Manuel „Mani“ Lettenbichler bleibt beim Red Bull Tennessee Knockout 2026 das Maß der Dinge. Der deutsche Red Bull KTM Factory Racing Pilot gewann die 16. Ausgabe des legendären US-Hard-Enduro-Rennens in Sequatchie, Tennessee, und feierte damit bereits seinen vierten TKO-Erfolg sowie den dritten Sieg in Serie. Trystan Hart und Billy Bolt komplettierten nach einem spannenden Finale das Podium.
Beim Red Bull Tennessee Knockout 2026, kurz TKO, führte auch diesmal kaum ein Weg an Manuel Lettenbichler vorbei. Der Deutsche bestimmte das Geschehen über nahezu das komplette Rennwochenende, setzte bereits im Hot Lap die Bestzeit und blieb auch in den anschließenden Knockout-Runden vorne.
Im Main Event kontrollierte Lettenbichler schließlich alle acht Runden und brachte den Sieg mit deutlichem Vorsprung ins Ziel.
Hinter ihm entwickelte sich dagegen ein hochspannender Kampf um die weiteren Podiumsplätze. Trystan Hart setzte sich letztlich knapp gegen Billy Bolt durch. Gerade einmal sechs Sekunden trennten den Kanadier und den Briten im Ziel.
Lettenbichler feiert vierten Tennessee-Knockout-Sieg
Für Manuel Lettenbichler war der Triumph in Tennessee bereits der vierte Sieg beim Red Bull Tennessee Knockout.
Noch beeindruckender: Der KTM-Werksfahrer konnte das Rennen nun zum dritten Mal hintereinander gewinnen.
Damit untermauert der Deutsche erneut seine außergewöhnliche Stellung im internationalen Hard-Enduro-Sport.
Lettenbichler zeigte dabei über sämtliche Pro-Runden hinweg eine enorm konstante Leistung. Egal ob Hot Lap, langer Knockout-Kurs oder das technisch extrem anspruchsvolle Main Event – sobald die Zeiten gestoppt wurden, stand der KTM-Pilot ganz oben.
535 Fahrer starten beim Tennessee Knockout 2026
Das TKO-Wochenende begann bereits am Freitag mit einem riesigen Fahrerfeld.
Insgesamt gingen 535 Teilnehmer in den verschiedenen Klassen an den Start. Zunächst waren fünf Jugend- und Peewee-Klassen auf einem speziell vorbereiteten Kurs unterwegs.
Anschließend folgten die Hot Laps der Amateurfahrer, mit denen die Startreihenfolge für die beiden Rennrunden am Samstag festgelegt wurde.
Am Samstagnachmittag begann schließlich auch das Pro-Rennen. Insgesamt mussten die Spitzenfahrer vier Pro-Runden absolvieren, bevor am Sonntagnachmittag im Main Event die Entscheidung fiel.
Hot Lap: Lettenbichler setzt sofort ein Ausrufezeichen
Schon beim ersten direkten Kräftemessen zeigte Lettenbichler, wer an diesem Wochenende der Mann war, den es zu schlagen galt.
Mit einer Zeit von 6:10.528 Minuten fuhr er im Pro Hot Lap mit großem Abstand die schnellste Runde.
Überraschend stark präsentierte sich der Schwede Eddie Karlsson auf der elektrischen Stark. Mit 6:42.455 Minuten belegte er Rang zwei.
Trystan Hart folgte auf Position drei.
Top 10 Pro Hot Lap
- Manuel Lettenbichler – KTM – 6:10.528
- Eddie Karlsson – Stark – 6:42.455
- Trystan Hart – KTM – 6:44.756
- Billy Bolt – Husqvarna – 6:56.682
- Ryder LeBlond – Husqvarna – 6:56.719
- Toby Martyn
- Cody Webb
- Jonny Walker
- Matthew Green
- Kawelo Huddy
Gerade Karlssons Leistung sorgte dabei für Aufmerksamkeit. Der Schwede bewies schon früh, dass die Stark auch unter den extremen Bedingungen des Tennessee Knockout absolut konkurrenzfähig war.
Knockout Race 1: Hart kommt Lettenbichler gefährlich nahe
Am Sonntagmorgen begann die erste der drei entscheidenden Knockout-Runden.
Die besten 66 Fahrer mussten den rund 14 Meilen langen „Long Course“ absolvieren. Lediglich die schnellsten 30 Piloten qualifizierten sich direkt für das zweite Knockout-Rennen.
Lettenbichler setzte sich erneut an die Spitze und benötigte 1:01:24 Stunden.
Diesmal war Trystan Hart allerdings deutlich näher dran.
Der Kanadier lag lediglich 34 Sekunden hinter Lettenbichler.
Auch Eddie Karlsson bestätigte seine starke Form. Auf seiner Stark fehlten ihm nur 59 Sekunden auf die Bestzeit.
Besonders bemerkenswert war außerdem die Leistung von Jonny Walker. Der Brite brachte die Triumph 450 Viertaktmaschine mit lediglich 1:33 Minuten Rückstand auf Rang vier.
Billy Bolt verlor dagegen bereits 3:23 Minuten und belegte Platz fünf.
Top 10 Knockout Race 1
- Manuel Lettenbichler
- Trystan Hart
- Eddie Karlsson
- Jonny Walker
- Billy Bolt
- Matthew Stevens
- Toby Martyn
- Cody Webb
- Kamakana Waiwaiole-Kahalepuna
- Kawelo Huddy
Knockout Race 2: Nur die besten vier jeder Gruppe kommen weiter
In der nächsten Runde änderte sich das Rennformat deutlich.
Insgesamt standen nun 31 Fahrer am Start. Neben den besten 30 Piloten der vorherigen Runde erhielt zusätzlich ein Fahrer über den Sieg im LCQ Straight Rhythm Duel einen Startplatz.
Die Teilnehmer wurden auf fünf Gruppen verteilt – vier Gruppen mit jeweils sechs Fahrern sowie eine Gruppe mit sieben Teilnehmern.
Erneut ging es auf den Long Course, diesmal allerdings mit zusätzlichen schwierigen Sektionen.
Nur die jeweils vier besten Fahrer jeder Gruppe qualifizierten sich für das Main Event.
Gruppe 1
Manuel Lettenbichler setzte sich souverän durch.
- Manuel Lettenbichler
- Matthew Stevens
- Branden Petrie
- James Flynn
Gruppe 2
Trystan Hart gewann die zweite Gruppe.
- Trystan Hart
- Toby Martyn
- Braxton Hintze
- Riley Bender
Gruppe 3
Eddie Karlsson blieb weiterhin in Podiumsschlagdistanz.
- Eddie Karlsson
- Cody Webb
- Ryder Guest
- Matthew Green
Gruppe 4
Kamakana Waiwaiole-Kahalepuna setzte sich durch.
- Kamakana Waiwaiole-Kahalepuna
- Ryder LeBlond
- Jonny Walker
- Makana Barger
Besonders bemerkenswert war dabei Makana Barger. Er hatte sich ursprünglich über das Amateur-Rennen am Samstag für den weiteren Wettbewerb qualifiziert.
Gruppe 5
Billy Bolt gewann die letzte Gruppe.
- Billy Bolt
- Kawelo Huddy
- Niko Piazza
- Coran Calvert
Damit standen die 20 Fahrer für das große Finale fest.
Main Event: Hart holt den Holeshot – Lettenbichler übernimmt
Das Main Event wurde auf dem kürzeren Kurs ausgetragen.
Das Rennformat lautete 45 Minuten plus eine Runde.
Trystan Hart erwischte zunächst den besten Start und führte das Feld in das steinige Bachbett.
Lange konnte er Lettenbichler allerdings nicht hinter sich halten.
Der Deutsche übernahm schon früh die Führung auf dem Weg in die berüchtigte Red Bull Ravine.
Dort wartete 2026 unter anderem ein neuer Streckenabschnitt mit dem passenden Namen „Bad Behavior“.
Danach folgten eine technisch schwierige Abfahrt, riesige Felssektionen und insgesamt drei anspruchsvolle Hillclimbs.
Genau das Terrain, auf dem sich Lettenbichler besonders wohlfühlt.
Acht Runden an der Spitze: Lettenbichler kontrolliert das Finale
Manuel Lettenbichler führte anschließend alle acht Runden des Main Events an.
Seine Gesamtzeit betrug:
59:55.957 Minuten
Während Lettenbichler vorne zunehmend außer Reichweite geriet, entwickelte sich hinter ihm ein intensiver Kampf um Position zwei.
Zunächst setzte Eddie Karlsson Trystan Hart unter Druck.
Der Schwede war erneut schnell unterwegs und schien sogar ein Kandidat für das Podium zu sein.
Dann folgte jedoch der große Rückschlag.
Kettenproblem stoppt Eddie Karlsson
Bei Karlssons Stark sprang die Kette ab.
Das Problem kostete den Schweden massiv Zeit und warf ihn zwischenzeitlich aus den Top fünf zurück.
Ohne diesen Defekt wäre ein Podiumsplatz durchaus möglich gewesen.
Karlsson gab allerdings nicht auf und kämpfte sich im weiteren Verlauf wieder nach vorne.
Am Ende rettete er noch einen starken vierten Gesamtrang.
Hart stürzt – Bolt übernimmt Platz zwei
Auch Trystan Hart blieb im Finale nicht fehlerfrei.
Zunächst stürzte der Kanadier und ermöglichte Lettenbichler damit, seinen Vorsprung weiter auszubauen.
Später folgte ein weiterer Fehler im Streckenabschnitt Bad Behavior.
Diesmal nutzte Billy Bolt die Gelegenheit und zog an Hart vorbei.
Plötzlich lag der Husqvarna-Pilot auf Rang zwei.
Hart reagierte jedoch.
Der KTM-Fahrer kämpfte sich wieder an Bolt vorbei und holte sich die zweite Position zurück.
Nur sechs Sekunden zwischen Hart und Bolt
Bis zur Zielflagge blieb der Kampf um Platz zwei extrem eng.
Hart verteidigte seine Position schließlich mit lediglich sechs Sekunden Vorsprung auf Billy Bolt.
Auf Lettenbichler fehlten Hart dagegen knapp drei Minuten.
Für den Kanadier war es bereits der dritte zweite TKO-Platz in Folge. Zuvor konnte Hart das Rennen allerdings auch schon dreimal gewinnen.
Damit gehört auch der KTM-Pilot längst zu den erfolgreichsten Fahrern in der Geschichte des Tennessee Knockout.
Billy Bolt mit starkem Comeback nach Armverletzung
Für Billy Bolt hatte Platz drei ebenfalls besondere Bedeutung.
Der Husqvarna-Star absolvierte erst sein zweites Rennen nach einer Armverletzung.
Trotzdem war Bolt bereits wieder in der Lage, um Rang zwei zu kämpfen und Hart bis zur Ziellinie massiv unter Druck zu setzen.
Der Brite musste sich letztlich zwar mit Platz drei zufriedengeben, konnte mit seinem Comeback-Auftritt aber durchaus zufrieden sein.
Jonny Walker kämpft sich nach Startcrash auf Platz fünf
Auch Jonny Walker lieferte eines der bemerkenswertesten Rennen des Tages ab.
Der Triumph-Pilot stürzte bereits auf der ersten Geraden.
Damit musste Walker praktisch vom hinteren Teil des Feldes eine Aufholjagd starten.
Zwischenzeitlich arbeitete er sich sogar wieder bis auf die vierte Position nach vorne.
Ein kleiner Sturz in der letzten Runde kostete ihn allerdings erneut einen Platz.
Walker beendete das Rennen schließlich als Fünfter.
Seine Leistung auf der Triumph 450 Viertaktmaschine gehörte dennoch zu den auffälligsten Auftritten des Wochenendes.
Cody Webb bester US-Amerikaner
Cody Webb kam auf seiner Yamaha YZ250X als Sechster ins Ziel und war damit der bestplatzierte US-Amerikaner.
Zu Beginn des Main Events lag Webb sogar auf Rang vier.
Im weiteren Rennverlauf konnten allerdings Eddie Karlsson und Jonny Walker vorbeiziehen.
Trotzdem blieb Webb über einen Großteil des Rennens im Kampf um die Top fünf.
Toby Martyn bringt zweite Stark in die Top 10
Auch Toby Martyn sorgte für ein starkes Ergebnis.
Der ehemalige britische und US-amerikanische Trials-Champion belegte mit einer Stark den siebten Rang.
Damit landeten gleich zwei Elektromotorräder in den Top sieben des Tennessee Knockout.
Hinter Martyn folgte der erst 19-jährige Südafrikaner Matthew Stevens auf KTM.
Ryder LeBlond brachte seine Husqvarna als Neunter ins Ziel.
Kawelo Huddy komplettierte auf KTM die Top 10.
Red Bull Tennessee Knockout 2026 – Main Event Ergebnisse
- Manuel Lettenbichler – KTM – Deutschland
- Trystan Hart – KTM – Kanada
- Billy Bolt – Husqvarna – Großbritannien
- Eddie Karlsson – Stark – Schweden
- Jonny Walker – Triumph – Großbritannien
- Cody Webb – Yamaha – USA
- Toby Martyn – Stark – Großbritannien
- Matthew Stevens – KTM – Südafrika
- Ryder LeBlond – Husqvarna – USA
- Kawelo Huddy – KTM – USA
- Kamakana Waiwaiole-Kahalepuna – USA
- Braxton Hintze – KTM – USA
- Ryder Guest – KTM – USA
- Branden Petrie – Beta – Kanada
- James Flynn – Beta – USA
- Riley Bender – Yamaha – USA
- Coran Calvert – Husqvarna – USA
- Makana Barger – KTM – USA
- Niko Piazza – Husqvarna – USA
- Matthew Green – KTM – Südafrika
Women’s Pro: Rachel Gutish gewinnt auf Rieju
Auch die Women’s-Pro-Klasse war Teil des Tennessee-Knockout-Wochenendes.
Die Fahrerinnen traten am Samstag gemeinsam mit den besten Amateurfahrern über zwei Rennrunden an.
Den Sieg sicherte sich Rachel Gutish auf ihrer Rieju.
Gutish belegte gleichzeitig einen starken 27. Gesamtrang.
Auf Platz zwei folgte Katie Hall-Leah auf TM.
Nikki Russell komplettierte auf GasGas das Podium.
Women’s Pro Ergebnisse
- Rachel Gutish – Rieju
- Katie Hall-Leah – TM
- Nikki Russell – GasGas
Fast 500 Amateurfahrer beim Tennessee Knockout
Neben den Profis waren traditionell auch zahlreiche Amateurklassen am Start.
Allein am Samstag stellten sich fast 500 Amateurfahrer den beiden Rennrunden.
Der Hawaiianer Boogie Rivera war in beiden Läufen der schnellste Amateur. Rivera war auf einer von Bullet Proof Designs unterstützten KTM unterwegs.
Sein Landsmann Makana Barger belegte in beiden Rennen Rang zwei.
Ayden Marinchek komplettierte jeweils die Top drei.
Alle drei Fahrer starteten in der A-Klasse.
Für die besten 30 Amateurfahrer gab es außerdem einen ganz besonderen Bonus: Sie durften anschließend gemeinsam mit den 33 Pro-Fahrern in den weiteren Wettbewerb einsteigen.
Klassensieger der Amateurklassen
Weitere Sieger der verschiedenen Amateurklassen waren:
- A Vet 30+: Robert Cornwell
- A Senior 40+: Drew Kirby
- A Super Senior 50+: Shawn Tescher
- Amateur B: Karsen Fulton
- 4-Stroke Sportsman: Adam McCluskey
- Schoolboy B 12–17: Phillip Arnold
- Youth SM-BW 12–15: Benson Hickman
- Women’s Amateur: Alexis Burback
eMoto Sportsman: Adam Giles gewinnt extrem knapp
Auch die Elektromotorräder hatten mit der eMoto Sportsman Klasse ihren eigenen Wettbewerb.
Der Australier Adam Giles holte auf einer RFN den Sieg.
Seine Gesamtzeit:
1:17:00 Stunden
Dahinter wurde es extrem knapp.
Brett Baldwin belegte auf einer Bonnell mit gerade einmal sechs Sekunden Rückstand den zweiten Platz.
Isaac Johnston komplettierte auf einer Zero das Podium und lag etwas mehr als zwei Minuten hinter dem Sieger.
eMoto Sportsman Ergebnisse
- Adam Giles – RFN – 1:17:00
- Brett Baldwin – Bonnell – +6 Sekunden
- Isaac Johnston – Zero – +über 2 Minuten
Fazit: Lettenbichler bleibt auch beim TKO der Mann, den es zu schlagen gilt
Manuel Lettenbichler hat beim Red Bull Tennessee Knockout 2026 erneut eindrucksvoll demonstriert, warum er seit Jahren zu den stärksten Hard-Enduro-Piloten der Welt gehört.
Vom Hot Lap bis zum Main Event dominierte der Deutsche das Wochenende und ließ auch im Finale nichts anbrennen.
Sein vierter TKO-Sieg und der dritte Erfolg in Serie sprechen eine klare Sprache.
Hinter ihm zeigte Trystan Hart einmal mehr, dass er in Tennessee immer zu den Siegkandidaten gehört. Billy Bolt meldete sich derweil nach seiner Armverletzung mit einem starken Podium eindrucksvoll zurück.
Eddie Karlsson dürfte sich dagegen fragen, was ohne das Kettenproblem möglich gewesen wäre. Der Schwede zeigte mit der Stark über das gesamte Wochenende ausreichend Speed für einen Platz auf dem Podium.
Auch Jonny Walkers Aufholjagd auf der Triumph sowie die starken Ergebnisse der Elektro-Bikes machten das Tennessee Knockout 2026 zu einem der interessantesten Hard-Enduro-Rennen des Jahres.
Quelle: tennesseeknockoutenduro.com