: Nach einer dominanten Saison in der Junioren-Weltmeisterschaft muss Milan (IG) seinen Traum vom Weltmeistertitel vorzeitig begraben. Trotz aller Bemühungen wird er weder beim kommenden Grand Prix in England noch beim darauffolgenden Rennen in Frankreich an den Start gehen können.

Was nach einer unglaublichen Erfolgsgeschichte klang, endet vorerst in einem emotionalen Rückschlag.

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Eine Saison der absoluten Dominanz

Die Saison 2026 war für Milan mehr als nur erfolgreich – sie war ein Statement. In der Juniorenklasse dominierte er die Weltmeisterschaft nach Belieben:

  • Jeden einzelnen Grand Prix gewonnen
  • Lediglich zwei Heats nicht für sich entschieden
  • Ein zweiter und ein dritter Platz als „schwächste“ Ergebnisse des Jahres
  • Über die gesamte Saison konstant, kontrolliert und taktisch clever unterwegs
  • Keine unnötigen Risiken, maximale Effizienz

Er fuhr nicht nur schnell – er fuhr überlegen.

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Seine Linie war präzise, seine Starts kompromisslos, sein Rennmanagement nahezu perfekt. Woche für Woche baute er sein Punktepolster aus und setzte sich an die Spitze der Gesamtwertung. Der Weltmeistertitel war greifbar nah.


Der Unfall in Serbien – Sekunden, die alles verändern

Dann kam Serbien.

Bereits im ersten freien Training, in der zweiten Runde, passierte es. In einer schnellen Rechtskurve bei starker Schräglage berührte seine Fußspitze leicht den Boden. Durch den extrem griffigen Untergrund drehte sich der Fuß schlagartig um die eigene Achse.

Trotz des Moments brachte Milan die Kurve noch zu Ende. Doch sein Fuß stand zu diesem Zeitpunkt bereits um rund 45 Grad verdreht.

Unter Schock, begleitet von massiven Schmerzen, wurde schnell klar: Das war keine harmlose Verletzung.

Die Diagnose im Krankenhaus:

  • Torsionsbruch des Schienbeins
  • Bruch des Sprunggelenks

Das Rennwochenende war sofort beendet.
Die Saison stand plötzlich auf der Kippe.

Kurz darauf entzog die FIM ihm vorläufig die Lizenz – Sperre auf unbestimmte Zeit.


Kampf gegen die Zeit: Medizin, Regularien und letzte Hoffnungen

Aufgeben? Keine Option.

Milan setzte in den darauffolgenden Tagen alles in Bewegung, um doch noch starten zu können:

  • Organisation medizinischer Zweitmeinungen
  • Einholung möglicher Rennfreigaben
  • Klärung aller NADA- und WADA-Zertifizierungen
  • Antrag auf Sondergenehmigungen für Schmerzmittel nach der OP
  • Vorbereitung sämtlicher FIM-Formulare
  • Buchung der Fähre nach England (über 1.000 Euro)
  • Organisation von Unterkünften
  • Komplette Rennvorbereitung trotz Verletzung

Sogar seine Operation, welche angesetzt war, wurde verschoben. Der Gedanke:
Zwei Wochen Zähne zusammenbeißen. Schmerzen akzeptieren. Die Weltmeisterschaft zu Ende fahren – selbst mit Handicap.

Realistisch wäre das nicht mehr auf dem dominanten Niveau gewesen. Doch fahrerisch war er überzeugt: Letzter wäre er in keinem Rennen geworden. Vielleicht sogar konkurrenzfähiger als manch anderer Fahrer – trotz Verletzung.

Doch gestern kam die endgültige Entscheidung.


FIM-Regularien machen Start unmöglich

Die FIM stellte klar:

  • Kein Start mit frisch operiertem Bein (Wundheilung)
  • Kein Start mit nicht ausgeheiltem Bruch
  • Erforderlich sind eindeutige positive Röntgenbilder oder eine klar definierte Heilungszeit
  • Solange diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, bleibt die nationale und internationale Lizenz gesperrt

Damit ist ein Start in England und Frankreich endgültig ausgeschlossen.

Der Traum vom Weltmeistertitel? Aus eigener Kraft nicht mehr erreichbar.


Podiumschance lebt weiter

Trotzdem ist noch nicht alles verloren.

Milan führt die Gesamtweltmeisterschaft weiterhin an und besitzt noch immer ein beachtliches Punktepolster auf Rang drei.

Durch sein Fehlen werden die Konkurrenten nun deutlich mehr Punkte pro Wochenende sammeln. Die rechnerische Ausgangslage ist schwieriger geworden – aber nicht aussichtslos.

Selbst nach drei verpassten Grand Prix besteht noch eine realistische Chance auf:

🏆 Gesamtplatz drei in der Junioren-Weltmeisterschaft

Ein Szenario, das vor wenigen Wochen kaum jemand für möglich gehalten hätte – nun könnte es zur emotionalen Rettung einer außergewöhnlichen Saison werden.


„Ich komme zurück“

Was bleibt, ist Enttäuschung.

Nicht auf der Strecke zu verlieren, sondern durch eine Verletzung – das trifft jeden Rennfahrer ins Mark. Eine Saison voller Herzblut, Fokus und Leidenschaft endet nicht mit einer Zielflagge, sondern mit einem Krankenhausbericht.

Doch Milans Botschaft an seine Partner, Sponsoren und Unterstützer ist klar:

Er kommt zurück.
Stärker. Hungriger. Entschlossener.

Und wenn diese Saison eines gezeigt hat, dann das: Dieser Fahrer ist noch lange nicht am Limit.

Quelle: Milan Schmüser

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