Nach mehr als zwei Monaten Sommerpause ist die AUNER HardEnduroSeries Germany 2026 am vergangenen Sonntag zurück in den Rennbetrieb gekehrt. Beim MelzExdraehm in Meltewitz stand am 13. September der vorletzte Saisonlauf auf dem Programm – und damit gleichzeitig der Auftakt in die entscheidenden Wochen im Kampf um die Meistertitel.

Sportlich wurde den Fans einiges geboten: Leon Hentschel gewann das Hauptrennen, während Henry Strauss mit Platz zwei und den Punkten aus dem Prolog bereits vor dem Saisonfinale den HESG-Championtitel 2026 perfekt machte. Für den erst 17-Jährigen ist es bereits der zweite Gesamttitel nach 2024.
Auch das Comeback von Vorjahreschampion Milan Schmüser sorgte für Aufmerksamkeit. Nach langer Verletzungspause meldete er sich direkt mit einem Podiumsplatz zurück.
Meltewitz fordert eine andere Renntaktik
Meltewitz nimmt traditionell eine Sonderstellung im Kalender der HardEnduroSeries Germany ein. Statt des üblichen Ablaufs mit Prolog, zwei Gruppenrennen und anschließendem Finale wartete auf die Fahrer nach dem ACE Bikes Prolog Award ein langes gemeinsames Hauptrennen.
Dabei mussten die Teilnehmer eine festgelegte Rundenzahl absolvieren, einen zusätzlichen Checkpoint passieren und gleichzeitig die maximale Fahrzeit von drei Stunden im Blick behalten.
Das bedeutete: Einfach Vollgas geben war in Meltewitz nicht unbedingt die beste Strategie.
Neben Geschwindigkeit spielten vor allem Kondition, Konzentration und die richtige Einteilung der Kräfte eine entscheidende Rolle. Wer zu Beginn zu viel riskierte oder zu viel Energie verbrauchte, konnte auf den späteren Runden schnell Probleme bekommen.
Neuer Prolog mit stärkerem SuperEnduro-Charakter

Auch der Prolog präsentierte sich 2026 in einem neuen Gewand. Die Organisatoren hatten die Strecke deutlich flüssiger gestaltet und stärker an einen SuperEnduro-Kurs angelehnt.
Damit rückten klassische Stop-and-Go-Passagen etwas in den Hintergrund. Stattdessen waren vor allem ein sauberer Rhythmus, Geschwindigkeit und eine möglichst fehlerfreie Linienwahl gefragt.
Gerade für technisch starke Fahrer, die schnell ihren Rhythmus finden konnten, bot der neue Kurs beste Voraussetzungen.
Matthis Millich fehlt verletzt – Milan Schmüser feiert Comeback
Kurz vor dem Rennen gab es im Starterfeld noch einige Veränderungen.
Matthis Millich, der als Dritter der Meisterschaft nach Meltewitz gekommen wäre, musste seinen Start kurzfristig absagen. Der Youngster hatte sich beim Training an der Hand verletzt und konnte deshalb beim vorletzten Saisonlauf nicht antreten.
Dafür kehrte ein prominenter Name zurück ins Starterfeld.
Milan Schmüser, HESG-Champion des Vorjahres, bestritt in Meltewitz seinen ersten Renneinsatz seit seiner Verletzung. Für Schmüser ging es zunächst vor allem darum, nach der langen Pause wieder Rennpraxis zu sammeln und das Gefühl für den direkten Wettbewerb zurückzubekommen.
Wie schnell er wieder konkurrenzfähig sein würde, zeigte sich allerdings bereits wenige Stunden später.
Emil Kessler kehrt ebenfalls zurück
Auch Emil Kessler war in Meltewitz wieder dabei.
Der Fahrer aus dem PEM Energy HESG Talentpool hatte mit zwei Siegen in der X-GRIP Juniorenklasse einen hervorragenden Saisonstart hingelegt. Anschließend musste er verletzungsbedingt jedoch das Rennen in Kronach sowie das komplette Doppelwochenende in Reisersberg auslassen.
In Meltewitz folgte nun das Comeback.
Zusätzlich verstärkte Paul-Erik Huster das Feld. Der amtierende Meister des Enduro Wintercup trat als Gastfahrer an und hatte bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass er auch innerhalb der HESG um vordere Positionen kämpfen kann.
Henry Strauss reist als klarer Meisterschaftsführer an
Vor dem Start richteten sich die meisten Blicke allerdings auf Henry Strauss.
Mit 140 Meisterschaftspunkten und einem komfortablen Vorsprung auf Leon Hentschel reiste Strauss nach Meltewitz.
Damit bot sich dem Meisterschaftsführenden erstmals die Möglichkeit, den HESG-Championtitel 2026 bereits beim vorletzten Saisonlauf vorzeitig perfekt zu machen.
Und Strauss ließ bereits im Prolog keinen Zweifel daran, dass er genau dieses Ziel verfolgen würde.
Fakten zum MelzExdraehm Meltewitz 2026
Datum: 13.09.2026
Wetter: 16 Grad, stark bewölkt
ACE Bikes Prolog Award Sieger: Henry Strauss, KTM
Gesamtsieger: Leon Hentschel, Beta
Champion Öl Fastest Lap: Henry Strauss, KTM – 16:22.053
Perfekte Hardenduro-Bedingungen nach nächtlichem Regen

Auch das Wetter spielte den Fahrern in Meltewitz in die Karten.
In der Nacht vor dem Rennen hatte es geregnet. Dadurch präsentierte sich das Gelände am Sonntagmorgen in nahezu idealem Zustand.
Besonders der neugestaltete Prolog profitierte von der Feuchtigkeit. Die Strecke blieb komplett staubfrei und bot guten Grip.
Im weiteren Tagesverlauf blieb es trocken. Bei Temperaturen um 16 Grad Celsius herrschten damit nahezu perfekte Bedingungen für einen langen Hardenduro-Renntag.
Henry Strauss setzt im Prolog sofort die Bestzeit
Um 10:00 Uhr eröffnete ausgerechnet Meisterschaftsleader Henry Strauss den neuen Prolog.
Damit war Strauss gleichzeitig der erste Fahrer, der unter Rennbedingungen eine Zeit auf dem flüssigeren und stärker an SuperEnduro angelehnten Kurs vorlegte.
Der KTM-Pilot fand sofort einen guten Rhythmus und setzte mit 1:44 Minuten eine starke erste Bestmarke.
Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand wusste: Diese Zeit sollte bis zum Ende des Prologs Bestand haben.
Keiner der nachfolgenden Fahrer konnte Strauss noch von der Spitze verdrängen.
Damit sicherte er sich den ACE Bikes Prolog Award, die volle Punktzahl und gleichzeitig einen weiteren wichtigen Zähler im Kampf um die Meisterschaft.
Meisterschaftsvorsprung wächst vor dem Hauptrennen

Durch den Sieg im Prolog wuchs Strauss’ Vorsprung in der Gesamtwertung vor dem Hauptrennen auf 35 Punkte an.
Die Ausgangslage war damit eindeutig: Der Meisterschaftsleader ging mit einer noch komfortableren Führung in das MelzExdraehm und hatte den vorzeitigen Titelgewinn komplett selbst in der Hand.
Hinter Strauss bestätigte Leon Hentschel erneut seine Rolle als stärkster Verfolger und belegte Rang zwei.
Für eine der schönsten Geschichten des Vormittags sorgte jedoch Milan Schmüser.
Bei seinem ersten Renneinsatz nach der langen Verletzungspause fand der Vorjahresmeister sofort wieder Anschluss an die Spitze und fuhr hinter Strauss und Hentschel auf einen starken dritten Platz.
135 Fahrer starten ins lange Hauptrennen

Pünktlich um 12:00 Uhr fiel bei weiterhin trockenen und angenehmen Bedingungen der Startschuss für das Hauptrennen.
Insgesamt 135 Fahrer stellten sich der besonderen Herausforderung von Meltewitz und wurden in Viererreihen auf die lange Renndistanz geschickt.
An der Spitze entwickelte sich schnell genau der Kampf, den viele im Vorfeld erwartet hatten.
Zunächst gelang es Henry Strauss, sich etwas vom restlichen Feld abzusetzen.
Doch bereits in der zweiten Runde war sein Vorsprung wieder aufgebraucht.
Leon Hentschel und Milan Schmüser schlossen zum Meisterschaftsführenden auf.
Von diesem Zeitpunkt an entwickelte sich ein spannender Dreikampf.
Strauss, Hentschel und Schmüser liefern sich engen Dreikampf
Die drei Spitzenfahrer wechselten sich im weiteren Verlauf mehrfach ab.
Strauss zeigte erneut seine enorme Konstanz, Hentschel hielt permanent den Druck hoch und Schmüser bewies bei seinem Comeback, dass er trotz der langen Verletzungspause sofort wieder zur Spitze der Serie gehört.
Gerade auf der langen Distanz wurde deutlich, wie wichtig eine saubere Krafteinteilung war.
Denn mit jeder weiteren Runde wurden kleinere Fahrfehler und Zeitverluste wichtiger.
Steinfeld wird zur entscheidenden Schlüsselstelle
Eine entscheidende Rolle spielte dabei das Steinfeld.
Dieser Abschnitt verlangte den Fahrern Runde für Runde einiges ab. Gleichzeitig bot das technisch anspruchsvolle Gelände die Möglichkeit, mit einer guten Linienwahl und konsequentem Tempo wichtige Sekunden herauszufahren.
In der letzten Runde erkannte Leon Hentschel genau dort seine Chance.
Der Beta-Pilot setzte im Steinfeld den entscheidenden Angriff, übernahm die Führung und ließ sich diese anschließend bis ins Ziel nicht mehr nehmen.
Leon Hentschel feiert zweiten Saisonsieg 2026
Damit gewann Leon Hentschel das MelzExdraehm in Meltewitz und feierte seinen bereits zweiten Saisonsieg 2026.
Für Hentschel war es ein sportlich starkes Ergebnis – im Kampf um die Meisterschaft reichte es allerdings nicht mehr, um Henry Strauss noch einmal ernsthaft unter Druck zu setzen.
Denn für Strauss wurde Platz zwei am Ende zum größten Erfolg des Tages.
Henry Strauss ist vorzeitig HESG-Champion 2026
Durch seine Punkte aus dem Prolog und dem Hauptrennen ist Henry Strauss beim Saisonfinale in Schwepnitz nicht mehr einzuholen.
Damit steht fest:
Henry Strauss ist Champion der AUNER HardEnduroSeries Germany 2026.
Besonders beeindruckend: Strauss ist gerade einmal 17 Jahre alt.
Für ihn ist es bereits der zweite Championatstitel nach 2024.
Damit unterstreicht der junge KTM-Pilot eindrucksvoll, dass er längst zu den prägenden Fahrern der deutschen Hardenduro-Szene gehört.
Milan Schmüser meldet sich mit Podium zurück
Hinter Strauss komplettierte Milan Schmüser das Podium.
Der Champion des Vorjahres musste seinen Titel damit offiziell an Strauss weiterreichen, konnte mit seinem eigenen Rennwochenende aber mehr als zufrieden sein.
Nach einer langen Verletzungspause direkt wieder in einen engen Kampf um den Tagessieg einzugreifen und das Rennen auf Platz drei zu beenden, ist ein starkes Comeback.
Vor allem im Hinblick auf die kommenden Rennen dürfte Schmüser damit wichtige Erkenntnisse und neues Selbstvertrauen gesammelt haben.
Emil Kessler gewinnt direkt bei seinem Comeback
Auch das zweite große Comeback des Wochenendes verlief erfolgreich.
Emil Kessler knüpfte in der X-GRIP Juniorenklasse genau dort an, wo er vor seiner Verletzung aufgehört hatte.
Nach den verpassten Rennen in Kronach und Reisersberg meldete sich der Fahrer aus dem PEM Energy HESG Talentpool eindrucksvoll zurück und sicherte sich direkt den Klassensieg.
Ein einfaches Rennen wurde es für Kessler allerdings nicht.
Max Eppelmann bestätigt Aufwärtstrend
Starke Konkurrenz bekam Kessler unter anderem von Max Eppelmann.
Eppelmann bestätigte seine zuletzt immer stärker werdenden Leistungen und fuhr auf einen hervorragenden zweiten Platz.
Dahinter komplettierte Luca Kropitsch, der als Tabellenführer nach Meltewitz gekommen war, das Juniorenpodium auf Rang drei.
Damit ist die Entscheidung im Kampf um den X-GRIP Juniorentitel 2026 noch nicht gefallen.
Der neue Champion wird erst beim Saisonfinale in Schwepnitz feststehen.
Senioren-Titel bleibt nach Verletzung von Kai Uebe offen
Weniger erfreulich verlief der Renntag in der Seniorenklasse.
Kai Uebe konnte aufgrund der von ihm absolvierten Runden zwar den Klassensieg verbuchen, verletzte sich während des Rennens jedoch.
Nach aktuellem Stand ist damit zu rechnen, dass Uebe auch beim Saisonfinale in Schwepnitz nicht antreten kann.
Dadurch bekommt der Kampf um den Seniorentitel noch einmal eine völlig neue Dynamik.
Manuel Woesner erhält nun doch noch die Möglichkeit, beim letzten Saisonlauf um den Meistertitel zu kämpfen.
Die Entscheidung fällt somit erst beim großen Finale.
Jakob Blazovich gewinnt bei den Amateuren
In der Amateurklasse setzte sich erneut Jakob Blazovich durch.
Mit seinem Klassensieg sammelte er weitere wichtige Punkte für die Meisterschaft und bestätigte seine starke Form in der laufenden Saison.
Julia Bittner setzt erfolgreiche Saison fort
Auch Julia Bittner war in Meltewitz erneut erfolgreich.
In der Damenklasse holte sie einen weiteren Klassensieg und setzte damit ihre starke Saison fort.
Arvid Meyer gewinnt die Elektroklasse HESG-E
In der Elektroklasse HESG-E ging der Tagessieg an Arvid Meyer.
Gerade beim besonderen Langstreckenformat von Meltewitz war das Rennen auch für die Elektroklasse eine interessante Herausforderung.
Meyer setzte sich am Ende durch und sicherte sich den Klassensieg.
HESG-Saisonfinale 2026 in Schwepnitz
Nach dem Rennen in Meltewitz bleibt den Fahrern der AUNER HardEnduroSeries Germany nur eine kurze Pause.
Bereits am 26. September 2026 steigt beim Isegrim Enduro in Schwepnitz das große Saisonfinale.
Während Henry Strauss seinen zweiten Championatstitel bereits sicher hat, sind in mehreren Klassen noch wichtige Entscheidungen offen.
Damit dürfte auch das letzte Rennen des Jahres sportlich einiges zu bieten haben.
Schwepnitz erstmals Teil des Hard Enduro World Ranking
Zusätzliche Bedeutung erhält das Saisonfinale in diesem Jahr durch die erstmalige Aufnahme in das Hard Enduro World Ranking.
Das Isegrim Enduro in Schwepnitz wird als Challenger Event gewertet.
Damit können die Teilnehmer nicht nur die letzten Punkte für die HESG-Saisonwertung sammeln, sondern gleichzeitig auch Punkte für das internationale Hard Enduro World Ranking einfahren.
Für die Fahrer bietet Schwepnitz damit einen zusätzlichen sportlichen Anreiz.
Online-Nennung für Schwepnitz weiterhin geöffnet
Die Online-Nennung für das Saisonfinale ist weiterhin möglich.
Wer beim letzten HESG-Rennen des Jahres und gleichzeitig beim ersten World-Ranking-Lauf in Schwepnitz dabei sein möchte, kann sich bereits anmelden:
https://www.hardenduro-germany.de/registration-isegrim-enduro-schwepnitz-26-09-2026
Weitere aktuelle Informationen zur AUNER HardEnduroSeries Germany gibt es jederzeit unter:
https://www.hardenduro-germany.de
sowie auf den Social-Media-Kanälen der Serie.
Quelle: HESG, Fotos von Michel238pic/Michel Kuchel




