Los ging es für mich mit meine Kumpels Denis und Felix zum alljährlichen Trainingslager nach Spanien. Nach einer längeren Pause und einer Zahn-OP, wo noch eine weitere folgen wird, konnte ich in Spanien endlich das volle Trainingspensum wieder aufnehmen. Diese Möglichkeit zu haben, den Traum des Sports für 3 Wochen zu leben erfüllt mich mit großer Freude. Ich bin Allen super dankbar, die mir so eine Option ermöglicht haben. Allen voran meine Familie und meine Sponsoren, ohne denen das nicht möglich wäre.

Wir haben unsere Spanienanreise mit dem Sprinter in 3 Fahrtage aufgeteilt, um jeweils einen halben Tag zum Training nutzen zu können. So ging es schon mit zwei kurzen Rennradeinheiten los. Endlich wieder den Puls zu spüren und am Abend schwere Beine zu haben – ein Gefühl was ich lange vermisst habe.

In Spanien angekommen nutzte ich meine Chance und kontaktierte mein großes Vorbild, den mehrfachen Enduro Weltmeister in allen Klassen IVAN CERVANTES. Und weil es hier anders als in Deutschland abläuft, bekam ich prompt die Zusage zu einem gemeinsamen Training auf seiner privaten Strecke. Ich, absolut überwältigt, freute mich wie eine kleines Kind auf den Trainingstag mit Ivan. Ein Traum wurde wahr. Ein Tag, wie er nicht hätte besser sein können – Felix und ich konnten uns viel abschauen und waren absolut beeindruckt vom Speed des Meisters.
Die nächsten Tage mussten wir mit Regenerationseinheiten gestalten, denn der Tag mit Ivan hatte uns direkt „übersäuert“

Das erste Wochenende waren wir in Moia bei Luis. Dort hatten wir die Möglichkeit, auf der Strecke des “Nirvana Extreme“ zu fahren. Auch eine kleine Superenduro Runde, neben dem MX-Track, nutzen wir direkt als Warm-Up für die nächsten Tage. Dort vermasselte ich leider einen Sprung über einen Baumstamm und zog mir eine schmerzhafte Zerrung der Arm-/Rückenmuskulatur zu, die mich zum pausieren zwang. In der Zeit musste Felix nach Hause zu einer wichtigen Weiterbildung und ich nutzte diese Tage in Spanien zur Erholung.
Ich suchte eine superfähige Therapeutin auf, die mich innerhalb weniger Behandlungen soweit schmerzfrei machte, dass ich gut auf dem Rennrad sitzen konnte. Felix und ich konnten so ein paar wunderschöne Pässe in Spanien radeln.
Am zweiten Wochenende trafen wir uns mit den Superenduroprofis Jonny Walker, Manuel Lettenbichler, Eloi Salsench und Rainer Usna auf der Salsench Factroy Farm zum Training. Ein richtig schwerer Superendurotrack, der seines gleichen sucht. Hier sah man sofort, wer von den Jungs richtig fit ist. Ich für meinen Teil hatte arge Probleme beim Fahren mit meiner Zerrung und hielt den Ball flach. Ich arbeitete an meiner Technik in der Matrix und versuchte, sicherer beim Springen zu werden.

Drei Tage später fuhren wir in dem bekannten L´amettla-Park, wo wir wieder einen frisch präparierten und gewässerten Superendurotrack vorfanden. Und wie sollte es auch anders sein, unsere Sportskameraden Walker, Blazusiak, Gutzeit und noch einige mehr gaben sich die Klinke in die Hand. Gut für uns, wir konnten uns von den Jungs ganz viel abschauen, wie z. B. Sprungdistanzen, Rhythmus und Speed in den verschiedenen Sektionen. Ich simulierte, nach dem ich mich mit Track vertraut gemacht hatte, eine Trainings- und zwei Rennsituationen, um mich auf das bevorstehende SuperEnduro-Europacupfinale einzustimmen. Ich war überrascht, wie schnell ich zu meiner gewohnten Fitness gefunden hatte. Nicht ganz 3 Wochen intensive, sinnvolle Trainingsgestaltung und nicht zuletzt die Tipps und Tricks der Profis brachten mich deutlich voran. Den Tag ließen wir mit einer schönen gemütlichen Rekompensationseinheit auf dem Renner ausklingen, dem folgten zwei super entspannte Ruhetage.

Super Enduro Albi (Frankreich)
Den zweiten der Ruhetage nutzen wir, um uns den Track in Albi (Frankreich) anzuschauen. Wir waren erstaunt, dass der Track eher einfach gestaltet war, was uns als Semiprofis natürlich entgegen kam. Keine wirklich schweren Sprünge oder kopfzerbrechende Hindernisse. Auf den ersten Blick sah der Track flüssig aus, was sich im Training am Samstag morgen aber wieder mal als Trugschluss entpuppte. Durch die “unglückliche” Anordnung der Hindernisse, war es selbst den Profis nur an einer Stelle möglich zu doppeln. Und das gelang auch nur Haaker (USA) und Rauchenecker (AUT) in der SuperPole.

Im ersten Training tastete ich mich zu erst einmal an den Track heran. Im zweiten Training, was gleichzeitig das Zeittraining für die Startaufstellung bildete, konnte ich mir die 3. Zeit sichern und war super zufrieden. Für mich gab es eigentlich nur das Ziel, im Mittelfeld anzukommen, um auf dem Podium zu landen. Dementsprechend setzte mich das mental nicht so sehr unter Druck.
Direkt nach der Superpole hatten wir, wie immer, unseren ersten Lauf zum Europacup. Am Startgatter kam ich gut weg und konnte mich vorn mit einreihen und einige Zeit den zweiten Platz verteidigen. Ein Fahrfehler warf mich dann aber leider auf Rang 4 zurück. Es lief aber immer noch alles nach Plan. Der amtierende Meister Mike Hartmann war eh schon punktemäßig so weit enteilt, dass er hätte ausfallen müssen, um den Titel zu verpassen. Also setzte ich auf einen ruhigen zweiten Lauf, um den Vizetitel zu sichern.

Doch mein Start im zweiten Lauf brachte mich direkt in Führung und ich konnte diese fast über die gesamte Renndistanz behaupten. Ausgerechnet in der letzten Runde würgte ich meine 300er im Steinfeld ab und brachte sie nicht mehr in Gang. So ging Mike Hartmann vorbei und ich landete auf dem zweiten Platz. Das brachte mir in der Addition dann den 3. Platz in der Tageswertung und den unglaublichen Vize- Europameistertitel.

Ich möchte mich bei all meinen Sponsoren bedanken, dir mir die Möglichkeit geben, solche Veranstaltungen bestreiten zu dürfen. Insbesondere danke ich meiner Familie, meinem Paps, meinem Onkel und meiner Freundin und allen, die mich unterstützen. Vielen Dank.
Weiter geht es nun für mich mit dem WieselX und einer anstehenden Zahn OP 🙁 Sobald ich dann endlich alles überstanden habe, kann ich mich auf die nächsten großen Rennen vorbereiten 🙂

Presseservice Marcel Teucher #25
www.teucher-marcel.de

Fotos: DG Design / Denis Günther

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