Teamkollege Daniel Sanders blieb ebenfalls cool, wurde Dritter und holte sich damit die Führung in der Gesamtwertung zurück. Weniger Glück hatte Edgar Canet, der nach starkem Beginn durch einen Defekt am Hinterrad-Mousse massiv Zeit verlor, sich aber trotzdem bis ins Ziel kämpfte.
Marathon-Etappe ohne Hilfe: Material und Kopf entscheidend
Etappe fünf markierte das Ende der Marathon-Stage – und die hatte es in sich. Nach einer Nacht im provisorischen Biwak, komplett ohne externe Hilfe, mussten die Fahrer ihre Motorräder selbst warten. Schrauben, checken, reparieren – alles nach einem harten Fahrtag und mit müden Knochen.
Die nackten Zahlen der Etappe:
- Gesamtdistanz: 414 Kilometer
- Wertungsprüfung: 356 Kilometer
- Untergrund: schnelle Pisten, technische Passagen, anspruchsvolle Navigation
- Schlüsselthemen: Zuverlässigkeit, Reifenmanagement, Konzentration
Gerade die Navigation wurde vielen zum Verhängnis – kleine Fehler konnten sofort Minuten kosten.
Benavides trotz Sturz nicht zu stoppen
Luciano Benavides ging von Beginn an volles Risiko. Schon früh begann er, Zeit auf die vor ihm gestarteten Fahrer gutzumachen. Ein Sturz im hohen Tempo hätte sein Rennen fast beendet – doch der Argentinier hatte Glück: Bike okay, Fahrer okay, weiter ging’s.
Ab Kilometer 240 übernahm Benavides die Führung der Etappe und gab sie nicht mehr ab. Mit sauberer Navigation, konstant hohem Tempo und cleverem Umgang mit den Reifen holte er sich:
- seinen ersten Etappensieg der Dakar 2026
- seinen insgesamt sechsten Dakar-Etappensieg
- knapp sechs Minuten auf den Gesamtführenden aufgeholt
Damit liegt Benavides jetzt auf Rang drei der Gesamtwertung – voll im Titelrennen.
Sanders mit Köpfchen zurück an der Spitze

Für Daniel Sanders stand an Tag zwei der Marathon-Etappe vor allem eines im Fokus: ankommen. Schon früh merkte der Australier, dass seine Reifen stärker gelitten hatten als erwartet. Nach dem ersten Tankstopp war klar: Vollgas wäre ein unnötiges Risiko gewesen.
Sanders passte sein Tempo clever an:
- früh Druck gemacht
- im Mittelteil bewusst Tempo rausgenommen
- Material geschont
- unnötige Risiken vermieden
Das Ergebnis: Platz drei auf der Etappe und die Rückeroberung der Gesamtführung. Ein klassischer Dakar-Tag für Champions – nicht der Schnellste, sondern der Klügste gewinnt am Ende.
Edgar Canet: Blitzstart, dann bitterer Rückschlag
Bis Kilometer 200 lief bei Edgar Canet alles perfekt. Der junge Spanier fühlte sich stark, lag vorne und war voll im Flow. Dann der Rückschlag: Ein Einschlag auf einen Stein beschädigte das hintere Mousse.
Die Folge:
- Reparaturstopp mitten in der Wertungsprüfung
- enormer Zeitverlust
- Zielankunft erst im Dunkeln
Trotzdem: Canet biss sich durch, erreichte das Ziel und sammelte wertvolle Dakar-Erfahrung. Für den 20-Jährigen erst die zweite Dakar – und jede Etappe ist ein Lernprozess.
Maxi Schek

Maxi Schek holt sich auf der heutigen Etappe den 34 Platz.
Ausblick: Etappe 6 wird brutal lang
Morgen wartet mit Etappe sechs der längste Tag der Dakar 2026:
- Start: Ha’il
- Ziel: Riyadh
- Gesamtdistanz: 920 Kilometer
- Wertungsprüfung: 331 Kilometer
- Terrain: sandlastige Dünen im Qassim-Gebiet
Wer im Sand stark ist, kann hier richtig Boden gutmachen – oder alles verlieren. Danach geht es direkt in den wohlverdienten Ruhetag.
Ergebnisse Etappe 5 – Dakar Rally 2026 (Motorräder)
- Luciano Benavides (ARG), KTM – 4:05:16
- Ignacio Cornejo (CHI), Hero – +3:51
- Daniel Sanders (AUS), KTM – +5:50
- Bradley Cox (RSA), Sherco – +7:22
- Ricky Brabec (USA), Honda – +9:16
Gesamtwertung nach 5 von 13 Etappen
- Daniel Sanders (AUS), KTM – 20:58:10
- Ricky Brabec (USA), Honda – +2:02
- Luciano Benavides (ARG), KTM – +5:55
- Tosha Schareina (ESP), Honda – +11:59
- Ignacio Cornejo (CHI), Hero – +18:38
Quelle: KTM
