Extremtag in der Wüste: 883 Kilometer voller Konzentration
Stage 11 war eine der längsten und forderndsten Etappen der diesjährigen Rallye. Insgesamt standen 883 Kilometer auf dem Programm, davon 346 Kilometer Wertungsprüfung, ergänzt durch einen satten 537-Kilometer-Liaison-Abschnitt.
Die Fahrer erwartete eine tückische Mischung aus:
- extrem schnellen Wüstenpisten
- technisch anspruchsvollen Passagen
- Navigation auf höchstem Niveau
- mentaler Belastung über viele Stunden
Ein kleiner Fehler konnte hier schnell mehrere Minuten kosten – genau das sollte sich bei mehreren Topfahrern zeigen.
Edgar Canet: Stark begonnen, kurz verfahren, stark zurückgekommen

Der erst 20-jährige Edgar Canet startete hochmotiviert in den Tag und setzte von Beginn an ein hohes Tempo. Bis Kilometer 156 lag der KTM-Pilot auf zweitschnellster Zeit und hatte den nächsten Etappensieg fest im Visier.
Ein kleiner Navigationsfehler, ausgelöst durch das Folgen anderer Fahrer, kostete ihn jedoch wertvolle Minuten. Doch Canet ließ sich nicht hängen:
- hohes Tempo im zweiten Teil der Prüfung
- starke Linienwahl
- clevere Risikoabwägung
Am Ende stand ein starker dritter Platz, der ihm für die entscheidende zwölfte Etappe eine ausgezeichnete Startposition beschert.
Edgar Canet:
„Ich bin insgesamt sehr zufrieden mit dem Tag. Ich habe voll gepusht, weil ich unbedingt den Etappensieg holen wollte. Der kleine Navigationsfehler war ärgerlich, aber auch eine wichtige Erfahrung. Im zweiten Teil fühlte ich mich extrem stark und konnte wieder viel Zeit gutmachen. Jetzt bleiben wir fokussiert und greifen weiter an.“
Luciano Benavides: Kontrolliert gefahren, wieder ganz vorne

Mit nur 56 Sekunden Rückstand auf die Spitze ging Luciano Benavides in die elfte Etappe – entsprechend hoch war der Druck. Der Argentinier entschied sich für eine clevere, kontrollierte Herangehensweise:
- keine unnötigen Risiken
- saubere Navigation
- konstant hohes, aber sicheres Tempo
Mit Platz vier brachte er seine KTM 450 RALLY souverän ins Ziel und übernahm damit wieder die Gesamtführung – aktuell mit 23 Sekunden Vorsprung auf die Konkurrenz.
Luciano Benavides:
„Es war extrem schnell heute, dazu kamen einige wirklich knifflige Passagen. Ich habe versucht, smart zu fahren und innerhalb meiner Grenzen zu bleiben. Die Abstände sind immer noch minimal, entschieden ist hier noch gar nichts. Wir pushen bis zum letzten Meter.“
Daniel Sanders: Kämpferherz trotz Verletzung
Besonders viel Respekt verdiente sich Daniel Sanders, der angeschlagen in Stage 11 ging. Die schnellen, ruppigen Passagen mit Steinen und Sand setzten dem Australier körperlich massiv zu – vor allem im Bereich des Schlüsselbeins.
Trotzdem:
- konzentrierte Fahrweise
- minimiertes Risiko
- Fokus auf Ankommen
Mit Platz 13 rettete Sanders wichtige Zeit und behauptet weiterhin Rang vier in der Gesamtwertung. Eine beeindruckende Leistung des Dakar-Siegers von 2025.
Daniel Sanders:
„Ich habe heute wirklich jede Bodenwelle gespürt. Sobald es ruppig wurde, ging es ordentlich durchs Schlüsselbein. Aber ich bin froh, weiter im Rennen zu sein. Zwei Tage noch – das Ziel ist klar: durchfahren und ins Ziel kommen.“
Maxi Schek weiter im Rennen

Aus deutscher Sicht ebenfalls erwähnenswert: Maxi Schek beendete die elfte Etappe auf Platz 33. In der Gesamtwertung liegt er aktuell auf Rang 30 und sammelt weiter wertvolle Dakar-Erfahrung.
Ausblick auf Stage 12: Noch ist alles offen
Die zwölfte Etappe, gleichzeitig die vorletzte der Dakar Rally 2026, führt die Fahrer erneut durch abwechslungsreiches Terrain:
- kleine Dünenfelder
- trockene Flussbetten
- schnelle Tracks
Insgesamt warten 720 Kilometer, davon 311 Kilometer Wertungsprüfung. Die Abstände in der Gesamtwertung sind minimal – ein weiterer Tag, an dem sich alles entscheiden kann.
Ergebnisse – Stage 11 (vorläufig)
- Skyler Howes (USA), Honda – 3:09:02
- Adrien Van Beveren (FRA), Honda – +0:21
- Edgar Canet (ESP), KTM – +1:15
- Luciano Benavides (ARG), KTM – +3:37
- Tosha Schareina (ESP), Honda – +4:06
Gesamtwertung nach 11 von 13 Etappen (vorläufig)
- Luciano Benavides (ARG), KTM – 44:48:48
- Ricky Brabec (USA), Honda – +0:23
- Tosha Schareina (ESP), Honda – +15:16
- Daniel Sanders (AUS), KTM – +23:32
- Skyler Howes (USA), Honda – +34:20
Quelle: KTM, Dakar.com
