Es ist und bleibt eine verrückte Saison in der Enduro-WM. Nach dem Staubtrockenen Grand Prix von Marokko und dem Regenchaos in Portugal folgte nun der nächste, eher ungewöhnliche WM-Lauf in Griechenland. Ungewöhnlich deshalb weil man Griechenland nicht unbedingt mit schlechtem Wetter verbindet. So geschehen allerdings am vergangenen Wochenende, denn pünktlich zum Start des dritten Grand Prix der laufenden Saison setzte heftiger Regen ein.

Damit war schon der Super Test am Freitag keine leichte Aufgabe für die WM-Piloten. Der technische und ohnehin schon schwierige Kurs wurde durch den Regen deutlich verschärft. Nachdem der Franzose Loic Larrieu die schnellste Zeit sein eigen nennen durfte, konnte Alex Salvini einen drauf setzten und unterbot Larrieu´s Zeit knapp. Doch auch Salvini sollte nicht als Sieger des Auftakts in Griechenland hervor gehen, sondern Mathias Bellino. Der Husqvarna-Werkspilot legte einen fehlerfreien Lauf hin und blieb sogar unter der Schallmauer von 2’10 Minuten. Sein direkter Konkurrent Matt Phillips patzte und wurde mit fast einer Sekunde Rückstand Zweiter.

Mathias Bellino so schlecht wie schon lange nicht mehr

Mathias Bellino so schlecht wie schon lange nicht mehr


Die folgenden Wertungstage dominierte jedoch keiner dieser beiden Favoriten. Vor allem der sonst so souveräne Mathias Bellino fand nach zahlreichen Stürzen sowohl am Samstag als auch am Sonntag absolut keinen Rhythmus und lies mit den Plätzen 9 und 19 mächtig Federn in der Gesamtwertung. Bellino kommentierte das Wochenende als „schlechtestes Ergebnis seit einer sehr langen Zeit“. Doch auch WM-Spitzenreiter Matt Phillips machte keine gute Figur. Dem Australier lag der schwierig zu fahrende, nasse griechische Boden scheinbar weniger. Das schlug sich auch im Ergebnis des Sherco-Piloten nieder. Am Samstag reichte es für Phillips zwar nach einem Fehler im Abschlusstest noch zu Platz 3 der EnduroGP-Klasse, während er am Sonntag auf Position 5 gelistet wurde. Die EnduroGP scheint in diesem Jahr eigene Gesetze zu haben, denn erneut tauchte keiner der hoch gehandelten Protagonisten ganz oben auf dem Treppchen auf. Eero Remes bestimmt seit Saisonbeginn das Geschehen in der Klasse E1, nun gelang ihm sein erster Gesamtsieg! Sowohl am Samstag als auch am Sonntag gab es für den Finnen kein halten mehr. Zurückhaltend startete der TM-Fahrer am Samstag und steigerte sein Tempo stetig um am Tagesende als strahlender Sieger hervorzugehen. Die Konkurrenz wusste nicht so recht wie ihr geschah, denn Remes blies auch am Sonntag zum Generalangriff und eröffnete den Tag mit 3 Bestzeiten. Selbst als sich der Defektteufel an seiner Gabel bemerkbar machte, behielt Remes die Nerven und gewann auch am Sonntag. „Ich dachte, das Motorrad fühlt sich aufgrund der abtrocknenden Strecke anders an, aber irgendetwas ist in der zweiten Runde an der Gabel gebrochen“, beschrieb der Finne die Situation am Sonntag. „Zum Glück hat es trotzdem zum Gesamtsieg gereicht“, so Remes weiter.
Nathan Watson kommt immer besser in Fahrt

Nathan Watson kommt immer besser in Fahrt


Stark unterwegs auch Nathan Watson. KTM-Profi konnte von seiner Motocrosserfahrung profitieren und kommt in der Enduro-WM immer besser in Fahrt. Trotz der schwierigen Bedingungen gelang dem Briten am Samstag der zweite Platz in der Gesamtwertung. Am gestrigen Sonntag nahm Johnny Aubert diesen Part ein und wurde sensationeller Zweiter. Mit Loic Larrieu stand ein weiterer Überraschungskandidat auf dem Stockerl. Der Yamaha-Pilot bescherte sich und seinem Team das bis dato beste Ergebnis der laufenden Saison.

Für Edward Hübner lief es ebenfalls etwas runder als in Marokko und Portugal. Der Sachse platzierte sich am Samstag mit Platz neun unter den Top-10 seiner Klasse. Am Sonntag ging es noch ein Stück weiter nach vorn, denn mit Rang 7 erreichte Eddi sein bisheriges Spitzenergebnis.

Die nächste WM-Station ist Finnland, dort rollen die Fahrer am 11. und 12. Juni von der Startrampe.

Highlights Tag 1:

Highlights Tag 2:

Fotos: Future7Media