Regen, tiefer Schlamm, technische Auffahrten und lange Fahrzeiten: Beim 3. ADMV Sprintenduro EJC des MC Flöha zeigte der Enduro-Nachwuchs, was in ihm steckt. Der Lauf zum ADAC Enduro Jugend Cup Ost rund um das Vogeltal verlangte den jungen Fahrerinnen und Fahrern nahezu das komplette Enduro-Programm ab. Während am Vormittag vor allem Durchhaltevermögen gefragt war, entwickelte sich die Strecke am Nachmittag zu einem technisch anspruchsvollen Enduro-Parcours mit spannenden Entscheidungen bis zur letzten Wertungsprüfung.
Wetterumschwung macht aus Staub plötzlich tiefen Schlamm

Eigentlich hatten sich die Verantwortlichen des MC Flöha wenige Tage vor der Veranstaltung noch mit einem ganz anderen Problem beschäftigt. Aufgrund der zuvor trockenen Bedingungen standen mögliche Staubprobleme im Raum. Doch pünktlich zum Veranstaltungswochenende änderte sich die Wetterlage komplett.
Anhaltende Niederschläge verwandelten die Strecke rund um das Vogeltal in einen anspruchsvollen Mix aus nassem Boden, tiefen Schlammpassagen und rutschigen Streckenabschnitten. Damit waren nicht nur die Fahrer gefordert. Auch das Organisationsteam und die zahlreichen Helfer hatten bereits vor dem ersten Start alle Hände voll zu tun.
Dank des großen Einsatzes des MC Flöha konnte den Teilnehmern dennoch eine hervorragend vorbereitete Veranstaltung geboten werden. Die mehr als 7,3 Kilometer lange Runde lieferte unter den wechselnden Bedingungen genau das, was den Endurosport auszeichnet: unterschiedliche Bodenverhältnisse, technische Schwierigkeiten und die Notwendigkeit, sich ständig auf eine veränderte Strecke einzustellen.
Luca Fischeder begleitet den Enduro-Nachwuchs

Ein besonderes Erlebnis gab es für die jüngsten Teilnehmer bereits vor dem eigentlichen Rennen. Enduro-Profi Luca Fischeder begleitete die Nachwuchsfahrer während der Einführungsrunde.
Für die jungen Piloten war es eine besondere Gelegenheit, gemeinsam mit einem international erfolgreichen Endurofahrer auf die Strecke zu gehen und sich die Bedingungen aus nächster Nähe anzusehen.
Auch nach dem sportlichen Teil blieb Fischeder ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltung. Bei der Siegerehrung übernahm er die Übergabe der Pokale und sorgte damit vor allem bei den jüngeren Teilnehmern für einen besonderen Abschluss eines ohnehin ereignisreichen Renntages.
Vormittagsrennen wird zur Schlammschlacht
Die schwierigsten Bedingungen des Tages erwischten die Fahrer der Elektro-, Schüler-50- und Schüler-65-Klassen am Vormittag. Teilweise starker Regen hatte den Boden stark aufgeweicht. Tiefer Schlamm und rutschige Passagen machten bereits das problemlose Absolvieren der Runde zu einer Herausforderung.
Unter diesen Bedingungen war das Erreichen des Zieles für die jüngsten Fahrer bereits eine starke Leistung.
Elektro: Fredi Auerswald meistert die schwierige Strecke
In der Elektroklasse war Fredi Auerswald der einzige Starter. Trotz der schwierigen Bedingungen kämpfte er sich erfolgreich über die Strecke und brachte das Rennen ins Ziel.
Gerade für die kleinsten Motorräder stellten die tiefen und aufgeweichten Passagen eine besondere Herausforderung dar.
Schüler 50: Marius Winkler mit deutlichem Klassensieg

In der Klasse Schüler 50 bestimmte Marius Winkler vom SHC Meltewitz Offroad Team das Geschehen.
Winkler kam mit den schwierigen Bedingungen am besten zurecht und setzte sich mit einer Gesamtfahrzeit von 44:51,59 Minuten deutlich durch.
Auf Platz zwei folgte Paul Kiss, der mit einem Rückstand von 14:34 Minuten das Ziel erreichte.
Gerade angesichts der schwierigen Streckenbedingungen war die Leistung der Nachwuchsfahrer bemerkenswert. Der tiefe Boden kostete Kraft und verlangte gleichzeitig einen sauberen Umgang mit Gas und Balance.
Schüler 65: Nur 16 Sekunden entscheiden über den Sieg

Für eine der spannendsten Entscheidungen des gesamten Vormittags sorgte die Klasse Schüler 65.
Zwischen Malte Bernhardt vom MSC Burg und dem Flöhaer Lokalmatador Till Ebert entwickelte sich ein enger Kampf um den Tagessieg. Über acht Wertungsprüfungen hinweg blieb die Entscheidung offen.
Am Ende trennten beide Fahrer gerade einmal 16,17 Sekunden.
Malte Bernhardt setzte sich mit einer Gesamtzeit von 26:35,46 Minuten durch und sicherte sich damit den Klassensieg.
Till Ebert hielt den Druck jedoch bis zum Schluss hoch. Mit mehreren Prüfungsbestzeiten zeigte der Fahrer des gastgebenden MC Flöha, dass er auf heimischem Boden jederzeit in der Lage war, die Führung anzugreifen.
Den dritten Platz sicherte sich Ben Raschke vom MC Grünhain. Sein Rückstand auf den Sieger betrug 1:34,33 Minuten.
Damit gehörte die Schüler-65-Klasse zu den sportlichen Höhepunkten des Vormittags.
Sonne am Nachmittag – und die Strecke wird zum echten Enduro-Parcours

Nach der Schlammschlacht am Vormittag änderte sich die Situation am Nachmittag deutlich. Die Sonne zeigte sich und der Boden begann zunehmend abzutrocknen.
Damit wurde die Strecke keineswegs einfacher – sie veränderte lediglich ihren Charakter.
Zusätzliche Auffahrten, Steinpassagen und technisch anspruchsvolle Sektionen rückten nun stärker in den Mittelpunkt. Statt ausschließlich mit tiefem Schlamm zu kämpfen, mussten die Fahrer zunehmend präzise Linien wählen und ihre Motorräder sauber durch die technischen Passagen bringen.
Vor allem Fahrtechnik, Gefühl und Konzentration wurden wichtiger.
Für die Jugendklassen kam ein weiterer Faktor hinzu: die lange Fahrzeit.
Allein das zweite Rennen brachte es auf rund eine Stunde reine Wertungsprüfungszeit. Damit wurden nicht nur fahrerische Fähigkeiten, sondern auch Kondition und Konzentrationsvermögen auf die Probe gestellt.
Fehler gegen Ende des Rennens konnten bei den teilweise engen Zeitabständen schnell mehrere Positionen kosten.
Jugend 85B: Heimsieg für Paul Kehr

In der stark besetzten Klasse Jugend 85B durfte sich der gastgebende MC Flöha über einen Heimsieg freuen.
Paul Kehr setzte sich vor heimischem Publikum mit einer Gesamtfahrzeit von 59:04,41 Minuten durch.
Kehr verschaffte sich im Verlauf der Wertungsprüfungen einen komfortablen Vorsprung und brachte den Sieg schließlich mit 1:24,91 Minuten Vorsprung sicher ins Ziel.
Deutlich enger ging es dagegen im Kampf um Platz zwei zu.
Nils Lindner sicherte sich Rang zwei, doch dahinter machte Jordan Wittenberg bis zum Schluss Druck.
Im Ziel lagen zwischen beiden gerade einmal 5,83 Sekunden.
Während der Klassensieg bereits relativ deutlich an Kehr ging, blieb der Kampf um Silber somit praktisch bis zur letzten Wertungsprüfung offen.
Jugend 85A: Lou Wohlhaupt gewinnt jede Wertungsprüfung

Eine klare Angelegenheit war dagegen die Klasse Jugend 85A.
Lou Wohlhaupt lieferte eine beeindruckende Vorstellung ab und gewann sämtliche Wertungsprüfungen des Tages.
Mit einer Gesamtfahrzeit von 57:13,19 Minuten sicherte er sich souverän den Klassensieg.
Auf Platz zwei folgte Mika Bernhardt, dessen Rückstand 5:39 Minuten betrug.
Lenny Baum komplettierte das Podium auf Rang drei.
Die Dominanz Wohlhaupts spiegelte sich dabei nicht nur im Gesamtergebnis wider. Dass er jede einzelne Wertungsprüfung für sich entscheiden konnte, unterstrich seine starke Vorstellung auf der technisch anspruchsvollen Strecke von Flöha.
Jugend 125 mit größtem Fahrerfeld des Tages

Mit insgesamt 22 Startern stellte die Klasse Jugend 125 das größte Fahrerfeld der Veranstaltung.
Entsprechend viel Spannung bot auch der Kampf um die Spitzenpositionen.
Am Ende setzte sich Noah Rübesamen souverän durch und sicherte sich den Klassensieg.
Hinter dem Sieger wurde es allerdings deutlich enger.
Elias Neukirchner vom MC Flöha behauptete den zweiten Platz und hatte im Ziel 21,38 Sekunden Vorsprung auf Moritz Engelmann.
Noch spannender verlief der Kampf um den letzten Podestplatz.
Engelmann rettete Rang drei mit lediglich 4,29 Sekunden Vorsprung vor Carlo Krüger ins Ziel.
Damit lieferte die Jugend-125-Klasse eine der knappsten Entscheidungen des gesamten Veranstaltungstages. Nach der langen Fahrzeit und den anspruchsvollen Streckenbedingungen entschieden am Ende wenige Sekunden darüber, wer auf dem Podium stehen durfte.
Ladies: Neele Trexler gewinnt die Tageswertung
Auch in der Ladies-Wertung ging es um wichtige Punkte.
Neele Trexler setzte sich in der Rechenwertung gegen Magdalena Höfer und Lina Kolbe durch und sicherte sich damit den Erfolg in Flöha.
Gerade die Kombination aus langen Prüfungen, wechselnden Bedingungen und technisch anspruchsvollen Streckenabschnitten machte auch die Ladies-Wertung zu einer echten Enduro-Herausforderung.
Flöha zeigt die ganze Bandbreite des Endurosports
Das 3. ADMV Sprintenduro EJC des MC Flöha wurde für den Nachwuchs zu einem Veranstaltungstag, der nahezu sämtliche Facetten des Endurosports bereithielt.
Am Vormittag bestimmten Regen, Schlamm und rutschiger Untergrund das Geschehen. Für die jüngsten Teilnehmer stand dabei vor allem das sichere Durchkommen im Vordergrund.
Am Nachmittag sorgten bessere Wetterbedingungen für deutlich mehr Grip, gleichzeitig machten zusätzliche Auffahrten, Steinpassagen und technische Sektionen die Strecke fahrerisch anspruchsvoller.
Dazu kamen lange Wertungsprüfungen und teilweise extrem knappe Zeitabstände.
Genau diese Mischung machte den Lauf in Flöha zu einer wertvollen Erfahrung für die Nachwuchsfahrer. Denn beim Enduro geht es eben nicht nur darum, möglichst schnell Motorrad zu fahren. Fahrer müssen mit wechselnden Bedingungen umgehen, ihre Kräfte einteilen, Konzentration über lange Zeiträume aufrechterhalten und auch dann sauber weiterfahren, wenn der Untergrund alles andere als perfekt ist.
Ergebnisse
Alle Ergebnisse gibt es auf der offiziellen Webseite (LINK).
Saisonfinale mit Doppelveranstaltung in Hilmersdorf
Nach dem anspruchsvollen Lauf in Flöha richtet sich der Blick nun bereits auf das große Saisonfinale des ADAC Enduro Jugend Cup Ost 2026.
Am 10. und 11. Oktober 2026 treffen sich die Nachwuchsfahrer in Hilmersdorf.
Dort steht gleichzeitig eine Premiere auf dem Programm: Erstmals wird im EJC Ost eine Doppelveranstaltung ausgetragen.
Damit wartet zum Abschluss der Saison noch einmal ein intensives Enduro-Wochenende auf die Nachwuchspiloten – und möglicherweise die eine oder andere Entscheidung um die Meisterschaft.
Quelle: Pascal Zelle, Fotos von Til Eberlein



