Das Saisonfinale der Internationalen Deutschen Enduro-Meisterschaft 2026 in Streitberg hatte es noch einmal richtig in sich. Anspruchsvolle Sonderprüfungen, schwierige Wetterbedingungen und ein spannender Kampf um die Podiumsplätze sorgten für einen intensiven Renntag. Nach einer starken Aufholjagd bis auf Platz drei in der Juniorenklasse J1 machte eine Verletzung an der linken Hand die Hoffnungen auf einen Podestplatz zunichte. Am Ende stand Platz vier beim Finale und Rang sechs in der Meisterschaftswertung.
DEM-Finale in Streitberg: Anspruchsvolle Strecke und schwierige Bedingungen

Am Sonntag, dem 18. Oktober 2026, stand mit dem Finale der Internationalen Deutschen Enduro-Meisterschaft in Streitberg eines der letzten großen Highlights der nationalen Enduro-Saison auf dem Programm.
Die Strecke hatte noch einmal einiges zu bieten. Ein schneller Crosstest sowie zwei technisch anspruchsvolle Endurotests verlangten den Fahrern fahrerisches Können, Konzentration und Kondition ab. Dazu kam eine fordernde Etappe mit internationalem Charakter, die kaum Gelegenheit zum Durchatmen ließ.
Auch das Wetter spielte zunächst nicht wirklich mit. Starke Regenfälle hatten den Untergrund aufgeweicht und machten die Strecke an vielen Stellen besonders anspruchsvoll. Gerade bei diesen Bedingungen war eine saubere Linienwahl entscheidend.
Trotz der schwierigen Voraussetzungen war die Vorfreude auf das Saisonfinale groß. Schließlich bot Streitberg noch einmal die perfekte Gelegenheit, sich mit der nationalen Konkurrenz zu messen und die Saison mit einem starken Ergebnis abzuschließen.
Schwieriger Start: Erst den Rhythmus finden, dann angreifen
Am Sonntagmorgen ging es gegen 8 Uhr los. Bereits kurz nach dem Start wartete die erste Sonderprüfung auf die Fahrer.
Der Einstieg ins Rennen verlief allerdings nicht optimal. Zunächst fehlten der richtige Rhythmus und das notwendige Gefühl für das Motorrad. Gerade auf dem rutschigen Untergrund kosteten kleine Unsicherheiten wertvolle Sekunden.
Doch mit zunehmender Renndauer lief es immer besser. Von Sonderprüfung zu Sonderprüfung konnte das Tempo gesteigert werden. Die Linienwahl wurde sicherer, das Vertrauen ins Bike wuchs und die Zeiten verbesserten sich deutlich.
Nach der ersten Runde stand zunächst der fünfte Platz in der J1-Klasse zu Buche. Damit war die Ausgangsposition für die folgenden Runden geschaffen, um noch einmal richtig anzugreifen.
Starke zweite Runde: Aufholjagd bis auf Podiumsplatz drei
Ab der zweiten Runde passte dann nahezu alles. Mit starken Sonderprüfungszeiten konnte der Rückstand auf die vor ihm liegenden Konkurrenten Stück für Stück verkürzt werden.
Die kontinuierliche Leistungssteigerung machte sich auch in der Ergebnisliste bemerkbar. Zwischenzeitlich gelang der Sprung auf den dritten Platz in der J1-Klasse. Damit war das Podium plötzlich zum Greifen nah.
Auch die Wetterbedingungen entwickelten sich positiv. Der Regen ließ nach, die Sonne kam heraus und der Untergrund bot zunehmend mehr Grip.
Diese Veränderung kam dem Fahrstil entgegen. Das Motorrad ließ sich besser kontrollieren, die Spuren konnten aggressiver gefahren werden und das Vertrauen auf der Strecke stieg weiter.
Bis in die letzte Runde hinein konnte der Vorsprung auf die Verfolger ausgebaut werden. Alles deutete darauf hin, dass das DEM-Finale mit einem Podiumsplatz enden könnte.
Folgenschwerer Fehler: Am Baum hängen geblieben und Finger verletzt
Doch der Endurosport kann brutal sein. Manchmal reicht eine einzige falsche Entscheidung, um ein bis dahin starkes Rennen komplett auf den Kopf zu stellen.
Ab der Hälfte der dritten Runde kam es zum entscheidenden Zwischenfall. Bei der Wahl der Fahrlinie wurde eine ungünstige Spur erwischt. Dabei blieb der Lenker an einem Baum hängen.
Die Folgen waren schmerzhaft: Mehrere Finger an der linken Hand wurden verletzt.
Von diesem Moment an ging es nicht mehr nur um schnelle Sonderprüfungszeiten, sondern auch darum, das Rennen trotz der Schmerzen überhaupt noch bestmöglich zu Ende zu bringen.
Gerade im Endurosport ist eine verletzte Hand eine enorme Einschränkung. Das sichere Greifen des Lenkers und die präzise Kontrolle des Motorrads sind auf technisch anspruchsvollen Strecken besonders wichtig.
Der Zwischenfall kostete wertvolle Zeit. Der zuvor herausgefahrene Vorsprung war dahin und der dritte Platz ging verloren. Statt auf Podiumskurs lag der Fahrer plötzlich wieder auf Rang vier.
Trotz Schmerzen bis zum Schluss gekämpft
Aufgeben war trotzdem keine Option. In den beiden verbleibenden Sonderprüfungen wurde noch einmal alles versucht, um den Rückstand auf Platz drei aufzuholen.
Trotz der verletzten Finger und der Schmerzen an der linken Hand wurde bis zum Schluss gekämpft.
Doch der Zeitverlust aus dem Zwischenfall war zu groß. Die verbleibenden Prüfungen reichten nicht mehr aus, um den dritten Platz zurückzuerobern.
Am Ende stand beim Finale der Deutschen Enduromeisterschaft in Streitberg der vierte Platz in der J1-Klasse.
Ein Ergebnis, das angesichts der starken Aufholjagd und der zwischenzeitlichen Podiumsposition natürlich enttäuschend war. Vor allem, weil der dritte Platz bis zum Fahrfehler absolut realistisch erschien.
Gleichzeitig zeigte das Rennen einmal mehr, wie eng im Endurosport Erfolg und Enttäuschung beieinanderliegen. Eine kleine Unachtsamkeit kann ausreichen, um ein nahezu perfektes Rennen entscheidend zu verändern.
Saisonfazit DEM 2026: Viel Potenzial, aber auch verschenkte Punkte
Mit dem Finale in Streitberg endete eine Saison, die sportlich von Höhen und Tiefen geprägt war.
Bereits zur Saisonmitte gingen bei einer Veranstaltung durch einen eigenen Fehler wichtige und eigentlich schon sicher geglaubte Meisterschaftspunkte verloren. Auch bei weiteren Rennen waren Podiumsplatzierungen zwischenzeitlich in Reichweite, ehe kleinere Fehler oder unglückliche Situationen am Ende ein besseres Ergebnis verhinderten.
Gerade in einer hart umkämpften Klasse wie der J1 können solche Momente in der Jahreswertung einen großen Unterschied machen.
Rückblickend wäre ein Podiumsplatz in der Gesamtwertung durchaus möglich gewesen. Die verlorenen Punkte und die verpassten Chancen verhinderten jedoch ein noch besseres Abschneiden.
In der Jahresendwertung der Deutschen Enduromeisterschaft 2026 steht schließlich Platz sechs in der J1-Klasse.
Auch wenn damit nicht alle sportlichen Ziele erreicht wurden, fällt das persönliche Saisonfazit insgesamt positiv aus.
Eine der besten Saisons der bisherigen Karriere
Trotz der Rückschläge zählt die Saison 2026 zu den besten Jahren der bisherigen sportlichen Laufbahn.
Das intensive Training auf hohem Niveau, die vielen investierten Stunden und die kontinuierliche Arbeit an der eigenen Leistung haben sich bemerkbar gemacht.
Insbesondere die gesteigerte Geschwindigkeit in den Sonderprüfungen und die Fähigkeit, sich im direkten Vergleich mit der Konkurrenz nach vorne zu kämpfen, zeigen die persönliche Weiterentwicklung.
Natürlich bleibt die Enttäuschung über die verpassten Podiumsplätze. Gleichzeitig gehören solche Erfahrungen zum Rennsport dazu. Entscheidend ist, die richtigen Lehren daraus zu ziehen und in Zukunft noch konstanter zu werden.
Das Ziel für die kommende Saison ist deshalb klar: die positiven Entwicklungen mitnehmen, Fehler reduzieren und die vorhandene Geschwindigkeit noch häufiger in starke Rennergebnisse umsetzen.
Eine zusätzliche Herausforderung wartet dabei abseits der Rennstrecke. Mit der anstehenden Meisterschule wird es 2027 nicht einfacher, Training, Beruf und Motorsport unter einen Hut zu bringen.
Dennoch ist die Motivation groß, weiterhin alles zu geben und noch stärker zurückzukommen.
Nächster Stopp: Enduro-EM-Finale 2026 in Woltersdorf
Ganz beendet ist die Rennsaison allerdings noch nicht.
Mit dem Finale der Enduro-Europameisterschaft in Woltersdorf bei Berlin steht noch eine letzte große Veranstaltung für 2026 auf dem Programm.
Dort bietet sich noch einmal die Gelegenheit, sich auf internationaler Ebene zu beweisen und das Jahr mit einem positiven Ergebnis abzuschließen.
Nach den Erfahrungen aus Streitberg gilt es nun, den Blick nach vorne zu richten, die Verletzung auszukurieren und sich auf die nächste sportliche Herausforderung zu konzentrieren.
Fest steht: Die Saison 2026 hat gezeigt, dass die Geschwindigkeit für Spitzenplatzierungen vorhanden ist. Jetzt geht es darum, dieses Potenzial noch konsequenter umzusetzen.
Quelle: Garry Dittmann





