4. und 5. DEM-Lauf in Burg – Parallel zur Internationalen Deutschen Enduro Meisterschaft zählte die Veranstaltung in diesem Jahr auch zur Enduro-Europameisterschaft. Entsprechend bemühten sich die Organisatoren, die Geländefahrt auf internationalem Niveau auszurichten. Der neue Enduro-Test hatte diese angestrebte Qualität zweifelsohne. Mit einer Fahrzeit von über zwölf Minuten führte dieser quer durch den Wald mit teils technisch anspruchsvollen und teils auch schnellen Passagen. Dort trennte sich recht schnell die Spreu vom Weizen. Hinzu kamen äußerst knappe Etappenzeiten und am Samstag starke Regenfälle, welche den Schwierigkeitsgrad weiter anwachsen ließen.

Da der Enduro-Pokal nicht startberechtig war, ging die MK Sherco Acadamy mit nur zwei Fahrern in Burg an den Start. Jan Schäfer, der mit dem neuen 2018er Sherco-Modell als „Doppelstarter“ in DEM und EM antrat sowie Eddie Findling, als „Normalstarter“ in der DEM-Klasse E1.

Jan Schäfer kommt mit schwierigen und anspruchsvollen Bedingungen meist bestens zurecht. So auch diesmal! Von Beginn an war er, trotz eines Sturzes, vorn mit dabei und lag sogar auf dem zweiten Rang in seiner Klasse. Doch dann verunfallte vor ihm im Enduro-Test ein Fahrerkollege, so dass Jan anhielt um sich nach dessen Zustand zu erkundigen. „Erst als er mir signalisierte, ich solle weiterfahren, bin ich wieder los. Das waren bestimmt 20 Sekunden“, so Jan, für den es aber nie in Frage kam, einfach weiterzufahren, „das gehört sich auf keinen Fall. Wenn jemand schwer gestürzt ist, wird angehalten.“ Umso ärgerlicher, dass dieser Sportsgeist nicht belohnt wird. Im Gegenteil, er verlor dadurch sogar knapp seinen zweiten Platz. „Ich kann es nicht verstehen, dass es in all den Jahren für solche Fälle immer noch keine Regelung gibt“, merkt Teamchef Marcus Kehr kritisch an, der in seiner langen aktiven Karriere schon ähnliche Situationen durchlebt hat.

Am zweiten Tag konnte Jan seinen dritten Platz wiederholen. „Mein Gefühl war eigentlich gut, aber die Zeiten leider zu langsam. Zudem hatte ich gleich im Enduro-Test einen heftigen Abflug, bei dem ich mir den kompletten Front-Koti weggerissen habe. Dennoch bin ich mit dem Wochenende recht zufrieden.“ In der EM reichte zu den Plätzen fünf und sechs.

Weniger erfolgreich verlief das Wochenende für Eddie Findling. Nach Platz neun am ersten Fahrtag, verpasste er sonntags als Elfter nur knapp den Sprung in die Top Zehn. „Es ist definitiv noch viel Luft nach oben“, so Eddie angesichts seiner Leistung. „Die Geländefahrt in Burg ist schon immer wie ein rotes Tuch für mich. Da kann ich machen was ich will, ich komme hier einfach nicht in Tritt. Ich bevorzuge eher Hartboden als Sand, aber zum Glück kommen jetzt noch all die schönen Läufe.“

Angesichts dieser Ergebnisse überwiegt bei Teamchef Marcus Kehr die Zufriedenheit: „Jan hat eine Prima-Leistung abgeliefert. Zweimal auf dem Podium, das geht vollkommen in Ordnung. Und bei Eddie war irgendwie der Wurm drin. Warum, müssen wir gemeinsam analysieren. Ansonsten hat das ganze Team wieder erstklassig funktioniert. Danke an alle Helfer und Unterstützer!“

Text: Peter Teichmann

Foto: DG Design / Denis Günther