Mammut-Etappe rund um Wadi Ad-Dawasir fordert volle Konzentration
Die achte Etappe hatte es in sich:
- 721 Kilometer Gesamtdistanz
- davon 483 Kilometer Wertungsprüfung
- schnelle Pisten, tiefer Sand, Dünenfelder und technische Canyons
- dazu ständige Rhythmuswechsel und anspruchsvolle Navigation
Gerade gegen Ende machte starker Wind den Fahrern das Leben extrem schwer. Verwehte Spuren, schlechte Sicht und kaum erkennbare Pisten sorgten für Dakar-typische Bedingungen, bei denen kleinste Fehler sofort Zeit kosten.
Luciano Benavides dominiert von der ersten bis zur letzten WP-Kilometer
Als Sieger der siebten Etappe eröffnete Benavides die Prüfung – eigentlich ein Nachteil. Doch der Argentinier zeigte eindrucksvoll, warum er zu den besten Navigationskünstlern im Rallye-Zirkus zählt.
- 483 km lang von vorne gefahren
- konstant das Tempo erhöht
- 7:28 Minuten Bonuszeit eingesammelt
- am Ende fast fünf Minuten Vorsprung auf Sanders
Damit springt Benavides an die Spitze der Gesamtwertung und setzt ein echtes Ausrufezeichen im Titelkampf.
Luciano Benavides:
„Ich habe heute wirklich alles gegeben. Genau diese schnellen Etappen liegen mir, wenn ich das Roadbook gut lesen und schnelle Entscheidungen treffen kann. Der Wind am Ende war brutal – ich konnte teilweise die Spur gar nicht sehen. Trotzdem war es ein mega starker Tag. In Führung zu liegen fühlt sich großartig an, aber es ist noch ein weiter Weg.“
Daniel Sanders bleibt dran – Sekundenkrimi im Gesamtklassement
Sanders startete als Vierter in die Etappe und hatte ein klares Ziel: Ricky Brabec hinter sich halten. Das gelang – wenn auch hauchdünn.
- nur 12 Sekunden Vorsprung im Ziel auf Brabec
- extrem hohes Tempo über die gesamte Distanz
- Navigation kaum fehlerverzeihend
Durch die volle Bonuszeit für Benavides rutscht Sanders nun auf Gesamtrang zwei, lediglich 10 Sekunden hinter seinem Teamkollegen.
Daniel Sanders:
„Die Etappe war extrem schnell, dadurch war es fast unmöglich, Zeit auf die Spitze gutzumachen. Der Wind am Ende hat das Bike richtig herumgeworfen. Jetzt ist alles extrem eng – aber wir sind voll im Rennen.“
Edgar Canet überzeugt weiter bei seiner Dakar-Premiere
Auch Edgar Canet zeigte erneut eine starke Leistung. Der RallyGP-Rookie kam auf Platz sieben ins Ziel – trotz kleiner Navigationsfehler auf der ultraschnellen Strecke.
- über 400 km allein unterwegs
- schnelle Korrekturen nach Fehlern
- sicherer, konstanter Auftritt
Canet sammelt weiter wertvolle Dakar-Erfahrung und bleibt ein wichtiger Faktor für das KTM-Team.
Edgar Canet:
„Es war ein extrem langer Tag. Ich bin fast die ganze Etappe alleine gefahren. Am Ende kam Daniel dazu und wir haben es sicher nach Hause gebracht. Jetzt Fokus auf Etappe neun.“
Deutscher Blickwinkel: Maxi Schek auf Rang 38

Aus deutscher Sicht beendete Maxi Schek die achte Etappe auf Platz 38. In dem extrem starken Starterfeld zählt jeder fehlerfreie Dakar-Tag – gerade bei diesen Bedingungen.
Ausblick: Start der Marathon-Etappe
Am Dienstag wartet direkt das nächste Highlight:
- erste Hälfte der zweiten Marathon-Etappe
- 541 Kilometer Gesamtdistanz
- 418 Kilometer Wertungsprüfung
- keine externe Hilfe erlaubt
- Übernachtung im Bivouac Refuge
Am Mittwoch geht es weiter Richtung Bisha, wo Fahrer und Teams wieder zusammenfinden. Fehlerfreiheit, Materialschonung und kluge Navigation werden jetzt wichtiger denn je.
Ergebnisse – Etappe 8 (Top 10 & KTM)
Etappe 8 – Wertung:
- Luciano Benavides (ARG), KTM – 4:26:39
- Daniel Sanders (AUS), KTM +4:50
- Ricky Brabec (USA), Honda +5:02
- Tosha Schareina (ESP), Honda +9:47
- Adrien Van Beveren (FRA), Honda +11:56
- Edgar Canet (ESP), KTM +15:06
Gesamtwertung nach 8 von 13 Etappen
- Luciano Benavides (ARG), KTM – 33:18:50
- Daniel Sanders (AUS), KTM +0:10
- Ricky Brabec (USA), Honda +4:47
- Tosha Schareina (ESP), Honda +20:13
- Skyler Howes (USA), Honda +41:06
Quelle: KTM, Dakar.com
