Tom Pagès setzt sich bei der 15. Ausgabe der Red Bull X-Fighters in Madrid bereits zum vierten Mal in Folge durch. Damit beendete er alle Diskussionen über eine schlecht verlaufene Qualifikation, neue Rampen und Tricks. Auf seinem Weg zum Triumph schlug er den World Tour Champion von 2015, Clinton Moore, sowie den Quali-Sieger Josh Sheehan. Mit einem neuen Eventformat stieg der Rhythmus und das Fahrlevel auf ein neues Niveau. 
Mit dem neuen Eventformat der Red Bull X-Fighters traten gleich drei Fahrer im alles entscheidenden Finale gegeneinander an. Die letzten drei World Tour Champions Tom Pagès (FRA), Clinton Moore (AUS) und Josh Sheehan (AUS) schenkten sich dabei nichts. Sheehan musste als erster auf den Parcours, fuhr großartig und zeigte dabei einige der schwierigsten Tricks der Welt, inklusive dem Double Backflip. Aber dem Australier passierte beim Indy Flair ein kleiner Fehler, wodurch er kurz zu Boden ging. Obwohl er danach seinen Lauf fortsetzen konnte, öffnete er damit die Tür zum Sieg für Pagès und Moore.
Pagès heizte der ausverkauften Arena mit einem Lauf, voll gepackt mit seinen geschichtsträchtigen Tricks wie dem Bike Flip, Special Flip und seiner letzten Addition, dem Front Flair, ein.
Damit lag der Druck auf den Schultern des Red Bull X-Fighters World Tour Titelverteidigers Clinton Moore. Er fuhr einen fehlerlosen Lauf und sprang dabei als erster Fahrer den Volt Body Varial über die 30-Meter-Distanz. Doch als sich der Staub legte, hatte Pagès seinen eigenen Rekord von drei Madrid-Siegen in Folge mit fünf von fünf möglichen Judging-Helmen geschlagen.
„Ich versuche jedes Jahr neue Tricks zu zeigen und genau das möchten die Fans sehen“, kommentierte Pagès seinen vierten Sieg in Folge. „Früher saß ich im Publikum und die Spanier riefen laut Dany Torres’ Namen. Inzwischen rufen sie meinen Namen genauso laut, was ich hier in Spanien für unmöglich hielt. Mit den neuen Tricks hatte ich viel Stress in meinem Gepäck. Aber alles ist gut gelaufen. Madrid ist der beste Platz der Welt für FMX. Es ist unglaublich.“
Obwohl er geschlagen wurde, zeigte sich Clinton Moore zufrieden: „Ich bin mit dem gesamten Event glücklich. Dieser Ort entspricht der Olympiade des FMX. 2010 zeigte ich hier den ersten Volt in einem Wettkampf, dieses Jahr den ersten Volt über die 30-Meter-Distanz. Letztes Jahr wurde ich hier Dritter, dieses Jahr Zweiter, es gibt beim nächsten Mal also nur noch ein Möglichkeit zur Verbesserung.“
Auch Josh Sheehan war zufrieden mit dem verbleibenden Platz auf dem Podium. „Ich spürte vor der Veranstaltung viel Druck. Dieser wich nach dem Sieg in der Qualifikation etwas und heute lief alles bestens, abgesehen von dem kleinen Fehler im Finale. Ich war danach froh meinen Lauf fortsetzen zu können. Das neue Format ist anders als gewohnt, hat aber gut funktioniert.“
Die Halbfinale wurden im klassischen Red Bull X-Fighters Head-to-Head-Format ausgetragen. Levi Sherwood war ein weiterer Siegeskandidat, musste jedoch gegen den starken Pagès antreten. „Ich bin sehr zufrieden mit meinen Läufen. Es hat heute einfach nicht gereicht um Tom zu schlagen. Das neue Format ist interessant, auch wenn es im Vergleich zum bisherigen etwas schwieriger ist, sich bis ins Finale zu kämpfen. Es gefällt mir aber.“
Lokalmatador Maikel Melero schloss die Top Fünf ab nachdem er von Sheehan geschlagen wurde. „Ich bin wirklich zufrieden, die Veranstaltung lief wirklich hervorragend für mich und das Publikum hat mich mit allen Kräften unterstützt. Ich kann es gar nicht erwarten, im nächsten Jahr wieder anzutreten. Ich bin heute meinen besten Lauf aller Zeiten gefahren.“
Rob Adelberg war der dritte Mann, dessen Weg im Semifinale endetet, nachdem er von seinem Landsmann Moore geschlagen wurde. „Insgesamt bin ich zufrieden, bin nur darüber enttäuscht, dass ich zwei Fehler in meinem letzten Lauf hatte. Das neue Format war spannend und hat den Rhythmus erhöht.“
In der ersten Runde traten jeweils vier Fahrer in drei Gruppen gegeneinander an. Jeder Fahrer erhielt 50 Sekunden Zeit, um die Judges von sich zu überzeugen, und musste dabei einen „Roulette Trick“ in seinen Lauf einbauen. Der „Novillero“ Tom Robinson eröffnete den Event und schockierte seine Gegner mit einer Trickinnovation, einer Variante eines Body Varials. „Ich habe noch gar keinen Namen für den Trick! Aber da ich ihn hier gelandet bin, kann es gut sein, dass ich Las Ventas mit in den Namen einbaue.“ Adam Jones gestand nach seinem knappen Ausscheiden: „Für die Judges ist es eine große Herausforderung nach nur vier bis fünf Tricks eines Fahrers eine Entscheidung zu treffen.
Die Gruppe B war die schwierigste der drei Gruppen, aus der die späteren Finalisten Moore und Pagès weiter zogen, auch wenn David Rinaldo und Dany Torres großartige Runs mit höchstem Trickniveau zeigten.
In der Gruppe C mussten sich ein sehr starker Taka Higashino und der zweite Novillero, Sebastian Westberg, gegen Melero und Sheehan geschlagen geben. „Ich habe mein Bestes gegeben“, sagte Higashino. Für Westberg war der Event der erste FMX-Wettkampf überhaupt. „Es war unbeschreiblich vor diesem großartigen Publikum zu fahren.“
Ergebnisse Madrid: 1. Thomas Pagès (FRA), 2. Clinton Moore (AUS), 3. Josh Sheehan (AUS), 4. Levi Sherwood (NZL), 5. Maikel Melero (ESP), 6. Rob Adelberg (AUS), 7. Taka Higashino (JPN), 8. David Rinaldo (FRA), 9. Dany Torres (ESP), 10. Adam Jones (USA), 11. Tom Robinson (AUS), 12. Sebastian Westberg (FIN).
Foto: Predrag Vuckovic