Das Sherco Deutschland Team kann bereits vor dem endgültigen Abschluss der Enduro-Saison 2026 auf ein äußerst erfolgreiches Jahr zurückblicken. Zwei Deutsche Meistertitel, der erneute Gewinn der Teamwertung und weitere Titelchancen bei der Enduro-Europameisterschaft unterstreichen die starke Mannschaftsleistung. Beim DEM-Lauf in Streitberg lief allerdings nicht für alle Fahrer alles nach Plan. Während Jannis Schwabe mit Platz zwei in seiner Klasse und Rang zehn im Championat ein ordentliches Ergebnis einfuhr, kämpften Luca Fischeder und Eric Schmidt mit unterschiedlichen Schwierigkeiten. Teamchef Marcus Kehr zieht dennoch ein durchweg positives Saisonfazit.
DEM Streitberg: Schwierige Bedingungen fordern die Sherco-Piloten
Der DEM-Lauf in Streitberg stellte die Fahrer des Sherco Deutschland Teams noch einmal vor einige Herausforderungen. Besonders die rutschigen Streckenverhältnisse machten es schwierig, in den Prüfungen die entscheidenden Sekunden herauszufahren. Die richtige Reifenwahl, das Vertrauen ins Motorrad und ein konstanter Rhythmus spielten eine entscheidende Rolle.
Für Luca Fischeder, Jannis Schwabe und Eric Schmidt verlief das Rennwochenende dabei unterschiedlich. Alle drei konnten zwar positive Ansätze erkennen, mussten gleichzeitig aber auch feststellen, an welchen Punkten noch gearbeitet werden muss.
Luca Fischeder: Falsche Reifenwahl kostet wertvolle Sekunden
Für Luca Fischeder verlief der Renntag in Streitberg nicht nach seinen Vorstellungen. Der Sherco-Pilot hatte bei der Reifenwahl nicht die optimale Entscheidung getroffen. Besonders auf der ersten Sonderprüfung einer Runde machte sich das deutlich bemerkbar.
Durch die schwierigen Gripverhältnisse gelang es ihm nicht, das gewünschte Vertrauen ins Motorrad aufzubauen und entsprechend zu attackieren. Gerade auf einer Strecke, auf der jede Sekunde zählt, war dieser Nachteil nur schwer auszugleichen.
Luca Fischeder erklärt seinen Renntag:
„Ja, mein Tag in Streitberg war für mich nicht so ganz zufriedenstellend. Leider hatte ich mich mit meinem Reifen ein bisschen vertan und hatte gerade auf dem ersten Test der Runde Probleme, Grip aufzubauen und zu pushen. Trotzdem habe ich versucht, noch das Beste herauszuholen. Aber definitiv habe ich dadurch zu viel Zeit auf der Strecke gelassen. Nicht happy damit, aber man lernt daraus. Jetzt voller Fokus aufs EM-Finale in Woltersdorf.“
Trotz der Enttäuschung über den Rennverlauf richtet Fischeder seinen Blick bereits auf die nächste große Aufgabe. Beim anstehenden Finale der Enduro-Europameisterschaft in Woltersdorf geht es für ihn um wichtige Entscheidungen.
Dort möchte der Sherco-Pilot erneut seine Stärke zeigen und die erfolgreiche Saison mit einem weiteren Titelgewinn krönen.
Jannis Schwabe: Platz zwei in der Klasse und Rang zehn im Championat
Auch für Jannis Schwabe begann der Renntag in Streitberg nicht optimal. Besonders in der ersten Sonderprüfung tat sich der Sherco-Fahrer schwer, bei den rutschigen Bedingungen einen schnellen Rhythmus zu finden.
Schwabe agierte zunächst zu vorsichtig und verlor dadurch wichtige Sekunden auf seine direkten Konkurrenten. Ab der zweiten Sonderprüfung fand er jedoch deutlich besser ins Rennen und konnte mit guten Prüfungszeiten in Test zwei und drei überzeugen.
Bereits zum Ende der ersten Runde war eine deutliche Steigerung erkennbar.
Allerdings blieb die erste Sonderprüfung auch in den folgenden Runden seine größte Schwachstelle. Während er in den beiden anderen Tests konkurrenzfähige Zeiten fuhr, verlor er im ersten Test erneut zu viel Boden.
Jannis Schwabe fasst seinen Renntag zusammen:
„Ich bin nicht so gut reingekommen und konnte in Prüfung 1 keine gute Zeit fahren, weil ich bei den rutschigen Bedingungen viel zu vorsichtig war. Ab Prüfung 2 wurde es besser und ich konnte die erste Runde mit zwei guten Zeiten in Test 2 und 3 beenden.“
In den weiteren Runden wiederholte sich dieses Bild. Auf den Tests zwei und drei war Schwabe mit seiner Geschwindigkeit zufrieden, doch der Rückstand aus der ersten Prüfung ließ sich nicht mehr entscheidend verkürzen.
„Leider habe ich auch in den folgenden Runden zu viel Zeit auf Prüfung 1 liegen lassen, was dazu führte, dass die Konkurrenz einen kleinen Abstand herausfahren konnte. Mit meinen Zeiten auf Test 2 und 3 hingegen war ich zufrieden. Trotzdem reichten diese nicht, um den Abstand zu Platz 1 zu verringern.“
Am Ende standen Platz zwei in seiner Klasse und der zehnte Rang im Championat zu Buche.
Ein Resultat, mit dem Schwabe trotz der verlorenen Sekunden leben kann. Schließlich konnte er aus dem Rennen wichtige Erkenntnisse mitnehmen.
„Mit dem Ergebnis bin ich trotzdem zufrieden. Ich konnte wieder einige Schwächen erkennen, an denen ich arbeiten muss beziehungsweise wo alles noch runder laufen muss.“
Meisterschaftsentscheidung für Jannis Schwabe noch offen
Besonders spannend bleibt die Situation in der Meisterschaft. Nach Einschätzung von Teamchef Marcus Kehr liegt Schwabe aktuell punktgleich mit einem Konkurrenten an der Spitze der Gesamtwertung.
Damit könnte beim kommenden Lauf in Kempenich eine weitere wichtige Titelentscheidung zugunsten des Sherco Deutschland Teams fallen.
Allerdings weiß auch Kehr, dass bis dahin noch einmal eine konzentrierte Leistung erforderlich ist. Selbst ein zweiter Platz in der abschließenden Meisterschaftswertung wäre aus seiner Sicht ein starkes Resultat.
Eric Schmidt: Platz fünf nach Verletzungspause – Speed vorhanden, Konstanz fehlt noch
Für Eric Schmidt war das Rennwochenende in Streitberg ebenfalls mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Nach seiner längeren Verletzungspause arbeitet der Sherco-Fahrer weiterhin daran, seine gewohnte Leistungsfähigkeit auf dem Motorrad wiederzuerlangen.
Am Ende belegte Schmidt den fünften Platz in seiner Klasse.
Ein Ergebnis, das er selbst durchaus kritisch betrachtet, obwohl er während des Rennens mehrfach sein Potenzial unter Beweis stellen konnte.
In einzelnen Sonderprüfungen gelangen ihm starke Zeiten, mit denen er sich unter den besten drei Fahrern seiner Klasse einreihen konnte.
Das eigentliche Problem lag allerdings nicht in der Geschwindigkeit, sondern in der fehlenden Konstanz über den gesamten Renntag.
Verletzung beeinflusst weiterhin die Fitness auf dem Motorrad
Schmidt hatte sich einen Bänderriss im Fuß zugezogen, der ihn längere Zeit vom Motorradfahren abhielt. Die damit verbundene Trainingspause machte sich in Streitberg deutlich bemerkbar.
Zwar ist die Geschwindigkeit auf einzelnen Prüfungen bereits wieder vorhanden, doch die körperliche Belastbarkeit und die notwendige Routine fehlen noch, um diese Leistung über sämtliche Sonderprüfungen hinweg abzurufen.
Eric Schmidt erklärt:
„Mein Wochenende lief nicht super gut. Am Ende war ich Platz fünf in meiner Klasse. Es war aber auch zum Teil nicht ganz schlecht. Ich bin ein paar gute Zeiten gefahren, die auf jeden Fall in den Top drei waren. Ich hätte auch noch mehr fahren können.“
Vor allem die fehlende Motorradfitness sieht Schmidt als entscheidenden Faktor.
„Durch meine Verletzung bin ich noch nicht so oft wieder Motorrad gefahren und war lange raus. Das habe ich extrem beim Rennen gemerkt. Ich konnte meine Leistung nicht so konstant über den gesamten Tag bringen. Es waren immer nur ein oder zwei Prüfungen, in denen es richtig gut lief.“
Genau diese Schwankungen verhinderten am Ende eine bessere Platzierung.
Winterpause soll Eric Schmidt zurück zur alten Stärke bringen
Mit Blick auf die kommende Saison möchte Schmidt nun die Winterpause intensiv nutzen.
Der Fokus liegt auf einer vollständigen Regeneration seines Fußes sowie auf dem gezielten Aufbau der körperlichen Fitness und der notwendigen Motorrad-Routine.
Seine Zielsetzung ist klar: Wieder über einen kompletten Renntag konkurrenzfähig sein und nicht nur in einzelnen Sonderprüfungen schnelle Zeiten fahren.
„Jetzt ist Winterpause und ich werde noch einmal alles geben und ordentlich trainieren. Hoffentlich wird mit dem Fuß auch wieder alles wie vorher. Dann kann es nächstes Jahr weitergehen.“
Teamchef Marcus Kehr sieht die Entwicklung ebenfalls positiv. Angesichts der langen Verletzungspause bewertet er die Rückkehr seines Fahrers insgesamt als gelungen.
Marcus Kehr: „Mehr als zufrieden mit unserer Saison“
Während die Fahrer ihre persönlichen Leistungen in Streitberg teilweise kritisch bewerten, fällt das Saisonfazit von Teamchef Marcus Kehr deutlich positiver aus.
Für das Team aus Flöha war 2026 bereits jetzt ein außergewöhnlich erfolgreiches Jahr.
Besonders bemerkenswert ist dabei, dass es sich um ein vergleichsweise kleines, privat organisiertes Team handelt, das sich gegen starke nationale Konkurrenz behaupten konnte.
Marcus Kehr erklärt:
„Ich bin natürlich mehr als zufrieden. Für unser kleines Privatteam hier aus Flöha ist das eine tolle Saison. Wir haben wirklich das Maximum aus unseren Möglichkeiten herausgeholt.“
Besonders die beiden bereits feststehenden Deutschen Meistertitel sorgen für große Freude innerhalb der Mannschaft.
Luca Fischeder dominiert die E3-Klasse und wird Deutscher Meister
Ein besonderes Highlight der Saison ist der Titelgewinn von Luca Fischeder in der Klasse E3.
Nach Aussage von Marcus Kehr konnte Fischeder sämtliche Wertungsläufe seiner Klasse gewinnen und damit eine beeindruckende Saisonleistung abliefern.
Für den Teamchef war das eine nahezu perfekte Vorstellung.
Kehr bezeichnet die Leistung als das Maximum dessen, was Fischeder aus der Saison herausholen konnte.
Mit dem Deutschen Meistertitel hat der Sherco-Pilot nicht nur seine eigene Klasse dominiert, sondern gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Gesamtbilanz des Teams geleistet.
Der nächste Höhepunkt könnte bereits beim Finale der Enduro-Europameisterschaft folgen.
Matthias sichert sich vorzeitig den zweiten Deutschen Meistertitel
Auch Matthias konnte sich in der Saison 2026 vorzeitig zum Deutschen Meister krönen.
Dieser Erfolg war für das Team besonders wichtig, da schon frühzeitig feststand, dass er beim Rennen in Streitberg nicht antreten konnte.
Grund dafür war sein Einsatz bei den International Six Days Enduro (ISDE).
Entsprechend entscheidend war es, den Titel bereits beim vorangegangenen Lauf in Rehna unter Dach und Fach zu bringen.
Genau das gelang.
Damit stand bereits vor Streitberg fest, dass das Sherco Deutschland Team in dieser Saison zwei Deutsche Meistertitel feiern durfte.
Für Marcus Kehr ist diese Bilanz ein riesiger Erfolg.
„Dass wir zwei Deutsche Meister haben, ist das Maximum, was wir herausholen konnten.“
Die vorzeitige Titelentscheidung gab der Mannschaft zusätzlich Planungssicherheit und ermöglichte es Matthias, sich ohne den Druck der noch offenen nationalen Meisterschaft auf seinen Einsatz bei den Six Days zu konzentrieren.
Jannis Schwabe könnte für den nächsten Titel sorgen
Doch die nationale Saison könnte für die Mannschaft sogar noch erfolgreicher enden.
Jannis Schwabe hat nach Aussage von Marcus Kehr weiterhin die Möglichkeit, beim kommenden Meisterschaftslauf in Kempenich ganz oben zu stehen.
Mit dem aktuellen Punktgleichstand an der Spitze ist die Ausgangslage spannend.
Kehr sieht die Chance, mit einer weiteren guten Leistung den nächsten Titel einzufahren. Gleichzeitig betont er, dass auch eine Vizemeisterschaft ein absolut positives Ergebnis wäre.
Damit bleibt das Sherco Deutschland Team bis zur letzten nationalen Entscheidung im Titelrennen vertreten.
Erneuter Gewinn der Teamwertung – vierter Erfolg in Folge
Neben den Einzelerfolgen gibt es einen weiteren wichtigen Grund zur Freude.
Das Sherco Deutschland Team konnte erneut die im Rahmen der Deutschen Enduro-Meisterschaft ausgeschriebene Mannschaftswertung gewinnen.
Nach Einschätzung von Marcus Kehr gelang dieser Erfolg bereits zum vierten Mal in Folge.
Damit behauptete sich die Mannschaft erneut als bestes Team in der entsprechenden A-/I-Lizenz-Teamwertung.
Dieser Erfolg hat für den Teamchef einen besonders hohen Stellenwert, denn er zeigt, dass nicht nur einzelne Fahrer starke Ergebnisse erzielen, sondern die gesamte Mannschaft über die Saison hinweg konstant gearbeitet hat.
Dazu gehören neben den Piloten auch sämtliche Mechaniker, Betreuer und Helfer, die bei den Veranstaltungen im Hintergrund für optimale Bedingungen sorgen.
Gerade für ein kleines Privatteam ist das eine bemerkenswerte Leistung.
Kehr sieht den wiederholten Gewinn der Teamwertung deshalb auch als Bestätigung der gemeinsamen Arbeit und des eingeschlagenen Weges.
Enduro-EM-Finale Woltersdorf: Zwei weitere Titelchancen für Sherco Deutschland
Auch nach den erfolgreichen nationalen Meisterschaftsläufen ist die Saison für das Sherco Deutschland Team noch nicht vollständig abgeschlossen.
Ein großer Höhepunkt steht mit dem zweitägigen Finale der Enduro-Europameisterschaft in Woltersdorf noch bevor.
Die Ausgangslage könnte aus Teamsicht kaum besser sein.
Sowohl Matthias als auch Luca Fischeder reisen nach Aussage von Teamchef Marcus Kehr als Führende ihrer jeweiligen Klassen nach Woltersdorf.
Fischeder liegt darüber hinaus auch in der Overall-Wertung der Europameisterschaft an der Spitze.
Damit hat das Team die Chance, seine ohnehin erfolgreiche Saison mit weiteren internationalen Titeln zu krönen.
Allerdings müssen bei einem zweitägigen Finale zunächst beide Renntage erfolgreich absolviert werden. Gerade unter schwierigen Bedingungen können kleine Fehler und technische Probleme schnell einen entscheidenden Einfluss auf die Meisterschaft nehmen.
Kehr blickt dennoch optimistisch auf die bevorstehende Aufgabe.
Sollte es gelingen, auch bei der Europameisterschaft die jeweiligen Führungen bis zum Ende zu verteidigen, wäre das für die gesamte Mannschaft der perfekte Saisonabschluss.
Teamchef Marcus Kehr bedankt sich bei Fahrern, Helfern und Sponsoren
Zum Abschluss seines Saisonfazits richtet Marcus Kehr seinen Dank an alle Personen, die diesen sportlichen Erfolg möglich gemacht haben.
Neben den Fahrern hebt er insbesondere die Arbeit der Betreuer, Mechaniker und Helfer hervor, die das Team während der gesamten Saison begleiten.
Ob bei Regen, Schlamm, schwierigen Streckenbedingungen oder langen Veranstaltungstagen – ohne diesen Einsatz wären die zahlreichen Erfolge nicht möglich gewesen.
Auch die Unterstützung durch die Sponsoren spielt für das privat organisierte Team eine entscheidende Rolle.
Für Kehr ist die erfolgreiche Saison 2026 deshalb nicht nur eine Bestätigung der Leistungen auf der Strecke, sondern vor allem ein gemeinschaftlicher Erfolg.
Sein abschließendes Fazit fällt entsprechend eindeutig aus: Die Mannschaft kann stolz auf das Erreichte sein und mit viel Zuversicht in die Zukunft blicken.
Fazit: Sherco Deutschland überzeugt mit Titelgewinnen und Teamgeist
Die Enduro-Saison 2026 zeigt eindrucksvoll, wie erfolgreich das Sherco Deutschland Team auf nationaler und internationaler Ebene unterwegs ist.
Mit zwei bereits gesicherten Deutschen Meistertiteln, dem erneuten Gewinn der Teamwertung und zusätzlichen Titelchancen bei der Europameisterschaft hat die Mannschaft ihre sportlichen Ziele bereits zu einem großen Teil erreicht.
Auch wenn beim DEM-Rennen in Streitberg nicht jeder Fahrer sein volles Potenzial ausschöpfen konnte, überwiegen die positiven Erkenntnisse.
Luca Fischeder möchte seine Reifenprobleme schnell abhaken und beim EM-Finale wieder angreifen. Jannis Schwabe nimmt nach Platz zwei wichtige Erkenntnisse mit in die nächste Meisterschaftsentscheidung. Eric Schmidt arbeitet nach seiner Verletzung daran, wieder die nötige Konstanz und körperliche Stärke aufzubauen.
Für Teamchef Marcus Kehr bleibt deshalb vor allem eines: die Freude über eine außergewöhnlich erfolgreiche Saison, die dank der noch offenen Entscheidungen in Kempenich und Woltersdorf sogar noch weitere Höhepunkte bereithalten könnte.
Quelle: Fotos von Marcel Sänger, Sherco Deutschland Team