Ein munteres Wechselspiel spielt sich an der Spitze der diesjährigen Dakar ab. Neuer Spitzenreiter ist Adrian van Beveren auf Yamaha, er gewann auch die 4 Etappe. Diese wurde im Massenstart gestartet und verlor mit Sam Sunderland den Vorjahreschampion und bisher führenden der Dakar.

Sunderland fuhr bei vollen Tempo in ein tiefes Loch. Zwar setzte er noch kurzzeitig die Fahrt fort, funkte dann aber SOS und wurde mit Rückenproblemen ins Krankenhaus nach Lima geflogen.

Der Österreicher Matthias Walkner hat seine KTM zum zweiten Mal bei dieser „Dakar“ in die Top 3 gesteuert. Auf der anspruchsvollen 4. Etappe rund um San Juan de Marcona in Peru kam der Salzburger am Dienstag 7.10 Minuten hinter Tagessieger Adrien van Beveren und 2.09 Minuten hinter dem zweitplatzierten Xavier Soultrait (beide FRA/Yamaha) ins Ziel. Nach einem Massenstart und einem Hochgeschwindigkeits-Rennen entlang des Meeres wurde die Etappe später ein kraftraubender Ritt durch riesige Dünenfelder, bei dem alle früher oder später in Schwierigkeiten kamen.

Matthias Walkner im Ziel: “Endlich vorbei! Das war heute ein extrem harter Tag. Wir sind am Strand im Motocross-Stil gestartet. Immer 15 zusammen. Das schaut sicher lässig aus, aber da haben wir auch schon mit Händen und Füßen gekämpft. Jeder ist um’s Leben gefahren, um eine halbwegs gute Position zu kriegen. Im Grunde will keiner die Führungsarbeit und damit die Navigation machen, aber jeder will die zweite, dritte oder vierte Position gleich hinter dem Führenden. Ich habe mir zuerst die zweite Position geschnappt, habe mich dann aber ein bisschen verfahren. Im Laufe der Etappe war ich dann in einer guten Gruppe und es lief auch gut, bis wir zu einem extrem langen Dünenabschnitt kamen. Da hatten alle richtig was zu tun. So weiche Dünen habe ich noch nie erlebt! Mein Motorrad hat sich in einer kleinen Grube eingegraben, ich bin fast nicht mehr rausgekommen. Die Warnlichter für Öldruck und Wassertemperatur haben nicht mehr zu leuchten aufgehört. Es war echt am Limit! Als ich mich dann wieder an die Gruppe herangekämpft hatte, ist der ‘Worst Case’ passiert: dass nämlich der Erste weiter gefahren ist, als wir laut Roadbook eigentlich hätten fahren sollen. Also sind jetzt 20 Mann kreuz und quer gefahren, um nach der richtigen Spur zu suchen. Im Endeffekt hat’s dann eh gepasst, ich habe dadurch aber gut eine viertel Stunde verloren und habe dann mächtig Gas gegeben. Mit der Wut im Bauch bin ich die letzten 100 Kilometer eigentlich viel zu schnell gefahren. Im Ziel hat’s dann gepasst. Aber ich hoffe, ich muss nicht mehr allzu oft derart ans Limit gehen. Es war ein bisschen ein Chaoten-Tag, einer der Tage, die man lieber vermeiden würde. Heute hatten alle zu kämpfen.”

Matthias Walkner schiebt sich in der Gesamtwertung auf den 4. Platz und ist damit der bestplatzierte Pilot des österreichischen „Red Bull KTM Rally Factory Racing Team“.

Ergebnis Etappe 4:

1. Adrien Van Beveren (Yamaha) 04:08:23
2. Xavier de Soultrait (Yamaha) 04:13:24
3. Matthias Walkner (KTM) 04:15:33
4. Pablo Quintanilla (Husqvarna) 04:15:55
5. Stefan Svitko (KTM) 04:16:08
6. Dani Oliveras (KTM) 04:17:02

Gesamt nach 4 Etappen:

1. Adrien Van Beveren (Yamaha) 11:03:23
2. Pablo Quintanilla (Husqvarna) 11:05:18
3. Kevin Benavides (Honda) 11:06:38
4. Matthias Walkner (KTM) 11:08:46
5. Xavier de Soultrait (Yamaha) 11:10:57
6. Toby Price (KTM) 11:13:37