Startseite » Husqvarna Rückruf 2022–2024: BrakTec-Hinterradbremse kann brechen
Diverses

Husqvarna Rückruf 2022–2024: BrakTec-Hinterradbremse kann brechen

Husqvarna Rückruf

Husqvarna Mobility startet eine neue sicherheitsrelevante Rückrufaktion für Offroad-Motorräder der Modelljahre 2022 bis 2024 mit BrakTec-Bremssystem. Dieses Mal steht die Hinterradbremse im Fokus: Unter bestimmten Belastungen kann es zu ungewöhnlich hohen Kräften am hinteren Bremssattel kommen. In seltenen Fällen besteht dadurch die Gefahr, dass der Bremssattel beziehungsweise Teile seiner Aufnahme brechen.

Als Vorsichtsmaßnahme lässt Husqvarna Mobility bei allen Motorrädern, die unter die entsprechende Serviceaktion fallen, den hinteren Bremssattel inklusive Bremssattelhalter austauschen. Die Reparatur erfolgt für die Besitzer kostenlos bei einem autorisierten Husqvarna-Mobility-Händler.

Werbung

Für Fahrer einer möglicherweise betroffenen Husqvarna gilt deshalb: Die Fahrgestellnummer beziehungsweise den Fahrzeugstatus unbedingt über den offiziellen Husqvarna-Servicebereich prüfen und gegebenenfalls zeitnah einen Termin beim Händler vereinbaren.

Was ist das Problem bei der BrakTec-Hinterradbremse?

Der Rückruf betrifft eine mögliche Schwachstelle im Bereich des hinteren BrakTec-Bremssattels.

Im Rahmen der laufenden Marktbeobachtung hat Husqvarna Mobility festgestellt, dass unter bestimmten Fahrbedingungen ungewöhnlich hohe Belastungen auf den hinteren Bremssattel wirken können.

Dabei geht es nicht lediglich um erhöhten Verschleiß oder eine Komfortbeeinträchtigung. Unter ungünstigen Umständen können Bauteile strukturell überlastet werden.

Werbung

Das mögliche Schadensbild reicht dabei bis zum Bruch des hinteren Bremssattels beziehungsweise der Bremssattelaufnahme.

Für die Sicherheit des Fahrers ist das natürlich relevant: Wird ein Bremssattel oder dessen Führung beschädigt, kann die Funktion der Hinterradbremse beeinträchtigt werden.

Wann kann die erhöhte Belastung auftreten?

Aus den in Nordamerika veröffentlichten Rückrufunterlagen geht hervor, dass insbesondere beim Rückwärtsrollen des Motorrads hohe Belastungen im Bereich eines tragenden beziehungsweise führenden Abschnitts des Bremssattels entstehen können.

Die dort verwendeten J.Juan/BrakTec-Bremssättel können im Bereich des sogenannten Primary Pins beziehungsweise dessen Gussstruktur reißen oder brechen.

Werbung

Kommt es zu einem solchen Schaden, kann in der Folge auch der Bremssattelhalter beschädigt werden. Im ungünstigsten Fall kann sich daraus bei anschließender Vorwärtsfahrt eine weitere Beschädigung des Bremssattels entwickeln.

Für den Fahrer kann dies eine reduzierte Bremswirkung der Hinterradbremse bedeuten.

Husqvarna tauscht Bremssattel und Halter vorsorglich aus

Husqvarna Mobility entscheidet sich deshalb nicht für eine reine Sichtkontrolle der betroffenen Motorräder.

Bei den Maschinen, die der aktuellen Kampagne zugeordnet sind, sollen die relevanten Komponenten der Hinterradbremse ersetzt werden.

Werbung

Getauscht werden:

  • der hintere Bremssattel
  • der dazugehörige Bremssattelhalter beziehungsweise Caliper Bracket
  • gegebenenfalls weitere für die fachgerechte Montage erforderliche Komponenten

Damit möchte Husqvarna das potenzielle Problem dauerhaft beseitigen und nicht lediglich kontrollieren, ob bereits sichtbare Beschädigungen vorhanden sind.

Der Austausch ist für den Fahrzeughalter kostenlos.

Welche Husqvarna-Modelle sind betroffen?

Husqvarna spricht in der Mitteilung von Offroad-Modellen der Modelljahre 2022 bis 2024 mit BrakTec-Bremssystem, die der entsprechenden Kampagne zugeordnet sind.

Entscheidend ist allerdings nicht ausschließlich die Modellbezeichnung oder das Baujahr. Ob ein konkretes Motorrad tatsächlich betroffen ist, lässt sich zuverlässig über die Fahrgestellnummer (VIN) feststellen.

Die Modellbezeichnungen und Homologationen unterscheiden sich allerdings zwischen den Märkten. Deshalb sollte diese US-Aufstellung nicht automatisch eins zu eins auf Deutschland beziehungsweise Europa übertragen werden.

Für Besitzer in Deutschland ist deshalb der VIN-Check über Husqvarna beziehungsweise die Anfrage bei einem autorisierten Husqvarna-Mobility-Händler die sicherste Methode.

Nicht mit dem Rückruf der Vorderradbremse verwechseln

Hier ist eine wichtige Unterscheidung notwendig.

Bereits Anfang 2025 gab es eine Husqvarna-Rückrufaktion rund um BrakTec-Bremssysteme der Modelljahre 2022 bis 2024. Damals ging es allerdings um den vorderen Bremssattel.

Bei dieser älteren Aktion waren Unregelmäßigkeiten in der Gussstruktur eines bestimmten Bauteils festgestellt worden. Der vordere Bremssattel musste deshalb kontrolliert und je nach verbauter Ausführung ausgetauscht werden.

Der jetzt bekannt gewordene Rückruf betrifft dagegen die Hinterradbremse und ein anderes technisches Problem.

Wer bereits an der früheren Aktion teilgenommen hat, sollte deshalb nicht davon ausgehen, dass damit automatisch auch die aktuelle Rückrufaktion erledigt ist.

Warum Husqvarna alle betroffenen Komponenten ersetzt

Nach Angaben von Husqvarna wurde bislang lediglich eine begrenzte Zahl entsprechender Fälle festgestellt. Trotzdem reagiert der Hersteller vorsorglich.

Das ist bei einem sicherheitskritischen Bauteil wie einer Bremsanlage nachvollziehbar. Ein Bremssattel muss auch unter ungewöhnlichen Belastungszuständen zuverlässig funktionieren.

Da ein möglicher Bruch Auswirkungen auf die Bremswirkung haben kann, soll das Risiko durch den präventiven Austausch der Bauteile vollständig beseitigt werden.

Bei neueren Komponenten wurde dieser Bereich konstruktiv überarbeitet beziehungsweise verstärkt.

Was müssen Husqvarna-Besitzer jetzt tun?

Wer eine Husqvarna Enduro beziehungsweise ein entsprechendes Offroad-Modell aus den Modelljahren 2022, 2023 oder 2024 mit BrakTec-Bremse besitzt, sollte zunächst prüfen, ob das Motorrad von der Aktion erfasst wird.

1. Fahrgestellnummer bereithalten

Für eine eindeutige Prüfung wird die VIN beziehungsweise Fahrgestellnummer des Motorrads benötigt.

Sie befindet sich unter anderem am Rahmen und in den Fahrzeugunterlagen.

2. Husqvarna-Servicebereich prüfen

Auf der offiziellen Husqvarna-Website kann im Bereich Service“ beziehungsweise „Safety Recall Information“ geprüft werden, ob für das jeweilige Motorrad eine offene Rückruf- oder Serviceaktion hinterlegt ist.

3. Autorisierten Händler kontaktieren

Ist das Motorrad betroffen, sollte ein Termin bei einem autorisierten Husqvarna-Mobility-Händler vereinbart werden.

Husqvarna weist ausdrücklich darauf hin, dass die Arbeiten über das autorisierte Händlernetz durchgeführt werden sollen.

4. Bremssattel und Halter werden kostenlos ersetzt

Für den Kunden entstehen durch die Rückrufaktion keine Kosten.

Der Austausch der betroffenen Komponenten wird im Rahmen der Kampagne vollständig übernommen.

Betroffene Kunden werden zusätzlich angeschrieben

Husqvarna Mobility informiert bekannte Halter betroffener Fahrzeuge außerdem persönlich per Brief.

Besitzer sollen sich nach Erhalt der Benachrichtigung mit einem autorisierten Händler in Verbindung setzen und einen Termin für den Austausch vereinbaren.

Trotzdem ist es sinnvoll, nicht ausschließlich auf das Anschreiben zu warten. Gerade bei gebraucht gekauften Motorrädern können Halterdaten beim Hersteller nicht immer auf dem aktuellsten Stand sein.

Ein eigenständiger VIN-Check bietet deshalb zusätzliche Sicherheit.

Besonders bei Gebrauchtmotorrädern VIN prüfen

Das Thema ist auch für Käufer gebrauchter Husqvarna-Enduros interessant.

Hat eine Maschine aus den entsprechenden Baujahren bereits einen oder mehrere Besitzerwechsel hinter sich, ist nicht automatisch garantiert, dass der aktuelle Fahrer persönlich über jede offene Serviceaktion informiert wird.

Vor allem beim Gebrauchtkauf lohnt sich daher grundsätzlich die Frage:

Sind für das Motorrad noch Rückruf- oder Serviceaktionen offen?

Ein Husqvarna-Händler kann dies normalerweise anhand der Fahrgestellnummer nachvollziehen.

Wer aktuell eine gebrauchte Husqvarna aus den betreffenden Modelljahren kaufen möchte, sollte den Status deshalb vor dem Kauf oder spätestens direkt danach kontrollieren lassen.

Wie groß ist das Risiko?

Husqvarna betont, dass bislang nur eine begrenzte Zahl entsprechender Fälle festgestellt wurde.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die Aktion ignoriert werden sollte.

Bei Bremskomponenten zählt nicht allein die statistische Wahrscheinlichkeit eines Defekts. Entscheidend ist auch, welche Folgen ein möglicher Bauteilausfall haben könnte.

Genau deshalb wird der Austausch vorsorglich bei sämtlichen Motorrädern durchgeführt, die anhand ihrer Fahrzeugdaten der Kampagne zugeordnet sind.

Was wir Fahrern empfehlen

Besitzer eines entsprechenden Modells sollten nicht versuchen, allein anhand einer optischen Begutachtung zu entscheiden, ob ihre Maschine betroffen ist.

Ein Bremssattel kann äußerlich vollkommen unauffällig aussehen, obwohl das Motorrad anhand des Produktionszeitraums und der verbauten Komponenten einer Rückrufaktion zugeordnet ist.

Deshalb gilt:

  • Fahrgestellnummer überprüfen
  • offiziellen Husqvarna-Servicebereich nutzen
  • Händler nach offenen Aktionen fragen
  • bei bestehender Rückrufaktion zeitnah einen Werkstatttermin vereinbaren
  • Austausch ausschließlich über einen autorisierten Husqvarna-Mobility-Händler durchführen lassen

Fazit: Husqvarna reagiert vorsorglich auf mögliches Bremsproblem

Mit der aktuellen Rückrufaktion reagiert Husqvarna Mobility auf eine potenzielle Schwachstelle im Bereich der BrakTec-Hinterradbremse bei Motorrädern der Modelljahre 2022 bis 2024.

Unter bestimmten Belastungen kann es zu hohen Kräften auf den hinteren Bremssattel kommen. In seltenen Fällen ist ein Bruch des Bremssattels beziehungsweise der zugehörigen Aufnahme möglich.

Husqvarna geht deshalb auf Nummer sicher und ersetzt bei allen Motorrädern, die der Kampagne zugeordnet sind, den hinteren Bremssattel inklusive Bremssattelhalter kostenlos.

Wer eine Husqvarna aus dem entsprechenden Zeitraum fährt, sollte die VIN seines Motorrads möglichst zeitnah überprüfen lassen. Besonders wichtig: Der aktuelle Rückruf betrifft die Hinterradbremse und ist nicht mit der bereits 2025 durchgeführten BrakTec-Rückrufaktion am vorderen Bremssattel zu verwechseln.

Quelle: Husqvarna

Werbung

Ähnliche Beiträge

Produkte: RÜCKRUFAKTION FÜR HUSQVARNA-MX-MODELLE DES MODELLJAHRES 2016!

Denis Guenther