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Seit jeher sind bei Sportveranstaltungen Lokalmatadore das Salz in der Suppe – da macht auch das bevorstehende Finale der Enduro-WM 2018 keine Ausnahme. Aus Veranstaltersicht wohl dem, der welche hat. Der vom 12. bis 14. Oktober gastgebende MC Woltersdorf hat sie und hofft nicht zuletzt durch diese auf einen regen Zuschauerzuspruch.

Der „Local Hero“ schlechthin ist Robert Riedel, ist dieser doch direkt in der Gastgeberstadt Rüdersdorf beheimatet: „Die Enduro-WM vor der eigenen Haustür, das ist schon ein Highlight“, meint der 24-Jährige und gibt gleichzeitig zu bedenken: „Unsere Saison geht ja mit dem DM-Finale und den Six Days in Chile noch ein bisschen weiter, sodass ich mich natürlich nicht verletzen will. Andererseits versuche ich, gut abzuschneiden und das Beste daraus zu machen. Ich bin bestimmt schon zehn Jahre im MC Woltersdorf. Das mit dem Enduro ist bei mir aber eher zufällig gekommen. Eigentlich war ich ein reiner Motocrosser und mehrfach Landesmeister in Berlin-Brandenburg. 2017 wollte und sollte ich mal eine Saison Enduro fahren und war dabei gleich ziemlich erfolgreich. Als der Club vor zwei Jahren seine Fühler in Richtung WM-Lauf ausgestreckt hat, war ich noch gar kein Enduro-Fahrer, und jetzt bin ich mittendrin. Das ist schon ein tolles Gefühl.“ Die Frage nach einer eventuellen Nervosität vor dem großen Highlight verneint er prompt. „Ich bin eigentlich nie vor einem Rennen nervös und bis jetzt auch nicht vor dem WM-Lauf vor den eigenen Fans. Im Gegenteil, die Vorfreude wächst bei mir von Tag zu Tag. Eigentlich würde ich es mir sogar einmal anschauen, wo und vor allem wie die Weltspitze hier rumfährt, aber selbst Teil der Veranstaltung zu sein, ist wahrscheinlich doch schöner.“
Ebenfalls mit dem Fahrrad anreisen könnte Christian Brockel, der in Petershagen/Eggersdorf zu Hause ist. Eigentlich hatte der dreifache Deutsche Motocross-Meister den Helm im vorigen Jahr an den berühmten Nagel gehängt, doch da er zu seiner aktiven Zeit parallel das eine oder andere Enduro-Rennen bestritten hat, dabei ebenfalls nicht ganz unerfolgreich war und nun die Weltmeisterschaft vor seiner Tür stattfindet, hat er sich das Mitwirken in diesem Jahr schon am Saisonende 2017 offen gelassen. Und nun ist es soweit. „Die Freude ist schon echt groß, dass es jetzt endlich los geht. Ich habe ja eine gute Erinnerung ans letzte Jahr, als ich am Sonntag den DM-Lauf gewinnen konnte. Ich hoffe natürlich, dass ich da irgendwie anknüpfen kann. Woltersdorf ist immer eine gute Veranstaltung und ein Highlight im Jahr – jetzt mit der WM natürlich sogar noch mehr“, kleidet der inzwischen 34-Jährige seine Vorfreude im Vorfeld in Worte und führt des Weiteren aus: „Das letzte Jahr war eigentlich sogar noch stressiger als zu meiner aktiven Zeit. Ich gehe ja jetzt ganz normal arbeiten und war zusätzlich beim ADAC Berlin-Brandenburg als Trainer tätig. Bei den wichtigsten Rennveranstaltungen war ich mit dabei und habe dort den Nachwuchs betreut. Zwischendurch bin ich natürlich auch noch ein bisschen Motorrad gefahren. Zwischenzeitlich war ich mal ganz schön raus, aber die letzten zwei Monate habe ich wieder viel gemacht und bin eigentlich guter Dinge. Ich hätte so oder so etwas gemacht, aber zuletzt habe ich schon ziemlich viel und hart trainiert. Klar, wenn ich dahin komme, will ich ja nicht als Bockwurst mitfahren, da habe ich zu viel Ehrgeiz. Ich bin echt froh, dass es jetzt endlich losgeht, denn
irgendwann hat man ja keine Lust mehr, nur zu trainieren.“
Sowohl Robert Riedel wie auch Christian Brockel gehen für das Team KTM GST Berlin Racing/MC Woltersdorf e. V. im ADMV vom ebenfalls in die Vorbereitungen stark eingebundenen Christoph Lessing an den Start. Ihre Stallgefährten sind im WM- oder DM-Feld Björn Feldt aus Roduchelstorf in Mecklenburg-Vorpommern, Nico Rambow aus Bernau, Paul Rossbach aus dem hessischen Harxheim und der Hamburger Dustin Puschmann, sodass man diese im weiteren Sinn ebenfalls als Lokalmatadore betrachten kann.
Das dreitägige Enduro-Spektakel beginnt am Freitagabend (12. Oktober) mit dem Super-Test genannten Prolog, der sich diesmal in der sogenannten „CEMEX GO ARENA“ im Bereich Kesselsee bzw. Energiepark Rüdersdorf unter den Windrädern befindet. Als Erste gehen dabei ab 17:00 Uhr die ins Programm eingebundenen Starter der DEM – Deutsche Enduro Meisterschaft – auf die Strecke und ab 19:00 Uhr die WM-Piloten. In die „CEMEX GO ARENA“ kehren die Fahrer an den beiden gleichwertigen eigentlichen Fahrtagen, Samstag und Sonntag, immer wieder zurück,
denn hier im Epi-Zentrum der Action warten gleich zwei der drei Spezialtests, die je drei Mal zu absolvieren sind. Weitere interessante Zuschauerpunkte sind der dritte Test am Ortsausgang Altrüdersdorf „unter der Freileitung“ sowie der nichtgezeitete „Sparkassenparcours“ in der Nähe des Aussichtsturms Kranichsberg am östlichen Ortsrand von Woltersdorf. Das Fahrerlager sowie Start und Ziel befinden sich nördlich von Rüdersdorf im Gewerbegebiet Tasdorf-Süd, direkt an der B1. Der Eintritt kostet für Erwachsene für die einzelnen Tage, also Freitag, Samstag und
Sonntag, jeweils 10 Euro. Das Programmheft mit Starterlisten, Streckenkarte und vielen weiteren nützlichen Informationen gibt es für 3 Euro. Die Kombi-Karte für alle drei Tage inklusive eines Programmheftes ist für 25 Euro zu haben. Für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre ist der Eintritt frei.

Weitere Infos unter: www.novemberpokal.de.

Text & Fotos: Thorsten Horn