Jeremy Sydow und Triumph Factory Racing setzen ihre Zusammenarbeit langfristig fort. Der deutsche EnduroGP-Pilot hat seinen Vertrag mit dem britischen Hersteller um zwei weitere Jahre verlängert und wird damit auch in den Saisons 2027 und 2028 in der FIM EnduroGP Weltmeisterschaft an den Start gehen. Sydow bleibt in der Enduro1-Klasse und setzt weiterhin auf die Triumph TF 250-E. Das erklärte Ziel für die kommenden beiden Jahre: der Kampf um den E1-Weltmeistertitel und der nächste Schritt in Richtung Top 5 der EnduroGP-Gesamtwertung.
Für Jeremy Sydow ist damit frühzeitig klar, wie seine sportliche Zukunft aussieht. Triumph Factory Racing bestätigte am 27. August 2026 die Vertragsverlängerung mit dem 26-jährigen Deutschen. Nach einer starken ersten gemeinsamen EnduroGP-Saison soll die Zusammenarbeit nun mindestens bis Ende 2028 fortgesetzt werden.
Gerade mit Blick auf Sydows schwierigen Start in die Saison 2026 ist die Verlängerung ein deutliches Zeichen des Vertrauens. Trotz Verletzungspech entwickelte sich der Deutsche im Verlauf der Weltmeisterschaft zu einem der konstantesten Fahrer der Enduro1-Kategorie.
Jeremy Sydow bleibt Triumph-Werksfahrer
Auch 2027 und 2028 wird Jeremy Sydow für Triumph Factory Racing in der FIM EnduroGP Weltmeisterschaft antreten. Dabei bleibt zunächst alles beim bewährten Paket: Sydow startet weiterhin in der Enduro1-Klasse auf der Triumph TF 250-E.
Für Triumph ist die Weiterverpflichtung ein wichtiger Baustein innerhalb des noch jungen EnduroGP-Werksprogramms. Erst 2026 war Sydow zum britischen Hersteller gewechselt. Zuvor war der Sachse unter anderem für Sherco unterwegs.
Dass Triumph bereits jetzt zwei weitere Jahre mit Sydow plant, zeigt, wie zufrieden das Team mit seiner Entwicklung und seiner Arbeit mit der neuen TF 250-E ist.
Verletzung verhindert Sydows Start beim EnduroGP-Auftakt
Dabei begann die EnduroGP-Saison 2026 für Sydow alles andere als optimal.
Noch vor dem Saisonauftakt in Italien zog er sich eine Fußverletzung zu. Dadurch musste er den ersten Grand Prix des Jahres auslassen. Gerade in einer Weltmeisterschaft mit lediglich sieben Veranstaltungen und zwei Wertungstagen pro Wochenende ist ein solcher Ausfall besonders bitter.
Sydow fehlten damit bereits zu Saisonbeginn zwei mögliche Rennergebnisse.
Beim zweiten Lauf der Weltmeisterschaft in Spanien kehrte er schließlich ins Renngeschehen zurück. Dort stand zunächst weniger das absolute Resultat als vielmehr die Rückkehr in den normalen Rennrhythmus im Mittelpunkt.
Nach mehreren Wochen ohne Wettkampfpraxis musste Sydow zunächst wieder Vertrauen aufbauen und sich gleichzeitig weiter auf die Triumph TF 250-E einstellen.
Durchbruch beim EnduroGP in Finnland
Der entscheidende Schritt folgte beim dritten Saisonlauf in Finnland.
Dort schaffte Sydow erstmals mit Triumph den Sprung auf das Podium der Enduro1-Klasse. Von diesem Moment an entwickelte sich seine Saison in eine bemerkenswert konstante Richtung.
Der Deutsche etablierte sich dauerhaft innerhalb der E1-Spitzengruppe und sammelte von Rennen zu Rennen weitere Podestplätze.
Offizielle EnduroGP-Ergebnisse bestätigen diesen Aufwärtstrend. Beim zweiten Renntag in Finnland belegte Sydow beispielsweise Rang drei hinter Josep Garcia und Triumph-Markenkollege Morgan Lesiardo. Auch bei den folgenden Veranstaltungen in Portugal stand Sydow regelmäßig unter den besten drei Fahrern der Kategorie. In Portugal I holte er am zweiten Renntag sogar Platz zwei hinter Garcia.
Neun Enduro1-Podien in Folge
Besonders beeindruckend war Sydows Konstanz in der zweiten Saisonhälfte.
Nach seinem ersten Podium mit Triumph gelang ihm an neun aufeinanderfolgenden Renntagen ein Top-3-Ergebnis in der Enduro1-Klasse.
Auch beim Saisonfinale in Wales hielt diese Serie. Am ersten Renntag belegte Sydow erneut den dritten Platz in E1. Damit unterstrich er, dass seine Ergebnisse nicht auf einzelne Ausreißer zurückzuführen waren, sondern auf eine kontinuierlich starke Performance.
Gerade in einer Klasse mit Fahrern wie Josep Garcia und Triumph-Markenkollege Morgan Lesiardo ist diese Serie hoch einzuschätzen.
Garcia dominierte die Enduro1-Saison 2026 und machte seinen Klassentitel bereits vor dem Finale klar. Sydow gehörte dahinter jedoch zu den Fahrern, die über weite Strecken konstant um die weiteren Podestplätze kämpften.
Wechsel vom Zweitakter auf die Triumph TF 250-E
Neben der Verletzung musste Sydow 2026 noch eine weitere Herausforderung meistern.
Mit seinem Wechsel zu Triumph änderte sich auch sein technisches Paket grundlegend. Sydow kam aus dem Zweitakt-Lager und musste seinen Fahrstil auf die viertaktende Triumph TF 250-E anpassen.
Gerade im Endurosport ist diese Umstellung nicht zu unterschätzen.
Motorcharakteristik, Traktion, Motorbremse, Gewichtsverteilung und die Art, wie das Motorrad aus engen Kurven beschleunigt, unterscheiden sich teilweise deutlich zwischen Zwei- und Viertaktmaschinen.
Sydow betont selbst, dass es zu Saisonbeginn zunächst eine gewisse Eingewöhnungsphase gegeben habe. Gemeinsam mit dem Triumph Factory Racing Team sei es jedoch gelungen, das Motorrad immer besser auf seine Anforderungen abzustimmen.
Sein Vertrauen in die TF 250-E sei von Rennen zu Rennen gewachsen.
Jeremy Sydow: „Ich fühle mich als Teil einer großen Familie“
Sydow zeigt sich entsprechend zufrieden über die langfristige Vertragsverlängerung.
Er erklärt, dass seine Saison aufgrund der Fußverletzung zwar schwierig begonnen habe, sich seine Situation nach der Rückkehr in Spanien aber kontinuierlich verbessert habe.
Vor allem das Wochenende in Finnland bezeichnet Sydow rückblickend als eine Art Wendepunkt. Dort sei ihm erstmals wieder ein Podestplatz gelungen, anschließend habe er bei jedem weiteren Rennen der Enduro1-Kategorie auf dem Podium gestanden.
Auch das Gefühl auf der Triumph habe sich dabei kontinuierlich verbessert.
Besonders wichtig ist Sydow offenbar die Zusammenarbeit innerhalb des Teams. Er hebt hervor, dass sich die TF 250-E inzwischen auf einem sehr hohen Niveau befinde und er sich innerhalb von Triumph Factory Racing wie ein Teil einer großen Familie fühle.
Sydows Ziel: EnduroGP Top 5
Für die kommenden beiden Jahre setzt sich der Deutsche ambitionierte Ziele.
An erster Stelle steht für Sydow zunächst eine verletzungsfreie Saison. Nach dem Rückschlag zu Beginn von 2026 dürfte das wenig überraschen.
Gleichzeitig möchte er seine Konstanz beibehalten und zeigen, welches Potenzial möglich ist, wenn ein komplettes Rennwochenende ohne größere Fehler zusammenläuft.
Dabei geht es nicht ausschließlich um Ergebnisse innerhalb der Enduro1-Klasse.
Sydow formuliert auch ein klares Ziel für die EnduroGP-Gesamtwertung: Top 5.
Dass dieses Ziel grundsätzlich realistisch ist, hatte er bereits 2025 angedeutet. Beim damaligen EnduroGP-Saisonfinale in Deutschland erreichte Sydow noch auf Sherco den fünften Gesamtrang am zweiten Renntag.
Mit einem weiteren Entwicklungsjahr auf der Triumph könnte sich der Deutsche nun dauerhaft in diese Region vorarbeiten.
Angriff auf den Enduro1-WM-Titel
Noch höher liegt das Ziel innerhalb seiner eigenen Klasse.
Triumph spricht bei Sydows Vertragsverlängerung ausdrücklich davon, in den kommenden beiden Jahren einen Angriff auf den Enduro1-Weltmeistertitel vorzubereiten.
2026 führte in E1 kaum ein Weg an Josep Garcia vorbei. Der Spanier gewann den überwiegenden Teil der Rennen und sicherte sich den Titel bereits vorzeitig.
Doch Sydows kontinuierliche Podestserie macht deutlich, dass er sich als einer der ersten Anwärter hinter dem dominierenden Spanier etabliert hat.
Mit einer vollständigen Saison ohne verletzungsbedingte Ausfälle könnte sich das Bild 2027 entsprechend verändern.
Paul Edmondson: Sydow kann den nächsten großen Schritt machen
Auch Triumph Factory Racing Enduro Team Manager Paul Edmondson sieht bei Sydow weiteres Potenzial.
Edmondson erklärt, dass Sydow trotz seines verletzungsbedingten Rückstands zu Saisonbeginn einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht habe.
Besonders hebt der Teammanager Sydows Einstellung und Arbeitsmoral hervor. Diese Eigenschaften seien bereits seit Beginn der Zusammenarbeit aufgefallen.
Mittlerweile sei der Deutsche ein wichtiger Bestandteil des Teams geworden.
Gemeinsam habe man während der Saison intensiv an der Abstimmung gearbeitet. Sydows Ergebnisse hätten gleichzeitig gezeigt, welches Leistungsniveau mit der Triumph TF 250-E bereits möglich sei.
Für die kommenden beiden Jahre verspricht Edmondson, Sydow weiterhin die notwendige Unterstützung zu geben, damit dieser den nächsten Schritt innerhalb der Grands Prix machen könne.
Triumph setzt auf Kontinuität im EnduroGP-Projekt
Auch Ian Kimber, Head of Global Racing Programmes bei Triumph Motorcycles, bezeichnet Sydow als perfekten Fahrer für die Ambitionen des Triumph-Werksprogramms.
Sydow sei professionell, extrem konkurrenzfähig und talentiert.
Nach Einschätzung von Triumph habe er sich schnell an die TF 250-E gewöhnt. Ohne die Verletzung zu Saisonbeginn wäre laut Kimber wahrscheinlich auch ein deutlich besseres Ergebnis in der Meisterschaftswertung möglich gewesen.
Besonders wichtig sei jedoch gewesen, wie sich Sydow nach seinem Comeback präsentierte.
Mehrere Podestplätze sowie starke Zeiten in den Sonderprüfungen hätten gezeigt, welches Potenzial sowohl im Fahrer als auch im Motorrad steckt.
Triumph erst seit zwei Jahren in der EnduroGP-WM
Interessant ist Sydows Vertragsverlängerung auch mit Blick auf das gesamte Enduro-Projekt von Triumph.
Der Hersteller ist erst seit kurzer Zeit auf Werksebene in der EnduroGP-Weltmeisterschaft aktiv. Entsprechend befindet sich auch die TF 250-E noch in einer vergleichsweise jungen Entwicklungsphase.
Trotzdem konnte Triumph bereits regelmäßig Podestplätze einfahren.
Neben Sydow ist unter anderem auch Morgan Lesiardo auf Triumph in der Enduro1-Klasse unterwegs. In mehreren Rennen entwickelte sich hinter Josep Garcia ein direkter Kampf zwischen den beiden Triumph-Piloten um die weiteren Podiumspositionen.
Dass Triumph Sydow nun für zwei zusätzliche Jahre verpflichtet, sorgt vor allem für Kontinuität.
Statt Fahrer und Entwicklungsrichtung erneut zu wechseln, kann das Team auf den Daten und Erfahrungen der Saison 2026 aufbauen.
Sydow und Triumph: Viel Potenzial für 2027
Die Vertragsverlängerung kommt deshalb wenig überraschend.
Jeremy Sydow hat in seiner ersten Saison auf der Triumph TF 250-E bewiesen, dass er trotz Verletzung und Motorradwechsel sofort zur erweiterten Weltspitze der Enduro1-Klasse gehört.
Noch entscheidender dürfte jedoch seine Konstanz sein.
Neun Podestplätze hintereinander sind ein starkes Argument – insbesondere vor dem Hintergrund, dass Sydow den Saisonauftakt komplett verpasste und zunächst von einem Zweitakter auf einen Viertakter wechseln musste.
Für 2027 ist die Ausgangslage deshalb deutlich besser.
Sydow kennt das Motorrad, das Team kennt seine Anforderungen und beide Seiten können eine komplette Wintervorbereitung gemeinsam absolvieren.
Bleibt der Deutsche verletzungsfrei, dürfte der Enduro1-Titelkampf 2027 noch einmal deutlich interessanter werden.
Und vielleicht geht es dann nicht mehr nur um E1-Podestplätze, sondern regelmäßig auch um Positionen ganz vorne in der EnduroGP-Gesamtwertung.
Quelle: Triumph Racing