Jeremy Sydow überzeugt mit Platz zwei und drei in Portugal
Großer Erfolg für Deutschlands Enduro-Aushängeschild Jeremy Sydow beim vierten Lauf der FIM EnduroGP-Weltmeisterschaft im portugiesischen Fafe. Nach seiner verletzungsbedingten Zwangspause scheint der Triumph Factory Racing-Pilot endgültig zurück in Topform zu sein. Mit Rang drei am Samstag und Platz zwei am Sonntag in der Enduro1-Klasse feierte Sydow sein bislang stärkstes Rennwochenende der Saison und kletterte gleichzeitig in der Gesamtwertung deutlich nach vorne.

Staubige Bedingungen am Samstag fordern Fahrer und Material
Der erste Renntag in Portugal verlangte den Fahrern alles ab. Hohe Temperaturen, trockene Böden und enorme Staubentwicklung machten die ohnehin anspruchsvollen Sonderprüfungen zusätzlich schwierig.
Bereits im AKRAPOVIC Super Test am Freitagabend deutete Sydow mit Rang vier in der Enduro1-Kategorie seine starke Form an. Diese Leistung bestätigte er am Samstag eindrucksvoll. Mit konstant schnellen Sonderprüfungszeiten hielt sich der Deutsche den gesamten Tag über in Schlagdistanz zur Spitze. Besonders auf dem abschließenden Enduro-Test setzte er mit Platz sechs nochmals ein Ausrufezeichen.
Am Ende bedeutete das:
- Platz 10 in der EnduroGP-Gesamtwertung
- Platz 3 in der Enduro1-Klasse
- Zweites Enduro1-Podium in Folge
Der Sieg in der EnduroGP-Wertung ging an KTM-Werksfahrer Josep Garcia vor Zach Pichon und Andrea Verona.
Sonntag bringt das beste Saisonergebnis
Nach leichtem Regen in der Nacht präsentierten sich die Bedingungen am Sonntag etwas fahrerfreundlicher. Weniger Staub sorgte für bessere Sichtverhältnisse, gleichzeitig entstanden tiefe Spurrillen und Löcher in den Sonderprüfungen.
Jeremy Sydow nutzte die veränderten Bedingungen perfekt aus. Von Beginn an bewegte sich der Triumph-Pilot innerhalb der Top Sieben der Gesamtwertung und kontrollierte souverän seinen Vorsprung auf die Konkurrenz in der Enduro1-Klasse.
Am Ende durfte sich Sydow über sein bislang bestes Saisonergebnis freuen:
- Platz 7 Gesamtwertung EnduroGP
- Platz 2 Enduro1
- Schnellster Triumph-Pilot des Tages
Damit unterstrich der Deutsche eindrucksvoll die positive Entwicklung in seiner ersten Saison für Triumph Factory Racing auf der neuen TF 250-E.

Jeremy Sydow: „Es fühlt sich großartig an“
Nach dem erfolgreichen Wochenende zeigte sich der 25-Jährige entsprechend zufrieden:
„Es fühlt sich wirklich gut an, endlich alles an einem Wochenende zusammenzubringen. Die Bedingungen waren für alle Fahrer extrem schwierig, aber wir konnten konstant bleiben und starke Ergebnisse einfahren. Ein großes Dankeschön an das gesamte Team für die harte Arbeit und besonders an Jamie McCanney, der das ganze Wochenende draußen im Staub unterwegs war, um uns mit Linienwahl und Tipps zu unterstützen. Jeder hat enorm viel investiert und es ist schön, diese Arbeit mit solchen Ergebnissen zurückzahlen zu können. Hoffentlich können wir diesen Schwung für den Rest der Saison mitnehmen.“
Deutsche Fahrer ebenfalls mit soliden Ergebnissen
Neben Sydow waren weitere deutsche Fahrer in Portugal am Start.
Leon Thoms sammelt wichtige WM-Erfahrung
In der Junior2-Klasse absolvierte Leon Thoms zwei konstante Renntage und belegte sowohl am Samstag als auch am Sonntag Rang 14.
Tim Apolle erneut stark in der Open-Kategorie
Tim Apolle ging in der Open-Zweitakt-Klasse an den Start und zeigte ebenfalls eine solide Leistung. An beiden Renntagen fuhr der Deutsche auf Rang fünf und sammelte wichtige Meisterschaftspunkte.
WM-Tabellen: Sydow macht Boden gut
Das erfolgreiche Wochenende wirkt sich auch positiv auf die Meisterschaftswertungen aus.
In der EnduroGP-Gesamtwertung verbessert sich Jeremy Sydow von Platz 18 auf Rang 14. In der Enduro1-Wertung rückt er auf Position sieben vor und liegt nur noch vier Punkte hinter den unmittelbar vor ihm platzierten Fahrern.
Mit den gezeigten Leistungen darf der Deutsche optimistisch auf die kommenden Aufgaben blicken.
Garcia und Pichon teilen sich die EnduroGP-Siege in Portugal
An der Spitze der EnduroGP-Gesamtwertung lieferten sich die Favoriten ein spannendes Duell. Am Samstag setzte sich der spanische KTM-Werksfahrer Josep Garcia unter extrem staubigen Bedingungen durch. Garcia gewann mehrere Sonderprüfungen und kontrollierte das Rennen bis ins Ziel.

Hinter ihm profitierte Zach Pichon vom Pech des lange auf Rang zwei liegenden Steve Holcombe. Der Sherco-Pilot musste auf der letzten Prüfung des Tages mit technischen Problemen aufgeben. Dadurch rückte Pichon auf Platz zwei vor, während Andrea Verona das Podium komplettierte.
Am Sonntag schlug Pichon zurück. Der Franzose übernahm bereits früh die Führung und verteidigte diese bis zur letzten Sonderprüfung. Trotz eines starken Schlussspurts von Garcia behielt der TM-Moto-Pilot die Oberhand und feierte seinen ersten EnduroGP-Gesamtsieg des Jahres. Garcia wurde Zweiter vor Steve Holcombe, der sich nach seinem Ausfall am Vortag eindrucksvoll zurückmeldete.
Enduro1: Garcia weiterhin ungeschlagen
In der Enduro1-Kategorie bleibt Josep Garcia das Maß aller Dinge. Der Spanier gewann an beiden Renntagen sämtliche Wertungsprüfungen seiner Klasse und baute seine Siegesserie weiter aus.
Hinter Garcia sorgte Jeremy Sydow mit Platz drei am Samstag und Rang zwei am Sonntag für die besten deutschen Ergebnisse des Wochenendes. Der Triumph-Werksfahrer etablierte sich damit endgültig als Podiumskandidat in der hart umkämpften E1-Klasse.
Morgan Lesiardo komplettierte an beiden Tagen die Top Drei der Klasse.
Pichon dominiert die Enduro2-Klasse

In Enduro2 war Zach Pichon der Mann des Wochenendes. Der Franzose gewann beide Renntage und zeigte besonders am Sonntag eine beeindruckende Vorstellung. Mit einem Vorsprung von rund 50 Sekunden ließ er der Konkurrenz keine Chance.
Andrea Verona belegte an beiden Tagen Rang zwei. Hamish Macdonald komplettierte am Sonntag das Podium, nachdem er bereits am Samstag mit Rang vier eine starke Leistung gezeigt hatte.
Enduro3: Sieg für Espinasse und Holcombe
Die Enduro3-Kategorie sah zwei unterschiedliche Sieger.
Am Samstag profitierte Theo Espinasse vom Ausfall Steve Holcombes auf der letzten Sonderprüfung. Der Fantic-Pilot sicherte sich damit seinen ersten Saisonsieg vor Julien Roussaly und Albin Norrbin.
Einen Tag später revanchierte sich Holcombe eindrucksvoll. Der Sherco-Pilot gewann die Klasse mit sechs Sekunden Vorsprung vor Brad Freeman. Albin Norrbin bestätigte seine starke Form und fuhr erneut aufs Podium.
Junioren: Triumph feiert historischen Erfolg
Für Triumph Factory Racing gab es neben den Erfolgen von Jeremy Sydow einen weiteren Grund zum Jubeln.
Im Tsubaki Junior Enduro feierte Leo Joyon am Sonntag seinen ersten Sieg in der Junioren-Weltmeisterschaft. Gleichzeitig war es der erste Triumph von Triumph Factory Racing in der Geschichte der EnduroGP-Weltmeisterschaft.
Der Franzose setzte sich nach einem spannenden Rennen gegen Kevin Cristino und Manuel Verzeroli durch.
Am Samstag hatte noch Alberto Elgari die Klasse dominiert. Der Italiener gewann sechs der zehn Sonderprüfungen und verwies Joyon sowie Thibault Giraudon auf die weiteren Podestplätze.
Aus deutscher Sicht sammelte Leon Thoms in der Junior2-Klasse wichtige Erfahrungen und belegte an beiden Tagen Rang 14.
Frauen-WM: Rachel Gutish mit perfektem Wochenende
In der Expotrade Women’s Enduro Championship war Rachel Gutish nicht zu schlagen. Die Amerikanerin gewann beide Renntage für das RIEJU Factory Team und baute ihre Position in der Meisterschaft weiter aus.
Für Aufsehen sorgte zudem die Kanadierin Shelby Turner. Bei ihrem ersten EnduroGP-Einsatz fuhr die Triumph-Pilotin an beiden Tagen auf Rang zwei und gewann mehrere Cross-Tests.
Rosie Rowett, Nieve Holmes und Marine Lemoine kämpften dahinter um die weiteren Podiumsplätze.
Nachwuchs: Scardina baut Führung aus
In der Youth-Enduro-Klasse setzte Pietro Scardina seine beeindruckende Saison fort. Der junge Italiener gewann beide Renntage souverän und ließ der Konkurrenz keine Chance.
Valentin Mersin und Yago Dominguez komplettierten am Sonntag das Podium. Mit seinem Doppelsieg festigt Scardina seine Position als einer der heißesten Titelkandidaten der Nachwuchsklasse.
EnduroGP bleibt in Portugal
Für die Fahrer geht es direkt weiter. Bereits vom 19. bis 21. Juni steht ebenfalls in Fafe der fünfte Lauf der EnduroGP-Weltmeisterschaft auf dem Programm. Jeremy Sydow wird dort versuchen, seine starke Form erneut in Spitzenplatzierungen umzusetzen und den Anschluss an die Top Fünf der Enduro1-Wertung weiter zu verkürzen.
Ergebnisse
Alle Ergebnisse gibt es auf der offziellen Webseite (LINK).
Quelle: EnduroGP, Triumph


