Bei der Dakar Rally 2026 in Saudi-Arabien hat Tosha Schareina ein echtes Ausrufezeichen gesetzt. Der Spanier aus dem Team Monster Energy Honda HRC sicherte sich auf der dritten Etappe seinen ersten Tagessieg bei der diesjährigen Dakar – und führte Honda damit zu einem starken One-Two-Erfolg.
Etappe 3: Anspruchsvoller 421-km-Loop rund um AlUla
Die dritte Wertungsprüfung führte die Fahrer auf einer 421 Kilometer langen Schleife rund um das Biwak AlUla. Die spektakuläre Landschaft mit ihren tiefen Canyons sah zwar traumhaft aus, stellte die Rallye-Elite aber vor massive Herausforderungen.
Die Strecke bot eine brutale Mischung aus:
- tiefem Sand
- scharfkantigem Geröll
- felsigen Passagen
- schnellen Schottersektionen
Besonders knifflig: die Navigation auf den Hochplateaus. Durch vorherige Regenfälle waren viele Spuren komplett verschwunden, das Roadbook wurde zum entscheidenden Faktor. Wer hier Tempo und Präzision nicht perfekt kombinierte, verlor schnell Minuten.
Schareina dreht auf – trotz Sturz zum souveränen Sieg

Nach einem eher verhaltenen Auftakt in die Dakar-Woche meldete sich Schareina eindrucksvoll zurück. Trotz eines kleinen Sturzes ließ sich der Honda-Pilot nicht aus dem Konzept bringen. Nach kurzem Aufrappeln drückte er auf seiner Honda CRF450 RALLY weiter kompromisslos an.
Das Ergebnis:
- Tagessieg mit über zwei Minuten Vorsprung
- dritter Dakar-Etappensieg seiner Karriere
- emotionaler Erfolg in AlUla – exakt dort, wo er auch seinen ersten Dakar-Sieg gefeiert hatte
In der Gesamtwertung schiebt sich Schareina damit auf Platz drei nach vorne und liegt nur 1:13 Minuten hinter der Spitze.
Ricky Brabec komplettiert den Honda-Doppelerfolg
Teamkollege Ricky Brabec ging hochmotiviert in die Etappe. Der zweifache Dakar-Sieger wusste, dass Bonussekunden entscheidend sein könnten. Schritt für Schritt arbeitete er sich an die Spitze heran und startete auf der finalen Geraden eine letzte Attacke – mit Schareina als Hauptkonkurrenten.
Am Ende stand:
- Platz zwei auf der Etappe
- wertvolle Bonussekunden
- ein perfekter Honda-Doppelsieg
In der Gesamtwertung liegt Brabec nun nur 1:07 Minuten hinter Daniel Sanders, Schareina folgt weitere fünf Sekunden dahinter. Brisant: Beide Honda-Fahrer eröffnen die nächste Etappe.
Weitere Honda-Piloten: Konstanz und Aufholjagd
Skyler Howes stabil in den Top 5
Skyler Howes zeigte erneut eine starke, konstante Leistung. Platz fünf, nur viereinhalb Minuten hinter der Spitze – trotz schwieriger Navigation im letzten Teil der Etappe. Gesamt liegt er auf Rang sechs und hat die Top 5 fest im Blick.
Adrien Van Beveren kämpft sich zurück
Für Adrien Van Beveren lief es weniger rund. Ein Navigationsfehler kostete viel Zeit, am Ende blieb Platz acht. Dennoch: Der Franzose ist bekannt dafür, sich nach schwierigen Starts zurückzukämpfen – bei zwei seiner bisherigen Dakar-Podestplätze begann die Rallye ähnlich holprig.
Blick voraus: Marathon-Etappe 4 wird zum Schlüsselstück
Jetzt wird es richtig ernst: Etappe 4 ist die erste Marathon-Etappe der Dakar 2026.
- 451 Kilometer gegen die Uhr
- keine externe Hilfe erlaubt
- Fahrer müssen ihre Motorräder selbst warten
Hier zählen nicht nur Speed und Navigation, sondern auch mechanische Schonung, Reifenmanagement und mentale Stärke. Nach der Ankunft im Marathon-Biwak heißt es Schrauben statt Service-Truck – ein echter Härtetest, der das Klassement kräftig durcheinanderwirbeln kann.
Stimmen zum Tag – Tosha Schareina
„Es war nicht einfach, wieder viele Steine und extrem schwierige Navigation. Die Strategie war klar: gewinnen – und das haben wir geschafft. Aber das ist erst der Anfang. Morgen starten wir vorne, beim Marathon müssen wir besonders auf Reifen, Motorrad und uns selbst achten. Ich fühle mich gut positioniert.“
Maxi Schek auf Platz 29 – solide Leistung vor der Marathon-Etappe

Auch aus deutscher Sicht gibt es Positives von der dritten Etappe zu berichten: Maxi Schek beendete den anspruchsvollen Tag auf Rang 29 und sammelte damit weitere wichtige Dakar-Kilometer.
Die Bedingungen hatten es auch für ihn in sich. Viel Gestein, jede Menge Staub und dazu zahlreiche Autos auf der Strecke, die das Überholen nicht gerade einfacher machten. Trotzdem überwog am Ende ganz klar der Spaßfaktor – ein gutes Zeichen nach einem langen und kräfteraubenden Tag im Sattel.
Mit Blick auf die bevorstehende Marathon-Etappe zeigt sich Schek hochmotiviert und selbstbewusst. Ohne fremde Hilfe, nur mit dem eigenen Werkzeug und einer ordentlichen Portion Durchhaltevermögen, wartet nun eine der härtesten Prüfungen der Rallye.
„Steinig, staubig und viele Autos unterwegs heute, aber trotzdem ein Riesenspaß! Morgen geht’s zur Marathonetappe – Bike und ich sind bereit, los geht’s!“ 🔥🤙🏻
Ein klares Statement: Maxi Schek ist bereit für den nächsten großen Dakar-Härtetest.
Ergebnisse
RallyGP – Ergebnis Etappe 3 (Top 10)
- Tosha Schareina (Honda) – 04:26:39
- Ricky Brabec (Honda) + 2:17
- Daniel Sanders (KTM) + 3:28
- Luciano Benavides (KTM) + 4:30
- Skyler Howes (Honda) + 6:32
- José Ignacio Cornejo Florimo (Hero) + 9:52
- Ross Branch (Hero) + 10:38
- Edgar Canet (KTM) + 11:44
- Adrien Van Beveren (Honda) + 12:45
- Martin Michek (KTM) + 20:02
RallyGP – Gesamtwertung nach Etappe 3
- Daniel Sanders (KTM) – 12:12:31
- Ricky Brabec (Honda) + 1:07
- Tosha Schareina (Honda) + 1:13
- Edgar Canet (KTM) + 8:46
- Luciano Benavides (KTM) + 11:06
- Ross Branch (Hero) + 14:56
- Skyler Howes (Honda) + 15:41
- José Ignacio Cornejo Florimo (Hero) + 20:01
- Adrien Van Beveren (Honda) + 23:26
- Martin Michek (KTM) + 48:22
