„Das Niveau bei dieser Veranstaltung ist extrem hoch. Wir treffen dort auf die weltbesten Enduro-Piloten.
Und wir haben nicht vor, uns zu verstecken!“ Derart entschlossen gibt Österreichs Enduroteam-Chef
Chris Schipper die Marschroute vor. Der hauptberufliche KTM-Manager hat am Samstag im Auftrag
der ,Obersten Nationalen Sportkommission‘ jenes Team vorgestellt, dass Österreich von 7. bis 12.
September bei den ‚FIM Six Days of Enduro‘ (ISDE) in Košice in der Slowakei vertreten wird. Dieses
internationale Enduro-Gipfeltreffen gibt es mit Unterbrechungen seit dem Jahr 1913; seit 1970 ist die
ISDE die offizielle Weltmeisterschaft für Enduro-Mannschaften.

Kapitän der rot-weiß-roten Equipe ist Michael Staufer. Der 36jährige Niederösterreicher ist sechsfacher
Motocross-Staatsmeister, zweifacher WM-Laufsieger und hatte zuletzt bei der ,ISDE 2014‘ auf Sardinien
maßgeblichen Anteil am sensationellen 10. Platz für Österreich: „Unser Ziel ist natürlich, die Top10 zu
toppen. Das kann uns gelingen, wenn jeder jeden Tag seine maximale Leistung abrufen kann.“

ISDEAustria3Die sechs Piloten des Nationalteams haben in diesem Jahr schon mehrfach „maximale Leistung“
abgerufen und dominieren die verschiedenen Rennserien in Österreich. Neben MX-Staatsmeister
Michael Staufer ist auch der regierende Enduro-Staatsmeister Patrick Neisser mit im Team. Der Steirer
dominiert derzeit die ,Austrian Crosscountry Championship‘. Junioren-Staatsmeister Bernhard Schöpf
wiederrum hat in der ,Enduro ÖM‘ vier Läufe en suite gewonnen. Der Tiroler führt die ÖM-Gesamtwertung  aktuell an. Sein Osttiroler Landsmann Matthias Wibmer spielt als zweifacher Gesamtsieger der ,Enduro Trophy‘ seit Jahren in der rot-weiß-roten Oberliga mit. Der Steirer Mario Hirschmugl war 2013 Enduro- Vize-Staatsmeister. Der Kapfensteiner musste 2014 verletzungsbedingt pausieren und hat sich in diesem Jahr gleich mit einem ÖM-Laufsieg stärker denn je zurückgemeldet. Der Oberösterreicher Walter Feichtinger ist mit 21 Jahren der jüngste im Team. Doch hat er bereits bei der ,ISDE 2014‘ bewiesen, dass er mit dem klassischen Enduro-Wettbewerbsmodus der ,Sixdays‘ bestens zurecht kommt.

Bei der ISDE in Košice im Südosten der Slowakei müssen in sechs Tagen mehr als 1200 Enduro-
Kilometer absolviert werden. Während der langen Verbindungsetappen und der täglich sechs
Sonderprüfungen sind die Piloten komplett auf sich alleine gestellt. So müssen sie auch sämtliche
Reperaturarbeiten ohne Hilfe von Aussen erledigen. Zu den dominierenden Nationen gehören Italien,
Frankreich, Deutschland und Großbritannien. Um wieder im Konzert der Großen mitzuspielen sind für
Teamchef Chris Schipper vor allem die ersten beiden Bewerbstage entscheidend: „Da sollte es uns
gelingen, den Rhythmus zu finden. Wir dürfen da auch keine Reglement-Fehler machen. Wenn dann die
Sicherheit da ist, werden die Jungs von der Leine genommen und sollen voll angreifen.“

Die rot-weiß-rote Mannschaft im Rennen um die Enduro-Team-WM

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Diese vier Talente greifen in der ,FIM Junior World Trophy‘ an

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Fotos: Irina Gorodniakova