Bereits im Vorfeld wurde mit einem Massenansturm gerechnet und die FF Lüsen stellte sich
optimal darauf ein. Am Tag X waren es dann unglaubliche 531 Fahrer, die es in Lüsen über zwei
Tage krachen ließen. Früher sprach man bei 500 noch von einer Klasseneinteilung – ab sofort ist
vielleicht die Teilnehmerzahl gemeint und damit auch die magische 500er-Marke erstmals
geknackt. Trotz oder gerade wegen dem Massenansturm aber alles wie immer beim KTM KINI
Alpencup völlig relaxt, Klasse um Klasse wurde abgespult und von Rennkürzungen keine Rede, da
selbst der Zeitplan hielt was er versprach. Top Organisation durch die FF Lüsen mit tollem
Rahmenprogramm über das ganze Wochenende und auch den teilnehmenden Fahrern ein Lob,
die trotz der vielen Klassen immer alle pünktlich am Vorstart standen und sich mehr als diszipliniert
verhielten.

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Tag 1 – Wasserscheue Motocrosser gibt es südlich des Brenners wohl nicht…
Dass südlich des Brenners reichlich Benzin in den Adern fließt, ist wohl hinlänglich bekannt. Dass
es aber an einem Wochenende zu einer massiven Ansammlung solchigem kommen sollte, konnte
niemand voraussagen, da auch der Wetterbarometer kräftig nach unten zeigte. Dem Regenwetter
zum Trotz stehen bereits am ersten Tag 233 Teilnehmer vor der Abnahme und wollen sich den
Auftakt zum KTM KINI Alpencup in Lüsen/Südtirol nicht entgehen lassen. Mit 50ccm, 65ccm,
ProSenior, MasterPro, Golden League und MX2 mit alleine 131 Startern wurde der Zeitplan bereits
am ersten Tag auf die Probe gestellt. Doch weder das nasskalte Regenwetter, noch das straffe
Programm konnte die Mannen der FF Lüsen aus der Ruhe bringen und ein jeder meisterte seine
Vorgaben mit Bravour. Klasse um Klasse schnurrte aus dem Startgatter und der Tag nahm seinen
Verlauf mit der MX2 als Höhepunkt des Tages. Hier sackte Luca Borz/FerLu Racing/Yamaha nach
hartem Kampf mit Lukas Stucken/KTM KINI Junior Team/KTM, Jakob Thurner/ProMoto
Racing/Yamaha, Martin Bechter/MBmotors/Kawasaki und Vorjahressieger Fabian
Staschitz/Yamaha beide Laufsiege ein und setzte sich vor den Genannten die MX2-Krone auf.
Klatschnass und voller Gatsch gings übergangslos zur Siegerehrung ins Festzelt, in dem die
Organisatoren ebenfalls an allen Tagen für beste Unterhaltung sorgten.

Tag 2 – mit der Sonne finden noch ein paar mehr nach Lüsen….
Nach dem Ansturm von Tag 1 war am Abend neben der abgelaufenen Rennaction allerorten
Thema, wieviele Starter wohl am Tag 2 ans Startgatter rollen würden. Die Startmaschine hatte
dann auch einiges auszuhalten, bearbeiteten doch weitere 298 Fahrer selbige am zweiten Tag.
Tag 2 mit den Super/Inter/Hobby-Klassen und der 85ccm bei strahlendem Sonnenschein und jeder
Menge Zuschauer, die sich das Spektakel in Lüsen natürlich nicht entgehen ließen. Mancher
Zuschauer hat wohl immer noch Ohrensausen, ob der schieren Menge an Rennen die Schlag auf
Schlag im Hochtal von Lüsen über die Bühne gingen. Dabei die FF Lüsen mehr als alles im Griff,
war top vorbereitet und völlig relaxt gingen die Rennen von statten und das Wochenende nahm mit
viel Action seinen Lauf. Geboten wurde mehr als genug und die vielen Locals machten das Ganze
mehr als komplett.

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Stucken sprengt die italienische Phalanx…
Spannung pur in der schnellsten Klasse: SuperClass, bei der es neuerlich zu einem
Aufeinandertreffen von Luca Borz, Lukas Stucken, Martin Bechter, Jakob Thurner, usw. Kommen
sollte. Weiters stießen noch Kaliber wie Alexander Kinkelin, Francesco Ciola, Felix Vaja, Jonas
Wolf, Maximilian vanHeuß, Benjamin Moll, u.a. In diese Klasse und wollten sich ebenfalls ein Stück
der Torte holen. Im ersten Lauf dann ein ähnliches Bild wie in der gestrigen MX2. Alexander
Kinkelin/MC Brixen Motoservice/Beta führt das Feld in die ersten Runden, wird aber im Verlauf
vom Trio Luca Borz/FerLu Racing/Yamaha, Lukas Stucken/KTM KINI Junior Team/KTM und Jakob
Thurner/ProMoto Racing/Yamaha auf die Plätze verwiesen.
Im zweiten Lauf dann wieder das selbe Bild. Kinkelin drückt seine Beta-Enduro als Erster ums Eck
und setzt für einige Runden die Pace, gefolgt vom Zeittrainingsschnellsten Martin
Bechter/MBmotors/Husqvarna, der sogleich versucht Kinke das Leben schwer zu machen. Aber
kein Glück für den Mbmotors-Cheffe, der eine falsche Rille erwischt und sich einige Plätze weiter
hinter wiederfindet. Weiter nach hinter reiht es auch Kinkelin, der vom schnellen Pizzabäck
Francesco Ciola/Mamma e Pappa/Suzuki in Runde 4 eiskalt erwischt wird und in Folge auch noch
das bereits bekannte Trio Borz/Stucken/Thurner ziehen lassen muss. Rehabilitation für Felix
Vaja/MAC Brixen/Tiefbau Vaja/KTM, der nach DNF in Lauf 1 im zweiten Anlauf noch die Top5
schafft und Bechter und Kinkelin hinter sich lässt. Der Tagessieg in der SuperClass aber einmal
mehr an den schnellen Italiener Luca Borz vor Lukas Stucken und Francesco Ciola….
So geht auch das längste Wochenende dem Ende zu und bei der Siegerehrung im Festzelt konnte
selbiges noch ein wenig verlängert werden. In knapp zwei Wochen steht schon das nächste
Rennen in Kundl/Tirol auf dem Programm und dort herrscht bekanntlich bereits seit einigen Jahren
Ausnahmezustand, wenn der MC Kundl zum KTM KINI Alpencup ruft.
Bericht in voller Länge und mehr zum Thema KTM KINI Alpencup: www.endurocross.at
Der KTM KINI Alpencup hat sich im Verlauf der Jahre zu einer Topadresse der MX-Cups entwickelt
und die Früchte der kontinuierlichen Arbeit zeigen sich am hohen Zuspruch der Teilnehmer und an
den Fahrern, die immer mehr den Weg in die nächst höheren Meisterschaften finden und sich
auch dort behaupten können. Alles in Allem steht aber trotz der immer professionelleren
Abwicklung noch immer der einfache Einstieg in den MX-Sport im Vordergrund.
Motocross als Volkssport – that’s it!

See you & keep on riding!
Text: Bernhard Walch/Christian Gasser
Fotos: OT-Ossi Trenkwalder

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