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Mario Roman – der spanische HardEnduro-Star geht seinen eigenen Weg

Mario Roman

Nach zehn Jahren als Werksfahrer im Extreme-Enduro-Sport schlägt Mario Roman ein komplett neues Kapitel auf. Der Spanier, geboren am 17. Januar 1990 in Madrid, gehörte über ein Jahrzehnt zu den absoluten Aushängeschildern der internationalen HardEnduro-Szene. Seine Karriere begann 2016 beim Team Husqvarna Rockstar, ehe er von 2017 bis 2025 das Gesicht des Sherco Factory Racing Team war.

Ab der Saison 2026 ist damit Schluss. Mario Roman geht seinen eigenen Weg – ohne Werksteam, ohne starre Vorgaben, dafür mit maximaler Freiheit und einem komplett eigenen Rennprojekt.

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Abschied von Sherco: Freiheit wichtiger als Sicherheit

Neun Jahre Sherco, neun Jahre voller Erfolge, Vertrauen und sportlicher Highlights. Roman betont mehrfach, wie gut das Verhältnis zum Team war – technisch wie menschlich. Dennoch reifte über die Jahre eine Erkenntnis, die letztlich den Ausschlag gab: fehlende Unabhängigkeit.

Vor allem im Bereich Sponsoring fühlte sich der Spanier zunehmend eingeschränkt. Als Factory-Fahrer ist man an klare Regeln gebunden:

  • Helm-Designs sind vorgegeben
  • persönliche Sponsoren kaum integrierbar
  • individuelle Deals oft nicht möglich

Ein konkretes Beispiel machte für Roman alles deutlich: Ein wichtiger persönlicher Sponsor wollte seinen Helm gestalten – die Anfrage wurde abgelehnt. Große Namen dürfen ihre Farben zeigen, kleinere Partner nicht. Für Roman ein Ungleichgewicht, das im HardEnduro besonders schwer wiegt.

„Unser Sport ist klein, die Budgets sind begrenzt. Wenn ein Fahrer Unterstützung findet, sollte er diese auch zeigen dürfen.“

Gerade weil Roman stark in Social Media, Content und Eigenvermarktung investiert hat, wurde diese Einschränkung immer mehr zum Problem.


Entscheidung bei der EICMA: Ein sauberer Schnitt

Der finale Wendepunkt kam bei der EICMA. Sherco bot eine Vertragsverlängerung an, Roman stellte im Gegenzug klare Forderungen in Bezug auf Sponsor-Freiheiten und Ausstattung. Am Ende stellte sich heraus: Die Vorstellungen waren nicht vereinbar.

Die Trennung erfolgte einvernehmlich und respektvoll – und öffnete die Tür für ein Projekt, das Roman schon lange im Kopf hatte.


MR74 Racing Team – 100 % Mario Roman

Mit dem MR74 Racing Team erfüllt sich Mario Roman einen lang gehegten Traum: ein Team, das komplett nach seinen Vorstellungen funktioniert – sportlich, organisatorisch und medial.

Die Sponsoren des MR74 Racing Team

Ein breit aufgestelltes Partnernetzwerk unterstützt das Projekt:

  • Fastos
  • Airscreen
  • Nordica
  • POD
  • Furia
  • Plews Tyres
  • OnlyFans
  • S3 Parts
  • Gaerne
  • Insta360
  • TSP
  • Rutherford
  • Onegripper
  • Galfer
  • Polisport
  • Southgreen
  • Specialized

Das Motorrad

Als Basis dient eine Husqvarna-Enduro, allerdings ohne offizielles Werksengagement. Setup, Entwicklung und Rennbetrieb liegen vollständig in eigener Verantwortung – ein klares Statement für Unabhängigkeit.


Motivation mit 35 Jahren? Absolut kein Thema

Mit 35 noch einmal alles neu aufziehen? Für Roman kein Risiko, sondern eine Chance:

  • körperlich topfit
  • mental fokussiert
  • ungebrochene Leidenschaft

„Solange ich mich gut fühle und konkurrenzfähig bin, fahre ich auf Sieg.“

Diese Einstellung erklärt, warum Roman weiterhin zur absoluten Weltspitze im Hard Enduro gehört.


Saison 2025: Solide, aber unter Wert

Die Saison 2025 beendet Roman auf Gesamtrang vier. Ein gutes Ergebnis – aber aus seiner Sicht nicht das Maximum:

  • Platz zwei wäre realistisch gewesen
  • nur 22 Punkte Rückstand auf Billy Bolt

Entscheidende Rückschläge:

  • Valleys Extreme (UK): Defekt an der Gabel im letzten Umlauf
  • Abestone: Ausfall durch Elektrikproblem

HardEnduro bleibt ein Sport, in dem Technik, Glück und Timing eine enorme Rolle spielen.


Kritik am neuen HardEnduro-Promoter

Seit 2025 wird die WM von Hard Enduro Promotions Marketing Management LLC (HEP) organisiert. Roman sieht die Bemühungen, spart aber nicht mit Kritik:

  • sehr späte Übernahme vor Saisonstart
  • deutlicher Sichtbarkeitsverlust nach dem Red-Bull-Ausstieg
  • Sicherheitsbedenken der Fahrer werden oft ignoriert

Ein zentrales Beispiel ist der Start beim ErzbergRodeo. Jährlich fordern die Topfahrer eine Bewässerung des Startbereichs, um Staub und Blindfahrten zu vermeiden – bislang ohne Erfolg.

Auch wirtschaftlich sieht Roman dringenden Handlungsbedarf:

  • Startgebühren für alle Fahrer
  • kaum oder kein Preisgeld
  • Ausnahme: Red Bull Romaniacs

FIM-Reglement: Gute Absicht, fragwürdige Umsetzung

Der Vergleich mit früheren Einzel-Events fällt aus Fahrersicht ernüchternd aus:

  • früher: Startgelder, Hotel, Reisekosten
  • heute: mehr Regeln, weniger Support

Besonders kritisch sieht Roman das neue Camelbak-Verbot am Helm ab 2026:

„Jetzt muss ich zum Trinken eine Hand vom Lenker nehmen – das erhöht das Risiko.“


OnlyFans als Sponsor: moderner Partner statt Tabu

Ein Sponsor, der polarisiert: OnlyFans. Roman stellt klar, dass die Plattform längst mehr ist als ihr Ruf:

  • Sport-Content und On-Demand-Formate
  • Engagement bei Dakar, Moto2, Moto3 und NASCAR
  • Kontakt entstand über einen Profiboxer

Für Roman ist die Zusammenarbeit zeitgemäß, international und professionell.


Ausblick 2026: Volles Programm und große Überraschung

Für die Saison 2026 plant Mario Roman:

  • alle Läufe der HardEnduro-Weltmeisterschaft
  • ausgewählte internationale Top-Events
  • Fortführung der MR74 Academy
  • Nachwuchsarbeit mit dem Sorry Bro Junior Team

Besonders freut er sich auf zwei WM-Läufe in Italien, unter anderem bei Wild Woods Extreme und Abestone.

Und dann kündigt Roman noch etwas an:

„In einer Woche gibt es eine riesige Überraschung auf meinen Social-Media-Kanälen.“


Fazit: Ein mutiger Schritt mit Signalwirkung

Mit dem MR74 Racing Team verlässt Mario Roman bewusst die Komfortzone. Weg vom sicheren Werksteam, hin zu Eigenverantwortung, Freiheit und maximaler Kontrolle über die eigene Karriere.

Quelle: Mario Roman YT, EnduristaMagazine.com

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