Kurz vor der anstehenden Sommerpause ging es für die IGE und den ADAC CC Enduro Cup West noch einmal auf eine echte Traditionsstrecke: Schlüchtern. Der hessische Klassiker gehört seit vielen Jahren fest in den Rennkalender und ist aus der Serie kaum noch wegzudenken. Kein Wunder, denn die Veranstaltung punktet mit perfekter Infrastruktur, einer abwechslungsreichen Streckenführung und einem ganz besonderen Streckenabschnitt, der Jahr für Jahr Fahrer wie Zuschauer gleichermaßen begeistert.
Gemeint ist natürlich das berühmte Bachbett. Für viele Teilnehmer ist es das große Highlight in Schlüchtern, gleichzeitig aber auch eine echte Herausforderung. Insgesamt fünf anspruchsvolle Passagen warteten dort auf die Fahrer. Wer sich die schweren Linien nicht zutraute oder im Rennverlauf Kräfte sparen wollte, konnte jeweils eine einfachere Umfahrung nutzen. Damit war für jedes Fahrniveau etwas dabei, vom ambitionierten Nachwuchsfahrer bis zum erfahrenen Enduro-Routinier.
Sommerhitze, Gewitter und perfekte Bedingungen für den Nachwuchs
Wie an vielen Orten in Deutschland zeigte sich auch das Wetter in Schlüchtern von seiner heißen Seite. Sonne und hohe Temperaturen bestimmten das Wochenende, dazu waren kräftige Hitzegewitter vorhergesagt. Ganz ohne Regen blieb es dann auch nicht, allerdings kam dieser aus Sicht der Veranstalter genau zur richtigen Zeit.
In der Nacht von Freitag auf Samstag zog gegen 2 Uhr ein starkes Gewitter mit ordentlich Regen über das Gelände. Bis in die Morgenstunden hielt leichter Nieselregen an und sorgte für eine flächendeckende Bewässerung des gesamten Rundkurses. Der große Vorteil: Der Staub wurde gebunden, die Strecke präsentierte sich griffig und für die Nachwuchsfahrer nahezu ideal.
Besonders gut kam Lokalmatador Len Berthold mit den Bedingungen zurecht. In der Klasse 12 der Kids fuhr er souverän zum Sieg. Dahinter belegte Mini-Enduro-EM-Teilnehmerin Mia Abelein den zweiten Platz, Rang drei ging an Linus Wirth.
Ab Mittag wurde es richtig heiß

Je weiter der Samstag voranschritt, desto mehr stiegen die Temperaturen. Noch vor 12 Uhr wurde die 30-Grad-Marke überschritten. Damit wurde das Rennen nicht nur fahrerisch, sondern auch körperlich zu einer echten Prüfung. Mensch und Maschine mussten ordentlich arbeiten, denn die Hitze machte die ohnehin anspruchsvolle Strecke noch fordernder.
Trotzdem blieben die Bedingungen insgesamt fair. Der Regen der Nacht hatte genügend Feuchtigkeit in den Boden gebracht, sodass sich die Staubentwicklung in Grenzen hielt. Selbst bei einem vollen Fahrerfeld mit 120 Teilnehmern waren die Sichtverhältnisse weiterhin gut. Gerade bei Cross-Country- und Enduro-Rennen ist das ein wichtiger Faktor, denn Staub kann nicht nur Zeit kosten, sondern auch die Sicherheit auf der Strecke beeinflussen.
Teamlauf: Werthmann-Duo meldet sich stark zurück

Richtig spannend wurde es erneut beim Teamlauf über die Renndistanz von drei Stunden. Im Mittelpunkt stand dabei das Team Werthmann, das endlich wieder in gewohnter Besetzung antreten konnte. Loris Werthmann hatte verletzungsbedingt zwei Rennen aussetzen müssen, war in Schlüchtern aber wieder zurück im Einsatz.
Dass mit dem Team sofort wieder zu rechnen war, zeigte sich schnell. Runde für Runde lieferten sich die Favoriten einen engen Kampf um wichtige Sekunden. Doch auch das Team MSC Dreckenach/Haiger-Allendorf mit Nils Asmussen und Luca Bitz ließ nicht locker. Die beiden machten ebenfalls deutlich, dass sie den obersten Podestplatz ins Visier genommen hatten.
Am Ende zeigten die beiden Werthmanns jedoch, dass sie in voller Stärke zurückgekehrt sind. Mit einem Vorsprung von 1:20 Minuten sicherten sie sich den Sieg vor Nils Asmussen und Luca Bitz. Auf Platz drei folgte mit einer Runde Rückstand das Team 2D MRSC Mernes mit Julian und Armin Donnecker auf Stark Varg.
Super-Senioren liefern echtes Fotofinish
Am Sonntagmorgen wurde es in der Klasse der Super-Senioren noch enger. Tino Müller und Thomas Klein vom Team OSK Triumph Racing lieferten sich über drei Stunden ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide Fahrer waren nahezu exakt gleich schnell unterwegs, sodass erst die letzten Sekunden über Sieg und Platz zwei entschieden.
Nach dem Zieleinlauf trennten die beiden lediglich 20 Sekunden. Ein echtes Fotofinish also, mit dem besseren Ende für Tino Müller. Thomas Klein belegte Rang zwei, während Patrick Polisidis, ebenfalls vom Team OSK Triumph Racing, den dritten Platz erreichte.
Gerade solche engen Duelle zeigen, wie hoch das Niveau im ADAC CC Enduro Cup West und bei der IGE inzwischen ist. Über mehrere Stunden konstant schnell zu fahren, kaum Fehler zu machen und gleichzeitig die Konzentration bei hohen Temperaturen zu halten, verlangt den Fahrern einiges ab.
405 Starter sorgen für starkes Teilnehmerfeld

Insgesamt zeigten sich alle Beteiligten sehr zufrieden mit der Veranstaltung in Schlüchtern. Die Strecke bot erneut genau die Mischung, für die der Standort bekannt ist: schnelle Passagen, technische Herausforderungen, das markante Bachbett und faire Ausweichmöglichkeiten für weniger erfahrene Fahrer.
Auch bei der Teilnehmerzahl konnte sich der Veranstalter nicht beklagen. Mit insgesamt 405 Startern war das Wochenende stark besetzt und zeigte einmal mehr, wie beliebt die IGE und der ADAC CC Enduro Cup West weiterhin sind.
Sommerpause, Sommercamp und nächster Renntermin
Für die IGE und den ADAC CC Enduro Cup West steht nun zunächst die Sommerpause an. Ganz ruhig wird es in der Zwischenzeit aber nicht. Wer weiter trainieren möchte, kann sich noch für das Sommercamp am 15. und 16. August 2026 anmelden.
Das Sommercamp findet in diesem Jahr beim AMC Zirndorf statt. Dort gibt es die Möglichkeit zum freien Fahren auf der gesamten Endurostrecke. Zusätzlich wird Enduro-Europameister Jens Scheffler vor Ort sein. Bei ihm können individuelle Trainingseinheiten gebucht werden, was besonders für Fahrer interessant ist, die gezielt an Technik, Linienwahl oder Kondition arbeiten möchten.
Offiziell weiter geht es für die Serie dann am 12. und 13. September 2026 beim AMC Bad Windsheim.
Ergebnisse und Highlights aus Schlüchtern
Klasse 12 Kids:
- Len Berthold
- Mia Abelein
- Linus Wirth
Teamlauf:
- Team Werthmann
- Team MSC Dreckenach/Haiger-Allendorf – Nils Asmussen / Luca Bitz
- Team 2D MRSC Mernes – Julian Donnecker / Armin Donnecker auf Stark Varg
Super-Senioren:
- Tino Müller – Team OSK Triumph Racing
- Thomas Klein – Team OSK Triumph Racing
- Patrick Polisidis – Team OSK Triumph Racing
Quelle: ADAC Pfalz, Julian Mayer, Fotos: Kerstin Braun


