Daniel Sanders ist aktuell der Mann der Stunde in der Rally-Raid-WM. Der Red Bull KTM Factory Racing Pilot hat beim Desafío Ruta 40 2026 in Argentinien eine starke Vorstellung abgeliefert, den Gesamtsieg geholt und damit auch die Führung in der FIM World Rally-Raid Championship übernommen. Für KTM war es ein weiterer Beweis dafür, dass die KTM 450 RALLY auf Speed, Haltbarkeit und Konstanz ausgelegt ist.
Nach seinem Erfolg bei der Dakar und dem Sieg in Portugal legte Sanders in Argentinien direkt den nächsten Volltreffer nach. Beim dritten Lauf der FIM World Rally-Raid Championship 2026 setzte sich der Australier über fünf anspruchsvolle Etappen durch und gewann das Desafío Ruta 40 mit mehr als zwölf Minuten Vorsprung.
Für Red Bull KTM Factory Racing lief die Rallye insgesamt stark. Neben Sanders überzeugte auch Luciano Benavides bei seinem Heimrennen mit konstantem Speed und Rang vier in der Gesamtwertung. Rookie Edgar Canet sammelte in der RallyGP-Klasse wichtige Erfahrung und beendete die Veranstaltung auf Platz sieben.
Desafío Ruta 40 2026: Harte Prüfung über 2.660 Kilometer
Das Desafío Ruta 40 hatte seinen Ausgangspunkt in San Juan und bot genau das, was man von einem echten Rally-Raid-Klassiker in Argentinien erwartet: lange Tage, schnelle Pisten, steinige Flussbetten, knifflige Navigation und anspruchsvolles Gelände in bergiger Landschaft.
Insgesamt standen 2.660 Kilometer auf dem Programm. Davon wurden 1.692 Kilometer als gezeitete Sonderprüfungen gefahren. Für Fahrer und Maschinen war das eine intensive Belastungsprobe. Gerade bei solchen Bedingungen zählt nicht nur Topspeed, sondern auch Konzentration, Roadbook-Arbeit, Reifenmanagement und das Vertrauen ins Motorrad.
Die KTM 450 RALLY zeigte sich dabei einmal mehr als zuverlässiges Arbeitsgerät. Mehrere Etappensiege, Podiumsplatzierungen und starke Gesamtresultate unterstrichen die Pace des österreichischen Herstellers.
Daniel Sanders schlägt nach schwierigem Prolog sofort zurück
Der Auftakt verlief für Daniel Sanders zunächst nicht perfekt. Im Prolog unterliefen ihm Navigationsfehler, wodurch er nur auf Rang sieben landete. Doch schon auf der ersten Etappe zeigte der Australier, warum er aktuell zu den stärksten Rally-Raid-Fahrern der Welt gehört.
Trotz staubiger Bedingungen und sechs vor ihm gestarteter Fahrer kämpfte sich Sanders nach vorne und gewann direkt die erste Etappe. Damit übernahm er auch die Gesamtführung der Rallye.
Auf Etappe zwei legte Sanders nach. Er holte den nächsten Tagessieg und führte ein starkes Red Bull KTM Factory Racing Ergebnis an. Zusammen mit Luciano Benavides sorgte er für einen KTM-Doppelsieg auf der Etappe und baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung weiter aus.
Drei Etappensiege in Folge und volle Kontrolle an der Spitze
Auch auf der dritten Etappe war Daniel Sanders nicht zu stoppen. Mit seinem dritten Etappensieg in Folge setzte er ein klares Zeichen an die Konkurrenz. Wieder gab es ein KTM-Topresultat, wieder bestätigte Sanders seine Mischung aus Speed, Präzision und Erfahrung.
Etappe vier wurde für den Australier etwas schwieriger. Sanders beendete den Tag auf Platz sechs, verwaltete seinen Vorsprung aber kontrolliert und blieb souverän an der Spitze der Gesamtwertung. Auf der finalen Etappe drehte er dann noch einmal auf und holte seinen vierten Tagessieg der Rallye.
Dieser letzte Etappenerfolg war zugleich sein 32. W2RC-Etappensieg in der Karriere. Am Ende gewann Sanders das Desafío Ruta 40 2026 mit mehr als zwölf Minuten Vorsprung.
Sanders übernimmt Führung in der Rally-Raid-WM
Mit dem Sieg in Argentinien übernimmt Daniel Sanders auch die Spitze in der FIM World Rally-Raid Championship 2026. Nach drei Läufen liegt er nun bei 67 Punkten und hat drei Zähler Vorsprung auf Tosha Schareina.
Sanders fasste seine starke Woche entsprechend zufrieden zusammen:
„Es war eine wirklich gute Woche für uns. Nach Dakar und Portugal mit einem weiteren Sieg nach Hause zu gehen, ist ein riesiger Boost, und die Übernahme der WM-Führung macht es noch besser. Ich habe mich die ganze Woche über auf dem Motorrad wohlgefühlt und das Team hat unglaubliche Arbeit geleistet.“
Trotz des klaren Erfolgs bleibt Sanders selbstkritisch. Er betonte, dass es immer Bereiche gebe, in denen man sich verbessern könne. Mit Blick auf die Sommerpause und den nächsten Lauf in Marokko geht der KTM-Pilot aber mit viel Selbstvertrauen in die kommenden Wochen.
Luciano Benavides stark bei seinem Heimrennen
Für Luciano Benavides war das Desafío Ruta 40 ein besonderes Event. Der Argentinier fuhr vor heimischem Publikum und startete stark in die Woche. Im Prolog holte er den Sieg und sorgte direkt für Jubel bei den lokalen Fans.
Auf der ersten Etappe belegte Benavides Rang fünf und lag damit auch in der Gesamtwertung auf Platz fünf. Danach steigerte er sich weiter. Auf den Etappen zwei und drei fuhr er jeweils auf Platz zwei und half KTM damit zu zwei aufeinanderfolgenden Doppelerfolgen.
Am Ende verpasste Benavides das Gesamtpodium knapp und beendete sein Heimrennen auf Rang vier. In der WM-Wertung fällt er zwar auf Platz drei zurück, bleibt aber voll im Titelrennen. Mit 61 Punkten liegt er nur drei Zähler hinter Tosha Schareina auf Rang zwei.
Benavides erklärte nach der Rallye:
„Es ist großartig, mein Heimrennen zu beenden und ein solides Ergebnis mitzunehmen. Insgesamt habe ich mich die ganze Woche über auf dem Motorrad gut gefühlt und der Speed war da. Auf der letzten Etappe hatte ich einen kleinen Sturz, was es gegen Ende etwas schwierig gemacht hat, aber ich konnte es kontrollieren und ins Ziel bringen.“
Der Argentinier ärgerte sich zwar über kleinere Fehler, zeigte sich aber zufrieden mit seiner Leistung und der Arbeit des Teams.
Edgar Canet sammelt wichtige RallyGP-Erfahrung
Auch Edgar Canet zeigte in Argentinien eine solide Leistung. Der junge Spanier befindet sich in seiner Rookie-Saison in der RallyGP-Kategorie und nutzte das Desafío Ruta 40 vor allem, um weitere Erfahrung auf höchstem Niveau zu sammeln.
Canet startete mit Platz fünf im Prolog stark in die Veranstaltung. Über die fünf Etappen hinweg fuhr er konstant in die Top 10. Besonders auffällig: Auf den Etappen eins, zwei, drei und fünf belegte er jeweils Rang sieben.
In der Gesamtwertung beendete Canet das Desafío Ruta 40 auf Platz sieben. Auch in der Meisterschaft bleibt er auf Rang sieben und hält nach drei Läufen bei 33 Punkten.
Canet zeigte sich nach der Rallye ehrlich:
„Heute war wahrscheinlich der Tag, den ich auf dem Motorrad am meisten genossen habe. Es war eine schwierige Rallye für mich, weil ich nie wirklich den Rhythmus gefunden habe, den ich gesucht habe. Aber ins Ziel zu kommen, ist wichtig, und es gibt viele positive Dinge, die ich aus diesem Rennen mitnehmen kann.“
Gerade für einen jungen Fahrer in der RallyGP-Klasse sind solche Events extrem wertvoll. Schwierige Tage, harte Navigation und wechselnde Bedingungen gehören zur Entwicklung dazu.
KTM 450 RALLY überzeugt mit Speed und Zuverlässigkeit
Aus Sicht von Red Bull KTM Factory Racing war das Desafío Ruta 40 2026 ein starkes Wochenende. Daniel Sanders holte den Gesamtsieg, Luciano Benavides kämpfte um das Podium und Edgar Canet brachte ein weiteres Top-10-Ergebnis ins Ziel.
Teammanager Andreas Hölzl lobte vor allem die Leistung von Sanders:
„Daniel hat einmal mehr gezeigt, wozu er fähig ist. Diese Rallye mit zwölf Minuten Vorsprung gegen ein so starkes Feld zu gewinnen, ist eine unglaubliche Leistung und eine echte Demonstration seiner Geschwindigkeit, Konstanz und Erfahrung.“
Auch mit Benavides und Canet zeigte sich Hölzl zufrieden. Benavides sei bei seinem Heimrennen die ganze Woche konkurrenzfähig gewesen, während Canet in der RallyGP-Kategorie weiter wichtige Erfahrung gesammelt habe. Besonders wichtig für KTM: Die KTM 450 RALLY lief laut Team über die gesamte Veranstaltung fehlerfrei.
Ergebnis Desafío Ruta 40 2026 nach fünf Etappen
- Daniel Sanders, AUS, KTM – 15:58:04
- Tosha Schareina, ESP, Honda – 16:10:13, +12:09
- Ricky Brabec, USA, Honda – 16:16:08, +18:04
- Luciano Benavides, ARG, KTM – 16:20:42, +22:38
- Skyler Howes, USA, Honda – 16:23:38, +25:34
- Edgar Canet, ESP, KTM – 16:41:35, +43:31
WM-Stand nach Runde 3 der FIM World Rally-Raid Championship 2026
- Daniel Sanders, AUS, KTM – 67 Punkte
- Tosha Schareina, ESP, Honda – 64 Punkte
- Luciano Benavides, ARG, KTM – 61 Punkte
- Ricky Brabec, USA, Honda – 54 Punkte
- Adrien Van Beveren, FRA, Honda – 41 Punkte
- Edgar Canet, ESP, KTM – 33 Punkte
Weiter geht es in Marokko
Nach dem Desafío Ruta 40 geht die FIM World Rally-Raid Championship 2026 zunächst in die Sommerpause. Der nächste Lauf ist die Rallye du Maroc in Marokko. Gefahren wird dort vom 26. September bis 3. Oktober.
Für Daniel Sanders geht es dann darum, die WM-Führung zu verteidigen. KTM reist nach dem starken Auftritt in Argentinien mit viel Rückenwind nach Marokko. Gleichzeitig bleibt die Meisterschaft extrem eng. Zwischen Sanders, Schareina und Benavides liegen nur wenige Punkte. Der Kampf um den Titel ist also noch lange nicht entschieden.
Quelle: KTM, Foto von Edo Bauer