Das große Saisonfinale der IGE und des ADAC CC Enduro Cup West 2026 hatte noch einmal alles zu bieten, was das Enduro-Herz höherschlagen lässt: spannende Zweikämpfe, tiefe Spurrillen, taktische Entscheidungen und jede Menge Rennaction. Am 17. und 18. Oktober trafen sich die Fahrer im hessischen Mernes, um beim letzten Rennwochenende des Jahres noch einmal wichtige Meisterschaftspunkte einzufahren. Neben den regulären Wertungsläufen sorgte ein Nachtenduro für ein besonderes Highlight.
Saisonfinale 2026: IGE und ADAC CC Enduro Cup West zurück in Mernes
Bereits zum Saisonauftakt waren die Fahrer der IGE und des ADAC CC Enduro Cup West in Mernes nahe Bad Soden-Salmünster zu Gast. Nun kehrten sie am Wochenende vom 17. bis 18. Oktober 2026 an den gleichen Austragungsort zurück, um das große Saisonfinale auszutragen.
Doch wer glaubte, die Strecke bereits aus dem Frühjahr zu kennen, wurde schnell eines Besseren belehrt. Für den letzten Lauf des Jahres hatten sich die Verantwortlichen einiges einfallen lassen und den Streckenverlauf noch einmal grundlegend überarbeitet.
Die wohl größte Veränderung: Die gesamte Runde wurde diesmal in entgegengesetzter Richtung gefahren. Dadurch entstanden neue Fahrlinien, veränderte Bremspunkte und völlig andere Herausforderungen. Selbst erfahrene Teilnehmer und Streckenkenner mussten sich zunächst auf die veränderten Bedingungen einstellen.
Gleichzeitig wurde der Kurs an verschiedenen Stellen flüssiger gestaltet. Enge und besonders spitze Kurven wurden reduziert, während einige Hindernisse etwas entschärft wurden. Das Ergebnis war eine abwechslungsreiche Endurorunde, die bei den Fahrern ausgesprochen gut ankam.
Besonders positiv fiel auf, dass die Strecke trotz der Anpassungen ihren sportlichen Charakter behielt. Schnelle Abschnitte wechselten sich mit technisch anspruchsvollen Passagen ab. Wer schnell sein wollte, musste nicht nur am Gasgriff drehen, sondern vor allem die richtigen Linien finden.
Perfekter Grip trotz niedriger Temperaturen und Regenschauer

Das Wetter spielt bei einem Endurorennen bekanntlich immer eine entscheidende Rolle. Gerade im Oktober kann sich eine gut fahrbare Strecke innerhalb kürzester Zeit in eine schwierige Schlammpiste verwandeln.
In Mernes hatten die Teilnehmer allerdings Glück mit den Bodenverhältnissen. Zwar blieb es während des gesamten Wochenendes relativ kühl und immer wieder zogen kleinere Regenschauer über das Veranstaltungsgelände, doch die Strecke präsentierte sich durchgehend in einem hervorragenden Zustand.
Der Untergrund bot reichlich Grip und entwickelte sich mit zunehmender Renndauer zu einer echten Endurostrecke mit schönen, teilweise tiefen Spurrillen. Die Feuchtigkeit sorgte für ausgezeichnete Traktion, ohne dass sich die Motorräder komplett mit Schlamm zusetzten.
Ein Boden, wie ihn sich viele Fahrer selbst bei einem MXGP-Rennen wünschen würden.
Besonders interessant wurde es mit zunehmender Fahrzeit. Während die ersten Teilnehmer noch relativ freie Linien vorfanden, mussten sich die späteren Starter immer häufiger durch ausgefahrene Spuren arbeiten. Dabei waren eine saubere Fahrtechnik, gutes Gleichgewicht und ein präziser Umgang mit Gas und Kupplung gefragt.
Meisterschaftsentscheidung: Warum beim Finale nicht nur Geschwindigkeit zählt
Beim letzten Rennen einer Saison geht es häufig um mehr als nur einen Tagessieg. Schließlich können die abschließenden Ergebnisse noch erheblichen Einfluss auf die Meisterschaftswertung haben.
Gerade im ADAC CC Enduro Cup West spielte deshalb auch die richtige Renntaktik eine wichtige Rolle.
Ein entscheidender Punkt war die Regelung zum Streichergebnis. Das letzte Rennen konnte nur dann als Streichergebnis berücksichtigt werden, wenn der betreffende Fahrer tatsächlich gewertet wurde. Dafür mussten mindestens 25 Prozent der Rundenzahl des jeweiligen Erstplatzierten absolviert werden. Zudem durfte der Teilnehmer nicht ausfallen.
Damit war klar: Wer seine Meisterschaftsposition absichern wollte, durfte nicht einfach alles auf eine Karte setzen.
Ein technischer Defekt oder ein vorzeitiger Ausfall konnte unter Umständen weitreichende Folgen haben. Deshalb kam es darauf an, eine gute Balance zwischen Geschwindigkeit, Materialschonung und taktischem Fahren zu finden.
Insbesondere die Zuverlässigkeit der Motorräder spielte eine entscheidende Rolle. Eine funktionierende Technik, ein gut vorbereitetes Fahrwerk und die richtige Reifenwahl konnten am Ende genauso wichtig sein wie die reine Rundenzeit.
Nachwuchsrennen: Len Berthold gewinnt nach spannendem Duell mit Mia Abelein
Den Auftakt des Rennwochenendes machten am Samstag die Nachwuchsfahrer. Trotz leichtem Regen bot die Strecke ausgezeichnete Bedingungen, sodass die jungen Endurotalente ihr Können unter Beweis stellen konnten.
Besonders spannend entwickelte sich der Kampf um den Tagessieg zwischen Len Berthold und Mia Abelein.
Berthold, der für den MSC Schlüchtern und den ADAC Hessen-Thüringen antrat, konnte sich zwar an die Spitze setzen, doch Abelein ließ sich nicht abschütteln. Die Fahrerin des AMC Bad Windsheim und ADAC Nordbayern hielt das Tempo bis zum Schluss hoch und machte es ihrem Konkurrenten alles andere als leicht.
Am Ende entschieden gerade einmal 18 Sekunden über den Tagessieg.
Len Berthold behielt die Oberhand und durfte sich über Platz eins freuen. Mia Abelein sicherte sich nach einer starken Vorstellung Rang zwei. Das Podium komplettierte Damian Knupfer vom MSV Bühlertann.
Ergebnisse Nachwuchsrennen – Top 3
| Platz | Fahrer/in | Team / Verein |
|---|---|---|
| 1 | Len Berthold | MSC Schlüchtern / ADAC Hessen-Thüringen |
| 2 | Mia Abelein | AMC Bad Windsheim / ADAC Nordbayern / AMS-Dirtbikes.de |
| 3 | Damian Knupfer | MSV Bühlertann |
Das knappe Ergebnis an der Spitze zeigte eindrucksvoll, wie hoch das Niveau inzwischen auch im Nachwuchsbereich ist. Gerade einmal 18 Sekunden Abstand nach einem kompletten Rennen machten deutlich, dass sich die jungen Fahrer auf Augenhöhe begegneten.

Teamrennen: Max Lutz und Julian Donnecker feiern Heimsieg für MRSC Mernes
Auch beim Teamlauf war für reichlich Spannung gesorgt. Hier standen vor allem die Lokalmatadoren im Mittelpunkt.
Max Lutz und Julian Donnecker vom Team MRSC Mernes wollten ihr Heimrennen natürlich mit einem guten Ergebnis abschließen. Und tatsächlich nutzten die beiden ihre Streckenkenntnis optimal aus.
Das Duo setzte sich gegen Loris und Frank Werthmann vom Team Werthmann durch.
Besonders bemerkenswert: Beide Teams absolvierten die gleiche Rundenzahl. Somit musste die benötigte Fahrzeit über den Sieg entscheiden.
Hier hatten die Fahrer des MRSC Mernes die Nase vorn. Mit einem Vorsprung von rund vier Minuten sicherten sich Lutz und Donnecker den Tagessieg und sorgten beim Heimrennen für entsprechend große Freude.
Ergebnisse Teamlauf – Spitze
| Platz | Team | Fahrer |
|---|---|---|
| 1 | MRSC Mernes | Max Lutz / Julian Donnecker |
| 2 | Team Werthmann | Loris Werthmann / Frank Werthmann |
Der Heimsieg war ein besonderer Erfolg für die beiden Lokalmatadoren und gleichzeitig ein sportlicher Höhepunkt des Samstags.
Nachtenduro in Mernes: 17 Fahrer stellen sich der besonderen Herausforderung
Ein echtes Highlight wartete am Samstagabend auf Teilnehmer und Zuschauer. Nach der Siegerehrung um 19 Uhr stand mit dem Nachtenduro ein außergewöhnlicher Programmpunkt an.
Bei Dunkelheit auf einer Endurostrecke unterwegs zu sein, ist schließlich eine ganz andere Herausforderung als ein Rennen bei Tageslicht. Hindernisse, Bodenwellen und Spurrillen lassen sich deutlich schwieriger erkennen. Gleichzeitig ist höchste Konzentration gefragt, um die passende Linie zu finden.
Das Nachtenduro wurde über eine Renndauer von 45 Minuten ausgetragen. Gestartet wurde im klassischen Le-Mans-Stil, was bereits beim Start für zusätzliche Spannung sorgte.
Für die Teilnahme galten besondere technische Anforderungen. Die Motorräder mussten sowohl vorne als auch hinten über eine funktionierende Beleuchtung verfügen. Zusätzlich war für jeden Fahrer eine Helmlampe vorgeschrieben.
Damit sollten die Teilnehmer auch bei Dunkelheit eine möglichst gute Sicht auf die Strecke behalten.
Insgesamt 17 Fahrer gingen beim Nachtenduro an den Start und stellten sich dieser besonderen Herausforderung.
Das zusätzliche Rennformat brachte noch einmal eine ganz andere Atmosphäre auf das Veranstaltungsgelände und rundete den ersten Renntag auf besondere Weise ab.
Sonntagmorgen: Acht Grad und anspruchsvolle Bedingungen für Damen, Senioren und Youngtimer

Der zweite Veranstaltungstag begann alles andere als sommerlich. Bei rund acht Grad Celsius Außentemperatur mussten sich die Teilnehmer am Sonntagmorgen zunächst ordentlich warm einpacken.
Auf dem Programm standen die Rennen der Damen, der verschiedenen Seniorenklassen für Fahrer über 40 Jahre sowie der Youngtimer-Motorräder.
Trotz der kühlen Temperaturen präsentierte sich der Kurs weiterhin in einem ausgezeichneten Zustand. Die vorangegangenen Rennen hatten zwar ihre Spuren hinterlassen, doch der griffige Untergrund sorgte weiterhin für gute Fahrbedingungen.
Gerade für die Fahrer der älteren Motorradgeneration war das eine willkommene Voraussetzung. Schließlich verlangen die Youngtimer auf einer ausgefahrenen Endurostrecke häufig eine besonders gefühlvolle Fahrweise.
Klasse 9: Thomas Klein setzt sich durch
In der Klasse 9 konnte sich Thomas Klein vom OSK Team / MSC Dreckenach erfolgreich durchsetzen.
Er sicherte sich den Tagessieg vor Dirk Groh, der den zweiten Platz belegte. Rang drei ging an Sven Schöllchen vom MSC Oberes Weißtal / MS-Schöllchen.
Ergebnisse Klasse 9 – Top 3
| Platz | Fahrer | Team / Verein |
|---|---|---|
| 1 | Thomas Klein | OSK Team / MSC Dreckenach |
| 2 | Dirk Groh | – |
| 3 | Sven Schöllchen | MSC Oberes Weißtal / MS-Schöllchen |
Drei Stunden Enduro-Action: Sportfahrer sorgen für spannenden Abschluss

Zum Abschluss des Rennwochenendes durften die Sportfahrer noch einmal richtig Gas geben. Gemeinsam mit der E-Bike-Klasse und der Sprintklasse bildeten sie den sportlichen Schlusspunkt des Saisonfinales.
Für die Sportfahrer stand dabei die letzte dreistündige Renndistanz der Saison auf dem Programm.
Insgesamt gingen bei diesem abschließenden Rennblock 71 Starter in fünf Klassen auf die Strecke.
Erstmals während des Wochenendes blieb der Nieselregen aus. Damit konnten die Teilnehmer unter trockenen Bedingungen starten. Einfach wurde das Rennen dadurch allerdings nicht.
Durch die zahlreichen vorherigen Wertungsläufe hatten sich auf verschiedenen Streckenabschnitten teilweise sehr tiefe Spurrillen gebildet. Wer hier die falsche Linie wählte oder kurzzeitig die Konzentration verlor, konnte schnell wertvolle Sekunden einbüßen.
Gerade über eine Distanz von drei Stunden kam es deshalb darauf an, die Kräfte richtig einzuteilen und auch gegen Rennende noch sauber und kontrolliert zu fahren.
Klasse 3: Peter Grosch gewinnt – Doppelpodium für Beta-Semmler Racing Team
In der Klasse 3 durfte sich Peter Grosch vom Team Enduro Koch Racing über den Tagessieg freuen.
Dahinter zeigte das Beta-Semmler Racing Team eine starke Mannschaftsleistung.
Jonathan Enners sicherte sich den zweiten Platz, während sein Teamkollege Luca Seelhof den dritten Rang belegte. Beide gingen für das Beta-Semmler Racing Team / MCV Uckersdorf an den Start.
Damit standen gleich zwei Fahrer des Teams gemeinsam auf dem Siegerpodest.
Ergebnisse Klasse 3 – Top 3
| Platz | Fahrer | Team / Verein |
|---|---|---|
| 1 | Peter Grosch | Team Enduro Koch Racing |
| 2 | Jonathan Enners | Beta-Semmler Racing Team / MCV Uckersdorf |
| 3 | Luca Seelhof | Beta-Semmler Racing Team / MCV Uckersdorf |
Für Grosch war der Sieg ein gelungener Abschluss des Rennwochenendes. Gleichzeitig konnten Enners und Seelhof mit dem Doppelpodium ein starkes Teamergebnis einfahren.
E-Bike-Klasse: Steven Nickolai holt den Tagessieg
Auch die E-Bike-Klasse war beim Saisonfinale in Mernes vertreten und sorgte für interessante Positionskämpfe.
Den Tagessieg sicherte sich Steven Nickolai vom Team Motorradtechnik Siegerland / MSC Freier Grund.
Auf dem zweiten Platz folgte Hartwig Dewitz vom Team B-OT. Rang drei ging an Philipp Wißmüller, der damit das Podium komplettierte.
Ergebnisse E-Bike-Klasse – Top 3
| Platz | Fahrer | Team / Verein |
|---|---|---|
| 1 | Steven Nickolai | Motorradtechnik Siegerland / MSC Freier Grund |
| 2 | Hartwig Dewitz | Team B-OT |
| 3 | Philipp Wißmüller | – |
Die elektrische Antriebstechnik war damit ebenfalls Teil des letzten Rennwochenendes der Saison 2026.
Fazit: Gelungenes Saisonfinale der IGE und des ADAC CC Enduro Cup West
Mit den letzten Wertungsläufen am Sonntagnachmittag ging in Mernes ein abwechslungsreiches Rennwochenende zu Ende.
Die Veranstalter hatten mit dem grundlegend veränderten Streckenlayout für frischen Wind gesorgt. Besonders die umgekehrte Fahrtrichtung, die flüssigeren Passagen und die griffigen Bodenverhältnisse kamen bei den Teilnehmern gut an.
Dazu kamen spannende Entscheidungen in den Nachwuchs-, Team-, Senioren-, Sportfahrer- und E-Bike-Klassen.
Zu den sportlichen Höhepunkten gehörten der knappe Nachwuchssieg von Len Berthold mit nur 18 Sekunden Vorsprung, der Heimerfolg des MRSC-Mernes-Duos Max Lutz und Julian Donnecker sowie das starke Doppelpodium des Beta-Semmler Racing Teams in der Klasse 3.
Mit dem zusätzlichen Nachtenduro am Samstagabend hatte das Finale außerdem ein besonderes Highlight zu bieten, das über die regulären Meisterschaftsläufe hinausging.
Damit verabschiedeten sich die IGE und der ADAC CC Enduro Cup West mit einem gelungenen Saisonfinale aus dem Rennjahr 2026. Die Fahrer konnten noch einmal wertvolle Punkte sammeln, ihre Meisterschaftsplatzierungen absichern und die Saison auf einer abwechslungsreichen Endurostrecke ausklingen lassen.
Video-Highlights vom Saisonfinale in Mernes
Wer das Rennwochenende noch einmal Revue passieren lassen möchte, kann sich die Highlights der Veranstaltung auf YouTube anschauen. Dort lassen sich die Rennaction, die tiefen Spurrillen und die besonderen Eindrücke des Saisonfinales noch einmal erleben.
Quelle: ADAC Pfalz / Julian Mayer | Fotos: Kerstin Braun, Rudi Oberländer





