Maximilian Spies hat beim MXGP in Kegums, Lettland, erneut gezeigt, dass er in der Motocross-Weltmeisterschaft immer besser in Fahrt kommt. Mit einem kleinen 3-Personen-Setup stellte sich der Deutsche gegen die großen Werksteams – und lieferte zwei starke Top-15-Ergebnisse ab. Am Ende stand Platz 12 in der Tageswertung und ein klares Signal: Die MXGP-Top-10 sind für „Spicy“ nicht mehr weit weg.
Maximilian Spies mit starkem MXGP-Auftritt in Kegums
Für Maximilian Spies ging es am vergangenen Wochenende direkt back-to-back zum nächsten MXGP-Einsatz. Nach dem Grand Prix in Teutschenthal stand für den Deutschen der MXGP in Kegums auf dem Programm. Während viele Konkurrenten mit großen Werksteam-Strukturen anreisten, nahm Max die Herausforderung im kleinen, aber eingespielten 3-Personen-Setup an.
Mit dabei waren neben Max lediglich sein Mechaniker und seine Freundin. Im Transporter ging es nach Kegums, wo Spies einmal mehr gegen die internationale MXGP-Elite antrat. Ein klassisches „David gegen Goliath“-Duell also – und eines, bei dem sich Max richtig stark verkaufte.
Schon im Qualifying zeigte sich, dass der Aufwärtstrend weitergeht. Nach Platz 17 im Zeittraining konnte sich Spies im Qualirennen deutlich steigern und auf Rang 12 nach vorne schieben. Damit verschaffte er sich eine deutlich bessere Ausgangsposition als noch eine Woche zuvor beim Heim-GP in Teutschenthal.

Qualirennen: Platz 12 bringt bessere Ausgangslage
Der Samstag verlief für Maximilian Spies durchaus positiv. Im Zeittraining reichte es zunächst zu Platz 17. Für die Rennen am Sonntag wäre das keine einfache Ausgangslage gewesen, doch im Qualirennen legte Max nach.
Mit einer konzentrierten Leistung arbeitete er sich bis auf Platz 12 nach vorne. Dieser zwölfte Platz war enorm wichtig, denn auf dem hohen MXGP-Niveau entscheidet die Startposition oft darüber, ob man direkt in Schlagdistanz zu den Top-10 kommt oder sich erst mühsam durch das Feld kämpfen muss.
Für Spies war dieser Schritt nach vorne deshalb besonders wertvoll. Statt sich von weit hinten durchkämpfen zu müssen, konnte er am Sonntag deutlich besser ins Rennen gehen.
Erster Lauf: Starke Pace, aber Strafe nach Lautstärkemessung
Im ersten Wertungslauf nutzte Max die bessere Startposition direkt aus. Er kam ordentlich weg und kehrte auf Platz 13 aus der ersten Runde zurück. In der Anfangsphase verlor er zunächst eine Position, fand anschließend aber einen guten Rhythmus.
Zur Rennmitte konnte Spies das Tempo weiter erhöhen und sich zwischenzeitlich sogar bis auf Rang 12 verbessern. Am Ende überquerte er die Ziellinie auf Platz 13 – ein starkes Resultat in einem hochklassig besetzten MXGP-Feld.
Allerdings blieb es nicht bei diesem Ergebnis. Nach dem Rennen wurde bei der Lautstärkemessung ein Wert festgestellt, der um 0,3 dB über dem erlaubten Limit lag. Dadurch wurde Max um zwei Positionen zurückversetzt und offiziell auf Platz 15 gewertet.
Max nahm die Situation sportlich, auch wenn der Ärger natürlich nachvollziehbar war:
„Das ist natürlich schade, aber da kann man nichts machen und muss auch nicht diskutieren, auch wenn es um die Lautstärkemessung sehr laut war mit Musik, Zuschauern, einem lauten Show-Auto“, so Max.
Trotz der Strafe bleibt festzuhalten: Auf der Strecke war Max im ersten Lauf klar im Bereich der Top-13 unterwegs und konnte mehrere starke Fahrer hinter sich halten.
Zweiter Lauf: Nach Startcrash stark nach vorne gekämpft
Im zweiten Lauf wurde es direkt nach dem Start turbulent. Es kam zu einem Startcrash, bei dem auch Maximilian Spies leicht touchiert wurde. Zum Glück blieb er auf dem Motorrad, verlor durch die Situation aber wichtige Positionen.
Nach der ersten Runde lag Max nur auf Platz 18. Von dort aus zeigte er jedoch eine starke Aufholjagd. Runde für Runde kämpfte sich der Deutsche nach vorne und bewies erneut, dass seine Rennpace aktuell absolut konkurrenzfähig ist.
Bis zum Beginn der zweiten Rennhälfte arbeitete sich Spies bis auf Platz 11 nach vorne. Damit lag sogar ein Top-10-Ergebnis in Reichweite. Erst in der letzten Runde musste er gegen Honda-Werksfahrer Ruben Fernandez noch eine Position abgeben. Am Ende wurde Max auf Platz 12 gewertet.
Gerade dieser zweite Lauf zeigte, wie viel Potenzial aktuell vorhanden ist. Ohne den Zwischenfall am Start wäre ein Ergebnis in den Top-10 durchaus möglich gewesen.
MXGP Top-10 rückt für Spies näher
Mit Platz 15 im ersten Lauf und Platz 12 im zweiten Rennen beendete Maximilian Spies den MXGP in Kegums auf Rang 12 in der Tageswertung. In der Meisterschaft liegt er nach diesem Wochenende auf Platz 24.
Noch wichtiger als die nackten Zahlen ist aber die Entwicklung: Max kommt immer besser in Fahrt, seine Startsituation verbessert sich und seine Pace reicht zunehmend aus, um sich im Bereich der Top-10 zu bewegen.
Auch Spies selbst sah das nach dem Rennen ähnlich:
„Mit einem besseren Start im zweiten Lauf, hätte auch ein Platz in den Top-Ten herausspringen können, da ich im ersten Rennen einige der Top-10-Fahrer hinter mir gehalten hatte. Das ärgert mich schon, aber that’s racing. Wichtig ist, dass mein Aufwärtstrend weiter voran geht und ich nah dran war. Es kommen ja noch ein paar MXGP, bei denen ich teilnehmen werde. Nun liegt mein Fokus auf dem nächsten ADAC MX Masters Rennen in Tensfeld am kommenden Wochenende“, zog Max Fazit.
Ergebnisse Maximilian Spies – MXGP Kegums
Qualifying: Platz 12
Zeittraining: Platz 17
Moto 1: Platz 15 nach Strafe
Moto 2: Platz 12
Tageswertung: Platz 12
Meisterschaft: Platz 24
Fazit: Maximilian Spies bestätigt seinen Aufwärtstrend
Der MXGP in Kegums war für Maximilian Spies ein weiterer wichtiger Schritt nach vorne. Mit kleinem Teamaufwand gegen die großen Werksteams anzutreten, ist ohnehin schon eine enorme Herausforderung. Dass Max dabei zwei solide Top-15-Resultate einfährt und zeitweise sogar an den Top-10 kratzt, unterstreicht seine aktuelle Entwicklung.
Besonders stark war seine Aufholjagd im zweiten Lauf. Nach dem schwierigen Start und Platz 18 in der ersten Runde arbeitete sich Spies bis auf Rang 11 nach vorne und musste erst kurz vor Schluss noch eine Position abgeben.
Die Richtung stimmt also klar. „Spicy“ ist in der MXGP angekommen, sammelt weiter wertvolle Erfahrung und zeigt, dass mit ihm auch auf WM-Niveau gerechnet werden muss. Der nächste Fokus liegt nun auf dem ADAC MX Masters in Tensfeld, wo Max seine Form bestätigen möchte.
Quelle: Busty Wolter/Atze Entertainment GmbH, Foto von Niek Fotografie


