Was für ein Saisonabschluss! Mit dem dritten Lauf am Treuenbrietzener Krähenberg ging der ROCK Oil Enduro Wintercup 2026 unter nahezu perfekten Bedingungen zu Ende. Statt Schnee, Eis und tiefem Wintermatsch wie noch in Jüterbog oder wechselhaften Verhältnissen in Reetz gab es diesmal strahlenden Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen – beste Voraussetzungen für ein würdiges Finale.
Rund 280 Fahrerinnen und Fahrer ließen sich das Saisonhighlight nicht entgehen. Ein stark besetztes Starterfeld, volle Fahrerlager und beste Stimmung sorgten dafür, dass der Krähenberg seine Enduro-Premiere mit Bravour bestand.
Enduro-Premiere am Krähenberg: Neue Strecke, neue Herausforderungen

Das Gelände am Krähenberg ist bislang vor allem für Motocross-Veranstaltungen bekannt. Nun wurde hier erstmals ein Enduro-Wettbewerb ausgetragen – und der hatte es in sich.
Zwar fiel die Runde etwas kürzer aus als bei den beiden vorangegangenen Läufen in Jüterbog und Reetz, doch in Sachen Anspruch stand sie den anderen Events in nichts nach:
- Schnelle Passagen auf der MX-Strecke, die Mut und saubere Linienwahl bei hohem Tempo verlangten
- Ein neu integriertes Waldstück, das mit engen Kurven, technischen Sektionen und wechselndem Untergrund höchste Konzentration forderte
- Sandige Abschnitte, die sich im Tagesverlauf immer weiter ausfuhren
Gerade im Nachmittagslauf zeigte sich, wie sehr sich die Strecke veränderte. Im Sand entstanden tiefe Spurrillen. Wer hier die Linie verlor, büßte Sekunden ein oder musste ordentlich Kraft investieren, um das Bike wieder sauber in die Spur zu bringen. Gefühl am Gas, Körperspannung und vorausschauendes Fahren waren jetzt entscheidend.
Die Kombination aus Technik im Wald, Kraftakt im Sand und Highspeed auf den MX-Teilen machte das Finale zu einer echten Gesamtprüfung für Mensch und Maschine.
Spannende Entscheidungen im Vormittagslauf

Bereits am Morgen wurde klar: Der neue Kurs ist alles andere als ein Selbstläufer. Über 120 Starter gingen ins Rennen – und lieferten sich in nahezu allen Klassen intensive Positionskämpfe.
85ccm: Enger Dreikampf bis zum Schluss
In der 85ccm-Klasse entwickelte sich ein packendes Rennen.
- Paul Wirth setzte sich am Ende durch
- Dahinter folgten Lou Wohlhaupt und Enrik Hoffmann
- Alle drei lagen lange Zeit in Schlagdistanz
Hier entschied nicht nur Tempo, sondern vor allem Konstanz und fehlerfreies Fahren im technischen Waldstück.
Klasse 9: Ziegler behält die Nerven
In der Klasse 9 sicherte sich Mark Ziegler den Sieg vor Philipp Mika und Sebastian Schlecht. Ein kontrolliertes Rennen und saubere Linien machten den Unterschied.
Damen: Bittner mit souveränem Auftritt
Bei den Damen zeigte Julia Bittner einmal mehr ihre Klasse. Mit 13 gefahrenen Runden gewann sie souverän vor Lara Otto und Stefanie Sonnenberg. Eine starke Saisonleistung, die sie auch im Finale eindrucksvoll bestätigte.
Junioren: Drama im Titelkampf

Besonders viel Spannung herrschte in der stark besetzten Juniorenklasse:
- Georg Rühle nutzte seine Chance und gewann mit konstant starker Leistung
- Lasse Woschke und Oskar Jaeschke machten bis zum Ende Druck
- Bitter hingegen: Karl Rink und Erwin Raue mussten mit technischen Defekten aufgeben
Damit waren zwei Titelanwärter frühzeitig aus dem Meisterschaftsrennen ausgeschieden – ein harter Schlag im entscheidenden Saisonlauf.
Senioren: Erfahrung zahlt sich aus

In der Senioren Ü40 setzte sich Daniel Hänel durch. Er gewann vor Thomas Frank und Dirk Peter und markierte zudem eine der schnellsten Einzelrunden des Vormittags.
Bei den Senioren Ü55 triumphierte Enrico Ryl vor Mario Süßmuth und Mirko Heine. Gerade hier zeigte sich, wie wichtig clevere Renneinteilung und saubere Linienwahl auf dem technisch anspruchsvollen Kurs waren.
Nachwuchs kämpft sich durch tiefen Sand
Auch im Kinderrennen wurde deutlich: Perfekte Wetterbedingungen bedeuten nicht automatisch einfache Streckenverhältnisse. Mit jeder Runde arbeiteten sich tiefere Spuren in den Sand.
50ccm: Gohlke dominiert
- Melvin Gohlke gewann mit acht Runden in 33 Minuten
- Louis Heinrich und Karl König folgten mit jeweils sechs Runden
65ccm: Sekundenkrimi an der Spitze
In der 65ccm-Klasse lieferten sich die Führenden ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen:
- Jannis Baum gewann mit elf Runden in 31 Minuten
- Dylan Kummrow folgte nur wenige Sekunden dahinter
- Matilda Jani belegte mit ebenfalls elf Runden Rang drei
Beeindruckend: Einzelrundenzeiten von unter drei Minuten.
PW50: Mut der Jüngsten

Bei den PW50 gewann Lucien Engel vor seinem Bruder Jonathan Engel. Eddi Melde komplettierte das Podium. Angesichts tiefer Rillen und geringer Motorleistung eine bemerkenswerte Leistung.
Nachmittagslauf: Huster krönt sich am Krähenberg

Im entscheidenden Lauf standen die Sportfahrer sowie die Klassen E1 bis E3 im Fokus – und damit auch die Titelentscheidungen.
Ein Top-Favorit fehlte: Felix Melnikoff musste krankheitsbedingt passen. Damit war der Weg frei für neue Konstellationen an der Spitze.
Sportfahrer: Huster setzt das Ausrufezeichen
Paul-Erik Huster ließ nichts anbrennen:
- 18 Runden
- Gesamtzeit: 1:59:55 Stunden
- Schnellste Runde: 6:23 Minuten
Eine beeindruckende Vorstellung, mit der er sich den Tagessieg sicherte.
Felix Bopp, beim Finale erstmals auf einer Beta unterwegs, belegte ebenfalls mit 18 Runden Rang zwei. Daniel Mörbe komplettierte das Podium.
E1: Szebrat erneut vorn
In der E1 gewann Nico Szebrat mit 17 Runden vor Noah Rübesamen und Chris Burkhardt.
E2: Skoppek setzt sich durch
Dino Skoppek entschied die E2 für sich. Hinter ihm landeten Dario Haker und Antonio Weilmünster.
E3: Raimann bestätigt seine Form
In der E3 sicherte sich Leon Raimann den Sieg vor Kurt Schubert und Tino Bauer.
Mit 123 Startern im Nachmittagslauf unterstrich auch dieser Rennblock die enorme Resonanz beim Finale.
Meisterehrung: Huster folgt auf Kossak

Nach Rennende folgte die große Meisterehrung. Mit konstant starken Leistungen über alle drei Läufe sicherte sich Paul-Erik Huster den Gesamtsieg im ROCK Oil Enduro Wintercup 2026.
Er tritt damit die Nachfolge von Vorjahressieger Janik Kossak an und krönt sich verdient zum Wintercup-Champion.
Die vollständigen Meisterschaftsstände der Saison 2026 sind online abrufbar:
https://enduro-wintercup.de/meisterschaftsstaende-saison-2026/
Alle Infos zur Serie gibt es unter:
www.enduro-wintercup.de
Fazit: Ein Wintercup mit allen Facetten des Enduro-Sports
Vom Wintereinbruch in Jüterbog über wechselhafte Bedingungen in Reetz bis hin zum sonnigen Finale in Treuenbrietzen – die Saison 2026 bot alles, was den ROCK Oil Enduro Wintercup auszeichnet:
- Extreme Wetterbedingungen
- Technisch anspruchsvolle Strecken
- Enge Meisterschaftsentscheidungen
- Starke Teilnehmerfelder in allen Klassen
Ein würdiger Abschluss am neuen Standort Krähenberg – und definitiv Vorfreude auf die nächste Saison.
Quelle: Denis Günther, Fotos von Michel238pic/Michel Kuchel

