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Benzin im Blut: Die Felix Melnikoff Kolumne #57

Felix Melnikoff Kolumne

Mit Dahlen stand für mich beim Auftakt der Internationalen Deutschen Enduro Meisterschaft das erste Enduro-Rennen nach meiner schweren Verletzung im letzten Jahr an. Dabei habe ich schnell gemerkt, dass der Wiedereinstieg ehrlicher ist, als man es sich vorher wünscht. Umso mehr geht es jetzt darum, Schritt für Schritt wieder in den Rhythmus zu finden.

SAISONAUFTAKT – schwieriger Start beim ersten Lauf der DEM in Dahlen

Natürlich hatte ich mir für meinen Einstieg in Dahlen ein bisschen mehr erhofft. Aber so einfach wieder genau an dem Punkt anzusetzen, an dem man vor der Verletzung aufgehört hat, ist es eben nicht. Gerade im Rennen merkt man, dass es nicht nur um Fitness geht, sondern auch um Gefühl, Rhythmus und Vertrauen auf dem Motorrad.

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Genau das hat mir in Dahlen stellenweise noch gefehlt. Es fiel mir schwer, richtig in den Flow zu kommen. Ich habe die Strecke im Kopf eher in einzelne Abschnitte zerlegt, anstatt sie komplett im Fluss zu fahren. Dadurch war es nicht leicht, meinen Rhythmus zu finden, und genau das kostet am Ende eben Zeit.

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Dazu kam dann auch noch richtig Pech mit der Technik. Relativ früh im Rennen ist mir der Stoßdämpfer quasi explodiert. Der Ausgleichsbehälter ist mit einem riesigen Knall weggeflogen und war danach auch nicht mehr auffindbar. In der langen Prüfung in Meltewitz musste ich mich dann irgendwie nur noch ins Ziel retten. Das hat mich extrem viel Zeit gekostet und mich auch komplett aus dem Konzept gebracht.

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So konnte ich auf keinen Fall die Zeiten fahren, die ich mir vorgenommen hatte. Dahlen war deshalb sicher nicht der Einstieg, den ich mir gewünscht habe. Aber es war eine ehrliche Standortbestimmung. Ich habe gemerkt, dass der Weg zurück eben doch noch ein Stück länger ist und mir im Rennen noch ein bisschen der letzte Rhythmus fehlt.

RENNPRAXIS – ausgebremst beim Motocross in Hänchen

Für mich war direkt klar, dass ich an meiner Schnelligkeit arbeiten will und vor allem daran, meinen alten Speed wiederzufinden. Gerade die Kurvengeschwindigkeit ist ein Punkt, den ich im Moment wieder deutlich verbessern möchte.
Deshalb war die Idee, in den nächsten Wochen so viele Motocross-Rennen wie möglich mitzunehmen. So bin ich am Ostermontag bei meinem Heimatverein MSC Hänchen in der Landesmeisterschaft MX2 Berlin-Brandenburg gestartet. Das Fahrerfeld war richtig stark und gut besetzt. Da wir dort gemeinsam mit den Seitenwagen und Quads auf einer Strecke gefahren sind, kamen die Bedingungen dem Enduro sogar ziemlich nahe.

Daniel Daja – Crazy Hero Actionphotography

Schon im Zeittraining konnte ich sehen, dass ich vorne mithalten kann. Das war für mich erstmal ein gutes Zeichen. Im ersten Lauf hatte ich einen soliden Start und konnte mir am Ende P5 sichern. Im zweiten Lauf hatte ich dann sogar einen richtig starken Start und kam als Zweiter in die erste Kurve. Dort wurde es aber ziemlich eng und ich wurde hart ausgebremst, sodass ich mich plötzlich am Ende des Fahrerfeldes wiedergefunden habe.

Daniel Daja – Crazy Hero Actionphotography
Daniel Daja – Crazy Hero Actionphotography

Also hieß es wieder: aufholen und kämpfen. Für die Platzierung war das natürlich nicht ideal, aber es hat trotzdem richtig Spaß gemacht, mich wieder nach vorne zu arbeiten und einen Fahrer nach dem anderen zu überholen. Die Strecke hat allerdings nicht viele gute Überholmöglichkeiten hergegeben, deshalb war das gar nicht so einfach. Am Ende wurde es P8 im zweiten Lauf und Gesamtplatz 6. Damit war ich auf jeden Fall zufrieden. Vor allem war es für mich ein richtig gutes Training und genau das, was ich in meiner aktuellen Situation brauche.

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AUFHOLJAGD- gutes Training bei der MX2 LM in Bensdorf

Weil mir das Rennen in Hänchen so viel gebracht hat und ich gemerkt habe, wie gut mir diese Einsätze gerade tun, sind wir direkt auch noch zum zweiten Lauf der Motocross-Landesmeisterschaft nach Bensdorf gefahren. Dort bin ich schon früher zu 65er Zeiten Motocross-Rennen gefahren. Deshalb war das für mich auch ein Ort, mit dem ich viele Erinnerungen verbinde.

Bild privat

Vom Ablauf her war es fast schon ähnlich wie in Hänchen. Im ersten Lauf lief es ganz ordentlich. Im zweiten Lauf hatte ich dann sogar fast den Holeshot und bin als Erster in die Kurve gegangen. Das war natürlich erstmal ein richtig gutes Gefühl. Leider wurde ich dort dann von hinten ziemlich hart angeschoben und stürzte und plötzlich fuhr das komplette Fahrerfeld wieder an mir vorbei.
Diesmal hatte ich also 39 Fahrer vor mir, die in die erste Runde gegangen sind. Im tiefen Sand war das richtig anstrengend. Gleichzeitig hat es mir aber auch wieder viel gebracht. Da es auf der Strecke nur wenige Stellen gab, an denen man sauber überholen konnte, hat die Aufholjagd natürlich etwas gedauert. Bis zum Ende des Rennens konnte ich mich aber noch bis auf P11 nach vorne kämpfen.

Bild privat

Genau solche Rennen helfen mir im Moment enorm. Ich merke, dass ich von Rennen zu Rennen wieder ein Stück Schnelligkeit dazugewinne. Vor allem merke ich aber auch, dass der Spaß am Fahren gerade richtig zurückkommt. Und das ist für mich ein ganz wichtiger Punkt. Ich denke, dass dieses Motocross-Training im Moment genau das Richtige ist für das, was jetzt vor mir liegt.

VOLL IM BILD – Daniel Daja Fotoshooting

Zwischendurch gab es dann auch noch etwas, das einfach immer wieder richtig cool ist: ein Fotoshooting mit Daniel Daria von Crazy Hero Action Fotografie. Dabei entstehen jedes Mal starke und kreative Bilder und ich bin dafür wirklich super dankbar.
Daniel war auch in Hänchen mit an der Strecke und hat dort wieder richtig gute Fotos gemacht. Wenn es um Action-Fotografie und kreative Motorsportbilder geht, ist er für mich ganz klar die Nummer eins. Daher an dieser Stelle einfach mal ein großes Dankeschön für den Support. Von dem Shooting werdet ihr auf jeden Fall noch einiges in den nächsten Kolumnen sehen.

Bild privat

IM FOCUS – Enduro EM Vorbereitung und 2. Semester

Natürlich kann ich im Moment nicht nur Motocross fahren. Ende April steht schon der erste Lauf der Enduro-Europameisterschaft in Ungarn an und dafür muss ich im Enduro natürlich genauso weiterarbeiten. Deshalb habe ich auf meiner Heimstrecke noch einmal gezielt ein paar Hindernisse trainiert und zusätzlich steht auch noch ein kleines Training mit Dennis an. Ich möchte dort einfach so gut vorbereitet wie möglich an den Start gehen.
Ich glaube, dass das in diesem Jahr eine richtig coole Europameisterschaft werden kann. Es werden einige deutsche Fahrer mit dabei sein, und deshalb denke ich, dass wir dort eine starke Truppe am Start haben werden. Solche Wochenenden sind sportlich immer spannend, aber gerade mit einer guten Mannschaft machen sie natürlich noch einmal mehr Spaß.
Parallel dazu hat jetzt auch wieder mein Studium begonnen. Im zweiten Semester musste ich mir erstmal wieder einen guten Stundenplan zusammenbauen, aber inzwischen bin ich auch dort wieder gut angekommen. Ich habe richtig coole Kurse gefunden und freue mich, dass ich mit dem Sportstudium in viele verschiedene Bereiche reinschnuppern kann. Genau das macht das Ganze für mich im Moment auch neben dem Rennsport richtig spannend.

Daniel Daja – Crazy Hero Actionphotography

AUSBLICK

Im Moment arbeite ich an allem gleichzeitig: an meiner Form, an meiner Schnelligkeit und daran, wieder komplett in meinen Rennrhythmus reinzukommen. Der Saisonstart hat mir ehrlich gezeigt, dass noch Arbeit vor mir liegt. Aber ich merke genauso, dass ich auf dem richtigen Weg bin und dass mit jedem Rennen wieder mehr Gefühl, mehr Speed und mehr Sicherheit zurückkommen.
Jetzt freue ich mich riesig auf den ersten Lauf der Enduro-Europameisterschaft in Ungarn. Wie es dort gelaufen ist, erzähle ich euch dann in meiner nächsten Kolumne.

Bis dahin, Euer Felix

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