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Enduro-WM Italien: Tolle Stimmung, überraschende Ergebnisse

Antoine Meo umzingelt von Fans
Antoine Meo umzingelt von Fans

Nach einer fünfjährigen Abwesenheit kehrte die Maxxis FIM Enduro-Weltmeisterschaft in das legendäre „Bergamasche Valley“ zurück. Im Norden Italiens mussten sich die WM-Piloten auf anspruchsvolles Gelände, in den Bergen des historischen Grand-Prix-Bodens rund um Rovetta einstellen. Der Moto Club Bergamo hatte geladen und 120 Teilmehmer folgten diesem Aufruf!

Für viele Fahrer ist es eine Ehre, auf quasi „heiligem Enduro-Boden“ fahren zu dürfen. Schließlich ist diese Region unzertrennlich mit der Geschichte des Enduro Sports. Nach fünf langen Jahren ohne einen Grand Prix (Lovere 2010), hatte Moto Club Bergamo beschlossen, diesen traditionsreichen Event wieder in Angriff zu nehmen und den italienischen Tifosi und Enduro-Fans ein wahren Spektakel zu präsentieren. Herausgekommen war eine 54 Kilometer lange Runde, welche alle Schwierigkeiten zu bieten hatte. Der Enduro-Test in Plarina war lang und sehr technisch, während der Xtreme-Test viele natürliche Herausforderungenzu bieten hatte und charakterisch für die Provinz um Bergamo stand.

 

Mathias Bellino
Mathias Bellino

Bereits der KTM Super-Test am Freitagabend zeigte, dass es der Moto Club Bergamo versteht eine Veranstaltung dieser Art zu organisieren. Das Italiener wissen wie man feiert, ist bekannt und muss nicht weiter unterstrichen werden. Andere Nationen könnten sich von der Stimmung an der Strecke, allerdings eine große Scheibe abschneiden, denn bereits zum Auftakt am Freitagabend säumten italienische Flaggen, Kettensägen in „Dauervollgas-Stellung“ und 5.000 unfassbar frenetisch jubelnde Tifosis die Strecke … Alle wollten nur eines, ihre italienischen Helden um Alex SALVINI (Honda), Thomas OLDRATI (HVA – Bergamo), Simone ALBERGONI (Kawasaki – Bergamo), Rudy MORONI (Sherco – Bergamo), Giacomo REDONDI (Beta – Bergamo) oder Davide SORECA (Beta) anfeuern. Aber es war ein Franzose Namens Mathias Bellino der dieser italienischen Armada die Show stahl. Der Husky-Werkspilot konnte diesen Test trotz einiger Fahrfehler, bereits zum Dritten Mal in dieser Saison für sich entscheiden. Bellino überquerte die Ziellinie mit einer Zeit von 1´27″60 vor seinem Rivalen Matthew PHILLIPS (AUS-KTM) der eine Zeit von 1´27″61 in die Tabelle stampfte. Ein unglaubliches Duell unter vielen anderen…

Tag 1

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In der E2 ist Husqvarnas Pela RENET (F) drauf und dran die Krone an sich zu reißen. Am ersten Fahrtag in Italien konnte der Franzose einen klaren Sieg vor Antoine Meo einfahren. Er übernahm schon in der ersten Runde die Führung und konnte diese trotz zweier Fehler und einem immer stärker werdenden Antoine MEO (F-KTM) behaupten. Meo gewann die letzten beiden Tests, jedoch hatte RENET mit 7 Sekunden genügend Reserven um den Tag zu gewinnen. „Es war ein enger Kampf über den ganzen Tag hinweg“, sagte RENET. „Ich habe die Führung am Ende der ersten Runde übernommen, denke ich, dann in der zweiten Runde wegen einigen Fehlern weider verloren. Aber ich hart gepusht in der dritten Runde um wieder an die Spitze zu fahren. Es ist gut, einen weiteren Sieg auf dem Konto zu haben. “ Zwar wollte Alex Salvini (Honda) vor heimischem Publikum gewinnen, setzte auch alles daran um so schnell wie möglich unterwegs zu sein, aber im Tagesziel sollte es „nur“ zu Platz 3 reichen. Hinter dem Spitzentrio beendete Spaniens Jaume Betriu (Husqvarna) beendete seinen Tag als vierten und Sherco-Pilot Loic LARRIEU (Sherco) rundete die Top-5 am ersten Tag ab.

Matt Phillips
Matt Phillips

In der E3 sind Mathias BELLINO (F-Husqvarna) und Matt PHILLIPS nach wie vor die bestimmenden Akteure. Beide nur durch eine Hundertstelsekunden am Freitag im Supertest getrennt, setzten ihr Duell am Samstag fort. Matt Phillips (AUS) kam am Samstagmorgen direkt zur Sache, gewann die ersten vier Sonderprüfungen und schnappte sich so gleich einmal einen 18-Sekunden-Vorsprung. Im zweiten Extremtest des Tages verlor er zwar 10-Sekunden, diesen Fauxpas korrigiert PHILLIPS jedoch schnell, indem er den Tag mit mehr als 43 Sekunden Vorsprung für sich entschied. „Es war fast ein perfekter Tag“, erklärte Phillips. „Ich gewann die ersten vier Tests an diesem Morgen, das gab mir einen anständigen Vorsprung, den ich ihm Extremtest fast verspielt hatte. Ich riss mich jedoch zusammen und konnte die Führung wieder ausbauen. Ich bin ziemlich glücklich damit. “ Bellino war an diesem Samstag nicht in der Lage den Speed des hoch motivierten Phillips mit zu gehen und musste sich daher mit Rang 2 zufrieden geben. In Italien wieder zurück auf dem Podium war TM-Pilot Aigar Leok (EST). Er legte eine starke Fahrt hin und genoss es sichtlich auf dem Treppchen zu stehen. Nach seinem Aussetzer beim GP von Griechenland, meldete Antoine BASSET (KTM) wieder zurück im Business und beendete den Tag auf Rang 4. Angespornt von seinem Heimpublikum konnte Italiens Oscar BALLETTI (KTM) in die Top fünf fahren.

Eero Remes
Eero Remes

Die Klasse E1 war wohl die stärkste Klasse an diesem ersten Fahrtag, denn hier lagen die besten vier Fahrer innerhalb von nur 21 Sekunden. Auf der Jagt nach seinen dritten Sieg in Folge, lieferte sich TM-Pilot Eero REMES (FIN) einen großen Kampf mit Christophe NAMBOTIN (F-KTM) und Lorenzo SANTOLINO (S-Sherco). Mit einer fast fehlerfreien Fahrt in der letzten Runde, behauptete REMES den Sieg. „Der Kampf um den Sieg war ziemlich eng – die Führung wechselte mehrmals. Ich habe versucht, in der letzten Runde alles zu geben und es hat schließlich gereicht. Es war ein guter Tag. “ kommentierte REMES. Nambotin hingegen machte sich das Leben mit einem verhängnisvollen Fehler im ersten Extrem-Test selbst schwer. In der Folge war er gezwungen eine wilde Aufholjagd zu starten, die ihm jedoch nicht mehr als den zweiten Platz einbrachte. Damit war REMES bis auf einen Punkt in der Gesamtwertung herangekommen! Husqvarnas Daniel McCanney (GB) lieferte sich ein hartes Duell mit SANTOLINO um den Dritten Platz. Es gelang ihm, SANTOLINO auf den vierten Rang zu verweisen und so den letzten verbleiben Podestplatz zu ergattern.Yamahas Marc BOURGEOIS (F) beendete seinen Tag als Fünfter.

Tag 2

Antoine Meo
Antoine Meo

Nach seiner Niederlage am Samstag befand sich Antoine Meo am zweiten Fahrtag komplett im Angriffsmodus und war entschlossen, Italien mit mindestens einem Sieg zu verlassen. Meo gewann gleich die ersten vier Sonderprüfungen was ihm einen frühen Vorteil einbrachte. Es gelang Meo, dieses Tempo für den Rest des Tages zu halten und sich so den Sieg zu sichern. „Das war ein hartes Rennen“, gab Meo zu. „Es war wirklich schwer heute auf den Specials – ziemlich ausgefahren und sehr technisch. Ich fühlte mich heute viel besser als am Samstag, kontrollierter, und habe weniger Fehler gemacht. Und genau das machte den Unterschied. Es war ein guter und ein wichtiger Sieg für die Meisterschaft.“ Mit einem viel entschlosseneren Meo am zweiten Tag, tat sich Pela Renet (F) sichtlich schwerer und war nicht in der Lage, Italien mit einem Doppelsieg zu beenden. Trotz harten Attacken und einer fehlerfreien Fahrt, musste sich Renet geschlagen geben. Alex Salvini hatte am Sonntag immer noch mit den Auswirkungen seines Crashes vom ersten Tag zu kämpfen. Der Italiener war so nicht fit genug um überhaupt um den Sieg mitzufahren. Wie schon am Vortag landeten Jaume Betriu (S-Husqvarna) und Loic Larrieu (F-Sherco) auf den Plätzen vier und fünf.

Antoine Basset
Antoine Basset

Mit einem weiteren Sieg am zweiten Tag machte sich Matt Phillips (AUS) das wohl größte Geburtstagsgeschenk. Trotz dessen das Mathias Bellino (F-Husqvarna) nach den ersten beiden Prüfungen in Führung lag, konnte Phillips schneller fahren als die Bedingungen schlechter wurden. Im Ziel hatte der Australier 34-Sekunden auf den zweitplatzierten Bellino herausgefahren. „Das Rennen an seinem Geburtstag zu gewinnen ist eine ziemlich gute Möglichkeit um ein tolles Wochenende abzurunden“, sagte Phillips. „Mathias attackierte am Anfang sehr, aber ich blieb dran und war in der Lage etwas schneller zu fahren. Ich habe auf meine Zeiten konzentriert und darauf die Nase bis zum Schluss vorn zu behalten.“ Auch wenn Bellino anfangs einen kleinen Vorteil auf seiner Seite hatte, verspielte er diesen mit einem großen Fehler im ersten Enduro-Test. Hier verlor der Franzose gleich 20 Sekunden, öffnete damit Phillips die Tür und der nahm das Geschenk natürlich dankend an. Bestens unterwegs am zweiten Tag war Antoine Basset (F), der sich mit dem dritten Platz sein bis dato bestes Saisonergebnis einfuhr.

Lorenzo Santolino
Lorenzo Santolino

Überraschung in der Klasse E1, denn hier konnte Sherco-Pilot Lorenzo Santolino (S) seinen ersten KLassensieg einfahren! Er war der verdiente Sieger dieser Klasse am zweitag Fahrtag. Er hielt sowohl den Angriffen von Eero Remes (FIN-TM) und auch von Christophe Nambotin (F-KTM) stand und wurde dafür mit dem obersten Treppchen auf dem Stockerl belohnt. „Es fühlt sich unglaublich an, meinen erster Sieg“, bestätigte Santolino. „Ich fuhr das ganze Wochenende gut aber ein Fehler kostete mich den gestrigen Tag. Ich wusste, dass mein Speed passt und heute habe ich alles richtig gemacht um den Sieg einzufahren. Ich bin so glücklich.“ Auf der Suche nach dem Doppelsieg in Italien, fand Remes keine Antwort auf den schnellen Santolino. Trotz seinem zweiten Tagesranges konnte er sich die Tabellenführung in der Gesamtwertung sichern. Der bisherige Leader Christophe Nambotin hatte erneut Probleme mit seinem verletzten Knie und machte zudem einige untypische Fehler. Er verlor den Kontakt zum Führungsduo und beendete den Tag als drittschnellster Fahrer der E1. Simone Albergoni schaffte es mit seiner Kawasaki bei seinem Heim-Grand-Prix einen hervorragenden vierten Platz einzufahren und verwies damit Husqvarnas Danny McCanney (GB) auf den fünften Rang.

 

Ergebnisse:

E1 Tag 1
E1 Tag2
E2 Tag 1
E2 Tag 2
E3 Tag 1
E3 Tag2

Quelle: Enduro.ABC

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