Deutscher Triumph beim Finale der Enduro-Europameisterschaft 2026! Der 48. Novemberpokal des MC Woltersdorf bot am 31. Oktober und 1. November 2026 noch einmal Endurosport auf höchstem Niveau. Während Triumph-Werksfahrer Jeremy Sydow seinen Gesamtsieg aus dem Jahr 2024 wiederholte und erneut den begehrten Novemberpokal gewann, machte Luca Fischeder das deutsche Erfolgswochenende perfekt. Der Sherco-Pilot aus Geringswalde sicherte sich gleich zwei Europameistertitel: in der E3-Klasse und in der klassenübergreifenden Overall-Wertung.
Jeremy Sydow dominiert den 48. Novemberpokal in Woltersdorf
Wenn es um den Gesamtsieg beim Novemberpokal des MC Woltersdorf geht, führt aktuell kaum ein Weg an Jeremy Sydow vorbei. Der 26-jährige Triumph-Werksfahrer aus Chemnitz stellte beim Finale der Enduro-Europameisterschaft 2026 einmal mehr unter Beweis, warum er zu den schnellsten deutschen Enduro-Piloten gehört.
Schon 2024 konnte Sydow beim letzten EM-Gastspiel in Woltersdorf den Novemberpokal gewinnen. Zwei Jahre später wiederholte er diesen Erfolg und setzte sich erneut gegen die internationale Konkurrenz durch.
Bereits am Samstag zeigte der E1-Pilot, dass er mit einem klaren Ziel nach Woltersdorf gereist war: dem Gesamtsieg.
Sieben von neun möglichen Sonderprüfungsbestzeiten gingen am ersten Fahrtag auf das Konto von Sydow. Damit setzte er sich an die Spitze der klassenübergreifenden Tageswertung und erarbeitete sich einen Vorsprung von fast einer Minute auf seinen stärksten Verfolger Luca Fischeder.
Auch am Sonntag ließ der Triumph-Pilot nichts anbrennen. Nach mehr als sieben Stunden auf dem Motorrad und weiteren neun Sonderprüfungen sicherte er sich fünf Bestzeiten. Das reichte, um auch den zweiten Fahrtag als Gesamtschnellster abzuschließen und den begehrten Novemberpokal erneut mit nach Hause zu nehmen.
Jeremy Sydow: „Ein cooler Jahresabschluss“
Für Sydow war der Erfolg nicht nur ein weiterer Pokal, sondern auch ein gelungener Abschluss seiner Rennsaison.
Nach dem Rennen erklärte er:
„So einen Sieg nehme ich gern noch mit in diesem Jahr. Es ist noch einmal ein cooles Rennen gewesen und ein guter Jahresabschluss. Ich bin schon mit dem Ziel hier her gekommen, zu gewinnen. Die Konkurrenz war nicht schlecht, aber da ich wusste, dass Luca (Fischeder) die EM anführt und er in der DM mein stärkster Gegner ist, war es schon mein Anspruch, wieder zu gewinnen. Gestern war ich mit einer knappen Minute Vorsprung echt dominant. Erwartungsgemäß sind die Abstände am zweiten Tag meist enger. Von daher musste ich mich heute ganz schön zusammenreißen.“
Insgesamt gewann Sydow zwölf der 18 Sonderprüfungen des Wochenendes. Eine beeindruckende Bilanz, die seine Dominanz beim diesjährigen Novemberpokal deutlich unterstreicht.
Luca Fischeder ist Doppel-Europameister 2026 – E3 und Overall!
Während Jeremy Sydow die Tageswertungen dominierte, war Luca Fischeder der große Gewinner der Enduro-Europameisterschaft 2026.
Der 27-jährige Sherco-Fahrer aus Geringswalde reiste mit einer hervorragenden Ausgangsposition zur vierten und letzten Saisonstation nach Woltersdorf. Sowohl in der E3-Klasse als auch in der Overall-Wertung führte er die Meisterschaft mit einem komfortablen Punktevorsprung an.
Seine Aufgabe war deshalb klar: Die starke Saisonleistung ohne unnötiges Risiko ins Ziel bringen und beide Titel sichern.
Und genau das gelang ihm bereits am ersten Fahrtag.
Mit dem zweiten Gesamtrang am Samstag machte Fischeder sowohl den Titel in der E3 als auch den prestigeträchtigen Overall-Europameistertitel vorzeitig perfekt.
E3-Europameister und Overall-Champion – was für eine Saison!
Besonders der Gewinn der Overall-Wertung ist für Fischeder ein riesiger Erfolg. Schließlich werden hier die Fahrer unabhängig von ihrer Alters- und Hubraumklasse miteinander verglichen.
Wer sich in dieser Wertung am Ende einer kompletten Europameisterschaft durchsetzt, hat über die Saison hinweg nicht nur Geschwindigkeit, sondern auch Konstanz bewiesen.
Fischeder zeigte auch in Woltersdorf, dass er sich diesen Titel verdient hat.
Am Samstag fehlten ihm in der Summe aller Sonderprüfungen lediglich 57,32 Sekunden auf den dominierenden Jeremy Sydow. Am Sonntag rückte er noch dichter an seinen sächsischen Landsmann heran.
Der Vergleich der beiden Fahrtage:
- Samstag, 31. Oktober: Jeremy Sydow gewinnt die Overall-Tageswertung. Luca Fischeder folgt auf Rang zwei mit 57,32 Sekunden Rückstand.
- Sonntag, 1. November: Sydow bleibt erneut Gesamtschnellster. Fischeder steigert sich deutlich und reduziert seinen Rückstand auf lediglich 24,54 Sekunden.
Damit zeigte Fischeder auch nach der vorzeitigen Titelentscheidung, dass er keineswegs das Tempo herausnahm.
Für den deutschen Endurosport ist sein Doppeltitel ein besonderer Erfolg – und für den Sherco-Piloten der verdiente Lohn für eine starke EM-Saison 2026.
Lorenzo Macoritto holt E1-Titel – Roland Liszka dreht Juniorenwertung
Neben den beiden deutschen Hauptakteuren wurden in Woltersdorf weitere wichtige Titelentscheidungen getroffen.
Eine davon fiel in der E1-Klasse. Hier konnte der Italiener Lorenzo Macoritto seine Tabellenführung erfolgreich verteidigen. Mit einer starken Leistung zum Saisonabschluss, darunter Platz drei der Overall-Tageswertung am Sonntag, krönte er sich zum E1-Europameister 2026.
Für Spannung sorgte auch das Duell in der Juniorenklasse J1.
Der Ungar Roland Liszka war als Tabellenzweiter zum Finale gereist und musste im Kampf um den Titel noch Boden auf den Italiener Nico Guastini gutmachen.
Liszka lieferte genau zum richtigen Zeitpunkt zwei starke Fahrtage ab. Bereits am Samstag belegte er den dritten Rang der klassenübergreifenden Gesamtwertung. Am Sonntag wurde er Gesamtvierter.
Mit diesen Ergebnissen gelang es ihm, Guastini in der Meisterschaft noch zu überholen und sich den Europameistertitel der Juniorenklasse J1 zu sichern.
Ein bemerkenswerter Erfolg, weil Liszka als Junior auch in der Gesamtwertung mit den etablierten Spitzenfahrern mithalten konnte.
Matyas Chlum wird Junioren-Europameister in der J2
Auch in der Juniorenklasse J2 wurde es beim Saisonfinale noch einmal spannend.
Der Tscheche Matyas Chlum, der auch aus der Deutschen Enduro Meisterschaft bekannt ist, musste seine Position gegen den Italiener Nicolo Paolucci verteidigen.
Mit einem dritten Platz in der Tagesklassenwertung am Sonntag gelang Chlum genau das.
Er behielt seinen Konkurrenten in der Meisterschaft hinter sich und sicherte sich den EM-Titel in der Juniorenklasse J2.
Damit ging ein weiterer Europameistertitel an einen Fahrer, den viele deutsche Enduro-Fans bereits von den Rennen der Deutschen Enduro Meisterschaft kennen.
Senior 40: Dawid Hankus setzt sich gegen Nico Rambow durch
Ein weiteres interessantes Duell aus deutscher Sicht gab es in der Senior-40-Klasse.
Hier kämpfte der Pole Dawid Hankus gegen Nico Rambow aus Panketal um den Europameistertitel.
Hankus bewies beim entscheidenden Saisonrennen erneut seine Stärke und holte sich am Sonntag einen weiteren Klassensieg. Nico Rambow wurde Zweiter.
Damit stand am Ende auch die endgültige Reihenfolge in der Europameisterschaft fest: Dawid Hankus sicherte sich den Titel vor Nico Rambow.
Für Rambow blieb damit der Vize-Europameistertitel – ein starkes internationales Ergebnis, auch wenn der ganz große Erfolg in der Heimat knapp verpasst wurde.
Weitere EM-Titel bereits am Samstag vergeben
Nicht alle Meisterschaftsentscheidungen mussten bis zum Sonntag warten.
Schon am Samstag, dem 31. Oktober, standen neben Luca Fischeder vier weitere Europameister fest.
Dazu gehörte der Brite Daniel Mundell, der sich in der E2-Klasse durchsetzte. In der Nachwuchskategorie Youth U21 sicherte sich der Franzose Leo Lavesvre den Titel.
Auch die Senioren und Damen hatten ihre Meister gefunden: Martin Gottvals aus der Slowakei gewann die Senior-50-Wertung, während die Schwedin Matilda Ahlström den Titel in der Women-Klasse holte.
Alle Enduro-Europameister 2026 im Überblick
| Klasse / Wertung | Europameister 2026 | Nation |
|---|---|---|
| Overall | Luca Fischeder | Deutschland |
| E1 | Lorenzo Macoritto | Italien |
| E2 | Daniel Mundell | Großbritannien |
| E3 | Luca Fischeder | Deutschland |
| Junior 1 (J1) | Roland Liszka | Ungarn |
| Junior 2 (J2) | Matyas Chlum | Tschechien |
| Youth U21 | Leo Lavesvre | Frankreich |
| Senior 40 | Dawid Hankus | Polen |
| Senior 50 | Martin Gottvals | Slowakei |
| Women | Matilda Ahlström | Schweden |
Damit sind alle zehn Titelentscheidungen der Enduro-Europameisterschaft 2026 gefallen.
48. Novemberpokal: Neun Sonderprüfungen pro Fahrtag
Auch sportlich und organisatorisch hatte das EM-Finale einiges zu bieten.
An beiden Fahrtagen standen jeweils drei Durchgänge mit drei Sonderprüfungen auf dem Programm. Insgesamt mussten die Teilnehmer somit 18 Sonderprüfungen über das gesamte Rennwochenende absolvieren.
Dazu kamen lange Etappen auf dem Motorrad. Am Sonntag waren die Fahrer mehr als sieben Stunden unterwegs, bevor die endgültigen Entscheidungen gefallen waren.
Gerade diese Kombination aus Ausdauer, Geschwindigkeit und Konzentration macht den klassischen Endurosport so anspruchsvoll.
Auch für den MC Woltersdorf war das Finale ein weiterer Höhepunkt in der traditionsreichen Vereinsgeschichte.
Bereits 2024 hatte der Club die Enduro-Europameisterschaft ausgerichtet. Im Jahr 2025 war dann die Hard Enduro Series Germany (HESG) in Woltersdorf beziehungsweise Rüdersdorf zu Gast.
2026 kehrte die Enduro-Europameisterschaft zurück – und lieferte erneut ein hochklassiges Motorsportwochenende am östlichen Stadtrand von Berlin.
MC Woltersdorf zieht positives Fazit zum EM-Finale
Nach zwei intensiven Renntagen zeigte sich auch der Vorsitzende des MC Woltersdorf, Thomas Hoffmann, rundum zufrieden.
Für ihn war nicht nur der sportliche Erfolg entscheidend, sondern vor allem das Zusammenspiel der vielen Beteiligten.
„Es war eine wunderbare Veranstaltung, zu der wir Glück mit dem Wetter hatten. Für mich war entscheidend, dass wir alle zusammen gewirkt haben und jeder seine Meinung sagen konnte. So macht Vereinsarbeit Spaß.“
Besonders wichtig ist Hoffmann außerdem die sportliche Ausrichtung des Vereins. Die vergangenen beiden Jahre haben gezeigt, dass Woltersdorf sowohl im klassischen Endurosport als auch im Hard Enduro anspruchsvolle Veranstaltungen auf die Beine stellen kann.
Dazu erklärte der Vereinsvorsitzende:
„Wir hatten Hard Enduro und Soft Enduro. Alles zusammen ist, meiner Meinung nach, die Zukunft für unseren Verein und den Enduro-Sport in Deutschland. Zum Schluss möchte ich mich noch stellvertretend bei unseren Helfern, Partnern, Sponsoren, den Behörden und allen, die mitgewirkt haben, recht herzlich bedanken.“
Damit unterstrich Hoffmann auch die Bedeutung der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, ohne die eine internationale Veranstaltung dieser Größenordnung kaum möglich wäre.
Fazit: Deutsches Traumfinale bei der Enduro-EM 2026
Das Finale der Enduro-Europameisterschaft 2026 in Woltersdorf hätte aus deutscher Sicht kaum besser laufen können.
Jeremy Sydow unterstrich mit zwei dominanten Fahrtagen einmal mehr seine außergewöhnliche Geschwindigkeit und gewann den Novemberpokal zum zweiten Mal nach 2024.
Luca Fischeder wiederum durfte sich über den sportlich noch bedeutenderen Erfolg freuen: zwei Europameistertitel in einer Saison. Mit dem Gesamtsieg in der Overall-Meisterschaft und dem Titel in der E3-Klasse hat er sich endgültig an der Spitze des europäischen Endurosports etabliert.
Auch abseits der deutschen Spitzenfahrer bot der 48. Novemberpokal zahlreiche spannende Entscheidungen, internationale Spitzenleistungen und einen würdigen Abschluss der EM-Saison.
Woltersdorf hat damit erneut bewiesen, dass der traditionsreiche Novemberpokal ein hervorragender Austragungsort für internationale Enduro-Rennen ist.
Weitere Informationen: https://www.enduro-mcwoltersdorf.de/
Quelle: Pressemitteilung 261101 des MC Woltersdorf, redaktionell aufbereitet für Enduro.de.