Startseite » Luca Fischeder blickt auf sein bestes Enduro-Jahr zurück!
Interviews

Luca Fischeder blickt auf sein bestes Enduro-Jahr zurück!

Luca Fischeder

Das Jahr 2021 neigt sich dem Ende entgegen. Für Luca Fischeder war es zweifellos das erfolgreichste seiner immer noch recht jungen Enduro-Karriere. Im März gab er Einblicke in seine sportlichen Ziele und Wünsche (Link). Im Sommer folgte die überaus positive Zwischenbilanz (Link). Und nun, so kurz vor Weihnachten, lässt der 22-Jährige mit etwas Abstand die restliche Saison noch einmal Revue passieren.

In der DEM das Optimum herausgeholt!

Im September standen „Rund um Rehna“ und die Doppel-Veranstaltung in Burg auf dem Programm. Alle drei Läufe schloss der Sherco-Fahrer äußerst erfolgreich ab. „Mit der Strecke in Rehna stand ich in den letzten beiden Jahren etwas auf Kriegsfuß, doch nun habe ich meinen Frieden gemacht“, lacht Luca, der dort die Klasse E3 souverän gewann und im Championat hinter seinem Teamkollegen Hamish Macdonald Zweiter wurde. „Das war für mich das Optimum. Hamish ist einfach schwer zu bezwingen, das weiß jeder. Darum freue ich mich umso mehr über jede Prüfungszeit, mit der ich ihm dann doch recht nah komme.“ Oder eben auch mal vorbei, wie in Burg, als Luca am ersten Tag einmal und am zweiten Tag zweimal die absolute Bestzeit fuhr. „Das waren definitiv Momente, die mich extrem gefreut und motiviert haben“, zeigt sich der Mittelsachse sichtlich stolz. Mit zwei zweiten Rängen im Championat untermauerte er abermals eindrucksvoll seine Klasse. In der E3 gelangen ihm zwei weitere Siege, wodurch er weiterhin ungeschlagen blieb. Jedoch fehlte ihm aber noch ein Punkt zum vorzeitigen Titelgewinn. „Den einzufahren sollte eigentlich nur Formsache sein. Dennoch kann beim Finale noch viel passieren. Oder bei den kommenden WM-Läufen in Portugal oder Frankreich. Es kann so schnell gehen und schon ist man verletzt“, gab ein leicht nachdenklicher Luca Fischeder damals in Burg zu Protokoll.

EnduroGP: „Das kotzt mich an!“

Dieser Ausspruch bezieht sich keineswegs auf die Enduro-Weltmeisterschaft an sich, sondern vielmehr auf die eigenen gestiegenen Ansprüche und die Tatsache, dass er im Endklassement den Sprung unter die Top Fünf in der Kategorie „Junior2“ nur denkbar knapp verpasst hatte. „Nur ein Punkt fehlte mir am Ende auf den Fünftplatzierten Antoine Criq, das ist schon bitter“, zeigt sich Luca auch mit etwas Abstand noch enttäuscht. „Was mich aber viel mehr wurmt, ich habe mein Ziel, zumindest einmal auf das Podium zu fahren, nicht umsetzten können.“ Beim Auftakt in Portugal war der Junior bereits nah dran, auch in Italien hielt er schon alle Trümpfe in der Hand, bevor ein Sturz im Extrem-Test alles zunichte machte. Beim vorletzten Lauf, der erneut in Portugal, jedoch nicht im steinigen, sondern sandigen Terrain ausgetragen wurde, brachte er sich erneut in eine äußerst starke Ausgangsposition. „Ich lag bis kurz vor Ende der ersten Runde an dritter Stelle, bin aber leider dann doch noch auf den vierten Rang zurückgefallen“, erinnert sich Luca, der am Folgetag mit Rang fünf ein erneut starkes Resultat erzielte. „Unterm Strich war das ein richtig gutes Wochenende. Die ganze Veranstaltung hat großen Spaß gemacht. Die Tests, die Etappe, das ganze Ambiente. Für mich definitiv der schönste WM-Lauf des zurückliegenden Jahres.“
Auch das Finale in Frankreich war von der Strecke und den Prüfungen her top. Vor allem die vielen Zuschauer, die mächtig Stimmung gemacht haben, sind mir in sehr guter Erinnerung geblieben. Nur leider hatte ich mit dem steinigen Untergrund meine liebe Mühe, da musste ich teilweise schon extrem kämpfen“, gesteht der Sherco-Fahrer, der die Ränge acht und sechs belegte. „Trotz, dass ich nicht alle selbstgesteckten Ziele erreicht habe, bin ich im Großen und Ganzen mit meinem zweiten Jahr in der Enduro-WM zufrieden. Ich konnte mich gut im Feld etablieren und viel Erfahrung sammeln“, so der Gesamtsechste der Junior2-Kategorie und Zwölfter der klassenübergreifenden Junioren-Weltmeisterschaft abschließend.

DEM-Finale: Ungeschlagen zum E3-Titel!

Nervös sei er vor dem Start gewesen und unruhig geschlafen hätte er. „Das kenne ich von mir eigentlich gar nicht. Normalerweise brauche ich immer etwas laute Musik um morgens in die Gänge zu kommen. Aber an diesem Tag war alles anders“, lacht Luca, der sich eine klare Marschroute für den Finaltag in Grünheide zurecht gelegt hatte. „Ich wollte ein gutes Mittelmaß zwischen Attacke und Sicherheit finden. Nicht zu viel riskieren, aber dennoch zügig fahren. Und das ist mir ziemlich gut gelungen“, freut sich der 22-Jährige, der nach der letzten Prüfung wieder als Erster im E3-Ranking und Zweiter im Championat gelistet war. „Als ich aus der Prüfung rauskam, fiel die ganze Last ab. Da wurde mir bewusst, dass ich es geschafft hatte. Zwar lag noch ein gutes Stück Etappe bis zum Ziel vor mir, doch ich war mir sicher, dass nichts mehr schiefgehen würde.“ Dort fuhr er dann mit seinem Teamkollegen Hamish Macdonald, der seinen Titel des Internationalen Deutschen Enduro Meisters erfolgreich verteidigen konnte, Seite an Seite ein, während die ganzen Team-Mitglieder Spalier standen, um ihre Champions mit großer Sektdusche und Feuerwerk zu begrüßen. „Das war ein ungeheuer schönes Erlebnis. Einfach nur mega. Unbeschreiblich“, leuchten auch jetzt noch bei Luca die Augen, der sich ab diesem Zeitpunkt nun Deutscher Enduro Meister nennen dürfte. „Der E3-Titel ist zweifellos mein größter Erfolg und noch wertvoller als die Junioren-Meisterschaft von vor zwei Jahren. Ich bin wirklich extrem happy und mächtig stolz“, so Luca, der zudem Internationaler Deutscher Enduro Vizemeister und Deutscher Enduro Mannschaftsmeister mit dem Team „ADAC Sachsen 1“ wurde!

Viele Faktoren führten zu diesem Erfolg. Und 2022?

„In diesem Jahr hat nahezu alles zusammengepasst. Ich konnte sehr viel mit Hamish trainieren, was mich extrem vorangebracht hat. Ich bin ohne größere Verletzung, trotz der vielen WM- und DM-Veranstaltungen, durch die komplette Saison gekommen. Daher konnte ich mein Training und die ganzen Vorbereitungen immer konsequent durchziehen. Das ganze Team der Sherco Academy Deutschland hat mich jederzeit und in vollem Umfang perfekt unterstützt. Jeder einzelne hat immer sein Bestes für mich gegeben! Alle Sponsoren haben großartige Unterstützung geleistet. Dazu der ADAC Sachsen und der MSC Dahlen. Ich bin wirklich glücklich und dankbar, so großartige Leute und Partner hinter mir zu haben. Vielen Dank an Euch alle“, unterstreicht Luca mit einem fetten Ausrufezeichen! Und wie geht es 2022 weiter? „Na hoffentlich genau so erfolgreich, wie wir gemeinsam diese Saison beendet haben“, lacht Luca, der seine Ziele für nächstes Jahr ganz klar umreißt: „Keine Frage, in der DEM ist der Titel das erklärte Ziel. Die EnduroGP-Weltmeisterschaft bestreite ich wieder komplett und möchte dort bei den Junioren so weit wie möglich vorn laden. Und der erste Podiumsplatz muss natürlich nun endlich her – ohne wenn und aber!“

Text: Peter Teichmann

Ähnliche Beiträge

Luca Fischeder fiebert WM-Auftakt entgegen – bisherige Saison von großem Erfolg gekrönt!

Marko Barthel

Team Sherco Academy: Luca Fischeder sicherte sich Endrang sechs in der Enduro-WM

Marko Barthel

Luca Fischeder zieht Saison-Zwischenfazit

Marko Barthel
X