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Mission 100 Team Germany: Luca Wiesinger im Interview – „Sechs Strafminuten durch Stau – das kostet richtig viel Energie!“

Luca Wiesinger Six Days 2026

Staubige Sonderprüfungen, gefährliche Sichtverhältnisse, gestrichene Tests und minutenlange Wartezeiten: Auch am dritten Fahrtag der 100. International Six Days of Enduro (ISDE) 2026 in Portugal wurde den Fahrern des Mission 100 Team Germany einiges abverlangt. Besonders ärgerlich: Durch die teilweise chaotischen Verhältnisse vor den Sonderprüfungen sammelten sich Strafminuten an, obwohl die Fahrer selbst kaum Einfluss auf die Verzögerungen hatten.

Mittendrin ist Luca Wiesinger vom Team Germany Nordbayern Best Plum Racing. Der deutsche Clubfahrer hatte nicht nur mit den organisatorischen Schwierigkeiten zu kämpfen, sondern musste auch auf der Strecke einige brenzlige Situationen meistern. Ein Sturz an einem Baum, eine Berührung mit einer Hecke und der enorme Kräfteverschleiß machten seinen Renntag zu einer echten Herausforderung.

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Trotzdem überwiegt für Luca das Positive: Der Zusammenhalt im deutschen Team ist hervorragend und die gemeinsame Mission macht ihm sichtlich Spaß.

Wir haben mit Luca Wiesinger gesprochen. Im ausführlichen Interview berichtet er über seinen bisherigen Renntag, die schwierigen Streckenverhältnisse, die Probleme an den Sonderprüfungen und darüber, warum das Warten mittlerweile fast anstrengender ist als das eigentliche Endurofahren.

Six Days 2026: Luca Wiesinger kämpft sich durch den Staub von Portugal

Die Jubiläumsausgabe der International Six Days of Enduro findet vom 12. bis 17. Oktober 2026 rund um Grândola in Portugal statt. Deutschland ist bei der 100. Ausgabe mit insgesamt neun Fahrern in drei Clubmannschaften vertreten.

Luca Wiesinger startet gemeinsam mit Sven Marker und Petr Krivanek für das Team Germany Nordbayern Best Plum Racing.

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Schon die ersten beiden Fahrtage haben deutlich gemacht, dass die diesjährigen Six Days nicht nur fahrerisch eine enorme Herausforderung darstellen. Vor allem der extreme Staub, die teils schlechten Sichtverhältnisse und die langen Warteschlangen vor den Sonderprüfungen sorgen für reichlich Gesprächsstoff.

Am dritten Renntag kamen weitere Schwierigkeiten hinzu. Zwei vorgesehene Testdurchfahrten wurden gestrichen, vor anderen Prüfungen staute sich das Fahrerfeld und die körperliche Belastung nahm weiter zu.

„Der erste und der vierte Test wurden gestrichen!“

Enduro.de: Luca, wir sind mittlerweile am dritten Fahrtag der Six Days 2026 angekommen. Wie lief es heute bei euch?

Luca Wiesinger: „Heute wurde erst einmal der erste Test gestrichen. Der vierte Test war derselbe und wurde dann ebenfalls gestrichen.

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Der Heiner hat zwar in der ersten Runde gesagt, dass das wegen der Zeitnahme war. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass die Entscheidung mit den Sichtverhältnissen und der Sicherheit zusammenhängt.

Die Strecken sind nämlich wirklich extrem staubig. Teilweise ist es auch richtig gefährlich, vor allem dann, wenn man einen anderen Fahrer vor sich in der Prüfung hat.“

Enduro.de: Wie schlimm sind die Sichtverhältnisse tatsächlich? Kann man unter diesen Bedingungen überhaupt noch vernünftig auf Zeit fahren?

Luca Wiesinger: „Es ist schon sehr schwierig. Die Strecken sind sehr staubig und an manchen Stellen sieht man durch den aufgewirbelten Staub einfach nicht besonders viel.

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Wenn man dann jemanden direkt vor sich hat, wird es teilweise richtig gefährlich. Man muss schon sehr aufpassen, weil man Hindernisse oder den genauen Streckenverlauf nicht immer rechtzeitig erkennen kann.

Da kann es schnell einmal ganz knapp werden.“

Lange Warteschlangen vor den Tests: „Wir standen wieder richtig lange im Stau!“

Enduro.de: Neben dem Staub scheinen vor allem die langen Wartezeiten ein großes Problem zu sein. Hat sich die Situation mittlerweile verbessert?

Luca Wiesinger: „Leider nicht wirklich. Wir haben heute an den Tests schon wieder einiges an Zeit verloren, weil wir immer wieder anstehen mussten.

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Ganz extrem war es vor dem dritten Test, direkt am Paddock. Dort standen wir wieder so lange im Stau, dass es am Ende bei mir sechs Strafminuten waren.

Ich war also sechs Minuten über meiner vorgegebenen Zeit. Der Marco hatte, glaube ich, drei Minuten drüber.

Das ist natürlich schon ein bisschen problematisch.“

Enduro.de: Sechs Strafminuten durch die Wartezeit sind natürlich extrem ärgerlich. Vor allem, wenn man selbst gar nichts dafür kann. Wie sehr beschäftigt dich das?

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Luca Wiesinger: „Das ist schon schwierig. Man verliert dadurch nicht nur Zeit, sondern es kostet auch sehr viel Energie.

Man steht da, wartet und kann eigentlich nichts machen. Gleichzeitig läuft einem die Zeit davon.

Das ist natürlich alles andere als optimal, gerade bei so einer langen Veranstaltung.“

„Die 29 Minuten Anstehen gestern haben mich echt kaputtgemacht!“

Enduro.de: Wie stark wirkt sich dieses ständige Warten auf die körperliche Belastung aus? Normalerweise denkt man bei den Six Days ja in erster Linie an die vielen Stunden auf dem Motorrad.

Luca Wiesinger: „Das merkt man schon extrem.

Gestern standen wir beispielsweise 29 Minuten an. Das hat mich wirklich richtig kaputtgemacht. Heute habe ich das dann auch deutlich gespürt.

Das ganze Anstehen kostet unglaublich viel Energie. Man ist sowieso schon müde vom Fahren und dann kommen diese langen Wartezeiten noch obendrauf.

Kräfte­mäßig ist das im Moment schon ziemlich zäh.“

Gerade dieser Punkt zeigt, wie außergewöhnlich die Situation bei den Six Days 2026 ist. Normalerweise sind es die anspruchsvollen Etappen, tiefen Spurrillen, schweren Sonderprüfungen und der permanente Zeitdruck, die den Fahrern über sechs Tage hinweg alles abverlangen.

In Portugal kommt eine zusätzliche Belastung hinzu: das lange Warten mit laufender Zeitplanung, die Unsicherheit über mögliche Verzögerungen und das wiederholte Anfahren in dichtem Staub.

Für die Clubfahrer, die neben dem sportlichen Ehrgeiz vor allem auch das Ziel haben, die kompletten sechs Fahrtage erfolgreich zu absolvieren, ist das eine zusätzliche Herausforderung.

Sturz am Baum: „Ich bin direkt mit dem Helm dagegen!“

Enduro.de: Kommen wir zu deinem persönlichen Renntag. Gab es auf der Strecke größere Probleme oder Zwischenfälle?

Luca Wiesinger: „Ja, ich bin gleich in der ersten Etappe an einem hängenden Stück gestürzt.

Dabei bin ich mit dem Helm gegen einen Baum gekommen.

Zum Glück ist aber eigentlich nichts weiter passiert. Ich konnte weiterfahren und hatte dadurch keine größeren Probleme.“

Enduro.de: Das klingt trotzdem nicht ganz ungefährlich. Gerade bei der eingeschränkten Sicht kann so etwas schnell böse ausgehen. Wie liefen die Sonderprüfungen ansonsten für dich?

Luca Wiesinger: „Eigentlich bin ich sonst ganz gut durch die Prüfungen gekommen.

Natürlich merkt man mittlerweile, dass die Kräfte langsam nachlassen. Es ist gerade wirklich ziemlich zäh.

Aber abgesehen davon lief es größtenteils ganz ordentlich.“

Hecke erwischt: „Da hat es mir den Lenker etwas verrissen!“

Enduro.de: Gab es außer dem Sturz noch weitere Situationen, in denen es knapp wurde?

Luca Wiesinger: „Ja, im vorletzten Test hatte ich noch eine Situation an einer Hecke.

Da habe ich die Hecke etwas touchiert. Dadurch hat es mir den Lenker ein bisschen verrissen.

Ich konnte das Motorrad aber zum Glück noch abfangen und bin nicht gestürzt.

Das war eigentlich die einzige weitere Situation, bei der es etwas knapp wurde.“

Enduro.de: Und wie sah es im letzten Test aus? Konntest du dort noch einmal einigermaßen frei fahren?

Luca Wiesinger: „Im letzten Test hatte ich wieder einen Fahrer vor mir.

Durch die ganzen Wartezeiten mischt sich das Fahrerfeld immer wieder etwas durch. Dadurch hat man dann auch langsamere Fahrer vor sich in den Prüfungen.

Das macht es natürlich nicht einfacher, besonders wenn es so staubig ist.“

Unterschiedliche Fahrgeschwindigkeiten machen die Prüfungen gefährlich

Gerade die letzte Aussage von Luca beschreibt ein weiteres Problem der aktuellen Veranstaltung.

Durch die langen Warteschlangen und Verzögerungen geraten Fahrer unterschiedlicher Geschwindigkeitsklassen zunehmend durcheinander. Wer eigentlich freie Fahrt haben sollte, trifft plötzlich auf langsamere Teilnehmer.

Unter normalen Bedingungen lässt sich ein anderer Fahrer mit etwas Geduld und einer passenden Gelegenheit überholen. Bei der extremen Staubentwicklung in Portugal wird daraus allerdings eine deutlich schwierigere Angelegenheit.

Wer dicht auffährt, riskiert, Hindernisse oder Kurven zu spät zu erkennen. Wer dagegen zu viel Abstand hält, verliert wertvolle Sekunden in der Sonderprüfung.

Für die Fahrer ist das eine unangenehme Kombination aus sportlichem Zeitdruck und erhöhtem Risiko.

Mission 100 Team Germany: „Das ist richtig cool und macht mir riesigen Spaß!“

Enduro.de: Bei all den Schwierigkeiten wollen wir natürlich auch über die positiven Dinge sprechen. Wie gefällt es dir im Mission 100 Team Germany und wie funktioniert die Zusammenarbeit im deutschen Lager?

Luca Wiesinger: „Das ist wirklich richtig cool.

Es macht mir richtig viel Spaß und das Ganze ist sehr familiär.

Wir haben einen richtig guten Zusammenhalt im Team. Alle verstehen sich gut und die Zusammenarbeit funktioniert wirklich top.

Das ist auf jeden Fall eine richtig schöne Sache.“

Enduro.de: Gerade bei solchen schwierigen Bedingungen ist ein funktionierendes Team wahrscheinlich besonders wichtig, oder?

Luca Wiesinger: „Ja, auf jeden Fall. Der Zusammenhalt ist wirklich gut.

Das Ganze funktioniert super und macht einfach Spaß.“

Für das Mission 100 Team Germany ist dieser Zusammenhalt ein entscheidender Faktor. Die neun Fahrer sind zwar auf drei Clubmannschaften verteilt, profitieren aber von der gemeinsam organisierten Infrastruktur und der Unterstützung im Fahrerlager.

Hinter dem Projekt steht insbesondere das Engagement von Martin Werz, seiner Familie sowie zahlreichen Helfern und Partnern, die den deutschen Auftritt bei der Jubiläumsveranstaltung ermöglichen.

Und genau das scheint sich auszuzahlen: Während auf der Strecke der Staub und die organisatorischen Probleme für Frust sorgen, ist die Stimmung innerhalb der deutschen Mannschaft weiterhin ausgesprochen positiv.

„Ich hoffe, dass ich morgen wieder gut durchkomme!“

Enduro.de: Luca, wie lautet dein Fazit nach diesem anstrengenden Tag und was nimmst du dir für morgen vor?

Luca Wiesinger: „Jetzt müssen wir einfach mal schauen, wie es weitergeht.

Ich hoffe, dass ich morgen wieder ganz gut durchkomme und dann schauen wir mal.

Ansonsten passt eigentlich alles. Hoffentlich läuft es morgen wieder einigermaßen ordentlich.“

Enduro.de-Fazit: Luca Wiesinger beweist Kampfgeist bei den Six Days 2026

Der dritte Fahrtag der Six Days 2026 in Portugal zeigt einmal mehr, dass die Jubiläumsausgabe den Clubfahrern einiges abverlangt.

Für Luca Wiesinger war es ein Tag mit Licht und Schatten. Einerseits konnte er die Sonderprüfungen überwiegend ordentlich absolvieren und blieb bei seinen beiden kritischen Situationen ohne größere Folgen. Andererseits sorgten die extremen Wartezeiten erneut für erheblichen Frust.

Besonders die sechs Strafminuten durch den Stau vor dem dritten Test zeigen, wie stark die Verzögerungen in den Rennablauf eingreifen. Hinzu kommt die körperliche Belastung, die Luca bereits nach drei Fahrtagen deutlich zu spüren bekommt.

Bemerkenswert ist dabei vor allem seine positive Einstellung. Trotz Sturz, Staub, Wartezeiten und zunehmender Müdigkeit bleibt Luca motiviert und freut sich über den hervorragenden Zusammenhalt innerhalb des deutschen Teams.

Und genau darum geht es bei der Mission 100: gemeinsam die Herausforderung Six Days meistern, sich gegenseitig unterstützen und die deutschen Farben bei der historischen 100. Ausgabe der International Six Days of Enduro vertreten.

Für Luca und seine Teamkollegen stehen noch drei weitere Fahrtage an. Es bleibt zu hoffen, dass sich insbesondere die Situation vor den Sonderprüfungen verbessert und die Fahrer sich wieder stärker auf das konzentrieren können, worum es eigentlich geht: Endurofahren.

Enduro.de begleitet das Mission 100 Team Germany weiterhin und berichtet über die Erlebnisse der deutschen Clubfahrer bei den Six Days 2026 in Portugal.

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Redaktioneller Hinweis: Das Interview basiert auf dem Audiobericht von Luca Wiesinger. Die Fragen wurden zur besseren Lesbarkeit redaktionell ergänzt und die Aussagen sprachlich geglättet sowie sinngemäß aufbereitet. Die im Interview genannten Ursachen für die Teststreichungen beruhen auf Lucas Einschätzung und sind keine offiziell bestätigte Begründung.

Quelle: Luca Wiesinger / Mission 100 Team Germany

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