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Testbericht: Ducati Desmo450 EDS – wie gut ist Ducatis neue Sportenduro wirklich?

Testbericht Ducati Desmo450 EDS

Mit der Ducati Desmo450 EDS (Details) steigt Ducati nun auch offiziell in den Sportenduro-Markt ein. Dabei handelt es sich nicht einfach um eine straßenzugelassene Variante der bekannten Desmo450 MX, sondern um ein eigenständig abgestimmtes Enduro-Motorrad. Wir konnten die brandneue 450er bei der internationalen Präsentation in Italien einen kompletten Tag lang auf unterschiedlichen Sonderprüfungen testen.

Auf dem Programm standen ein schneller Crosstest, eine typische Enduroprüfung und eine anspruchsvolle Waldsektion. Dazu kamen hochsommerliche Temperaturen von mehr als 30 Grad, anspruchsvoller Boden und zahlreiche Möglichkeiten, das Fahrwerk, die Mappings sowie die elektronischen Helfer ausführlich auszuprobieren.

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Mit dabei waren außerdem prominente Fahrer wie Antoine Meo sowie der mehrfache Enduro-Weltmeister David Knight. Knight wird mit der neuen Ducati sogar beim EnduroGP-Lauf in Wales antreten. Die Voraussetzungen für einen intensiven ersten Test hätten also kaum besser sein können.

Was bedeutet Ducati Desmo450 EDS?

Die Bezeichnung EDS steht bei Ducati für die Enduroversion der neuen 450er. Das Motorrad ist im Gegensatz zur reinen Motocross-Variante für den Enduroeinsatz ausgelegt und straßenzulassungsfähig.

Die Ducati Desmo450 EDS ist zunächst ausschließlich als 450er geplant. Eine kleinere 250er-Variante dürfte perspektivisch ebenfalls ein Thema werden, zum Zeitpunkt unseres Tests stand jedoch ausschließlich die neue 450er zur Verfügung.

Bereits nach den ersten Metern wurde deutlich: Ducati hat nicht einfach ein paar Endurobauteile an das Motocross-Modell geschraubt. Die Desmo450 EDS besitzt eine deutlich eigenständigere Charakteristik – sowohl beim Motor als auch beim Fahrwerk, der Sitzposition und dem allgemeinen Fahrgefühl.

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Drei unterschiedliche Sonderprüfungen in Italien

Für die Präsentation hatte Ducati drei komplett unterschiedliche Testbereiche vorbereitet:

  • einen schnellen Crosstest,
  • eine klassische Enduro-Sonderprüfung,
  • eine technisch anspruchsvolle Waldprüfung.

Am Vormittag konnten wir uns zunächst mit den Strecken und dem Motorrad vertraut machen. Dabei waren wir immer wieder gemeinsam mit David Knight unterwegs. Auf den Sonderprüfungen entstand dadurch zeitweise ein wenig Rennatmosphäre – inklusive kleiner gegenseitiger Attacken in den Kurven.

Gerade auf den schnelleren Abschnitten erinnerte das durchaus an alte Rennfahrerzeiten. David Knight war zwar meistens etwas schneller, dennoch war es eine gute Möglichkeit, die neue Ducati direkt unter realistischen Bedingungen zu erleben.

Erster Fahreindruck: komplett eigenständige Charakteristik

Der erste Eindruck der Ducati Desmo450 EDS fällt eindeutig aus: Das Motorrad fühlt sich anders an als die aktuell bekannten Sportenduros anderer Hersteller.

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Das betrifft mehrere Bereiche:

  • die Sitzposition,
  • den Übergang zwischen Sitzbank und Tank,
  • die Breite im vorderen Fahrzeugbereich,
  • die Fahrwerksbalance,
  • die Leistungsentfaltung des Motors.

Für die ersten Runden blieb das Motorrad komplett in der Serienabstimmung. Ausprobiert wurden lediglich die beiden Motormappings, der Quickshifter und die Traktionskontrolle. Den größten Teil des Vormittags bin ich mit dem sanfteren der beiden Mappings gefahren.

Ergonomie: relativ breit und mit spürbarer Mulde

Im vorderen Bereich wirkt die Ducati Desmo450 EDS vergleichsweise breit. Gleichzeitig besitzt der Übergang von der Sitzbank zum Tank eine leichte Erhöhung.

Bei vielen aktuellen Sportenduros verlaufen Sitzbank und Tank nahezu auf einer Ebene. Dadurch kann der Fahrer besonders in engen Kurven weit nach vorne rutschen und mehr Druck auf das Vorderrad bringen.

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Bei der Ducati sitzt man dagegen ein wenig in einer Mulde. Beim Versuch, weiter nach vorne zu rutschen, stößt man relativ schnell an den ansteigenden Tankbereich. Dadurch entsteht immer wieder das Gefühl, sich aktiv nach vorne ziehen zu müssen.

Das ist keine grundsätzlich schlechte Lösung, aber sie ist gewöhnungsbedürftig. Vor allem in engen Kurven oder bei schnellen Richtungswechseln hätte ich mir etwas mehr Bewegungsfreiheit nach vorne gewünscht.

Showa-Fahrwerk zunächst sehr komfortabel abgestimmt

Das serienmäßige Showa-Fahrwerk vermittelt auf den ersten Metern viel Komfort. Kleinere Wellen, Unebenheiten und lose Bodenverhältnisse werden sauber aufgenommen. Für Hobbyfahrer dürfte diese grundsätzlich komfortable Abstimmung zunächst sehr angenehm sein.

Bei höherem Tempo fehlte mir in der Serienabstimmung allerdings etwas Stabilität.

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Besonders deutlich wurde das auf einer schnellen Feldprüfung mit einigen Wellen. Beim Herausbeschleunigen aus den Kurven reagierte das Vorderrad teilweise unruhig. Wenn die Körperposition nicht perfekt passte und der Oberkörper nicht konsequent weit vorne blieb, tauchte die Gabel relativ tief ein.

Dadurch wirkte das Vorderrad in bestimmten Situationen etwas kippelig. Beim Beschleunigen über Wellen konnte es leicht versetzen oder wegknicken. Mein erster Eindruck war deshalb, dass die Gabel für ein höheres Sonderprüfungstempo vorne etwas zu weich abgestimmt war.

Viel Traktion am Hinterrad, aber zunächst zu viel Durchhang

Ähnlich präsentierte sich das Heck. Der Stoßdämpfer arbeitet grundsätzlich sehr sensibel und baut enorm viel Traktion auf. Gerade beim Herausbeschleunigen aus langsamen Kurven greift das Hinterrad sehr zuverlässig in den Boden.

Allerdings hing das Motorrad zu Beginn hinten relativ tief. Dadurch fühlte es sich beim Einlenken nicht ganz so agil an, wie ich es mir gewünscht hätte.

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Das Heck baute zunächst sehr viel Grip auf, konnte anschließend aber vergleichsweise plötzlich seitlich weggehen. Ein Teil davon ließ sich über einen sauberen Kupplungseinsatz und eine angepasste Körperposition kompensieren. Dennoch war schnell klar, dass wir am Fahrwerk etwas verändern mussten.

Der Motor ist der große Pluspunkt der Ducati Desmo450 EDS

Bereits nach den ersten Runden zeigte sich die größte Stärke der neuen Ducati: der Motor.

Im Vergleich zur Ducati Desmo450 MX besitzt die Enduroversion eine deutlich ruhigere, sanftere und entspanntere Leistungsabgabe. Der Motor fühlt sich sehr kontrollierbar an und passt hervorragend zu den wechselnden Bedingungen einer Enduro-Sonderprüfung.

Man kann am Kurvenausgang früh ans Gas gehen, ohne ständig befürchten zu müssen, dass das Motorrad schlagartig ausbricht oder den Fahrer überfordert. Die Leistung baut sich gut kontrollierbar auf und sorgt gleichzeitig für kräftigen Vortrieb.

Das gilt für beide Motormappings. Das stärkere Mapping reagiert etwas direkter, während die sanftere Variante besonders bei rutschigen Bedingungen oder nachlassender Kraft angenehm zu fahren ist.

Kaum Bedarf für die Traktionskontrolle

Obwohl die Ducati Desmo450 EDS über eine einstellbare Traktionskontrolle verfügt, habe ich diese während des Tests kaum benötigt.

Der Grund dafür ist die sehr gut dosierbare Leistungsentfaltung. Selbst ohne starken elektronischen Eingriff lässt sich das Hinterrad beim Herausbeschleunigen kontrollieren. Der Motor baut die Leistung gleichmäßig auf und erzeugt keinen aggressiven Punch, der den Fahrer plötzlich überrascht.

Auch bei höheren Drehzahlen bleibt die Leistungsabgabe berechenbar. Die Ducati dreht sauber aus, entwickelt im oberen Bereich aber keinen schlagartigen Leistungseinsatz, der einem die Arme lang zieht oder das Motorrad unkontrolliert nach vorne schießen lässt.

Gerade für Hobbyfahrer ist das ein wichtiger Punkt. Trotz 450 Kubikzentimetern fühlt sich die Desmo450 EDS nicht überfordernd an.

Fahrwerksanpassung in der Mittagspause

Nach dem ersten Testblock ging es gemeinsam mit den Fahrwerksspezialisten von Ducati an die Abstimmung.

Der erste Schritt war die Anpassung des statischen Durchhangs. Zu Beginn lag dieser bei ungefähr 43 bis 44 Millimetern. Nach mehreren Änderungen kamen wir schließlich bei rund 38 Millimetern heraus.

Durch die Anpassung stand das Motorrad hinten etwas höher. Dadurch verlagerte sich mehr Gewicht auf das Vorderrad, und die Ducati wurde beim Einlenken deutlich handlicher.

Gleichzeitig entstand jedoch ein neues Problem: Durch die stärkere Belastung des Vorderrads tauchte die Gabel beim Bremsen und in Kompressionen noch deutlicher ein.

Deshalb wurde zusätzlich die Druckstufendämpfung an der Showa-Gabel angepasst. Wir erhöhten die Kompression oben an der Gabel um zwei Klicks.

Diese relativ kleine Veränderung zeigte auf der Strecke eine deutlich spürbare Wirkung.

Nach dem Setup deutlich stabiler und handlicher

Mit dem korrigierten Durchhang und der etwas strafferen Gabel funktionierte die Desmo450 EDS wesentlich besser.

Auf der schnellen Feldprüfung blieb das Vorderrad stabiler. Das Motorrad ließ sich präziser aus den Kurven herausbeschleunigen und reagierte weniger nervös auf Wellen.

Auch auf der Enduroprüfung machte sich die Anpassung bemerkbar. Dort wechselten sich steile Auf- und Abfahrten, enge Kurven und starke Kompressionen ab. In einigen Passagen musste man relativ schnell in eine Senke hineinfahren und anschließend hart abbremsen.

In der ursprünglichen Einstellung tauchte das Fahrwerk dabei relativ weit ein. Nach der Änderung blieb die Ducati deutlich stabiler und vermittelte mehr Vertrauen.

Am Ende entstand eine ausgewogene Balance zwischen Handlichkeit, Komfort und Stabilität. Mit diesem Setup ließ sich das Motorrad deutlich zügiger und gleichzeitig entspannter über die Sonderprüfungen bewegen.

Kostenlose Ducati-App hilft bei der Fahrwerkseinstellung

Ein besonders interessantes Detail ist die zugehörige Ducati-App. Über die Anwendung kann sich der Fahrer eine passende Grundeinstellung für das Fahrwerk vorschlagen lassen.

Dafür gibt man unter anderem folgende Informationen ein:

  • Körpergewicht inklusive kompletter Fahrerausrüstung,
  • persönliches Fahrniveau,
  • gewünschte Fahrweise,
  • Streckenart,
  • aktuelle Boden- und Streckenbedingungen.

Anschließend schlägt die App vor, wie der Durchhang eingestellt werden sollte und in welche Richtung die einzelnen Dämpfungseinstellungen verändert werden können.

Dazu gehören unter anderem:

  • Druckstufendämpfung an der Gabel,
  • Zugstufendämpfung an der Gabel,
  • Druckstufendämpfung am Stoßdämpfer,
  • Zugstufendämpfung am Stoßdämpfer,
  • empfohlener Durchhang.

Gerade bei einem neuen Motorrad ist diese Funktion hilfreich. Viele Fahrer wissen zunächst nicht, an welchem Einsteller sie drehen müssen oder wie viele Klicks sinnvoll sind. Die App liefert dafür eine nachvollziehbare Basis.

Sie ersetzt natürlich keinen erfahrenen Fahrwerkstechniker und auch keinen ausführlichen Testtag. Sie kann aber verhindern, dass man bei der Abstimmung komplett in die falsche Richtung arbeitet.

Motormappings ebenfalls über die App anpassbar

Neben dem Fahrwerk lassen sich auch die Motormappings konfigurieren.

Zu den einstellbaren Bereichen gehören:

  • Leistungsentfaltung,
  • Traktionskontrolle,
  • Motorbremswirkung.

Die unterschiedlichen Einstellungen können zwei abrufbaren Mappings zugeordnet werden. So lässt sich beispielsweise ein sanftes Mapping für rutschige Bedingungen und ein direkteres Mapping für trockene, griffige Sonderprüfungen vorbereiten.

Auch die persönlichen Fähigkeiten können berücksichtigt werden. Ein Hobbyfahrer benötigt meist eine andere Abstimmung als ein Profi, der auf der Sonderprüfung jede Zehntelsekunde sucht.

Für die individuelle Übertragung der Motormappings wird allerdings ein zusätzliches WLAN-Modul benötigt. Dieses soll voraussichtlich knapp 200 Euro kosten. Ohne das Zusatzmodul stehen die beiden serienmäßig hinterlegten Mappings zur Verfügung.

Serienmäßige Mappings bereits sinnvoll abgestimmt

Auch ohne individuelle App-Programmierung sind die vorhandenen Mappings gut nutzbar.

Das sanftere Mapping eignet sich besonders für:

  • rutschige Böden,
  • enge Waldprüfungen,
  • technisch anspruchsvolle Passagen,
  • Hobbyfahrer,
  • lange Fahrtage mit nachlassender Kraft.

Das stärkere Mapping bietet eine direktere Reaktion und eignet sich eher für:

  • griffige Böden,
  • schnelle Sonderprüfungen,
  • erfahrene Fahrer,
  • sportlichen Renneinsatz.

Dabei bleibt auch das stärkere Mapping gut kontrollierbar. Die Ducati verliert ihren angenehmen Endurocharakter nicht und wird nicht plötzlich zu einem aggressiven Motocross-Motorrad.

Schalthebel für große Füße zu weit vorne

Ein Kritikpunkt betrifft die Position des Schalthebels.

Der Schalthebel sitzt im Verhältnis zur Fußraste und zum Fußbremshebel relativ weit vorne. Je nach Betrachtung beträgt der Unterschied ungefähr einen bis anderthalb Zentimeter.

Mit Schuhgröße 44 hatte ich mehrfach Schwierigkeiten, den Schalthebel sauber zu erreichen. Teilweise trat ich beim Hochschalten daneben oder musste den Fuß aktiv nach vorne versetzen.

Das ist besonders auf einer Sonderprüfung ungünstig. Eigentlich möchte man stabil auf der Fußraste stehen bleiben und schalten können, ohne die gesamte Fußposition verändern zu müssen.

Das Thema wurde direkt mit den Ducati-Entwicklern besprochen. Aktuell gibt es offenbar noch keinen kürzeren Schalthebel. Denkbar wäre allerdings, dass Ducati später eine entsprechende Zubehörlösung anbietet.

Auffälliges Design mit großem Endurotank

Optisch ist die Ducati Desmo450 EDS ein eigenständiges Motorrad. Sie unterscheidet sich deutlich von den bekannten Sportenduros auf dem Markt und ist sofort als Ducati erkennbar.

Der Endurotank fasst ungefähr 8,5 Liter. Durch das größere Volumen baut er im oberen Bereich relativ hoch.

Die Motocross-Variante besitzt einen kleineren Tank mit ungefähr 7,2 Litern. Dieser wirkt optisch schlanker und ermöglicht durch seine flachere Form vermutlich etwas mehr Bewegungsfreiheit nach vorne.

Der größere Endurotank bietet natürlich einen praktischen Vorteil: mehr Reichweite. Auf langen Trainingsrunden, im Wettbewerb oder bei klassischen Enduroveranstaltungen ist das ein wichtiges Argument.

Die Form beeinflusst jedoch die Ergonomie. Der Übergang zwischen Sitzbank und Tank steigt vergleichsweise früh an, wodurch man nicht ganz so weit nach vorne rutschen kann.

Viel Traktion kann den Fahrer nach hinten drücken

Die Sitzposition fällt besonders beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven auf.

Durch die hervorragende Traktion des Hinterrads beschleunigt die Ducati sehr effektiv. Gleichzeitig kann das Vorderrad bei viel Grip leicht entlastet werden. Der Fahrer rutscht dabei tendenziell etwas nach hinten.

Da der Tankbereich nach vorne ansteigt, kostet es zusätzliche Kraft, den Körper wieder in die gewünschte Position zu bringen.

Gerade in engen Kurven hätte ich gern etwas weiter vorne gesessen. Das würde es erleichtern, Druck auf das Vorderrad zu bringen und das Motorrad noch aktiver über die Fußrasten zu steuern.

Interessant ist, dass nicht nur ich diesen Eindruck hatte. Auch mehrere andere Testfahrer sprachen die eingeschränkte Bewegungsfreiheit nach vorne an. Die Ducati-Entwickler nahmen das Feedback auf. Ob es zukünftig Anpassungen an Sitzbank, Tankform oder Zubehörteilen geben wird, bleibt abzuwarten.

Ducati Desmo450 EDS: Für wen eignet sich die neue Enduro?

Die Ducati Desmo450 EDS richtet sich nicht ausschließlich an Profis. Gerade die kontrollierbare Leistungsentfaltung macht sie auch für ambitionierte Hobbyfahrer interessant.

Trotzdem bleibt eine 450er ein leistungsstarkes Sportmotorrad. Fahrer sollten eine gewisse Enduroerfahrung mitbringen und sich mit grundlegenden Fahrwerksanpassungen beschäftigen.

Besonders gut eignet sich die Ducati für Fahrer, die:

  • einen kräftigen, aber kontrollierbaren 450er-Motor suchen,
  • Wert auf moderne Elektronik legen,
  • unterschiedliche Mappings verwenden möchten,
  • ihr Motorrad individuell abstimmen wollen,
  • ein eigenständiges Design bevorzugen,
  • sowohl im Training als auch im Wettbewerb unterwegs sind.

Wer dagegen ein extrem schmales Motorrad mit besonders viel Bewegungsfreiheit nach vorne sucht, sollte vor dem Kauf unbedingt eine Probefahrt machen.

Die größten Stärken der Ducati Desmo450 EDS

Der Motor ist eindeutig der größte Pluspunkt des Motorrads. Seine Leistungsentfaltung passt hervorragend zum Endurosport.

Besonders positiv aufgefallen sind:

  • die sanfte und kontrollierbare Motorcharakteristik,
  • die sehr gute Traktion,
  • die breite Nutzbarkeit der Leistung,
  • die beiden praxisgerechten Mappings,
  • die umfangreichen elektronischen Einstellmöglichkeiten,
  • die hilfreiche Ducati-App,
  • das komfortabel ansprechende Showa-Fahrwerk,
  • die gute Fahrwerksbalance nach korrekter Einstellung,
  • das eigenständige und hochwertige Erscheinungsbild.

Vor allem die Kombination aus kräftiger 450er-Leistung und gut kontrollierbarer Gasannahme macht die Ducati interessant.

Wo Ducati noch nachbessern könnte

Trotz des insgesamt positiven Eindrucks gibt es einige Bereiche, die aus meiner Sicht verbessert werden könnten.

Dazu zählen:

  • die eingeschränkte Bewegungsfreiheit nach vorne,
  • der stark ansteigende Übergang zum Endurotank,
  • die relativ breite Frontpartie,
  • das zunächst sehr weiche Serienfahrwerk,
  • der weit vorne positionierte Schalthebel,
  • das kostenpflichtige WLAN-Modul für individuelle Mappingeinstellungen.

Viele dieser Punkte sind allerdings stark vom Fahrergewicht, dem Fahrstil und der persönlichen Ergonomie abhängig. Eine sorgfältige Fahrwerkseinstellung ist bei der Ducati besonders wichtig.

Fazit zum Test der Ducati Desmo450 EDS

Die Ducati Desmo450 EDS ist keine halbherzig umgebaute Motocross-Maschine. Sie besitzt einen eigenständigen Charakter und wurde spürbar für den Enduroeinsatz abgestimmt.

Der Motor ist hervorragend gelungen. Er bietet genügend Leistung für schnelle Sonderprüfungen, bleibt dabei aber kontrollierbar und angenehm zu fahren. Selbst nach einem langen Testtag bei mehr als 30 Grad hatte man nie das Gefühl, permanent gegen das Motorrad kämpfen zu müssen.

Das Showa-Fahrwerk war in der ursprünglichen Einstellung für mein Tempo etwas zu weich und das Heck hing zu tief. Mit einem korrekt eingestellten Durchhang und zwei zusätzlichen Klicks an der Druckstufendämpfung der Gabel ließ sich das Verhalten jedoch deutlich verbessern.

Danach war die Ducati handlich, stabil und machte auf allen drei Teststrecken richtig viel Spaß.

Verbesserungspotenzial sehe ich vor allem bei der Bewegungsfreiheit nach vorne und bei der Position des Schalthebels. Gerade größere Fahrer sollten prüfen, ob sie mit der Ergonomie zurechtkommen.

Unterm Strich liefert Ducati mit der Desmo450 EDS einen gelungenen und eigenständigen Einstieg in den Sportenduro-Markt. Die Maschine sieht nicht nur anders aus als ihre Konkurrenz, sie fährt sich auch anders.

Wer einen gut kontrollierbaren 450er-Motor, moderne Elektronik, umfangreiche Setupmöglichkeiten und ein außergewöhnliches Motorrad sucht, sollte die neue Ducati unbedingt ausprobieren.

Technische Einordnung und weitere Informationen

Ausführliche technische Daten, Preise, Verfügbarkeit und weitere Details zur Ducati Desmo450 EDS findet ihr auf Enduro.de.

Schreibt uns außerdem gern in die Kommentare, welche Fragen ihr zur neuen Ducati habt. Besonders spannend ist natürlich, wie sich die ersten Serienmodelle später auf deutschen Endurostrecken schlagen werden.

Vielen Dank an Ducati für die Einladung zur Präsentation und die Möglichkeit, die neue Desmo450 EDS ausführlich in Italien zu testen.

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