Startseite » Mini Enduro European Cup Finale in Großlöbichau: Europas jüngste Enduro-Champions gekürt
Enduro International

Mini Enduro European Cup Finale in Großlöbichau: Europas jüngste Enduro-Champions gekürt

Mini Enduro European Cup 2026 Großlöbichau

Das große Finale des Mini Enduro European Cup 2026 ist entschieden. Am 1. und 2. August trafen sich Europas schnellste Nachwuchs-Enduristen in Großlöbichau bei Jena, um beim dritten und letzten Saisonlauf die neuen Champions zu ermitteln. Nach den Stationen im lettischen Auzole und im ungarischen Nagytarcsa wartete in Thüringen noch einmal ein anspruchsvolles Sprint-Enduro-Wochenende mit engen Titelentscheidungen, schwierigen Wetterbedingungen und starken Auftritten der deutschen Nachwuchsfahrer.

Dabei zeigte sich erneut, welchen Stellenwert der Mini Enduro European Cup mittlerweile im internationalen Nachwuchsbereich besitzt. Für viele der jungen Fahrer ist die Serie der erste große Schritt in Richtung Enduro-Europameisterschaft und später möglicherweise sogar in die Enduro-Weltmeisterschaft.

Werbung

Besonders erfreulich aus deutscher Sicht: Neben mehreren starken Einzelergebnissen erkämpfte sich Team Germany U17 den dritten Platz in der Mannschaftswertung. Mit Lou Wohlhaupt stand am Sonntag zudem ein deutscher Fahrer auf dem Tagespodium der Junior-Klasse. Mia Abelein durfte sich nach einem dramatischen Finale sogar über den zweiten Platz in der Women-Junior-Gesamtwertung freuen.

Drei Sonderprüfungen fordern Europas Enduro-Nachwuchs

Das Finale in Großlöbichau wurde im Sprint-Enduro-Format ausgetragen. Die Fahrer mussten mehrere Durchgänge auf drei unterschiedlichen Sonderprüfungen absolvieren.

Auf dem Programm standen ein schneller Crosstest, ein abwechslungsreicher Endurotest mit Wald- und Wiesenpassagen sowie ein technisch anspruchsvoller Extremtest.

Die Voraussetzungen änderten sich dabei während des Wochenendes mehrfach. Regen vor und während des Samstags machte vor allem die Wiesenpassagen extrem rutschig. Am Sonntag sorgte dichter Nebel am Morgen wiederum für schwierige Sichtverhältnisse.

Werbung

Damit waren nicht nur Geschwindigkeit und fahrerisches Können gefragt. Auch Linienwahl, Reifenwahl, Konzentration und möglichst fehlerfreie Sonderprüfungen entschieden über wertvolle Sekunden.

Und genau diese Sekunden sollten in mehreren Meisterschaftsklassen bis zur allerletzten Prüfung über Titel und Platzierungen entscheiden.

Samstag: Andrea Surini setzt die Bestzeit

Bereits am ersten Renntag entwickelte sich ein hochklassiger Kampf um den Gesamtsieg.

Im Mittelpunkt stand einmal mehr die stark besetzte 125 Mini Klasse. Der Italiener Andrea Surini auf Beta, der bereits das Sonntagsrennen beim vorherigen Lauf in Ungarn gewonnen hatte, knüpfte in Großlöbichau nahtlos an seine starke Form an.

Werbung

Surini setzte die schnellste Gesamtzeit des Tages und sicherte sich damit den Sieg vor dem Spanier Eric Wic Huertas auf Alfer.

Den dritten Platz belegte der Schwede Douglas Sjöblom auf TM, der mit einer konstant starken Vorstellung überzeugte.

Auch Viktor Kallur und Franciszek Harazin hielten den Anschluss an die Spitzengruppe und sorgten dafür, dass die Abstände während des gesamten Tages überschaubar blieben.

Junior: Alex Esteban Puig legt im Titelkampf vor

Auch in der Junior-Kategorie blieb es spannend.

Werbung

Alex Esteban Puig auf Alfer setzte sich am Samstag gegen seine direkten Meisterschaftskonkurrenten durch und gewann den ersten Renntag.

Platz zwei ging an Tim Raffard auf Husqvarna, während Maximilian Dorfer auf Husqvarna den dritten Rang belegte.

Damit verschaffte sich Puig vor dem entscheidenden Sonntag eine starke Ausgangslage im Kampf um den Gesamtsieg des Mini Enduro European Cup.

Mini Junior: Nur zwölf Sekunden entscheiden

Einen besonders engen Kampf lieferten sich Sebestyén Szép auf KTM und Nathan Jay Caputo auf Yamaha.

Werbung

Nach mehreren Sonderprüfungen trennten die beiden Nachwuchsfahrer am Ende nur etwas mehr als zwölf Sekunden.

Szép setzte sich schließlich durch und holte den Tagessieg.

Nathan Jay Caputo musste sich mit Platz zwei zufriedengeben.

Aus deutscher Sicht besonders erfreulich: Emil Doras komplettierte das Podium auf Rang drei.

Women 125 Mini: Pauline Nicon schlägt zurück

Auch die Women 125 Mini Klasse bot erneut einen engen Kampf zwischen Pauline Nicon auf Husqvarna und Adela Godino Gomez auf Beta.

Bereits beim vorherigen Lauf in Ungarn hatten sich beide Fahrerinnen die Siege geteilt.

Am Samstag in Großlöbichau setzte sich zunächst die Französin Pauline Nicon durch.

Adela Godino Gomez belegte den zweiten Platz.

Rang drei ging an Anika Dal Pezzo auf KTM.

Natalie Sekotová bleibt ungeschlagen

In der Women-Junior-Klasse setzte Natalie Sekotová auf KTM ihre beeindruckende Saison fort.

Auch in Großlöbichau blieb sie zunächst ungeschlagen und gewann den Samstag vor Mia Abelein auf Husqvarna und Smilla Stahre Sturesson auf Husqvarna.

In der 50-Mini-Kategorie dominierte ebenfalls der Favorit.

Norbert Vágó Jr. auf Valenti Racing setzte seine perfekte Saison fort und feierte einen weiteren Sieg.

Sonntag: Tomás Joan González holt den Tagessieg

Der Sonntag brachte schließlich die Entscheidungen.

In mehreren Klassen war vor dem letzten Renntag noch nichts entschieden. Entsprechend hoch waren Druck und Anspannung.

Den schnellsten Fahrer des Tages stellte diesmal die Junior-Klasse.

Der Spanier Tomás Joan González auf KTM zeigte eine herausragende Leistung und fuhr die schnellste Gesamtzeit des Sonntags.

Damit gewann González gleichzeitig die Junior-Kategorie.

Alex Esteban Puig belegte Platz zwei und sicherte sich damit endgültig den Titel im Junior European Cup.

Für einen der größten deutschen Erfolge des Wochenendes sorgte Lou Wohlhaupt.

Der Deutsche kämpfte sich auf einen starken dritten Platz und stand damit beim EM-Finale auf dem Tagespodium.

Women 125 Mini: Adela Godino Gomez revanchiert sich

Nach ihrer Niederlage am Samstag schlug Adela Godino Gomez am Sonntag zurück.

Die Spanierin gewann den zweiten Renntag vor Pauline Nicon.

Anika Dal Pezzo belegte erneut den dritten Platz.

Damit hatte Godino Gomez im entscheidenden Moment der Saison noch einmal zurückgeschlagen.

Sebestyén Szép mit perfektem Wochenende

In der Mini-Junior-Kategorie ließ Sebestyén Szép auch am Sonntag nichts anbrennen.

Der KTM-Pilot gewann erneut und machte damit seinen Doppelsieg beim Finale perfekt.

Nathan Jay Caputo wurde erneut Zweiter.

Emil Doras komplettierte auch am Sonntag das Podium auf Rang drei.

Natalie Sekotová beendet perfekte Saison

Auch Natalie Sekotová blieb ihrer Linie treu.

Die KTM-Pilotin gewann erneut die Women-Junior-Klasse und beendete damit ihre Saison ungeschlagen.

Mia Abelein sicherte sich erneut Platz zwei.

Rang drei ging am Sonntag an Isona Colomer.

In der 50-Mini-Kategorie blieb Norbert Vágó Jr. ebenfalls ungeschlagen und vollendete mit einem weiteren Sieg seine perfekte Saison.

Mini Enduro European Cup 2026: Die neuen Champions

Nach den letzten Sonderprüfungen in Großlöbichau standen schließlich die Europacup-Sieger der Saison 2026 fest.

Besonders dramatisch verlief die Entscheidung in der prestigeträchtigen 125 Mini Klasse.

Eric Wic Huertas gewinnt 125 Mini nach Punktgleichheit

Eric Wic Huertas aus Spanien und Andrea Surini aus Italien beendeten die Saison punktgleich.

Damit musste das Ergebnis des letzten Renntages über den Titel entscheiden.

Aufgrund seines stärkeren Resultats am Sonntag ging der European Cup schließlich an Huertas.

Andrea Surini belegte Rang zwei.

Viktor Kallur komplettierte die Top 3 der Meisterschaft.

Diese Reihenfolge bildete gleichzeitig auch das Endergebnis der Overall-Wertung.

Nathan Jay Caputo gewinnt Mini Junior

In der Mini-Junior-Kategorie setzte sich über die gesamte Saison Nathan Jay Caputo durch.

Der Yamaha-Pilot gewann den European Cup vor Sebestyén Szép und dem Deutschen Emil Doras.

Damit durfte sich Doras trotz seines verletzungsbedingt schwierigen Finales über einen starken dritten Gesamtrang freuen.

Junior-Titel für Alex Esteban Puig

Den Gesamtsieg in der Junior-Kategorie holte Alex Esteban Puig.

Hinter ihm belegte Tim Raffard Platz zwei.

Maximilian Dorfer schloss die Meisterschaft auf Rang drei ab.

Adela Godino Gomez gewinnt Women 125 Mini

Bei den Nachwuchsfahrerinnen sicherte sich Adela Godino Gomez den Titel in der Women 125 Mini Kategorie.

Pauline Nicon wurde Zweite.

Carla Castellano Gálvez komplettierte die Top 3 der Saison.

Natalie Sekotová mit perfekter Meisterschaft

Eine der dominantesten Leistungen der gesamten Saison lieferte Natalie Sekotová ab.

Die KTM-Pilotin gewann den Women Junior European Cup nach einer perfekten Saison.

Aus deutscher Sicht besonders stark: Mia Abelein holte Platz zwei in der Gesamtwertung und darf sich damit über den Vizetitel freuen.

Smilla Stahre Sturesson beendete die Saison auf dem dritten Platz.

Norbert Vágó Jr. bleibt ungeschlagen

Auch in der kleinsten Kategorie gab es einen dominanten Champion.

Norbert Vágó Jr. absolvierte die Saison ohne Niederlage und gewann souverän den European Cup der 50-Mini-Klasse.

Teamwertung: Schweden vor Spanien und Deutschland

In der Mannschaftswertung ging der Sieg an Mini Enduro Team Sweden.

Platz zwei belegte Team España.

Die deutsche U17-Auswahl durfte sich über einen starken dritten Platz freuen.

Damit holte Team Germany U17 EM-Bronze und setzte beim Heimfinale einen gelungenen Schlusspunkt unter die internationale Nachwuchssaison.

Die deutschen Fahrer beim Mini Enduro European Cup Finale

Neben den internationalen Titelentscheidungen standen in Großlöbichau natürlich besonders die Leistungen der deutschen Nachwuchsfahrer im Mittelpunkt.

Von Podiumsplätzen über Stürze und technische Probleme bis hin zu persönlichen Bestzeiten und starken Aufholjagden war praktisch alles dabei, was den Endurosport ausmacht.

Maximilian Voith: Starker Samstag und EM-Bronze mit dem Team

Maximilian Voith fand am Samstag schnell seinen Rhythmus und lag bis zur vierten Runde als schnellster deutscher Fahrer auf Platz fünf. Erst in der vorletzten Prüfung des Renntages musste er einen Rückschlag hinnehmen. Auf der rutschigen Wiese im letzten Endurotest unterlief ihm ein kleiner Fehler, der einige wertvolle Sekunden kostete und ihn noch auf Platz sieben zurückwarf.

Am Sonntag kam Voith mit den Bedingungen nicht ganz so gut zurecht. Zwar konnte er sich im Laufe des Tages immer weiter nach vorne kämpfen, an seine Leistung vom Vortag kam er aber nicht mehr ganz heran. Am Ende stand Platz elf zu Buche. Trotzdem konnte er auf ein erfolgreiches Wochenende und eine solide EM-Saison zurückblicken. Gemeinsam mit den deutschen Mannschaftskollegen holte er am Samstag und Sonntag Bronze mit dem Team und sicherte sich auch in der Serienwertung den dritten Platz mit der deutschen Auswahl.

In der Gesamtwertung der 125 Mini U17 sammelte Voith 68 Punkte und beendete die Saison auf Platz sieben. Ohne seinen DNF in Ungarn wäre nach eigener Einschätzung sogar Rang fünf möglich gewesen. Mit dem siebten Platz konnte er am Ende dennoch zufrieden sein.

Mia Abelein: Dramatischer Kampf um den EM-Vizetitel

Für Mia Abelein bot das Finale praktisch alles, was der Endurosport an Höhen und Tiefen bereithält. Bereits in der Nacht vor dem Samstag hatte es geregnet, auch am Renntag selbst blieb es nass. Dadurch waren vor allem die Wiese und große Teile der Strecke extrem glatt und anspruchsvoll zu fahren. Im Extremtest rutschte Abelein an einer Auffahrt das Hinterrad weg. Ohne den notwendigen Schwung war es nahezu unmöglich, die Steigung zu bewältigen, wodurch sie rund drei Minuten verlor. Auf diesem internationalen Niveau ist ein solcher Rückstand kaum wieder aufzuholen.

Trotzdem gab Abelein nicht auf. Bis zur letzten Sonderprüfung kämpfte sie um jede Sekunde und schaffte es noch bis auf Platz vier nach vorne. Am Sonntag war der Druck entsprechend groß, denn im Kampf um Platz zwei der Gesamtwertung durfte sie sich keinen größeren Fehler mehr erlauben. Von der ersten bis zur letzten Prüfung entwickelte sich ein spannendes Duell mit ihrer spanischen Konkurrentin. Die Abstände änderten sich ständig und jede Sonderprüfung wurde wichtig.

Die Entscheidung fiel tatsächlich erst ganz zum Schluss. Im letzten Extremtest setzte Abelein die Bestzeit und sicherte sich mit Platz zwei in der Tageswertung gleichzeitig Rang zwei in der Women-Junior-Gesamtwertung des Mini Enduro European Cup 2026. Nach einer langen Saison zahlte sich das intensive Training damit aus und Abelein durfte sich über den Vizetitel freuen.

Carlo Krüger: Kleine Fehler verhindern bessere Platzierung

Carlo Krüger kam am Samstag mit den schwierigen Wetterbedingungen ordentlich zurecht und konnte nach einer guten Vorbereitung den 15. Platz erreichen. Für den Sonntag hatte er sich entsprechend mehr vorgenommen, denn die beiden vor ihm platzierten Fahrer schienen durchaus erreichbar.

Mit diesem Ziel im Kopf schlichen sich allerdings mehrere kleine Fehler ein. Vor allem im Crosstest verlor Krüger wertvolle Zeit und damit auch einige Positionen. Statt der erhofften Verbesserung stand am Ende Rang 20 zu Buche. Das Ergebnis entsprach damit nicht ganz den Erwartungen, dennoch konnte Krüger weitere wichtige internationale Erfahrung sammeln.

Magdalena Höfer: Zweimal Platz vier nach starker Steigerung

Für Magdalena Höfer begann das Wochenende bereits am Donnerstag mit der Besichtigung der Sonderprüfungen. Am Freitag folgte gemeinsam mit Tim Apolle ein weiterer Rundgang, bei dem noch einmal Linien analysiert und schnellere Spuren gesucht wurden. Nach Anmeldung und technischer Abnahme wurde es am Samstag ernst. Der erste Test war ein sehr schneller Crosstest, in dem Höfer gut zurechtkam, allerdings war auch die internationale Konkurrenz stark unterwegs.

Nach einer kurzen Etappe folgte der Endurotest mit Waldpassagen und einer großen Wiese. Dieser Test lag Höfer besonders gut und sie konnte sich im Laufe des Tages immer weiter steigern. Direkt danach wartete der Extremtest, der sowohl schnelle als auch technische Passagen beinhaltete. Schon in der ersten Runde kam es dort allerdings zu einem Zwischenfall. Eine spanische Konkurrentin blieb vor ihr hängen, Höfer versuchte auszuweichen, rutschte dabei selbst weg und verlor rund eine Minute. Trotzdem steigerte sie anschließend ihr Tempo und beendete den Samstag noch auf Platz vier.

Am Abend schaute sie sich die Prüfungen erneut an und nahm sich vor allem für den Crosstest Verbesserungen vor. Das zahlte sich am Sonntag direkt aus, denn ihre erste Crosstestzeit war die drittbeste ihrer Klasse. Im Endurotest verschenkte sie allerdings einige Sekunden, während der Extremtest wieder deutlich besser lief. Zeitweise fehlten nur wenige Sekunden auf Rang drei. In Runde zwei blieb ihre Konkurrentin stecken und der Abstand schmolz noch einmal, doch in der dritten Runde machte Höfer selbst einige Fehler und verlor wieder Zeit.

In der letzten Runde konzentrierte sie sich darauf, möglichst fehlerfrei und trotzdem schnell ins Ziel zu kommen. Das gelang, am Ende wurde es erneut Platz vier. Auch wenn das Podium knapp verpasst wurde, waren ihre Zeiten am Sonntag deutlich besser als am Vortag und teilweise sogar schneller als die der späteren Drittplatzierten. Ihr Dank ging an den ADAC Hessen-Thüringen, den MSTC Gembdental und Tim Apolle.

Nils Lindner: Erfolgreiche erste Saison auf der 85er

Mit dem Finale in Großlöbichau endete für Nils Lindner gleichzeitig seine erste komplette Saison auf der 85-cm³-Maschine. Der erste Renntag war stark vom Wetter geprägt. Regen machte die Strecke schwierig, trotzdem kam Lindner gut durch den Samstag.

Am Sonntag startete das Fahrerfeld zunächst bei dichtem Nebel. Erst nach der zweiten Sonderprüfung klarte das Wetter langsam auf und Lindner fand immer besser seinen Rhythmus. Am Ende erreichte er einen hart erkämpften 14. Platz in seiner Klasse. Damit ging eine lehrreiche und erfolgreiche erste Mini-Enduro-Saison auf der 85er zu Ende.

Ein großes Dankeschön richtete er an Tim Apolle, den ADAC Hessen-Thüringen, die REINEX Hochdrucktechnik GmbH, Freunde und vor allem an seine Familie, die ihn die gesamte Saison über begleitet und unterstützt hatte.

Lou Wohlhaupt: Von Platz fünf aufs Podium

Für Lou Wohlhaupt begann das EM-Wochenende bereits am Donnerstag mit der Anreise nach Großlöbichau. Am Freitag standen die Vorbereitungen im Mittelpunkt. Alle drei Sonderprüfungen wurden zunächst besichtigt und anschließend gemeinsam mit Tim Apolle noch einmal genau analysiert. Danach folgten letzte Abstimmungen am Motorrad auf dem Test-Track sowie Anmeldung und technische Abnahme.

Am Samstag fiel um 08:17 Uhr der Startschuss. Schon im ersten Wertungstest, dem Crosstest, gab es den ersten Rückschlag: Wohlhaupt stürzte bereits in der dritten Kurve. Die Zeiten der ersten Runde waren zwar solide, entsprachen aber noch nicht seinen eigenen Erwartungen. Zunächst fand er sich deshalb nur im Mittelfeld wieder. Doch Wohlhaupt steigerte sich Runde für Runde, gewann zunehmend Selbstvertrauen und fuhr immer schnellere Zeiten. In der letzten Runde setzte zusätzlich Regen ein und machte die Strecke noch schwieriger. Trotzdem kämpfte er sich bis auf Platz fünf nach vorne.

Für den Sonntag hatte seine kleine Schwester ein klares Ziel ausgegeben: „Heute wird’s Platz 3!“ Genau mit dieser Einstellung ging Wohlhaupt in den zweiten Renntag. Der Morgen begann allerdings erneut schwierig, denn dichter Nebel sorgte im Crosstest für schlechte Sicht. Im Enduro- und Extremtest lief es dafür deutlich besser. Dort konnte Wohlhaupt von Beginn an schnellere Zeiten als am Vortag fahren und sich weiter steigern.

Am Ende wurde das scheinbar optimistische Ziel tatsächlich Realität: Platz drei in der Junior-Klasse. Die Freude im Team war entsprechend groß. Für zusätzlichen Nervenkitzel sorgte anschließend noch die Technik, denn direkt nach der letzten Sonderprüfung riss der Gasbowdenzug. Zum Glück passierte der Defekt erst nach dem letzten gewerteten Test, sodass Wohlhaupt sein Motorrad nur noch bis ins Ziel schieben musste.

Noah Rübesamen: Falsche Reifenentscheidung wird teuer

Für Noah Rübesamen verlief der letzte Lauf der Enduro-Europameisterschaft nicht wie erhofft. In der Nacht vor dem ersten Renntag hatte es erneut geregnet und die Strecke war am Samstagmorgen extrem glatt. Rübesamen startete trotzdem mit einem bereits angefahrenen Hinterreifen ins Rennen – eine Entscheidung, die sich im Nachhinein als problematisch herausstellte.

Vor allem im Extremtest mit den kurzen und steilen Auf- und Abfahrten fehlte der nötige Grip. An einem Anstieg kam Rübesamen nicht nach oben und verlor dadurch rund zwei Minuten. Damit war der erste Renntag im Kampf um eine gute Platzierung praktisch gelaufen und die Enttäuschung entsprechend groß.

Für Sonntag wurde ein neuer Hinterreifen montiert. Mit deutlich mehr Grip konnte Rübesamen wieder angreifen und im Cross- sowie im Extremtest teilweise Top-10-Zeiten fahren. Lediglich im Endurotest ließ er weiterhin zu viel Zeit liegen. Genau dort sieht er auch den größten Ansatzpunkt für die weitere Arbeit. Am Ende stand Platz 16 zu Buche. Das Ergebnis entsprach zwar nicht seinen Erwartungen, die Leistungssteigerung am zweiten Tag sorgte dennoch für einen versöhnlicheren Abschluss.

Maddox Mittag: Internationale Erfahrung und Mannschafts-Bronze

Für Maddox Mittag war Großlöbichau das Finale seiner ersten EM-Saison auf der 125er. Der ADAC Hessen-Thüringen sorgte gemeinsam mit Kadertrainer Tim Apolle für optimale Bedingungen in der Rennvorbereitung. Bereits am Freitag ging Apolle mit den Fahrern alle drei Sonderprüfungen ab. Auch am Samstag unterstützte er die Nachwuchsfahrer mit dem morgendlichen Aufwärmprogramm, Hinweisen zur Linienwahl und letzten Tipps direkt vor den Tests.

Mittag startete am Samstag um 8 Uhr. Grundsätzlich gefielen ihm alle drei Sonderprüfungen, dennoch fand er nicht sofort den gewünschten Rhythmus. Zwar konnte er sich in jeder Runde etwas verbessern, mit den eigenen Zeiten war er aber nicht wirklich zufrieden. Am Ende stand Platz 23. Nach dem Rennen analysierte er gemeinsam mit Tim Apolle, wo für Sonntag noch Zeit zu finden sein könnte.

Am zweiten Renntag war der Ablauf ähnlich. In der ersten Runde sorgte dichter Nebel für schwierige Sichtbedingungen, zusätzlich beschlug die Brille. Im weiteren Verlauf kam Mittag aber immer besser zurecht und konnte sich kontinuierlich steigern. Seine stärkste Phase folgte in der letzten Runde, in der er in allen drei Prüfungen jeweils seine persönliche Bestzeit fuhr. An der Platzierung änderte sich dennoch nichts, auch am Sonntag wurde es Rang 23.

Trotzdem zog Mittag ein positives Fazit. Es war sein erstes Jahr auf der 125er und gleichzeitig die erste komplette internationale Saison. Er stellte sich direkt der starken europäischen Konkurrenz und konnte bei allen drei Veranstaltungen viel Erfahrung sammeln. Erschwert wurde das Jahr durch einen gebrochenen Fuß und eine siebenwöchige Verletzungspause. Ohne diese Pause wären möglicherweise einige Plätze mehr drin gewesen. In der Gesamtwertung belegte er am Ende Rang 21.

Das große Highlight war die Teilnahme an der deutschen U17-Nationalmannschaft. Gemeinsam mit dem Team sicherte sich Mittag Bronze in der Gesamtwertung. Besonders wichtig war für ihn dabei der starke Zusammenhalt innerhalb der deutschen Mannschaft. Für ihn steht deshalb bereits fest, dass er auch im kommenden Jahr wieder bei der EM antreten möchte.

Emil Doras: Sturz zerstört Titeltraum – trotzdem EM-Bronze

Für Emil Doras war das Finale in Großlöbichau das Wochenende, auf das er die gesamte Saison hingearbeitet hatte. Bereits am Donnerstag reiste er an und lief gemeinsam mit seinen Mannschaftskollegen alle Sonderprüfungen ab. Jeder Meter wurde genau angeschaut und jede Spur eingeprägt. Der Crosstest führte über einen abgeernteten Acker, dazu kamen ein anspruchsvoller Endurotest und ein spektakulärer Extremtest mit mehreren Hindernissen.

Am Freitag folgte gemeinsam mit dem Förderkader des ADAC Hessen-Thüringen und Trainer Tim Apolle eine weitere Besichtigung. Die Tipps des erfahrenen Enduro-Piloten halfen bei der Vorbereitung, anschließend standen Papier- und Maschinenabnahme auf dem Programm. Am Abend folgte die Eröffnungszeremonie, bei der Doras gemeinsam mit der deutschen Mannschaft einlief.

Der Samstag begann für ihn zunächst perfekt. Als Tabellenzweiter der Mini-Junior-Klasse hatte Doras noch realistische Chancen auf den Titel. Direkt im ersten Test setzte er die Klassenbestzeit und auch in den folgenden Prüfungen lief es stark. Zwischenzeitlich lag er in Führung und der Europacup-Titel schien zum Greifen nah.

Dann kam der große Rückschlag. Im Endurotest stürzte Doras schwer und verdrehte sich das linke Knie. Stehend zu fahren war danach kaum noch möglich und selbst normales Laufen bereitete starke Schmerzen. Ab diesem Moment ging es nicht mehr um den Tagessieg, sondern nur noch darum, überhaupt ins Ziel zu kommen und möglichst viele Punkte zu retten. Mit enormem Willen schaffte Doras genau das und beendete den Tag noch auf Platz drei.

Am Sonntagmorgen war das Knie stark angeschwollen und ohne Hilfe kam Doras kaum aus dem Wohnmobil. Mit Kühlung, Bandagen und Mobilisation versuchte das Team, das Knie irgendwie renntauglich zu bekommen. An einen normalen Renntag war trotzdem kaum zu denken. Der Traum vom Europacup-Titel war praktisch vorbei, doch Doras trat erneut an und kämpfte sich durch sämtliche Sonderprüfungen. Trotz der Verletzung gelang ihm noch einmal Platz drei in der Tageswertung.

Mit den beiden dritten Plätzen beendete Doras die Saison auf Rang drei der Mini-Junior-Gesamtwertung. Natürlich war die Enttäuschung groß, weil der Speed für den Titelkampf vorhanden war. Gleichzeitig zeigte die Saison aber auch, dass er mit den schnellsten Nachwuchsfahrern Europas mithalten kann. Gemeinsam mit der deutschen U17-Nationalmannschaft holte er zusätzlich Bronze in der Jahreswertung. Sein Dank ging an Familie, Team, Sponsoren, den ADAC Hessen-Thüringen, Yamaha Deutschland, die Trainer und alle Unterstützer.

Korbinian Baier: Platz fünf in der Meisterschaft abgesichert

Korbinian Baier ging mit einer klaren Ausgangslage in das Finale. Vor Großlöbichau lag er punktgleich mit einem französischen Konkurrenten auf Rang fünf der Meisterschaft. Da der Franzose nicht antrat, bestand die wichtigste Aufgabe zunächst darin, sicher ins Ziel zu kommen und die notwendigen Punkte einzufahren.

Am Samstag gelang genau das mit Platz sechs. Am zweiten Renntag konnte Baier dann sogar wieder nach vorne schauen. Im Laufe des Tages kam er dem Viertplatzierten der Meisterschaft immer näher und schaffte es schließlich in der letzten Sonderprüfung, den entscheidenden Abstand gutzumachen.

Damit sicherte sich Baier Platz fünf in der Gesamtwertung des Mini Enduro European Cup 2026. Nach Rang drei im Vorjahr war auch dieser fünfte Platz ein starkes Ergebnis und ein gelungener Abschluss der Saison.

Deutschland holt Bronze in der U17-Mannschaftswertung

Neben den zahlreichen Einzelergebnissen war die deutsche Teamleistung eines der großen Highlights des Finales.

Über die gesamte Saison hinweg sammelten die deutschen Nachwuchsfahrer wichtige Punkte.

In Großlöbichau wurde dieser Einsatz schließlich mit dem dritten Platz in der Jahreswertung der U17-Nationalmannschaften belohnt.

Vor Deutschland lagen lediglich Mini Enduro Team Sweden und Team España.

Gerade angesichts der starken internationalen Konkurrenz ist dieser dritte Rang ein wichtiges Signal für den deutschen Enduro-Nachwuchs.

Auch der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft wurde von mehreren Fahrern besonders hervorgehoben.

Die gemeinsame Vorbereitung, die Unterstützung untereinander und die Betreuung durch den ADAC Hessen-Thüringen sowie Trainer Tim Apolle spielten dabei eine wichtige Rolle.

Starkes Finale für Europas Enduro-Nachwuchs

Der Mini Enduro European Cup 2026 hat in Großlöbichau noch einmal eindrucksvoll gezeigt, welches Niveau der europäische Enduro-Nachwuchs bereits erreicht hat.

Über drei Läufe in Lettland, Ungarn und Deutschland mussten sich die jungen Fahrer auf unterschiedlichste Strecken, Wetterbedingungen und Rennformate einstellen.

Dabei ging es um weit mehr als Pokale und Meisterschaftspunkte.

Die Serie bietet den Nachwuchspiloten die Möglichkeit, früh internationale Rennerfahrung zu sammeln, sich mit Fahrern aus ganz Europa zu messen und den nächsten Schritt in ihrer sportlichen Entwicklung zu machen.

Großlöbichau lieferte dafür ein würdiges Finale.

Enge Titelentscheidungen, schwierige Bedingungen, große Emotionen, starke deutsche Leistungen und mehrere Entscheidungen erst in den letzten Sonderprüfungen machten das Saisonfinale zu einem echten Highlight.

Und vielleicht stand bei diesem Finale bereits der eine oder andere zukünftige Enduro-Europa- oder Weltmeister am Start.

Ergebnisse

Alle Ergebnisse gibt es auf der offiziellen Webseite (LINK).

Quellen: fim-europe.com, Fotos von Denis Günther, Grenz Nic, Susan Wiskandt

Werbung