Dakar 2026, Etappe 4: Schareina übernimmt Gesamtführung bei der Dakar Rally – Honda dominiert mit Dreifachsieg

Die Dakar Rally ist bekannt dafür, Favoriten zu verschlingen und Ranglisten innerhalb eines Tages komplett auf den Kopf zu stellen. Genau das ist auf Etappe 4 passiert: Tosha Schareina sicherte sich nicht nur seinen zweiten Tagessieg in Folge, sondern übernahm auch die Gesamtführung – und das in einem beeindruckenden Honda-One-Two-Three mit Ricky Brabec und Skyler Howes.

Für Monster Energy Honda HRC war es ein nahezu perfekter Tag auf der ersten Hälfte der extrem anspruchsvollen Marathon-Etappe.

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Marathon-Etappe ab AlUla: Risiko, Taktik und Materialschonung

Die vierte Etappe ab AlUla hatte es in sich und galt schon im Vorfeld als eine der riskantesten des bisherigen Rallyeverlaufs. Die Fahrer mussten:

  • weite felsige Hochplateaus
  • enge sandige Canyons
  • brutale Steinplatten ohne sichtbare Spuren

bewältigen – und das unter Marathon-Bedingungen. Bedeutet:
Nach dem Zieleinlauf im Biwak keine externe Hilfe, keine Mechaniker, keine Ersatzteile vom Team. Alles, was kaputtgeht, muss selbst repariert werden. Materialschonung war also mindestens genauso wichtig wie Speed.


Schareina meistert die Führungsrolle – und wie!

Als Erster auf die Strecke zu gehen, ist bei der Dakar oft eher ein Nachteil. Tosha Schareina kennt diese Situation aber aus der World Rally-Raid Championship – und nutzte sie erneut zu seinem Vorteil.

  • Den ganzen Tag Stage eröffnet
  • Jede Zwischenzeit an der Spitze
  • Bonuszeit als Führender gesammelt
  • Etappensieg mit nur 6 Sekunden Vorsprung

Auf seiner Honda CRF450 RALLY fuhr der Spanier kontrolliert, sauber und ohne unnötige Risiken – genau die Mischung, die bei einer Marathon-Etappe zählt. Ergebnis: zweiter Etappensieg der Dakar 2026 und Sprung an die Spitze der Gesamtwertung.


Brabec hält dagegen – Zeitgleich an der Spitze

Ricky Brabec lieferte erneut eine absolute Top-Leistung ab. Nach dem engen Duell am Vortag ging es auch auf den 417 Kilometer langen Wertungsprüfungs-Abschnitt Schlag auf Schlag:

  • Start als Zweiter
  • Aufholjagd über die ersten 200 km
  • Anschluss an Schareina
  • Gemeinsame Navigation bis ins Ziel

Dank der Bonussekunden für Platz zwei sind Schareina und Brabec nach 16:45:40 Stunden exakt zeitgleich Gesamtführende – ein absolutes Dakar-Novum auf diesem Niveau.

Brabec selbst sprach von extrem schwieriger Navigation auf blanken Steinplatten, bei denen man sich komplett auf den CAP-Heading verlassen musste. Zwei knappe Situationen mit verpassten Linien gingen gerade noch gut aus – ein Beweis dafür, wie schmal der Grat zwischen Angriff und Ausfall aktuell ist.


Skyler Howes trotz Krankheit stark – Reifen werden zum Problem

Nicht ganz bei hundert Prozent, aber trotzdem brandgefährlich: Skyler Howes. Der US-Amerikaner kämpfte mit gesundheitlichen Problemen, zeigte aber erneut seine Konstanz:

  • Platz 3 auf der Etappe
  • Nur 10 Sekunden hinter Schareina
  • Weiterhin Siebter der Gesamtwertung

Sorgen bereiten allerdings die Reifen. Der aggressive Untergrund der Marathon-Etappe fordert massiven Tribut, und Howes befürchtet einen möglichen Defekt auf der zweiten Tageshälfte Richtung Hail. Bei der Dakar kann ein platter Reifen im falschen Moment das komplette Aus bedeuten.


Van Beveren arbeitet sich zurück

Nach Sturz und Navigationsproblemen an den Vortagen ging es für Adrien Van Beveren vor allem darum, Schaden zu begrenzen. Platz 9 mit etwas mehr als fünf Minuten Rückstand auf den Sieger bedeutet:

  • 27:24 Minuten Rückstand in der Gesamtwertung
  • Noch lange kein Grund, die Hoffnung aufzugeben
  • Fokus auf konstante Top-Ergebnisse in den kommenden Tagen

Der Franzose betonte vor allem die extrem hohe Belastung für Reifen und Felgen – aktuell einer der größten Dakar-Killer.


Nacht im Marathon-Camp – Fokus auf Etappe 5

Nach einem langen Tag folgte für die Fahrer eine spartanische Nacht:

  • Schlaf im Zelt
  • Reparaturen in Eigenregie
  • Minimaler Komfort
  • Vorbereitung auf weitere steinige Passagen

Erst am Ende von Etappe 5 treffen die Fahrer wieder auf ihre Teams im Biwak von Hail.


Rally GP – Ergebnis Etappe 4 (Top 10)

  1. Tosha Schareina (Honda) – 04:31:56
  2. Ricky Brabec (Honda) +0:06
  3. Skyler Howes (Honda) +0:10
  4. Ross Branch (Hero) +0:16
  5. Daniel Sanders (KTM) +2:37
  6. José Ignacio Cornejo Florimo (Hero) +3:13
  7. Luciano Benavides (KTM) +3:16
  8. Edgar Canet (KTM) +3:49
  9. Adrien Van Beveren (Honda) +5:11
  10. Bradley Cox (KTM) +13:38

Gesamtwertung Rally GP nach Etappe 4

  1. Tosha Schareina (Honda) – 16:45:40
  2. Ricky Brabec (Honda) – 16:45:40
  3. Daniel Sanders (KTM) +1:24
  4. Edgar Canet (KTM) +11:22
  5. Luciano Benavides (KTM) +13:09
  6. Ross Branch (Hero) +13:59
  7. Skyler Howes (Honda) +14:38
  8. José Ignacio Cornejo Florimo (Hero) +22:01
  9. Adrien Van Beveren (Honda) +27:24
  10. Bradley Cox (KTM) +1:01:23

Fazit: Honda setzt ein dickes Ausrufezeichen

Die Dakar Rally zeigt schon in der ersten Woche, warum sie als härteste Rallye der Welt gilt. Honda kontrolliert aktuell das Geschehen, doch:

  • Zeitgleich an der Spitze
  • Marathon-Etappe noch nicht beendet
  • Reifen und Navigation als große Unbekannte

Die kommenden Tage versprechen maximale Spannung.

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