Am 29. Januar 2026 hat Hard Enduro Promotions Marketing Management LLC (HEP) als Promoter der FIM Hard Enduro World Championship ein ausführliches offizielles Statement veröffentlicht. Hintergrund ist eine öffentliche Stellungnahme der World Enduro Riders Association (WERA) (LINK) zum Rennkalender der Saison 2026.
HEP reagiert darin deutlich, ordnet die Situation ein und verteidigt den geplanten Kurs der Weltmeisterschaft.
Sechs Rennen statt Wachstum? HEP sieht klaren Rückschritt
Grundsätzlich begrüßt HEP die Idee einer Fahrervereinigung und einen konstruktiven Dialog. Gleichzeitig stellt der Promoter klar, dass die Forderung nach nur sechs WM-Läufen aus seiner Sicht nicht mit der langfristigen Entwicklung des Sports vereinbar ist.
Historisch war die Hard Enduro WM auf acht Läufe ausgelegt – sowohl unter dem früheren Promoter WESS als auch in der ursprünglichen Planung für 2025. Als HEP kurzfristig eingesprungen ist, um die Meisterschaft überhaupt zu retten, konnten sieben von acht geplanten Rennen realisiert werden. Lediglich ein Event fiel aufgrund bereits bestehender Verpflichtungen weg.
Die Reduzierung auf sechs Läufe sei daher ein klarer Schritt zurück.
„Eine Weltmeisterschaft kann sich nicht weiterentwickeln, indem sie kleiner wird“, so Ross Whitehead, Championship Manager der HEWC.
Repräsentiert WERA wirklich das Fahrerlager?
Ein zentraler Kritikpunkt von HEP: WERA spricht nach aktuellem Kenntnisstand für lediglich sechs Fahrer, und selbst innerhalb dieser kleinen Gruppe bestehe keine vollständige Einigkeit.
HEP macht deutlich, dass eine Fahrervereinigung nur dann glaubwürdig für eine gesamte Weltmeisterschaft sprechen könne, wenn sie tatsächlich den Großteil des Fahrerlagers repräsentiert.
„Eine Fahrervereinigung ist wichtig – aber sie muss die Stimme des gesamten Fahrerfeldes widerspiegeln, nicht die einiger weniger“, so Whitehead weiter.
WM-Kalender ist kein Wunschkonzert einzelner Sponsoren
Besonders klar positioniert sich HEP beim Thema Terminüberschneidungen. Die Planung eines Weltmeisterschaftskalenders müsse die Interessen aller Beteiligten berücksichtigen:
- Fahrer
- Teams
- Hersteller
- Veranstalter
- Gastgeber-Events
- Partner
- FIM
Nicht realistisch sei es hingegen, einen WM-Kalender an den individuellen Sponsorenverträgen einzelner Fahrer auszurichten. Konkret betreffe der aktuell kritisierte Terminkonflikt nur zwei Fahrer aus einem Feld von rund 40 Startern.
„Wir können keine Weltmeisterschaft um individuelle Sponsorenkalender herum bauen“, stellt Whitehead unmissverständlich klar.
Finanzielle Unterstützung: Realistische Erwartungen gefordert
HEP erinnert zudem daran, dass es unter dem vorherigen Promoter keinerlei finanzielle Unterstützung für Fahrer oder Teams gab – weder für Reisen, Logistik noch Nenngelder. Trotzdem wurden komplette Acht-Runden-Saisons bestritten.
Von einem Promoter, der erst seit weniger als einem Jahr aktiv ist, sofort umfangreiche finanzielle Hilfen zu erwarten, sei unrealistisch – vor allem angesichts der bereits umgesetzten Verbesserungen.
Konkrete Verbesserungen bereits 2025 umgesetzt
Allein in der Saison 2025 hat HEP zahlreiche Maßnahmen realisiert, die direkt aus dem Fahrerlager gefordert wurden:
- Kompakterer Rennkalender mit weniger langen Pausen
- Saisonzeitraum von April bis Oktober zur besseren Abstimmung mit SuperEnduro
- Einführung von Youth-, Senior- und Women’s World Cup-Kategorien
- Professionelleres Paddock-Umfeld
- Pressekonferenzen bei jedem Lauf
- Autogrammstunden zur stärkeren Fan-Einbindung
- Aufnahme von Events mit deutlich größerem Publikum
- 2026er Kalender mit Veranstaltungen mit über 1.000 Teilnehmern, um die Reichweite des Sports massiv zu erhöhen
„Viele der von den Fahrern gewünschten Änderungen wurden in weniger als einem Jahr umgesetzt“, so Whitehead.
Widersprüche in der Argumentation von WERA
HEP kritisiert zudem inhaltliche Widersprüche in der öffentlichen Argumentation der Fahrervereinigung. Einerseits werde finanzielle Belastung angeführt, andererseits seien interkontinentale Reisen zu Events wie dem Tennessee Knock Out akzeptiert – während mit XL Lagares in Portugal ein für europäische Fahrer deutlich näher gelegenes Rennen abgelehnt werde.
Solche Vergleiche seien selektiv und nicht objektiv genug, um als allgemeingültige Argumente zu dienen.
Klare Rückendeckung der Teams für den HEWC-Kalender 2026
Nach intensiven Gesprächen mit Factory-Teams und Veranstaltern zeigt sich HEP überzeugt, dass der komplette Kalender der FIM Hard Enduro World Championship 2026 bestritten wird.
„Es gibt eine starke Übereinstimmung darüber, wie wichtig ein vollständiger WM-Kalender ist“, fasst Whitehead zusammen.
HEP steht geschlossen hinter dem 2026er Kalender und kündigt an, den eingeschlagenen Weg einer stabilen, professionellen und wachsenden Weltmeisterschaft konsequent weiterzugehen – bleibt aber ausdrücklich offen für einen strukturierten und konstruktiven Dialog mit Fahrern und Teams.
Quelle: Hard Enduro Promotions Marketing Management LLC (HEP), Promoter – FIM Hard Enduro World Championship