Der ECHT Endurocup in Trstenice hat seinem Ruf als eines der beliebtesten und anspruchsvollsten Rennwochenenden im Kalender erneut alle Ehre gemacht. Nach den beiden vorangegangenen Saisonstationen in Polen gastierte die Rennserie traditionell auf dem bekannten Gelände unweit des tschechischen Marienbads.
Seit vielen Jahren ist Trstenice ein fester Bestandteil des ECHT-Endurocup-Rennkalenders. Die abwechslungsreiche Strecke, die besondere Atmosphäre im Fahrerlager und die Mischung aus schnellen Abschnitten, technischen Waldpassagen und klassischen Enduro-Herausforderungen machen die Veranstaltung bei vielen Teilnehmern zu einem echten Saisonhöhepunkt.
Wie beliebt der Lauf mittlerweile ist, zeigte auch die gut gefüllte Teilnehmerliste. Neben zahlreichen Fahrern aus Deutschland und Tschechien gingen erneut internationale Gäste an den Start. Unter anderem waren auch Teilnehmer aus Österreich nach Trstenice gereist, um sich auf dem anspruchsvollen Gelände mit der Konkurrenz zu messen.
Wechselhaftes Wetter sorgt für schwierige Streckenbedingungen
Das Wetter zeigte sich während des gesamten Rennwochenendes von seiner unberechenbaren Seite. Am Samstagvormittag blieben die Bedingungen zunächst überwiegend trocken. Die Teilnehmer des 4-Stunden-Endurosprints konnten ihre Runden und Sonderprüfungen daher noch auf einer vergleichsweise griffigen Strecke absolvieren.
Pünktlich zum Start des 3-Stunden-CrossCountry-Rennens am Samstagnachmittag änderte sich die Situation jedoch deutlich. Ein kräftiger Gewitterschauer zog über das Fahrerlager und setzte große Teile der Strecke innerhalb kurzer Zeit unter Wasser.
Auch am Sonntag blieb es zunächst nass. Der Regen hielt bis kurz nach dem Start des zweiten CrossCountry-Laufs an. Besonders in den Waldpassagen verwandelte sich der Untergrund dadurch stellenweise in eine rutschige und schlammige Herausforderung.
Wurzeln, Steine und ausgefahrene Spurrillen verlangten den Fahrern einiges ab. Gleichzeitig mussten sie ihre Linienwahl immer wieder an die sich verändernden Bedingungen anpassen. Trotz des schwierigen Wetters bot Trstenice erneut beste Voraussetzungen für spannenden und abwechslungsreichen Offroadsport.
Bachpassage bietet spektakuläre Linien und taktische Möglichkeiten
Eines der Highlights der Strecke war auch in diesem Jahr die Durchfahrt durch den kleinen Bach. Die Veranstalter hatten den Abschnitt noch einmal überarbeitet und mehrere unterschiedliche Linien angelegt.
Besonders mutige Fahrer konnten den Bach mit einem Sprung überwinden. Diese direkte Variante sparte Zeit, erforderte allerdings eine konsequente Anfahrt, ausreichend Geschwindigkeit und eine saubere Landung.
Alternativ stand eine deutlich breitere Durchfahrt zur Verfügung. Auf den ersten Blick wirkte diese Linie sicherer und weniger riskant. Durch die starken Regenfälle entwickelte sie sich jedoch schnell zu einer tiefen, schlammigen Passage.
Damit hatte auch die vermeintlich einfache Variante ihre Tücken. Wer zu langsam in den Abschnitt hineinfuhr oder die falsche Spur erwischte, riskierte, wertvolle Sekunden zu verlieren oder sogar im Schlamm stecken zu bleiben.
Die verschiedenen Möglichkeiten sorgten nicht nur bei den Zuschauern für spektakuläre Szenen. Auch für die Fahrer bot der Abschnitt interessante taktische Optionen. Je nach Streckenzustand, Motorrad und persönlichem Fahrstil musste immer wieder neu entschieden werden, welche Linie tatsächlich die schnellste war.
Größtes Starterfeld des Jahres beim 4-Stunden-Endurosprint
Bereits am Samstagmorgen gingen die Fahrer des 4-Stunden-Endurosprints auf die Strecke. Mit dem bislang größten Starterfeld der Saison war das Interesse an der traditionsreichen Veranstaltung in Trstenice erneut enorm.
Die ungefähr 25 Minuten lange Runde bot den Teilnehmern nahezu alles, was klassischen Endurosport ausmacht. Schnelle Passagen wechselten sich mit technisch anspruchsvollen Waldabschnitten, engen Kurven, Wurzeln, Auffahrten und natürlichen Hindernissen ab.
Zusätzlich mussten die Fahrer zwei Enduro-Sonderprüfungen absolvieren, auf denen es um jede Sekunde ging. Gerade dort waren Konzentration, Präzision und eine saubere Linienwahl besonders wichtig.
Neue Sonderprüfung sorgt für zusätzliche Abwechslung
Für eine besondere Herausforderung sorgte die erste Sonderprüfung. Die Veranstalter hatten dort einen komplett neuen Streckenabschnitt integriert, den die Fahrer des ECHT Endurocup aus den vergangenen Jahren noch nicht kannten.
Damit hatten selbst erfahrene Trstenice-Teilnehmer keinen großen Wissensvorsprung. Alle Fahrer mussten sich auf die neue Streckenführung einstellen und möglichst schnell die passenden Bremspunkte, Linien und Beschleunigungszonen finden.
Der neue Abschnitt brachte zusätzliche Abwechslung in den Endurosprint und unterstrich den Anspruch der Organisatoren, den Teilnehmern trotz der langjährigen Veranstaltungstradition immer wieder neue Herausforderungen zu bieten.
Gastfahrer Pascal Sadecki gewinnt die Gesamtwertung
Sportlich setzte sich im 4-Stunden-Endurosprint am Ende Gastfahrer Pascal Sadecki durch. Mit einer starken und konstanten Leistung sicherte er sich den Gesamtsieg in Trstenice.
Hinter Sadecki belegte Arvid Meyer den zweiten Platz. Für Meyer war dieses Ergebnis besonders wichtig, da er wertvolle Punkte für die Meisterschaft sammeln konnte.
Sein ärgster Konkurrent Kevin Nieschalk war in Trstenice nicht am Start. Dadurch konnte Meyer seine Führung in der Sportfahrer-Gesamtwertung weiter ausbauen. Mit einem komfortableren Vorsprung geht es für ihn nun in die zweite Saisonhälfte des ECHT Endurocup.
Felix Bopp und Erik Neubert dominieren die Teamwertung
Auch in der Teamwertung gab es in Trstenice eine interessante Veränderung. Nachdem Felix Bopp zu Saisonbeginn kurzfristig den verletzten Kevin Schürer ersetzt hatte, trat Bopp erstmals gemeinsam mit Nachwuchstalent Erik Neubert an.
Die neue Fahrerpaarung harmonierte auf Anhieb. Bopp und Neubert zeigten eine geschlossene Mannschaftsleistung und dominierten den Wettbewerb.
Am Ende sicherte sich das Duo souverän den Sieg in der Teamwertung. Damit setzte die neue Besetzung bereits bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt ein deutliches Ausrufezeichen.
Die Klassensieger des Endurosprints in Trstenice
Auch in den weiteren Klassen wurde auf der anspruchsvollen Runde um jede Sekunde und jeden Meisterschaftspunkt gekämpft.
In der Enduro 1 setzte sich Piet Fischer durch. Hinter ihm belegten Lenny Krumbiegel und Stefan Schulz die weiteren Podiumsplätze.
Die Klassensiege im Überblick:
- Enduro 1: Piet Fischer vor Lenny Krumbiegel und Stefan Schulz
- Enduro 2: Marcel Kreutzer
- Enduro 3: Karl Rink
- Enduro 5: Bernd Preisser
- Enduro 6: Otakar Kotbra
- Enduro 7: Jürgen Althaus
- Jugendklasse: Oskar Jaeschke
- Damenwertung: Kim Sobania
- Elektroklasse: Rene Albrecht
Besonders Karl Rink bestätigte mit einem weiteren Klassensieg seine starke Form in der Enduro 3. Auch in den Seniorenklassen wurde auf dem schwierigen Untergrund bis zum Ende um die entscheidenden Sekunden gekämpft.
Maik Schubert feiert CrossCountry-Doppelsieg in Trstenice
Nach dem 4-Stunden-Endurosprint standen am Samstagnachmittag und am Sonntag die beiden Läufe der 3-Stunden-CrossCountry-Meisterschaft auf dem Programm.
Wie bereits beim vorherigen Rennwochenende in Bogatynia meinte es der Wettergott auch in Trstenice nicht besonders gut mit den CrossCountry-Fahrern.
Am Samstag zog genau zum Rennstart ein kräftiger Regenschauer über die Strecke. Am Sonntag regnete es sogar bis kurz nach dem Start des zweiten Laufs.
Die Niederschläge machten zahlreiche Waldpassagen besonders rutschig. Teilweise entwickelte sich tiefer Schlamm, während Wurzeln und Steine kaum noch Grip boten. Gerade auf den Auf- und Abfahrten war viel Gefühl am Gas und an der Kupplung gefragt.
Trotz der schwierigen Bedingungen verliefen beide Rennen weitgehend reibungslos. Die Fahrer stellten sich auf die Verhältnisse ein und lieferten den Zuschauern spannende Positionskämpfe.
Kein Vorbeikommen an Maik Schubert
In der Sportfahrerklasse war an diesem Wochenende kein Vorbeikommen an Maik Schubert. Mit zwei souveränen Vorstellungen setzte er sich sowohl am Samstag als auch am Sonntag deutlich gegen seine Konkurrenz durch.
Schubert fand auf dem rutschigen Untergrund offenbar genau die richtige Mischung aus Geschwindigkeit, Kontrolle und Konstanz. Mit seinem Doppelsieg machte er das Wochenende in Trstenice perfekt.
Hinter ihm waren die Podiumsplatzierungen an beiden Tagen identisch:
- Maik Schubert
- Denis Brausse
- Tino Fricke
Denis Brausse belegte sowohl am Samstag als auch am Sonntag den zweiten Rang. Tino Fricke erreichte an beiden Renntagen den dritten Platz.
CrossCountry am Samstag: Sechs Sekunden entscheiden die Enduro 1
Auch in den weiteren Klassen wurden am Samstag wichtige Meisterschaftspunkte vergeben.
Besonders knapp ging es in der Enduro 1 zu. Jan Vondrasek gewann die Klasse mit einem Vorsprung von lediglich sechs Sekunden vor Luis Kästner. Nach drei Stunden Rennzeit zeigt dieser geringe Abstand, wie eng das Duell auf der Strecke tatsächlich war.
Die weiteren Klassensieger am Samstag:
- Enduro 1: Jan Vondrasek
- Enduro 2: Max Hunger
- Enduro 3: Karl Rink
- Enduro 6: Günter Höpfler
Karl Rink setzte damit seine Erfolgsserie fort. Nach seinem Klassensieg im Endurosprint gewann er auch den CrossCountry-Lauf am Samstag in der Enduro 3.
CrossCountry am Sonntag: Toni Klein bezwingt Karl Rink
Am Sonntag wurden die Karten teilweise neu gemischt. Die weiterhin nassen und rutschigen Bedingungen stellten die Fahrer erneut vor große Herausforderungen.
In der Enduro 1 setzte sich Max Reichel durch. Den Sieg in der Enduro 2 sicherte sich Markus Einert.
Besondere Spannung bot die stark besetzte Enduro 3. Dort konnte sich Toni Klein gegen Karl Rink durchsetzen. Rink hatte zuvor sowohl den Endurosprint als auch den CrossCountry-Lauf am Samstag gewonnen, musste sich im Sonntagsrennen jedoch geschlagen geben.
Die Klassensieger am Sonntag:
- Enduro 1: Max Reichel
- Enduro 2: Markus Einert
- Enduro 3: Toni Klein
- Jugendklasse: Max Brausse
- Damenwertung: Lynn Bilischek
In der Jugendklasse feierte Max Brausse den Sieg. Die Damenwertung entschied Lynn Bilischek für sich.
Drei Teamerfolge für Felix Bopp und Erik Neubert
Auch in der Teamwertung setzte sich der Erfolg von Felix Bopp und Erik Neubert fort. Nachdem das neu formierte Duo bereits am Samstagvormittag den 4-Stunden-Endurosprint gewonnen hatte, war es auch in beiden CrossCountry-Rennen nicht zu schlagen.
Bopp und Neubert gewannen sowohl den Samstagslauf als auch den zweiten CrossCountry-Lauf am Sonntag.
Damit sicherte sich die Paarung an einem einzigen Rennwochenende insgesamt drei Siege in der Teamwertung:
- Sieg beim 4-Stunden-Endurosprint
- Sieg beim 3-Stunden-CrossCountry am Samstag
- Sieg beim 3-Stunden-CrossCountry am Sonntag
Mit dieser makellosen Bilanz machten Felix Bopp und Erik Neubert ihr perfektes Wochenende komplett. Gleichzeitig setzte das Duo ein deutliches Zeichen im Hinblick auf den weiteren Verlauf der Meisterschaft.
ECHT Endurocup feiert Premiere in Lauchhammer
Nach dem erfolgreichen und anspruchsvollen Rennwochenende in Trstenice bleibt den Fahrern und Teams nur eine kurze Verschnaufpause.
Bereits drei Wochen später wartet mit Lauchhammer der nächste Saisonstopp des ECHT Endurocup. Am 8. und 9. August feiert die Rennserie dort ihre Premiere.
Für die Fahrer und Teams wird das neue Veranstaltungsgelände komplettes Neuland sein. Anders als in Trstenice kann niemand auf Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zurückgreifen.
Die neue Strecke dürfte deshalb für zusätzliche Spannung sorgen. Die Teilnehmer müssen sich zunächst auf den Charakter des Geländes einstellen, neue Linien finden und die richtige Abstimmung für ihre Motorräder erarbeiten.
Die Vorfreude auf die Premiere in Lauchhammer ist bereits groß. Auch im Kampf um die Meisterschaft beginnt eine wichtige Phase. In der zweiten Saisonhälfte können sich die Abstände in den einzelnen Klassen schnell verändern.
Die Online-Nennung für das Rennwochenende in Lauchhammer öffnet am Montagnachmittag. Fahrer, die bei der Premiere dabei sein möchten, sollten sich rechtzeitig einen Startplatz sichern.
Weitere Informationen zum ECHT Endurocup, zu den Veranstaltungen, zur Online-Nennung und zu den Meisterschaftsständen gibt es unter www.endurocup.de.
Quelle: DG Design/Denis Günther