Startseite » Manuel Lettenbichler gewinnt erste Forza Orza – deutscher Triumph beim Hard-Enduro-WM-Debüt in Schweden
Enduro Extremevideo

Manuel Lettenbichler gewinnt erste Forza Orza – deutscher Triumph beim Hard-Enduro-WM-Debüt in Schweden

Forza Orza 2026

Manuel Lettenbichler hat beim Forza Orza Hard Enduro 2026 in Schweden Geschichte geschrieben. Der Fahrer von Red Bull KTM Factory Racing gewann die Premiere des Rennens in Orsa Grönklitt und sicherte sich damit den Sieg beim vierten Lauf der FIM Hard Enduro World Championship 2026.

Ganz ohne Drama ging der Erfolg allerdings nicht über die Bühne. Lettenbichler dominierte weite Teile des Hauptrennens und hatte sich bereits einen komfortablen Vorsprung erarbeitet, ehe ihn ein technisches Problem kurzzeitig zum Stillstand zwang. Trotzdem brachte der Deutsche seine KTM wieder in Gang und rettete einen Vorsprung von mehr als dreieinhalb Minuten auf Mitch Brightmore ins Ziel.

Werbung

Für Lettenbichler war es der nächste wichtige Schritt in Richtung WM-Titel. Nach vier von acht Läufen führt der KTM-Werksfahrer die Weltmeisterschaft nun mit 117 Punkten vor Mitch Brightmore mit 102 Punkten an.

Lettenbichler gewinnt das Hauptrennen in 2:20:41 Stunden

Das entscheidende Hauptrennen in Orsa Grönklitt wurde über zwei Stunden plus eine weitere Runde ausgetragen. Manuel Lettenbichler setzte sich früh an die Spitze und konnte seinen Vorsprung im weiteren Rennverlauf kontinuierlich ausbauen.

Nach acht Runden lag der Deutsche bereits rund sechseinhalb Minuten vorne. Zu diesem Zeitpunkt schien die Entscheidung praktisch gefallen zu sein.

Doch Hard Enduro wäre nicht Hard Enduro, wenn nicht doch noch irgendetwas passieren würde.

Werbung

Im dichten Überrundungsverkehr erwischte Lettenbichler auf der vorletzten Runde einen heftigen Moment. Dabei kam es zu Problemen an seiner KTM 300 EXC. In einem technischen Abschnitt blieb die Maschine schließlich stehen und wollte zunächst nicht wieder anspringen.

Plötzlich wurde es doch noch einmal richtig spannend.

Mit Unterstützung seines Mechanikers und angefeuert von den Zuschauern gelang es Lettenbichler schließlich, die KTM wieder in Gang zu bringen. Anschließend hieß es nur noch: konzentriert bleiben, keine weiteren Fehler machen und den Vorsprung ins Ziel retten.

Das gelang.

Werbung

Nach 2:20:41 Stunden überquerte Lettenbichler als Sieger die Ziellinie und gewann damit die allererste Ausgabe des Forza Orza.

Mitch Brightmore erneut stärkster Verfolger

Hinter Lettenbichler bestätigte Mitch Brightmore einmal mehr, dass er 2026 zu den gefährlichsten Gegnern des Deutschen gehört.

Der X-Grip-GASGAS-Pilot beendete das Hauptrennen nach 2:24:17 Stunden auf Rang zwei. Damit fehlten ihm lediglich 3:36 Minuten zum Sieg.

Brightmore hatte bereits beim Silver Kings Hard Enduro in den USA gezeigt, dass er Lettenbichler schlagen kann. Dort holte der Brite seinen ersten Sieg in der FIM Hard Enduro World Championship und machte damit den Titelkampf deutlich enger.

Werbung

Auch in Schweden sammelte Brightmore erneut kräftig Punkte. Über das komplette Rennwochenende holte er 27 WM-Zähler, während Lettenbichler auf 29 Punkte kam.

Der Rückstand in der Gesamtwertung beträgt damit weiterhin überschaubare 15 Punkte.

Ashton Brightmore sensationell auf dem Gesamtpodium

Eine der größten Geschichten des Wochenendes lieferte jedoch Mitch Brightmores jüngerer Bruder Ashton Brightmore.

Der junge Brite fuhr im Hauptrennen in 2:27:58 Stunden auf den dritten Gesamtrang und setzte sich damit gegen zahlreiche etablierte Hard-Enduro-Stars durch.

Noch bemerkenswerter: Gleichzeitig gewann Ashton Brightmore auch die Junior-Wertung.

Damit stand ein Junior-Fahrer beim ersten Forza Orza direkt auf dem Gesamtpodium der FIM Hard Enduro World Championship.

Nach vier WM-Runden kommt Ashton nun auf 73 Punkte und liegt damit lediglich einen Punkt hinter Teodor Kabakchiev, der mit 74 Zählern aktuell Rang drei der Weltmeisterschaft hält.

Eddie Karlsson begeistert die schwedischen Fans

Für die Gastgeber gab es ebenfalls reichlich Grund zum Jubeln.

Eddie Karlsson zeigte vor heimischem Publikum ein starkes Rennen und beendete die Forza-Orza-Premiere auf Rang vier.

Der Schwede wurde praktisch auf jeder Runde von den zahlreichen Fans entlang der Strecke nach vorne geschrien. Gerade an den technischen Schlüsselstellen sorgte das Publikum für eine beeindruckende Atmosphäre.

Dass die Veranstaltung konsequent auf Zuschauerfreundlichkeit ausgelegt worden war, zahlte sich aus. Organisator Glenn Olsson und Kong Events hatten versucht, möglichst viele spektakuläre Sektionen kompakt und gut erreichbar anzulegen, anstatt die Fans über einen riesigen Berghang zu verteilen.

Auch Streckendesigner Mike Skinner traf offenbar eine gute Mischung: technisch schwer genug für die Weltelite, aber ohne das Rennen in eine reine Materialschlacht zu verwandeln.

Billy Bolt bei seinem Comeback auf Rang fünf

Besonders viel Aufmerksamkeit lag in Schweden auch auf Billy Bolt.

Der Husqvarna-Werksfahrer war nach seiner Verletzung zurück im WM-Geschehen und hatte bereits am Freitag ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt.

Bolt gewann das Sprint Race und zeigte damit sofort, dass seine Geschwindigkeit weiterhin vorhanden ist.

Im Hauptrennen lief allerdings nicht alles nach Plan. Ein Zwischenfall, bei dem Bolt sein Motorrad verlor beziehungsweise wertvolle Zeit einbüßte, warf ihn zurück. Den entstandenen Rückstand konnte der Brite nicht mehr vollständig wettmachen.

Am Ende stand trotzdem Rang fünf.

Angesichts seines Comebacks dürfte dieses Ergebnis eher Mut machen als enttäuschen. Wenn Bolt seine Geschwindigkeit aus dem Sprint auch über das komplette Hauptrennen konservieren kann, scheint ein erneuter WM-Podestplatz nur eine Frage der Zeit zu sein.

Mario Roman Sechster – starke Leistungen dahinter

Auf Rang sechs kam Mario Roman ins Ziel.

Dahinter folgte James Moore auf Platz sieben. Der Südafrikaner absolvierte neun Runden und sammelte damit gleichzeitig wichtige Punkte in der Junior-Kategorie.

Lorenzo Gandola fuhr auf Rang acht und bestätigte erneut seinen starken Eindruck in seiner ersten Saison auf diesem Niveau.

Hinter Gandola lieferten sich Matthew Green und Thomas Scales über weite Teile des Tages ein enges Duell.

Green setzte sich schließlich durch und wurde Neunter.

Für Thomas Scales bedeutete Rang zehn dagegen ein echtes Ausrufezeichen. Der junge Fahrer schaffte damit erstmals den Sprung mitten hinein in die internationale Hard-Enduro-Spitze.

Ergebnis Forza Orza 2026 – Top 10

  1. Manuel Lettenbichler (GER), KTM – 2:20:41
  2. Mitch Brightmore (GBR), GASGAS – 2:24:17, +3:36
  3. Ashton Brightmore (GBR), GASGAS – 2:27:58, +7:16
  4. Eddie Karlsson (SWE), Stark
  5. Billy Bolt (GBR), Husqvarna
  6. Mario Roman (ESP), Husqvarna
  7. James Moore (RSA), Beta
  8. Lorenzo Gandola (ITA)
  9. Matthew Green (RSA)
  10. Thomas Scales

Die offiziellen KTM-Ergebnisangaben bestätigen Lettenbichlers Sieg sowie die Top fünf mit Brightmore, Brightmore, Karlsson und Bolt.

Deutsche Fahrer beim Forza Orza 2026

Aus deutscher Sicht gab es neben dem Sieg von Manuel Lettenbichler noch zwei weitere Fahrer im WM-Feld.

Manuel Lettenbichler – Platz 1, zehn Runden

An der Spitze stand natürlich Manuel Lettenbichler.

Der KTM-Werksfahrer absolvierte zehn Runden und gewann das Rennen.

Damit holte Deutschland nicht nur den ersten Gesamtsieg beim Forza Orza, sondern Lettenbichler schrieb sich gleichzeitig als erster Sieger überhaupt in die Geschichte der schwedischen Veranstaltung ein.

Simon Müller – Platz 23

Simon Müller brachte seine Beta auf Rang 23.

Müller absolvierte insgesamt sechs Runden und schaffte damit den Sprung unter die besten 25 Fahrer der Wertung.

Bereits an den Tagen zuvor hatte Müller mit dem anspruchsvollen schwedischen Terrain zu kämpfen. Im Sprint waren für ihn drei Runden und Rang 28 herausgesprungen.

Lenny Geretzky – Platz 37

Für Lenny Geretzky vom Sorrybro74team/fbfactory lief das Hauptrennen deutlich schwieriger.

Der KTM-Pilot wurde mit einer absolvierten Runde auf Rang 37 gewertet.

Geretzky hatte im Verlauf des Wochenendes jedoch bereits gezeigt, dass deutlich mehr Potenzial vorhanden ist. Im Prolog wurde er als 22. gewertet, im einstündigen Sprint absolvierte er vier Runden und erreichte Rang 19.

Junior World Championship: Ashton Brightmore gewinnt

In der Junior-Wertung war Ashton Brightmore das Maß der Dinge.

Das Junior-Podium:

  1. Ashton Brightmore
  2. James Moore
  3. Thomas Scales

Vor allem Brightmores Leistung war beeindruckend. Der Klassensieg war bereits stark, doch Rang drei im Gesamtklassement machte sein Wochenende endgültig außergewöhnlich.

Youth World Cup: Damon Garrell vorne

Im Youth World Cup ging der Sieg an Damon Garrell.

Dahinter folgten:

  1. Damon Garrell
  2. Kyle Gianotti
  3. Sebastian Brodin

Mit Sebastian Brodin schaffte damit auch ein schwedischer Nachwuchsfahrer den Sprung auf das Podium.

Senior World Cup und Women’s World Cup

Im Senior World Cup setzte sich Roberto Matos gegen James Stearns durch.

In der Frauenwertung war dagegen Sandra Gomez erfolgreich.

Die Spanierin holte die maximale Punktausbeute im Women’s World Cup und setzte damit ein weiteres Ausrufezeichen.

WM-Stand: Lettenbichler baut Führung auf 15 Punkte aus

Für Manuel Lettenbichler könnte das Wochenende im Hinblick auf die Weltmeisterschaft besonders wertvoll werden.

Nach vier von insgesamt acht WM-Läufen hat der Deutsche seine Führung wieder etwas ausgebaut.

FIM Hard Enduro World Championship 2026 – Stand nach 4 von 8 Läufen

  1. Manuel Lettenbichler – 117 Punkte
  2. Mitch Brightmore – 102 Punkte
  3. Teodor Kabakchiev – 74 Punkte
  4. Ashton Brightmore – 73 Punkte
  5. Billy Bolt – 65 Punkte

Damit besitzt Lettenbichler aktuell 15 Punkte Vorsprung auf Mitch Brightmore.

Dahinter wird es sogar noch enger.

Zwischen Teodor Kabakchiev und Ashton Brightmore liegt gerade einmal ein einziger Punkt. Auch Billy Bolt ist nach seinem Comeback mit 65 Zählern weiterhin in Schlagdistanz.

29 Punkte für Lettenbichler beim kompletten Forza-Orza-Wochenende

Über Prolog, Sprint und Hauptrennen hinweg sammelte Lettenbichler in Schweden insgesamt 29 WM-Punkte.

Mitch Brightmore kam auf 27 Zähler, Ashton Brightmore auf 24.

Die Punkteausbeute der Spitzenfahrer:

  • Manuel Lettenbichler – 29 Punkte
  • Mitch Brightmore – 27 Punkte
  • Ashton Brightmore – 24 Punkte
  • Billy Bolt – 21 Punkte
  • Eddie Karlsson – 18 Punkte

Damit konnte Lettenbichler seinen direkten WM-Konkurrenten Brightmore zwar nicht deutlich distanzieren, aber zumindest zwei weitere wertvolle Punkte zwischen sich und den Briten bringen.

Forza Orza besteht seine WM-Premiere

Unabhängig vom sportlichen Ergebnis dürfte auch der Veranstalter ziemlich zufrieden mit der ersten WM-Ausgabe des Forza Orza sein.

Für Schweden war das Rennen eine Premiere: Noch nie zuvor hatte das Land einen Lauf zur FIM Hard Enduro World Championship ausgetragen. Bereits vor dem Rennen war die Veranstaltung deshalb mit großer Spannung erwartet worden.

Orsa Grönklitt lieferte dafür eine passende Kulisse.

Felsen, Wurzeln, steile Auffahrten, technische Sektionen und wechselnde Bedingungen verlangten den Fahrern einiges ab. Gleichzeitig gelang es den Organisatoren, große Teile des Rennens für Zuschauer gut erreichbar zu gestalten.

Besonders an den schwierigsten Abschnitten standen die Fans dicht an dicht.

Genau diese Mischung aus echtem Hard Enduro und unmittelbarer Zuschauer-Nähe könnte dafür sorgen, dass Forza Orza dauerhaft einen Platz im internationalen Kalender findet.

Für ein Debüt auf WM-Niveau war die Veranstaltung jedenfalls bemerkenswert stark aufgestellt.

Weiter geht es beim Abestone Hard Enduro in Italien

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den Fahrern nicht.

Bereits vom 4. bis 6. September 2026 findet mit dem Abestone Hard Enduro in Abetone beziehungsweise der Region um das italienische Event der fünfte Lauf der FIM Hard Enduro World Championship statt.

Danach folgen noch drei weitere WM-Runden:

  • Roof of Africa in Lesotho
  • Sea to Sky in der Türkei
  • 24MX Hixpania in Spanien als Saisonfinale

Nach Schweden ist damit exakt die Hälfte der acht WM-Läufe absolviert.

Titelkampf zwischen Lettenbichler und Brightmore bleibt offen

Manuel Lettenbichler befindet sich zweifellos in der besten Ausgangsposition.

117 Punkte und 15 Zähler Vorsprung sind komfortabel – entschieden ist die Weltmeisterschaft damit aber längst nicht.

Vor allem Mitch Brightmore hat in dieser Saison bereits bewiesen, dass er Lettenbichler nicht nur unter Druck setzen, sondern auch schlagen kann.

Dazu kommt ein wiedererstarkter Billy Bolt, ein enorm konstanter Teodor Kabakchiev und ein Ashton Brightmore, der mit seinem Podium in Schweden endgültig gezeigt hat, dass er im Kampf um Spitzenplätze angekommen ist.

Vier Rennen stehen noch aus.

Und gerade beim Hard Enduro können technische Probleme, Stürze oder ein einziger schlechter Renntag die Tabellenlage ziemlich schnell verändern.

Nach dem ersten Forza Orza steht deshalb fest: Manuel Lettenbichler bleibt der Mann, den es zu schlagen gilt – aber die Hard-Enduro-WM 2026 ist noch lange nicht entschieden.

Quelle: fim-hardenduro.com, Fotos Future7Media

Werbung