Die sechste und vorletzte Runde der FIM SuperEnduro-Weltmeisterschaft 2025/2026 in Newcastle hatte alles, was Hallen-Enduro so extrem macht: volle Ränge, brutale Rock-Garden-Sektionen, Highspeed-Passagen – und am Ende einen Weltmeister, der vor heimischem Publikum Geschichte schreibt.
In der ausverkauften Utilita Arena sicherte sich Billy Bolt vor 10.000 Fans seinen sechsten Titel in der FIM SuperEnduro World Championship. Damit zieht der Husqvarna-Werksfahrer mit Rekordchampion Taddy Błażusiak gleich – ein echtes Ausrufezeichen in der SuperEnduro-Historie.
Prestige-Klasse: Titelentscheidung vor 10.000 Fans

Bolt kam mit komfortablem Punktevorsprung nach Newcastle. Schon im SuperPole setzte er ein klares Statement und verwies Mitch Brightmore und Jonny Walker auf die Plätze. Vier Briten in den Top 4 – die Arena stand Kopf.
Final 1: Brightmore startet stark – Bolt kontert eiskalt

Mitch Brightmore sicherte sich den Holeshot und führte zunächst das Feld an. Doch im technisch anspruchsvollen Rock Garden fand Bolt die entscheidende Linie und übernahm die Führung. Zwei Stürze von Brightmore innerhalb kurzer Zeit kosteten ihn wertvolle Sekunden – Walker erbte Rang zwei.
Ergebnis Final 1:
- Billy Bolt
- Jonny Walker
- Mitch Brightmore
Final 2: Walker siegt – Bolt macht den Titel klar

Im zweiten Lauf kontrollierte Walker das Rennen über weite Strecken. Bolt kämpfte, riskierte viel und ging mehrfach zu Boden. Am Ende wurde er Dritter – und genau das reichte: Der sechste WM-Titel war fix.
Der Zieleinlauf wurde zur Partyzone. Team, Familie und Fans feierten den Husqvarna-Piloten frenetisch.
Final 3: Winner takes it all
Vor dem letzten Lauf waren Walker und Bolt punktgleich. Spannung pur.
Bolt schnappte sich den Holeshot, fuhr fehlerfrei und setzte sich früh entscheidend ab. Mit vier Sekunden Vorsprung gewann er das Finale und damit auch den Gesamtsieg des Abends.
Prestige Gesamtwertung Newcastle:
- Billy Bolt
- Jonny Walker
- Mitch Brightmore
- Ashton Brightmore
- Eddie Karlsson
Junior-Klasse: Toby Shaw dominiert das Heimrennen

In der Junior-Kategorie zeigte Toby Shaw eine Demonstration der Stärke. Drei Läufe, drei Siege – und jeweils mit deutlichem Vorsprung.
Bereits im ersten Rennen gewann Shaw mit über 20 Sekunden Vorsprung. Auch in Final 2 und 3 ließ er nichts anbrennen und setzte sich jeweils souverän durch.
Junior Gesamtwertung Newcastle:
- Toby Shaw
- Fraiser Lampkin
- Manuel Gómez
- Henry Strauß
- Niko Piazza
Mit diesem perfekten Abend übernimmt Shaw die 24MX Leader Plate und reist als Tabellenführer zum Saisonfinale nach Frankreich.
Youth-Klasse: Walczak krönt sich zum Cup-Sieger

Der 15-jährige Wojtek Walczak sicherte sich in Newcastle den Titel im FIM Youth SuperEnduro World Cup.
Sein härtester Konkurrent Connor Watson gewann zwar das erste Finale, doch Walczak konterte im zweiten Lauf mit einem Sieg. Damit war der Titelgewinn perfekt – noch vor dem Saisonfinale in Douai.
Youth Gesamtwertung Newcastle:
- Wojtek Walczak
- Connor Watson
- Luca Kropitsch
- Eneko Martinez
- Max Eppelmann
Deutsche Fahrer in Newcastle

Auch aus deutscher Sicht hatte der SuperEnduro-Grand-Prix in Newcastle einiges zu bieten. Zwar blieb der ganz große Podest-Moment aus, doch mehrere Fahrer präsentierten sich konstant stark – vor allem in der Junior-Kategorie.
Prestige-Klasse: Lettenbichler konstant in den Top 6
Für Manuel Lettenbichler war Newcastle ein Abend der Konstanz. Dreimal Rang sechs in den einzelnen Finals – das bedeutet am Ende auch Gesamtplatz sechs. In einem Feld, das aktuell extrem dicht besetzt ist und in dem jeder kleine Fehler sofort mehrere Positionen kostet, ist das eine solide Leistung. Lettenbichler hielt sich aus größeren Stürzen heraus, fuhr technisch sauber und sammelte wichtige WM-Punkte.
Gerade im Rock Garden und in den engen Holzsektionen zeigte der KTM-Pilot, dass er das Indoor-Tempo der Spezialisten mitgehen kann. Für das große Finale in Frankreich bleibt er damit in Schlagdistanz zu den Top 5 der Gesamtwertung.
Tim Apolle hatte es deutlich schwerer. Mit den Platzierungen 9, 8 und 9 in den drei Läufen beendete er den Abend auf Gesamtrang neun. Vor allem am Start fehlten ihm die entscheidenden Meter, um früh in die Spitzengruppe vorzurücken. In der engen Newcastle-Strecke ist Überholen bekanntermaßen eine Mammutaufgabe – entsprechend schwierig wurde es, verlorene Positionen wieder gutzumachen. Trotzdem brachte Apolle alle drei Finals ins Ziel und sicherte sich wichtige Zähler.
Junior-Klasse: Henry Strauß mit starkem Podiumslauf
Richtig aufhorchen ließ in der Junior-Kategorie Henry Strauss. Mit den Platzierungen 5, 2 und 5 fuhr er auf Gesamtrang vier – und war damit ganz nah dran am Podium.
Besonders beeindruckend: sein zweiter Lauf. Dort arbeitete sich Strauß mit viel Druck nach vorne, fand saubere Linien in den technischen Passagen und sicherte sich Rang zwei. Das war nicht nur ein starkes Ergebnis, sondern auch ein klares Signal im Titelkampf der Junioren.
In den beiden anderen Läufen zeigte er ebenfalls konstante Leistungen in den Top 5. Diese Mischung aus Speed und Stabilität macht ihn zu einem der spannendsten deutschen Nachwuchsfahrer in der Serie.
Felix Bähker belegte mit den Ergebnissen 6, 8 und 10 am Ende Gesamtrang acht. Vor allem im ersten Lauf war er gut unterwegs und hielt lange Anschluss an die Spitzengruppe. Im weiteren Verlauf machte sich jedoch das hohe Tempo bemerkbar – kleine Fehler summieren sich im SuperEnduro gnadenlos. Dennoch: wertvolle Erfahrung auf internationalem Parkett und wichtige Punkte im Gesamtklassement.
Youth-Klasse: Max Eppelmann mit konstantem Top-5-Abend
In der Youth-Kategorie zeigte Max Eppelmann eine bemerkenswerte Konstanz. Dreimal Rang fünf – das bedeutet auch Gesamtplatz fünf in Newcastle.
Gerade in dieser Altersklasse, in der die Leistungsdichte extrem hoch ist und sich die jungen Talente kaum etwas schenken, ist ein solches Ergebnis alles andere als selbstverständlich. Eppelmann hielt das Tempo der Spitzengruppe mit, blieb fehlerfrei und brachte alle Läufe ins Ziel.
ACERBIS Fastest Lap
Prestige: Billy Bolt – 33,620 Sekunden
Junior: Toby Shaw – 36,985 Sekunden
Youth: Connor Watson – 39,702 Sekunden
Finale in Frankreich: Noch offene Entscheidungen

Während Billy Bolt bereits als Weltmeister feststeht, fallen die finalen Entscheidungen in der Junior- und Youth-Wertung am 7. März in Douai, Frankreich.
Newcastle hat einmal mehr gezeigt, warum SuperEnduro aktuell zu den spektakulärsten Hallen-Rennserien weltweit zählt: maximale Intensität, technische Sektionen, kurze Rennen – und keine Zeit zum Durchatmen.
Quelle: Superenduro.org, Fotos von Sport UP Agency

