Die Africa Eco Race 2026 bleibt fest in Ténéré-Hand. Auf Etappe 7 feierte das Ténéré Yamaha Rally Team gemeinsam mit der Ténéré Spirit Experience (TSE) den zweiten Doppelsieg in Folge. Kevin Gallas und Mike Wiedemann belegten die Plätze 1 und 2, während Gautier Paulin und Alessandro Botturi eine der härtesten Prüfungen der Rallye auf Rang 5 und 10 beendeten. Ein echtes Statement der Ténéré 700 Rally – sportlich wie technisch.
Etappe 7: 462 Kilometer Sand, Staub und erste Mauritanien-Dünen
Die siebte Etappe der Africa Eco Race startete direkt vom Biwak in Chami. Auf die Fahrer wartete eine 462 Kilometer lange Wertungsprüfung, geprägt von weichem Sand, hoher Geschwindigkeit – und den ersten Abschnitten der berüchtigten mauretanischen Dünen, bevor das Tagesziel Aidzidine erreicht wurde. Navigation, Kondition und Material wurden gleichermaßen auf die Probe gestellt.
Kevin Gallas: Taktik-Meisterstück und Gesamtführung
Für Kevin Gallas war es ein absoluter Schlüsseltag – und das bei seinem Debüt bei der Africa Eco Race. Nach seinem Sieg auf Etappe 5 sicherte er sich nun den dritten Ténéré-Etappensieg in Serie.
Die Grundlage: eine clevere Teamstrategie.
Auf der kürzeren Etappe 6 ließ sich Gallas bewusst etwas zurückfallen, um am nächsten Tag nicht als Führender eröffnen zu müssen. Der Plan ging perfekt auf:
- Startposition Etappe 7: Rang 12
- Vorteil: Orientierung an den Fahrern vor ihm
- Ergebnis: Sieg in 3:19:46 Stunden
Damit übernahm der Deutsche erstmals die Gesamtführung und baute seinen Vorsprung auf 6 Minuten und 12 Sekunden aus – ein echtes Ausrufezeichen.
Mike Wiedemann macht den Doppelsieg perfekt
Direkt hinter Gallas folgte Mike Wiedemann, ebenfalls Teil der Ténéré Spirit Experience. Nur 18 Sekunden Rückstand trennten ihn vom Tagessieg. Mit Platz 2:
- kletterte Wiedemann auf Rang 5 der Gesamtwertung
- sicherte der Ténéré den zweiten 1–2-Erfolg in Folge
Ein starkes Signal: Das Zweizylinder-Adventure-Konzept funktioniert selbst unter härtesten Rallye-Bedingungen.
Paulin & Botturi: Kampfgeist, Teamplay und Konstanz
Gautier Paulin – Lernkurve auf höchstem Niveau
Der ehemalige MXGP-Star Gautier Paulin sammelt bei seiner ersten Africa Eco Race auf dem Motorrad wertvolle Erfahrungen. Trotz eines kniffligen Wegpunkts – an dem viele Fahrer Zeit verloren – kämpfte er sich eindrucksvoll zurück:
- Etappenplatz: 5
- Rückstand: 24:18 Minuten
- Gesamtwertung: Platz 4 (Verbesserung um eine Position)
Gerade im offenen Gelände und bei schwierigen Sichtverhältnissen zeigte Paulin enorme mentale Stärke.
Alessandro Botturi – Erfahrung trifft Teamgeist
Alessandro Botturi, nach einem Technikdefekt auf Etappe 4 über eine Stunde zurückgeworfen, setzte seine beeindruckende Aufholjagd fort. Gleichzeitig unterstützte er seine Teamkollegen aktiv:
- half Paulin nach dem problematischen Wegpunkt
- fuhr bis zum Refuelling gemeinsam mit ihm
- Etappenplatz: 10
- Gesamtwertung: weiterhin Rang 9
Ein Musterbeispiel für Fairness, Erfahrung und Team-DNA.
Fünf Ténérés in den Top 9 – Dominanz im Gesamtklassement
Auch die weiteren TSE-Fahrer lieferten ab:
- Nicolas Charlier: Platz 9
- António Maio: Platz 12
👉 Damit stehen fünf Ténéré-Fahrer in den Top 9 der Gesamtwertung – eine beeindruckende Bilanz.
Ausblick auf Etappe 8: Noch mehr Dünen, noch mehr Herausforderung
Etappe 8 wird eine Loop Stage rund um Aidzidine:
- 11 km Liaison zum Start
- 415 km Wertungsprüfung
- mehrere lange Dünenpassagen
- starker Wind angekündigt
- 3 km Liaison zurück ins Biwak
Viele im Fahrerlager sprechen bereits von einer der härtesten Etappen der gesamten Rallye.
Stimmen aus dem Team
Kevin Gallas:
„Meine erste echte Begegnung mit den mauretanischen Dünen – und ich habe jede Sekunde genossen. Die Strategie ist voll aufgegangen. Gesamtführung bei meinem AER-Debüt? Unfassbar.“
Gautier Paulin:
„Die Dünen hier sind kein Witz. Navigation, Wind, Sicht – alles extrem. Aber wir haben gekämpft und noch ist alles drin.“
Alessandro Botturi:
„Ich pushe, wo es geht, aber helfe auch dem Team. In Mauritanien fühle ich mich wohl – die nächsten Dünen kommen.“
Marc Bourgeois (Teammanager):
„Kevin fährt mit unglaublicher Reife. Fünf Ténérés in den Top 9 – das zeigt, wie stark unser Paket ist.“
Quelle: Yamaha, Luke Wilkins