Der zweite von insgesamt drei Läufen des ROCK Oil Enduro Wintercup führte das Fahrerfeld ins brandenburgische Reetz – und einmal mehr spielte das Wetter eine absolute Hauptrolle. Nach einsetzendem Tauwetter unter der Woche hatte erneuter Frost am Donnerstag und Freitag zahlreiche Wasserstellen wieder gefrieren lassen. In der Nacht vor dem Rennen setzte zusätzlich Regen ein, der die Strecke erneut antaute und stellenweise tief aufweichte.
Bei rund acht Grad am Renntag entstand so eine extrem anspruchsvolle Mischung aus:
- rutschigem Untergrund mit wechselndem Grip
- schmierigen, kaum kalkulierbaren Auffahrten
- tief ausgefahrenen Spurrinnen
- und zunehmend kräftezehrenden Schlammfeldern
Die schwierigen Bedingungen sorgten bereits im Vorfeld für einige Absagen – und verlangten den verbliebenen Startern alles ab. Zwei Stunden Renndistanz fühlten sich an wie ein echter Härtetest für Körper und Material.
Sand, Spuren und Sekundenverluste – Reetz fordert volle Konzentration
Der sandige Charakter der Strecke in Reetz brachte eine ganz eigene Dynamik mit sich. Anders als beim Auftakt in Jüterbog war der Boden zwar ebenfalls weich, jedoch deutlich griffiger. Trotzdem wurden Fehler gnadenlos bestraft.
Wer:
- aus dem Rhythmus kam,
- eine falsche Spur wählte,
- in einer ausgefahrenen Rinne hängen blieb,
- oder beim Beschleunigen die Traktion verlor,
verlor sofort wertvolle Sekunden – oder musste massiv Kraft investieren, um das Motorrad wieder freizubekommen. Gerade in den späteren Rennphasen zeigte sich, wer seine Kräfte gut eingeteilt hatte. Das Rennen wurde mehr und mehr zur Material- und Konditionsschlacht.
Sportfahrer: Meyer setzt das Ausrufezeichen
In der stark besetzten Sportfahrer-Klasse setzte Arvid Meyer bei seinem ersten Start in der Serie direkt ein dickes Ausrufezeichen. Mit zehn gefahrenen Runden und einer Gesamtzeit von 2:08:13 Stunden sicherte er sich den Tagessieg.
Besonders beeindruckend:
- konstant schnelle Rundenzeiten
- kaum Fehler auf dem extrem wechselhaften Untergrund
- cleveres Einteilen der Kräfte über die volle Distanz
Das Rennen entwickelte sich zu einem echten Sekundenkrimi. Paul-Erik Huster und Meyer lieferten sich über die komplette Distanz ein enges Duell. Am Ende entschied ein zusätzlicher Boxenstopp von Huster das Rennen zugunsten von Meyer.
Platz drei ging an Felix Bopp, der ebenfalls zehn Runden absolvierte und mit einer geschlossenen Leistung das Podium komplettierte. Damit spitzt sich die Gesamtsituation in dieser Klasse vor dem Finale deutlich zu.
E1, E2 und E3: Neue Dynamik im Klassement
E1 – Szebrat übernimmt das Kommando
In der E1-Klasse setzte Nico Szebrat früh ein klares Zeichen. Mit neun gefahrenen Runden sicherte er sich souverän den Sieg.
Sein Erfolgsrezept:
- kontrolliertes Tempo
- saubere Linienwahl
- minimierte Fehlerquote in den schwierigen Sektionen
Noah Rübesamen und Chris Burkhardt hielten dagegen, mussten sich aber am Ende mit den Plätzen zwei und drei zufriedengeben.
E2 – Skoppek behauptet sich im Technik-Duell
Die E2-Kategorie gewann Dino Skoppek, ebenfalls mit neun absolvierten Runden. Hinter ihm folgten Jörg Neubauer und Antonio Weilmünster.
Gerade in dieser Klasse zeigte sich eindrucksvoll, wie entscheidend saubere Fahrtechnik auf rutschigem Untergrund ist. Wer die Kupplung zu hart einsetzte oder zu aggressiv ans Gas ging, verlor sofort Traktion – und damit wertvolle Zeit.
E3 – Raimann feiert starken Einstieg
Für zusätzliche Bewegung sorgte die E3-Klasse. Leon Raimann, der beim Saisonauftakt in Jüterbog noch nicht am Start gewesen war, präsentierte sich in Reetz in Topform. Mit neun Runden holte er sich souverän den Klassensieg.
Tino Bauer und Kurt Schubert reihten sich dahinter ein und sammelten wichtige Punkte im Kampf um die Gesamtwertung.
Nachwuchs- und Sonderklassen: Erfahrung zahlt sich aus
Während es in den Hauptklassen neue Sieger gab, blieben andere Klassen fest in bekannten Händen.
- Melvin Gohlke gewann erneut bei den 50ccm-Kids
- Lou Wohlhaupt setzte sich in der 85ccm-Kategorie durch
- Mario Süssmuth triumphierte wieder bei den Senioren Ü55
- Daniel Hänel sicherte sich den Sieg bei den Senioren Ü40
- Julia Bittner gewann erneut bei den Damen
Gerade auf diesem extrem anspruchsvollen Geläuf wurde deutlich: Erfahrung, saubere Linienwahl und ein ruhiger Fahrstil zahlen sich aus. Wer hektisch wurde, blieb im Schlamm stecken.
Ergebnisse
Alle Ergebnisse gibt es auf der offiziellen Webseite (LINK).
Finale in Treuenbrietzen: Entscheidung fällt am Samstag
Mit zwei von drei Läufen ist die Ausgangslage vor dem Saisonabschluss spannender denn je. Der sandige Kurs in Reetz hat das Klassement ordentlich durcheinandergewirbelt und in mehreren Klassen neue Konstellationen geschaffen.
Bereits am kommenden Samstag steht das große Finale des ROCK Oil Enduro Wintercup auf einer neuen Strecke in Treuenbrietzen an. Dort werden die letzten Punkte vergeben – und es wird sich zeigen, wer den Winter am konstantesten gemeistert hat.
Bis Mittwoch ist eine Anmeldung noch möglich.
👉 www.enduro-wintercup.de
Alle Informationen zur Serie gibt es ebenfalls unter:
www.enduro-wintercup.de