Sherco Deutschland Team feiert vorzeitigen E2-Meistertitel bei der 74. ADAC Geländefahrt „Rund um Rehna“

Matyas Chlum macht in Rehna vorzeitig den Deutschen Enduromeistertitel in der E2-Klasse perfekt. Luca Fischeder dominiert die E3 und fährt auf Rang zwei im Championat, während Jannis Schwabe mit seinem ersten Tagessieg den Kampf um den Titel im Deutschen Enduro Jugend Cup noch einmal richtig spannend macht. Für das Sherco Deutschland Team wurde die 74. ADAC Geländefahrt „Rund um Rehna“ am 5. September 2026 damit zu einem äußerst erfolgreichen, aber alles andere als einfachen Rennwochenende.

Eigentlich sollte die Rückkehr der Deutschen Enduro Meisterschaft nach drei Jahren Pause nach Rehna ein großes Motorsportfest zum 60-jährigen Vereinsjubiläum des MC Rehna werden. Doch bereits vor dem Start war klar: Diese Veranstaltung würde weniger von perfekten Bedingungen als vielmehr von echtem Enduro-Kampfgeist geprägt sein.

Dauerregen am Freitag verwandelte große Teile der Strecke in eine tiefschlammige Angelegenheit. Vor allem die Stoppelfelder und die vereinseigene Motocross-Strecke des MC Rehna wurden durch die Wassermassen massiv aufgeweicht. Kräftiger Wind machte die Vorbereitung für Veranstalter und Helfer zusätzlich schwierig.

Erst am Samstagmorgen zeigte sich das Wetter zunächst von einer freundlicheren Seite. Rund 220 Teilnehmer machten sich schließlich auf den Weg und bekamen einen Renntag geboten, der der Bezeichnung „Geländefahrt“ mehr als gerecht wurde.

Schwierige Entscheidung für Veranstalter und Rennleitung

Schon der Weg zur Veranstaltung ließ erahnen, was auf Fahrer und Teams zukommen würde. Der Regen des Vortages hatte die Böden vollständig durchweicht. Entsprechend groß war im Fahrerlager die Frage, ob und in welcher Form die 74. ADAC Geländefahrt „Rund um Rehna“ überhaupt durchgeführt werden konnte.

Rennleitung und Veranstalter entschieden sich letztendlich dafür, die Veranstaltung wie geplant zu starten – eine Entscheidung, für die sie angesichts der schwierigen Voraussetzungen durchaus Mut benötigten.

Pünktlich um 8:30 Uhr gingen schließlich die ersten Motorräder vor der beeindruckenden Kulisse des Klosterhofs auf die Strecke.

Damit begann ein langer und anspruchsvoller Enduro-Tag, bei dem sich die Streckenverhältnisse ständig veränderten.

70 Kilometer Enduro pro Runde und zwei komplett unterschiedliche Sonderprüfungen

Rund 70 Kilometer mussten die Teilnehmer pro Runde absolvieren.

Für die Fahrer der Deutschen Enduro Meisterschaft standen insgesamt drei Umläufe auf dem Programm. Die übrigen Klassen absolvierten zwei Runden.

Pro Runde warteten zwei sehr unterschiedliche Sonderprüfungen.

Cross-Test wird zur Schlammschlacht

Den Auftakt bildete der Cross-Test auf der vereinseigenen Motocross-Strecke des MC Rehna.

Eigentlich sollte die aufwendig vorbereitete Strecke eines der sportlichen Highlights der Veranstaltung werden. Nach dem Dauerregen vom Freitag war von den ursprünglich geplanten Bedingungen allerdings nur noch wenig übrig.

Tiefe Spurrillen, große Wasserlöcher, weicher Boden und zunehmend schwieriger werdende Linien verwandelten die Motocross-Strecke in eine echte Enduro-Prüfung.

Mit jedem Durchgang wurde die Strecke ausgefahrener.

Die Fahrer mussten deshalb nicht nur schnell sein, sondern gleichzeitig die richtige Balance zwischen Angriff und kontrolliertem Fahren finden. Ein kleiner Fehler konnte schnell mehrere Sekunden kosten – oder gleich in einem Sturz enden.

Langer Enduro-Test mit rund elf Minuten Fahrzeit

Nach dem Cross-Test ging es auf die lange Enduro-Runde durch die Landschaft rund um Rehna.

Wiesen, Felder und schnelle Passagen sorgten für den typischen Charakter einer norddeutschen Geländefahrt.

Der zweite Test war mit einer Fahrzeit von rund elf Minuten deutlich länger und bot besonders in den schnellen Abschnitten beste Voraussetzungen für spannende Positionskämpfe.

Während die Fahrer am Vormittag noch darauf hoffen konnten, dass die Strecke langsam etwas abtrocknen würde, änderte sich die Situation im weiteren Rennverlauf erneut.

Nach der zweiten Runde setzte wieder Regen ein.

Die Sonderprüfungen wurden dadurch erneut deutlich schlammiger und anspruchsvoller. Genau diese wechselnden Bedingungen sollten insbesondere im Kampf um den E2-Sieg noch eine entscheidende Rolle spielen.

Luca Fischeder dominiert die E3-Klasse

Für Luca Fischeder entwickelte sich die Geländefahrt in Rehna zu einem weiteren starken Auftritt in der Deutschen Enduro Meisterschaft.

Der Sherco-Pilot setzte sich souverän in der E3-Klasse durch und sicherte sich insgesamt sechs Klassenbestzeiten.

Damit ließ er im Kampf um den Klassensieg praktisch keine Zweifel aufkommen.

Auch im klassenübergreifenden Championat gehörte Fischeder erneut zu den schnellsten Fahrern des gesamten Feldes.

Am Ende fehlten ihm knapp 33 Sekunden auf den Gesamtsieg, womit er die Veranstaltung auf einem hervorragenden zweiten Platz im Championat beendete.

Nach Rehna steht Luca Fischeder damit bei 435 Punkten in der Championatswertung und belegt dort den zweiten Gesamtrang.

In der E3-Klasse führt er mit 126 Punkten weiterhin die Meisterschaft an.

Luca Fischeder: „Sehr zufrieden mit meinem Fahren“

Bis auf einen kleinen Sturz in der letzten Sonderprüfung verlief der Tag für den Sherco-Piloten weitgehend nach Plan.

Fischeder zeigte sich entsprechend zufrieden:

„DEM Rehna, bis auf einen kleinen Sturz im letzten Test hatte ich einen soliden Tag auf dem Bike. Ein paar Dinge, an denen ich weiter arbeite, sonst war ich sehr zufrieden mit meinem Fahren. Jetzt liegt der Fokus auf Spanien und der EM.“

Nach seinem Erfolg in Rehna richtet sich der Blick für Luca Fischeder damit bereits auf die nächste internationale Aufgabe.

Matyas Chlum ist Deutscher Enduromeister 2026 in der E2

Der größte Erfolg des Wochenendes für das Sherco Deutschland Team ging jedoch auf das Konto von Matyas Chlum.

Der Sherco-Pilot sicherte sich in Rehna nicht nur den Tagessieg in der E2-Klasse, sondern machte gleichzeitig vorzeitig den Deutschen Enduromeistertitel 2026 perfekt.

Dabei hätte das Finale um den Klassensieg kaum dramatischer verlaufen können.

Gleichzeitig überzeugte Chlum auch im klassenübergreifenden Championat und komplettierte mit Rang drei das Gesamtpodium.

Nach der Veranstaltung in Rehna liegt Matyas mit 411 Punkten auf Rang drei der Championatswertung.

Der deutlich wichtigere Erfolg war an diesem Tag allerdings der Meistertitel in der E2.

Schwieriger Start in den Renntag

Für Matyas Chlum begann die Geländefahrt zunächst nicht optimal.

In der ersten Runde fand er nach eigener Aussage nicht das gewünschte Tempo in den Sonderprüfungen und verlor einige wertvolle Sekunden auf die Konkurrenz.

In Runde zwei änderte sich das Bild.

Die Bedingungen waren zu diesem Zeitpunkt etwas besser und Chlum fand zunehmend seinen Rhythmus. Mit einem starken Tempo arbeitete er sich wieder nach vorne und brachte sich in eine ausgezeichnete Ausgangsposition für den weiteren Rennverlauf.

Doch das Wetter hatte noch einmal andere Pläne.

Nach dem zweiten Umlauf zog erneut ein Regenschauer über die Strecke und verwandelte die Sonderprüfungen wieder in tiefen Schlamm.

Chlum fühlte sich unter diesen Bedingungen nicht mehr ganz so sicher und verlor erneut einige Sekunden.

Entscheidung fällt im letzten Test

Vor der abschließenden Sonderprüfung lag Chlum lediglich drei Sekunden vor seinem direkten Gegner in der E2-Wertung.

Damit war klar: Zurückhalten war keine Option.

Der Sherco-Pilot ging im letzten Test noch einmal volles Risiko.

Doch genau dort passierte der Fehler.

Ein kleiner Sturz kostete wertvolle Sekunden und machte das Ergebnis bis zur letzten Zeitnahme vollkommen offen.

Am Ende entschieden unglaubliche 0,081 Sekunden über Sieg und Niederlage.

Chlum rettete seinen Vorsprung ins Ziel – und damit nicht nur den Tagessieg, sondern gleichzeitig den Deutschen Enduromeistertitel.

Matyas Chlum: „Ein unglaubliches Gefühl“

Chlum beschreibt sein Rennen als echte Achterbahnfahrt:

„Dieses Wochenende war eine echte Achterbahnfahrt – sowohl beim Wetter als auch bei meinem eigenen Fahren. In der ersten Runde hatte ich in den Tests nicht das Tempo, das ich wollte, und habe einige wertvolle Sekunden verloren.“

In der zweiten Runde lief es anschließend deutlich besser.

„Die zweite Runde war viel besser. Die Bedingungen waren wirklich gut und ich habe einen sehr guten Rhythmus gefunden.“

Danach sorgte der erneute Regen allerdings wieder für schwierigere Bedingungen.

„Nach der zweiten Runde kam ein Regenschauer, wodurch die Prüfungen wieder ziemlich schlammig wurden. Ich habe mich in den Tests nicht mehr ganz so sicher gefühlt und wieder einige Sekunden verloren.“

Vor dem entscheidenden letzten Test war die Ausgangslage eindeutig.

„Vor der letzten Prüfung lag ich in meiner Klasse drei Sekunden vorne, also wollte ich alles geben, was ich hatte.“

Dann folgte der Sturz.

„Leider hatte ich einen kleinen Crash, der mich einige wertvolle Sekunden gekostet hat. Am Ende ist es mit gerade einmal 0,081 Sekunden zu meinen Gunsten ausgegangen.“

Das Ergebnis bedeutete gleichzeitig die Meisterschaft.

„Ein unglaubliches Gefühl und eine riesige Freude! Mit diesem Sieg bin ich Deutscher Enduromeister in der E2-Klasse geworden.“

Rehna war Chlums letzte Chance auf den E2-Titel

Der vorzeitige Titelgewinn war für Matyas Chlum besonders wichtig.

Der Grund: Beim Finale der Deutschen Enduro Meisterschaft kann der Tscheche nicht antreten.

Zeitgleich findet die International Six Days Enduro – ISDE statt, bei der Chlum die Tschechische Republik vertreten wird.

Damit war Rehna praktisch seine letzte Möglichkeit, die Meisterschaft aus eigener Kraft zu entscheiden.

Chlum erklärt:

„Das war meine einzige Chance, die Meisterschaft zu gewinnen, weil ich bei der ISDE die Tschechische Republik vertreten werde und das Finale der Deutschen Meisterschaft gleichzeitig stattfindet. Deshalb kann ich beim letzten Lauf nicht starten.“

Umso größer fiel nach dem geschafften Titelgewinn der Dank an die Mannschaft aus:

„Ein riesiges Dankeschön an das gesamte Team für die ganze Saison!“

Für das Sherco Deutschland Team bedeutet dieser Erfolg bereits vor dem Saisonfinale einen weiteren nationalen Meistertitel.

Jannis Schwabe feiert ersten Tagessieg im Deutschen Enduro Jugend Cup

Auch Jannis Schwabe sorgte in Rehna für ein sportliches Ausrufezeichen.

Im dmsj – Deutschen Enduro Jugend Cup fuhr der Nachwuchspilot einen souveränen Sieg ein.

Und der Vorsprung war beeindruckend.

Mehr als 5 Minuten und 45 Sekunden lagen am Ende zwischen Schwabe und der Konkurrenz.

Im klassenübergreifenden B-Championat erreichte Jannis zusätzlich den neunten Platz.

Noch wichtiger ist allerdings die Situation in der Meisterschaft.

Nach Rehna steht Schwabe bei 91 Punkten und liegt damit lediglich zwei Punkte hinter dem Meisterschaftsführenden auf Rang zwei.

Das Saisonfinale verspricht damit maximale Spannung.

Starker Auftakt für Schwabe

Mit den schwierigen Streckenbedingungen kam Jannis Schwabe zunächst hervorragend zurecht.

Bereits in der ersten Runde setzte er sich an die Spitze seiner Klasse.

„Der ganze Regen hat es uns natürlich nicht gerade leicht gemacht. In der ersten Runde kam ich gut rein und lag auf Platz eins in meiner Klasse.“

Doch genau wie bei den DEM-Fahrern änderten sich die Bedingungen immer wieder.

Stark einsetzender Regen machte die ohnehin schwierigen Passagen erneut anspruchsvoller.

Sturz in Runde zwei kostet die Führung

Am Ende der zweiten Runde musste Schwabe einen Rückschlag hinnehmen.

Ein kleiner Sturz kostete ihn wichtige Zeit.

Dadurch verlor er zwischenzeitlich sogar die Führung in seiner Klasse und fiel auf Position zwei zurück.

„Immer wieder stark einsetzender Regen machte die ganze Sache noch einmal sehr anspruchsvoll. Ein kleiner Sturz am Ende von Runde zwei kostete mich wertvolle Zeit und ich fiel kurzzeitig auf Platz zwei in meiner Klasse zurück.“

Aufgeben war für den Sherco-Nachwuchspiloten jedoch keine Option.

Schwabe schlägt in der letzten Runde zurück

In der entscheidenden letzten Runde drehte Jannis noch einmal richtig auf.

Mit zwei starken Sonderprüfungszeiten holte er sich die Führung zurück und sicherte sich damit seinen ersten Tagessieg im Deutschen Enduro Jugend Cup.

„In der letzten Runde konnte ich noch einmal zwei gute Zeiten fahren, die mich letztendlich wieder auf Platz eins befördert haben.“

Mit dem Sieg verkürzte er gleichzeitig den Rückstand in der Meisterschaft.

„Somit konnte ich mir meinen ersten Tagessieg sichern und den Abstand in der Meisterschaft auf zwei Punkte verkürzen.“

Auch sein neunter Rang im B-Championat konnte sich angesichts der Bedingungen sehen lassen.

„Im Championat konnte ich Platz neun einfahren, womit ich mich bei den tiefen Bedingungen zufrieden gebe.“

Starkes Wochenende für das Sherco Deutschland Team

Unter dem Strich kann das Sherco Deutschland Team auf ein äußerst erfolgreiches Wochenende bei der 74. ADAC Geländefahrt „Rund um Rehna“ zurückblicken.

Matyas Chlum sorgte mit dem vorzeitigen Gewinn des Deutschen Enduromeistertitels in der E2-Klasse für das absolute Highlight.

Luca Fischeder unterstrich mit sechs Klassenbestzeiten und dem souveränen Sieg in der E3-Klasse erneut seine starke Form und erreichte zusätzlich den zweiten Platz im Championat.

Und Jannis Schwabe feierte im Deutschen Enduro Jugend Cup seinen ersten Tagessieg und bringt sich mit nur noch zwei Punkten Rückstand auf den Tabellenführer in eine hervorragende Position für das Saisonfinale.

Gerade angesichts der extrem schwierigen Bedingungen in Rehna waren die Ergebnisse besonders wertvoll.

Tiefe Spurrillen, Wasser, Schlamm, wechselndes Wetter und immer wieder einsetzender Regen verlangten Fahrern und Material über den gesamten Renntag alles ab.

Für Matyas Chlum war der Einsatz besonders lohnenswert: Mit gerade einmal 0,081 Sekunden Vorsprung sicherte er sich nicht nur einen der knappsten Siege des Tages, sondern gleichzeitig den Deutschen Enduromeistertitel 2026 in der E2-Klasse.

Ein Meisterschaftsgewinn, der wohl kaum dramatischer hätte zustande kommen können.

Nächster Stopp: Int. 38. ADAC Zuverlässigkeitsfahrt Fränkische Schweiz

Nach dem Rennen in Rehna geht es für das Sherco Deutschland Team im Oktober mit einem traditionsreichen deutschen Enduro-Klassiker weiter.

Die nächste Veranstaltung ist die:

  • Sonntag, 18. Oktober 2026
  • Streitberg
  • Int. 38. ADAC Zuverlässigkeitsfahrt Fränkische Schweiz

Weitere Informationen rund um Sherco bekommt man auf der offiziellen Webseite (Link).

Quelle: Fotos von Marcel Sänger, Sherco Deutschland Team

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