Die SuperEnduro World Championship machte am vergangenen Samstag Station im sächsischen Riesa – und damit stand für Max eines der emotionalsten Rennen der Saison an. Heim-Grandprix, ausverkaufte Halle, lautstarke Fans und große Erwartungen. Die Mischung war explosiv. Am Ende zeigte sich: Weniger Aggressivität, mehr Kontrolle – genau darin lag der Schlüssel zum Erfolg.
Viel Motivation – vielleicht ein bisschen zu viel
„Ich bin sehr motiviert in das Event gegangen… vielleicht etwas zu motiviert“, erklärte Max nach dem Rennen ehrlich. Und genau dieses Zitat beschreibt den Abend ziemlich treffend. Fahrerisch war das Niveau da, das Tempo ebenfalls – doch kleine Fehler und unnötige Stürze verhinderten ein besseres Gesamtergebnis.
Lauf 1: Starker Start, bitterer Rückschlag
Im ersten Lauf spielte Max seine jahrelange Motocross-Erfahrung voll aus. Trotz Start aus der zweiten Reihe kam er stark weg und arbeitete sich schnell in die Top-Fünf nach vorne. Alles sah nach einem richtig guten Auftakt aus.
Doch dann der Dämpfer:
- Sturz im Steinfeld
- Positionsverlust
- weiterer Sturz in der steilen Steinauffahrt zur Brücke
- Rückwärtsrutscher, der viel Zeit kostete
Am Ende blieb nur Platz 12. Ein Ergebnis, mit dem Max selbst nicht zufrieden war – vor allem, weil deutlich mehr drin gewesen wäre.
Lauf 2: Reverse Startgrid und zu viel Angriff
Dank Reverse Startgrid durfte Max den zweiten Lauf aus der ersten Reihe aufnehmen. Doch ausgerechnet hier misslang der Start komplett. Im dichten Gedränge kam es direkt zu einem Startsturz, in den Max verwickelt wurde.
Danach hieß es: Aufholjagd.
- mehrere Überholversuche
- hoher Einsatz
- zu viel Aggressivität
- mehrere weitere Stürze
„Ich wollte zu viel. Ich bin grundsätzlich gut gefahren, habe aber nach dem schlechten Start zu viel Motocross-Aggressivität herausgeholt und dadurch zu viele Fehler gemacht“, so Max selbstkritisch. Platz 11 war das ernüchternde Resultat.
Lauf 3: Kontrolle, Ruhe – und endlich belohnt
Für den dritten Lauf nahm sich Max bewusst vor, einen Gang zurückzuschalten. Kein blindes Attackieren, kein unnötiges Risiko. Stattdessen:
- sauberer Fahrfluss
- kontrollierte Linienwahl
- Fokus auf Technik statt Kampf
Der Plan ging voll auf. Nach einer ruhigen, konzentrierten Fahrt holte Max mit Platz 6 sein bislang bestes Laufergebnis der aktuellen SuperEnduro-Saison.
„Ich habe etwas zurückgesteckt, mich auf meinen Fahrfluss und sauberes Fahren konzentriert und nicht groß attackiert. Das hat sich ausgezahlt“, erklärte Max nach dem Rennen.
Gänsehaut-Atmosphäre in Riesa
Auch wenn die Gesamtplatzierung hinter den Erwartungen blieb, überwog am Ende die positive Stimmung. Die Halle in Riesa war restlos ausverkauft, die Fans laut, emotional und voll dabei. Gerade vor heimischem Publikum war das ein echtes Highlight.
„Natürlich sind die Ergebnisse nicht das, was ich erhofft hatte. Aber dennoch hatte ich sehr viel Spaß vor dem heimischen Publikum. Die Fans haben richtig Gas gegeben und für eine unglaubliche Stimmung gesorgt. Ich nehme die Erfahrungen für nächstes Jahr in Riesa mit.“
Nächster Stopp: Supercross Dortmund
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht. Bereits ab Freitag geht es für Max weiter mit dem ADAC SX Cup in Dortmund. Dort liegt er aktuell als bester Deutscher in der SX1-Klasse auf Rang sieben – und will diese Position weiter festigen.
Fazit: Lernkurve stimmt, Potenzial ist da
Riesa hat gezeigt: Das Tempo passt, die Technik ebenso. Wenn Max es schafft, Aggressivität und Kontrolle noch besser auszubalancieren, sind in dieser Saison definitiv noch stärkere Ergebnisse möglich. Platz sechs im dritten Lauf war dafür ein deutliches Ausrufezeichen.
Quelle: Atze Entertainment, Foto von Thorsten Horn
