Die fünfte Etappe der Africa Eco Race 2026 hatte es in sich – und endete aus deutscher Sicht mit einem echten Ausrufezeichen: Kevin Gallas holte sich auf der längsten Etappe der Rallye seinen ersten Tagessieg und brachte das Ténéré Yamaha Rally Team eindrucksvoll zurück in den Kampf um den Gesamtsieg.
Stage 5: Mammut-Etappe von Khnifiss nach Dakhla
Stage 5 führte das Fahrerfeld entlang der marokkanischen Atlantikküste von Khnifiss nach Dakhla. Mit 768 Kilometern Gesamtdistanz war es die längste Etappe der Rallye:
- 396 km Wertungsprüfung
- 372 km Verbindungsetappen
- anspruchsvolle Navigation
- hohes Tempo bei strengen Speedlimits
- letzter Renntag vor dem offiziellen Ruhetag
Gerade diese Kombination aus Länge, Navigation und Tempokontrolle machte die Etappe extrem fordernd – perfekt für einen Fahrer, der einen kühlen Kopf bewahrt.
Kevin Gallas dominiert mit der Ténéré 700 Rally
Der deutsche Ténéré Spirit Experience Fahrer zeigte auf der Yamaha Ténéré 700 Rally, was mit einem Zweizylinder-Bike im Rally-Raid möglich ist. Mit einer Zeit von 3:19:46 Stunden holte Gallas nicht nur seinen ersten AER-Etappensieg bei seinem Rallye-Debüt, sondern:
- Platz 2 in der Gesamtwertung
- nur 20 Sekunden Rückstand auf die Spitze
- Führender der über-650ccm-Klasse
Ein Statement – sportlich wie technisch.
Botturi kämpft sich zurück, Paulin trotz Technikproblemen stark
Nach dem herben Rückschlag auf Stage 4 meldete sich Alessandro Botturi eindrucksvoll zurück. Der routinierte Italiener fuhr eine kontrollierte, clevere Etappe und belegte Platz 4, nur 4:15 Minuten hinter Gallas. Zwar liegt er aktuell über eine Stunde zurück, doch im Rallyesport ist bekanntlich alles möglich.
Ebenfalls stark präsentierte sich Ex-MXGP-Star Gautier Paulin, der trotz Problemen mit seinem Stella-GPS-Gerät Neunter wurde. Die fehlende Geschwindigkeitsanzeige zwang ihn zur Vorsicht, kostete Zeit – doch Paulin bleibt Fünfter im Gesamtklassement und voll auf Podiumskurs.
Ténéré-Dominanz: Sieben Bikes in den Top 13
Die Stage 5 war ein echtes Ausrufezeichen für die Yamaha Ténéré Plattform. Gleich sieben Ténérés landeten in den Top 13, darunter:
- António Maio – Platz 5
- Mike Weidemann – Platz 11
- Nicolas Charlier – Platz 12
- Bertrand Gavard – Platz 13
Ein klarer Beweis, dass das Adventure-Bike-Konzept auch im harten Rallye-Alltag konkurrenzfähig ist.
Stimmen zur Etappe
Kevin Gallas (P2 Gesamt):
Einfach ehrlich begeistert. Saubere Navigation, volles Vertrauen ins Bike und maximale Effizienz – genau so fährt man Etappensiege ein. Besonders bemerkenswert: das konstante Pushen innerhalb der Speedlimits.
Gautier Paulin (P5 Gesamt):
Frustrierend, aber reif gelöst. Trotz Technikproblem keinen Fehler gemacht und Schadensbegrenzung betrieben – ein starkes Zeichen in seiner ersten Motorrad-AER.
Alessandro Botturi (P9 Gesamt):
Typisch Botturi: ruhig bleiben, zurückkommen, Teamplayer sein. Nach dem Defekt vom Vortag ein enorm wichtiges Ergebnis.
Marc Bourgeois (Teammanager):
Großes Lob ans gesamte Team. Technik, Strategie und Teamgeist passen – und genau das wird in Mauretanien entscheidend.
Ruhetag in Dakhla – dann wartet Mauretanien
Nach dem verdienten Ruhetag in Dakhla geht es am 1. Februar mit Stage 6 weiter. Dann steht der Grenzübertritt nach Mauretanien an – mit Dünen, Sand, Hitze und dem wohl härtesten Teil der Rallye.
Eines ist klar:
Kevin Gallas und Yamaha sind bereit.
Quelle: Yamaha, Luke Wilkins