Überraschung kurz vor dem Saisonfinale der Deutschen Motocross Meisterschaft: Jeremy Sydow kehrt am Samstag, den 19. September 2026, spontan zu seinen Motocross-Wurzeln zurück. Der ehemalige Motocross-WM-Pilot und aktuell erfolgreichste deutsche Fahrer in der Enduro-WM sowie der Deutschen Enduro Meisterschaft wird beim Finale der DMX Nationals in Thurm auf einer 250er Triumph antreten.
Damit erhält das ohnehin hochkarätig besetzte Motocross-Wochenende im westsächsischen Mülsen-Thurm kurzfristig noch einen prominenten Namen. Das DMX-Finale findet am 19. und 20. September 2026 in der Motocross-Arena „An der Lindenallee“ statt. Offiziell stehen am Samstag die Klassen DMX 50, DMX 85 und DMX 250 auf dem Programm, während am Sonntag DMX 65, DMX 125 und DMX Open ihre Saison abschließen.
Spontane Entscheidung: Jeremy Sydow fährt wieder Motocross

Lange geplant war der Start offenbar nicht. Erst wenige Tage vor dem Rennen fiel die Entscheidung, beim DMX-Finale praktisch direkt vor der eigenen Haustür mitzufahren.
Der 26-jährige Chemnitzer erklärt:
„Ich wollte schon immer mal wieder ein Motocross-Rennen mitfahren, nur hatte sich das nie so richtig ergeben. Als ich am Donnerstag mit meinem Trainer Richi Leißner unterwegs war, kamen wir auf Thurm zu sprechen. Da habe ich mich spontan entschlossen, mitzufahren, zumal es bei mir vor der Haustür ist.“
Für Sydow ist es damit ein echtes Back to the Roots. Bevor er sich im Endurosport innerhalb kürzester Zeit in der internationalen Spitze etablierte, war Motocross über viele Jahre seine sportliche Heimat. Sydow sammelte Erfahrungen auf höchstem Niveau und war unter anderem in der Motocross-Weltmeisterschaft unterwegs.
Entsprechend interessant dürfte es sein zu sehen, wie schnell er nach der langen Rennpause im Motocross wieder seinen Rhythmus findet.
Mit der 250er Triumph zurück auf die Motocross-Strecke
Für sein spontanes Motocross-Comeback greift Jeremy Sydow auf eine 250er Triumph zurück, die ihm als Werksfahrer für Trainingszwecke zur Verfügung steht.
Ganz fremd ist die Motocross-Maschine für den Enduro-Spezialisten ohnehin nicht. MX-Training gehört auch für Enduro-Werksfahrer regelmäßig zum Trainingsprogramm. Gerade Geschwindigkeit, Kurventechnik, Sprünge, Starts und die Intensität kurzer Motocross-Turns bieten eine ideale Ergänzung zum Enduro-Training.
Sydow sieht seinen Start deshalb ausgesprochen entspannt:
„Motocross trainieren ist auch beim Enduro substanziell. Ich habe eigentlich gar keine Erwartungen und keine Zielsetzung fürs kommende Wochenende. Ich fahre einfach mal mit, will Spaß haben und das mal wieder mitnehmen. Nicht zuletzt ist das auch ein gutes Training für die restliche Saison.“
Dass er dabei komplett ohne Druck antritt, könnte die Sache für die Zuschauer sogar besonders interessant machen. Denn fahrerisch bringt Sydow nach wie vor jede Menge Motocross-Erfahrung mit.
Jeremy Sydow kommt mit starker Enduro-Saison nach Thurm
Sportlich läuft es für den Chemnitzer 2026 ausgesprochen erfolgreich. In der FIM EnduroGP-Weltmeisterschaft beendete Sydow die Saison auf Platz vier der Enduro1-Wertung. Besonders bemerkenswert: Nach seinem verletzungsbedingt verpassten Saisonauftakt arbeitete er sich wieder nach vorn und fuhr ab dem EnduroGP in Finnland regelmäßig auf das E1-Podium. Triumph bestätigte Ende August zudem die Vertragsverlängerung mit Sydow bis einschließlich 2028.
Auch national gibt Sydow derzeit klar den Ton an. In der Deutschen Enduro Meisterschaft führt er die E1-Wertung mit einer makellosen Bilanz an: Bei den bislang gewerteten Läufen holte er jeweils die maximale Punktzahl und steht derzeit bei 150 Zählern.
Der Ausflug nach Thurm ist also keineswegs das Comeback eines Fahrers ohne aktuelle Rennpraxis. Im Gegenteil: Sydow befindet sich mitten in einer starken Saison und dürfte konditionell und fahrerisch bestens vorbereitet sein.
Nur das Umfeld ist diesmal ein anderes.
Vom Enduro zurück ans Motocross-Startgatter
Motocross und Enduro liegen fahrerisch zwar eng beieinander, im Rennablauf unterscheiden sich beide Disziplinen allerdings deutlich. Im Enduro entscheidet die Summe zahlreicher Sonderprüfungen über viele Stunden hinweg. Im Motocross heißt es dagegen: Startgatter fällt, Position behaupten und über die gesamte Renndistanz maximale Intensität liefern.
Gerade der Start dürfte für Sydow deshalb wieder ein besonderes Erlebnis werden.
Dass er dabei keine konkreten Ergebnisziele nennt, macht Sinn. Beim DMX-Finale trifft er auf Fahrer, die die komplette Saison im Motocross absolviert haben und Strecken dieser Art Woche für Woche im Rennmodus bewegen.
Doch Sydow bringt auf der anderen Seite enorme internationale Erfahrung, hohe Grundgeschwindigkeit und reichlich Motocross-Routine aus früheren Jahren mit. Wie konkurrenzfähig er damit aus dem Stand ist, wird eine der spannenden Fragen des Samstags in Thurm.
DMX-Finale 2026: In Thurm fallen die letzten Entscheidungen
Das Wochenende in Thurm bildet den Saisonabschluss der Deutschen Motocross Meisterschaft „DMX Nationals“. Insgesamt werden über Samstag und Sonntag sechs Klassen ausgetragen.
Laut offiziellem DMX-Kalender stehen am Samstag, 19. September, die Klassen DMX 50, DMX 85 und DMX 250 auf dem Programm. Am Sonntag, 20. September, folgen DMX 65, DMX 125 und DMX Open.
Das Interesse ist entsprechend groß. In der offiziellen Online-Nennung waren wenige Tage vor der Veranstaltung bereits knapp 200 Teilnehmer über alle Klassen registriert.
Für Jeremy Sydow bedeutet die Klasseneinteilung: Sein Motocross-Gastspiel konzentriert sich auf den Samstag.
Zeitplan: Wann startet das Motocross-DM-Finale in Thurm?
Austragungsort ist die bekannte:
Motocross-Arena „An der Lindenallee“
Voigtlaidener Straße 16
08132 Mülsen OT Thurm
An beiden Veranstaltungstagen beginnt das Programm bereits um 8:00 Uhr mit den Trainingsläufen. Danach folgen Zeittrainings und Rennen.
Am Samstag, den 19. September 2026, wird ab 11:25 Uhr in den Rennmodus gewechselt. Am Sonntag, den 20. September, beginnen die ersten für Tages- und Meisterschaftswertung relevanten Rennen um 12:30 Uhr.
Der DMSB führt die Veranstaltung offiziell als 32. ADAC Motocross des MSC Thurm.
Nach Thurm warten für Sydow wieder Enduro-Aufgaben
So unterhaltsam der kurze Ausflug zurück ins Motocross auch wird: Sydows eigentliches sportliches Programm bleibt der Endurosport.
Auf nationaler Ebene steht für ihn noch das Finale der Deutschen Enduro Meisterschaft Mitte Oktober im fränkischen Streitberg auf dem Programm. Als Spitzenreiter geht es dort um die Entscheidung im Titelkampf in der Championatswertung.
Später folgt außerdem noch das Enduro-Europameisterschafts-Finale am 31. Oktober und 1. November in Woltersdorf am östlichen Berliner Stadtrand.
Der MX-Einsatz in Thurm passt damit perfekt in die Vorbereitung: Rennstress, Starts, Zweikämpfe und hohe Intensität – nur eben für ein Wochenende wieder zwischen Absperrbändern einer Motocross-Strecke statt zwischen den Zeitkontrollen einer Enduro-Veranstaltung.
Heimspiel mit Spaßfaktor – aber ohne Ergebnisdruck
Für die Fans dürfte Sydows kurzfristiges Comeback eines der Highlights des DMX-Wochenendes werden. Schließlich bekommt man einen Fahrer, der aktuell zur internationalen Enduro-Spitze gehört, nur selten spontan bei einem deutschen Motocross-Meisterschaftslauf zu sehen.
Und während die Stammfahrer der DMX 250 um Meisterschaftspunkte und Platzierungen kämpfen, kann Sydow die Sache vergleichsweise locker angehen.
Keine großen Ansagen, kein Ergebnisziel – einfach Motocross fahren.
Genau darin dürfte für ihn auch der Reiz liegen.
Nach Jahren im Motocross und inzwischen mehreren erfolgreichen Saisons im Endurosport schließt sich am Samstag in Thurm zumindest für einen Tag der Kreis.
Weitere Veranstaltungsinformationen gibt es beim MSC Thurm unter www.msc-thurm.de.
Quelle: PM MSC Thurm, Thorsten Horn




